Donnerstag, 26. Juli 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Zeit der Stille die Banner eingerollt, die Rufe schweigen Zeit für das Meer an Land zu steigen wahr und falsch fallen zusammen lassen etwas Neues entsteh'n Zeit dass auf Erden Wunder gescheh'n (Joachim Harms, mit Genehmigung des Autors hier veröffentlicht) weiterlesen...


Samstag, 21. Juli 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Pfauenfeder: in deiner Feinheit sondergleichen, wie liebte ich dich schon als Kind. Ich hielt dich für ein Liebeszeichen, das sich an silberstillen Teichen in kühler Nacht die Elfen reichen, wenn alle Kinder schlafen sind. Und weil Großmütterchen, das gute, mir oft von Wünschegerten las, so träumte ich, du Zartgemute, in deinen feinen Fasern flute die kluge Kraft der Rätselrute - und suchte dich im Sommergras. (Rainer Maria Rilke) Gefunden habe ich nur diese: weiterlesen...


Donnerstag, 19. Juli 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Nicht alle Schmerzen sind heilbar, denn manche schleichen Sich tiefer und tiefer ins Herz hinein, Und während Tage und Jahre verstreichen, Werden sie Stein. Du sprichst und lachst, wie wenn nichts wäre, Sie scheinen zerronnen wie Schaum. Doch du spürst ihre lastende Schwere Bis in den Traum. Der Frühling kommt wieder mit Wärme und Helle, Die Welt wird ein Blütenmeer. Aber in meinem Herzen ist eine Stelle, Da blüht nichts mehr. (Ricarda Huch) weiterlesen...


Freitag, 13. Juli 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Gedichte, Rezensionen | Kommentare (2)

"hauptsache es berührt" spricht schon durch die Aufmachung mein ästhetisches Empfinden an. Ergänzt werden die zweisprachigen Gedichte von ansprechenden doppelseitigen Fotografien vor jedem der vier Kapitel, die viel Raum für eigene Fantasien und Interpretationen lassen: die heilige widersetzt sich der verehrung, die geräusche der stadt, vor hellen Fenstern gestochen scharf, mückenlarven schlupfbereit Die Gedichte der jeweiligen Kapitel sind nummeriert, ohne Titel. In ihnen skizziert Joachim P. Harms Stimmungen, kurze Augenblicke und erzeugt entsprechende Stimmungsbilder, in die man sich begeben und verweilen kann, wenn man mag: 8 eine plastiktüte vorm wind schraubt sich empor, bleibt hängen im geäst. schwärme von hängeschlössern im maschendraht verstrickte liebesschwüre. vertäute schiffe. ein mann schrubbt ...weiterlesen...


Samstag, 30. Juni 2018 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (2)

Ich lobe den Tanz, denn er befreit den Menschen von der Schwere der Dinge bindet den Vereinzelten zu Gemeinschaft. Ich lobe den Tanz der alles fordert und fördert Gesundheit und klaren Geist und eine beschwingte Seele. Tanz ist Verwandlung des Raumes, der Zeit, des Menschen der dauernd in Gefahr ist zu zerfallen ganz Hirn Wille oder Gefühl zu werden. Der Tanz dagegen fordert den ganzen Menschen der in seiner Mitte verankert ist der nicht besessen ist von der Begehrlichkeit nach Menschen und Dingen und von der Dämonie der Verlassenheit im eigenen Ich. Der Tanz fordert den befreiten, den schwingenden Menschen im Gleichgewicht aller Kräfte. Ich lobe den Tanz. O Mensch lerne tanzen, sonst wissen die Engel im Himmel mit dir nichts anzufangen. (Augustinus Aurelius) weiterlesen...


Donnerstag, 28. Juni 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (3)

O Sommerfrühe blau und hold! Es trieft der Wald von Sonnengold, In Blumen steht die Wiese; Die Rosen blühen rot und weiß Und durch die Felder wandelt leis' Ein Hauch vom Paradiese. Die ganze Welt ist Glanz und Freud, Und bist du jung, so liebe heut Und Rosen brich mit Wonnen! Und wardst du alt, vergiß der Pein Und lerne dich am Wiederschein Des Glücks der Jugendsonnen. (Emanuel Geibel) weiterlesen...


Mittwoch, 27. Juni 2018 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (4)

Hund, der Wortart: ℹ Substantiv, maskulin Häufigkeit: ℹ Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort. Sie sprechen alles so deutlich aus. Und dieses heißt Hund und jenes heißt Haus, und hier ist der Beginn und das Ende ist dort. Mich bangt auch ihr Sinn, ihr Spiel mit dem Spott, sie wissen alles, was wird und war; kein Berg ist ihnen mehr wunderbar; ihr Garten und Gut grenzt grade an Gott. Ich will immer warnen und wehren: Bleibt fern. Die Dinge singen hör ich so gern. Ihr rührt sie an: sie sind starr und stumm. Ihr bringt mir alle die Dinge um. (Rainer Maria Rilke) weiterlesen...


Donnerstag, 21. Juni 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Nun die Sonne soll vollenden Ihre längste, schönste Bahn, Wie sie zögert, sich zu wenden Nach dem stillen Ozean! Ihrer Göttin Jugendneige Fühlt die ahnende Natur, Und mir dünkt, bedeutsam schweige Rings die abendliche Flur. Nur die Wachtel, die sonst immer Frühe schmälend weckt den Tag, Schlägt dem überwachten Schimmer Jetzt noch einen Weckeschlag; Und die Lerche steigt im Singen Hochauf aus dem duft'gen Tal, Einen Blick noch zu erschwingen In den schon versunknen Strahl. (Ludwig Uhland) weiterlesen...


Sonntag, 17. Juni 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Im Garten: blumige Üppigkeiten, wohin das Auge sieht, in der Küche nur einen duftenden Hauch davon. Rose, Wunder aller Blumen die blühen, jedes Blatt ein Zeuge der Liebe im Frühling. Selbst die himmlischen Mächte erfreuen sich ihrer. Sie ist die junge Leidenschaft der Aphrodite, sie ist der Liebling der Cythere, die Schläfe mit Blumenblättern umkränzt, und mit ihrem süssen Parfüm macht sie ihre Herren trunken. (Anakreon) weiterlesen...


Donnerstag, 14. Juni 2018 | Kategorie: Allgemein, Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Johann Die Raupe und der Schmetterling Freund, der Unterschied der Erdendinge Scheinet groß und ist so oft geringe; Alter und Gestalt und Raum und Zeit Sind ein Traumbild nur der Wirklichkeit. Träg und matt auf abgezehrten Sträuchen Sah ein Schmetterling die Raupe schleichen, Und erhob sich fröhlich, argwohnfrei, Dass er Raupe selbst gewesen sei. Traurig schlich die Alternde zum Grabe: »Ach, dass ich umsonst gelebet habe! Sterbe kinderlos und wie gering! Und da fliegt der schöne Schmetterling.« Ängstig spann sie sich in ihre Hülle, Schlief, und als der Mutter Lebensfülle Sie erweckte, wähnte sie sich neu, Wusste nicht, was sie gewesen sei. Freund, ein Traumreich ist das Reich der Erden. Was wir waren, was wir einst noch werden, Niemand ...weiterlesen...