Montag, 28. Juni 2010 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Gedichte | Kommentare (2)

Mehrere Gedichtbände von Rose Ausländer habe ich bereits im Regal stehen. Nun habe ich noch die kleine, gebundene Ausgabe des Fischer-Verlages gekauft, einfach weil das Büchlein so klein und daher gut mitzunehmen ist. Denn die Gedichte von Rose Ausländer in ihrer Kürze, Tiefe, Wortgewaltigkeit, Tiefgründigkeit, Klarheit und Geheimnishaftigkeit (-kennt einer ein besseres Wort? Der Duden hilft mir hier auch nicht weiter-) mag ich in fast allen Lebenslagen. Und immer wieder schrieb sie über Worte, Sprache  und ihre Wirkungen: Sprich Sprich lieber Freund ich weiß du kannst zaubern Mach aus der Welt ein Wort Dein Wort ist eine Welt Rose Ausländer, Gedichte, hrsg. v. Helmut Braun, Frankfurt/M 6. Aufl. 2010, 381 S. , ISBN ...weiterlesen...


Donnerstag, 6. Mai 2010 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (0)

Maitag Still! - Ich hör, wie an Geländen leicht der Wind vorüberhüpft, wie die Sonne Strahlenenden an Syringendolden knüpft. Stille rings: Nur ein geblähter Frosch hält eine Mückenjagd, und ein Käfer schwimmt im Äther, ein lebendiger Smaragd. Im Geäst spinnt Silberrhomben Mutter Spinne Zoll um Zoll, und von Blütenhekatomben hat die Welt die Hände voll. (R.M. Rilke) weiterlesen...


Sonntag, 7. März 2010 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (0)

Vorfrühling Härte schwand. Auf einmal legt sich Schonung an der Wiesen aufgedecktes Grau. Kleine Wasser ändern die Betonung. Zärtlichkeiten, ungenau, greifen nach der Erde aus dem Raum. Wege gehen weit ins Land und zeigens. Unvermutet siehst du seines Steigens Ausdruck in dem leeren Baum. (Rainer Maria Rilke) weiterlesen...


Montag, 30. November 2009 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (1)

Der Aesthet Wenn ich sitze, will ich nicht sitzen, wie mein Sitz-Fleisch möchte, sondern wie mein Sitz-Geist sich, säße er, den Stuhl sich flöchte. Der jedoch bedarf nicht viel, schätzt am Stuhl allein den Stil, überläßt den Zweck des Möbels ohne Grimm der Gier des Pöbels. (Christian Morgenstern, Galgenlieder) weiterlesen...


Freitag, 27. November 2009 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (0)

Ich weiß, daß mir nichts angehört Als der Gedanke, der ungestört Aus meiner Seele will fließen, Und jeder günstige Augenblick, Den mich ein liebendes Geschick Von Grund aus läßt genießen. (J.W.v.Goethe) weiterlesen...


Montag, 23. November 2009 | Kategorie: Gedichte, Rezensionen | Kommentare (1)

Du musst das Leben nicht verstehen, dann wird es werden wie ein Fest. Und laß dir jeden Tag geschehen so wie ein Kind im Weitergehen von jedem Wehen sich viele Blüten schenken läßt. Sie aufzusammeln und zu sparen, das kommt dem Kind nicht in den Sinn. Es löst sie leise aus den Haaren, drin sie so gern gefangen waren, und hält den lieben jungen Jahren nach neuen seine Hände hin. (Rainer Maria Rilke) Die CDs der Rilke Edition sind Ende der letzten Woche gekommen, mit sechs Rilke-Postkarten. Dieser Text ist einer davon. weiterlesen...


Montag, 16. November 2009 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (1)

Wald läßt die Blätter sinken, Talnebel hängen schwer, Es hat der Strom kein Blinken, Der Wald kein Rauschen mehr. Da kommt der Sturm gepfiffen Und schüttelt lichtes Haar Und fegt mit festen Griffen Das Land vom Nebel klar. Es schont nicht Laub nicht Äste, Nichts Hübsches ist ihm wert, Der Vogel bangt im Neste Der Bauer friert am Herd. Räum auf und brich in Scherben, Was nimmer halten mag, Und reiß aus Nacht und Sterben Empor den lichten Tag! (Hermann Hesse, 1914) weiterlesen...


Mittwoch, 11. November 2009 | Kategorie: Alltägliches, Gedichte | Kommentare (1)

November Alles will sich nun verhüllen und entfärben, Nebeltage brüten Angst und Sorgen, nach der Nacht voll Sturm klirrt Eis am Morgen, Abschied weint, die Welt ist voll von Sterben. Sterben lern auch du und dich ergeben, Sterbenkönnen ist ein heiliges Wissen. Sei bereit zum Tod - und hingerissen Wirst du eingehn zu erhöhtem Leben! (Hermann Hesse, 1921) Gartenmöbel sind im Gartenhaus, Holz gestapelt, nur das Wasser muss noch abgestellt werden, doch im Moment pflanze ich noch (um). Heute habe ich  meinem Baum einen Fußwärmer aus in Jutesäcken verpacktem Laub verpasst, so dass Winterstürme nicht mehr die Möglichkeit haben, mit den herabgefallenen Blättern zu spielen und sie, wenn sie keine ...weiterlesen...


Dienstag, 10. November 2009 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (2)

Was war mein Leben, wenn es heut soll enden? Verträumt? Verloren? Nein, es war ein Ring Von stillen Freuden, die mit vollen Händen Ich nahm und weitergab und neu empfing. Es war ein Liebesbund mit dieser Erde, Die mich mit ihrer Schönheit tief beglückt Und immer doch mit mächtiger Gebärde Mein Ziel hinaus ins Ewige gerückt. Es war mit Wasser, Bergeswind und Fluren Ein brüderlicher Bund, der niemals brach, Mit allen Wolken, die im Blauen fuhren Und deren Lied von unsrer Heimat sprach. Mit ihren großen ewigen Gewalten Hab ich in Treue Brüderschaft gehalten; Und meine Sünde war in all den Jahren, Daß sie mir lieber als die Menschen waren. (Hermann Hesse, 1903) weiterlesen...


Donnerstag, 1. Oktober 2009 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (2)

Herbst Die Blätter fallen wie von weit, als welkten in den Himmeln ferne Gärten; sie fallen mit verneinender Gebärde. Und in den Nächten fällt die schwere Erde aus allen Sternen in die Einsamkeit. Wir alle fallen. Diese Hand da fällt. Und sieh dir andre an: es ist in allen. Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen unendlich sanft in seinen Händen hält. (Rainer Maria Rilke) weiterlesen...