Mittwoch, 13. Februar 2008 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (0)

  Sind wir denn schon vom Glück umglänzt? Nein, uns gehört erst dieses Rufen, dies Stillestehn auf weißen Stufen, an die der tiefe Tempel grenzt. Das Warten an dem Rand des Heut. Bis uns der Gott der reifen Keime aus seinem hohen Säulenheime die Rosen, rot, entgegenstreut. (Rainer Maria Rilke) weiterlesen...


Donnerstag, 31. Januar 2008 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (0)

Todes-Erfahrung Wir wissen nichts von diesem Hingehn, das nicht mit uns teilt. Wir haben keinen Grund, Bewunderung und Liebe oder Haß dem Tod zu zeigen, den ein Maskenmund tragischer Klage wunderlich entstellt. Noch ist die Welt voll Rollen, die wir spielen. Solang wir sorgen, ob wir auch gefielen, spielt auch der Tod, obwohl er nicht gefällt. Doch als du gingst, da brach in diese Bühne ein Streifen Wirklichkeit durch jenen Spalt durch den du hingingst: Grün wirklicher Grüne, wirklicher Sonnenschein, wirklicher Wald. Wir spielen weiter. Bang und schwer Erlerntes hersagend und Gebärden dann und wann aufhebend; aber dein von uns entferntes, aus unserm Stück entrücktes Dasein kann uns manchmal überkommen, wie ein Wissen von jener Wirklichkeit sich niedersenkend, so ...weiterlesen...


Samstag, 8. Dezember 2007 | Kategorie: Aufgelesen, Gedichte | Kommentare (0)

Willst du dir ein gut Leben zimmern Musst ums Vergangene nicht nicht bekümmern, Und wäre dir auch was verloren, Erweise dich wie neu geboren. Was jeder Tag will, solllst du fragen, Was jeder Tag will, wird er sagen; Musst dich an eigenem Tun ergötzen, Was andre tun, das wirst du schätzen; Besonders keinen Menschen hassen , Und das Übrige Gott überlassen. (J.W. Goethe) Leider bekomme ich seit Tagen das Gleiche zu hören, ... ihr wisst schon! weiterlesen...


Mittwoch, 5. Dezember 2007 | Kategorie: Aufgeschnappt, Gedichte, Rezensionen | Kommentare (1)

In der WDR 5 Sendung vom 4.12.07 "Die therapeutische Kraft von Texten" wurde behauptet, gute Literatur zeichne sich u.a. durch Leerstellen aus, die der Leser mit eigenen Gedanken, eigener Phantasie etc. ausfüllen könne, so dass es nicht ungewöhnlich sei, dass man zu unterschiedlichen Zeiten dieselben Bücher anders verstehe. In diesem Zusammenhang wurde das folgendes Gedicht Hilde Domins zitiert: Lyrik das Nichtwort ausgespannt zwischen Wort und Wort. weiterlesen...


Sonntag, 11. November 2007 | Kategorie: Aufgelesen, Gedichte | Kommentare (0)

Dieses Baumes Blatt, der von Osten Meinem Garten anvertraut, Gibt geheimen Sinn zu kosten, Wie's den Wissenden erbaut. Ist es Ein lebendig Wesen, Das sich in sich in sich selbst getrennt? Sind es zwei, die sich erlesen, Daß man sie als Eines kennt? Solche Fragen zu erwidern, Fand ich wohl den rechten Sinn: Fühlst du nicht an meinen Liedern, Daß ich Eins und doppelt bin? (J.W.V.Goethe) An dieses Gedicht musste ich wieder einmal denken, als der Wind mir heute beim Spazierengehen ein solches vor die Füße geweht hat. Ich habe sie gerne als Lesezeichen und bin immer wieder fasziert, wie fein verästelt ihre Blätter sind, vor allem gleicht keins dem anderen. Mal sieht ...weiterlesen...


Montag, 5. November 2007 | Kategorie: Allgemein, Gedichte | Kommentare (0)

Nebel drängt wie Rauch ums Haus, Drängt die Welt nach innen. Ohne Not geht niemand aus, Alles fällt in Sinnen. Leiser wird die Hand, der Mund, Stiller die Gebärde. Heimlich, wie auf Meeresgrund, Träumen Mensch und Erde. (Christian Morgenstern) In vielen (November-) Gedichten ist von Nebel die Rede. Der November ist ja auch oft trüb, grau verhangen, in jeder Hinsicht ein Trauermonat. Schön, dass die letzten Tage so klar, so sonnig waren. Für ein paar Tage war ich mit meinem Mann weg, ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk. Da konnte ich die Fahrt nach Oslo mit dem Schiff so richtig genießen. Die Aussicht nach draußen beim Frühstück, die aufgehende Sonne, die Schären, ...weiterlesen...


Samstag, 27. Oktober 2007 | Kategorie: Allgemein, Gedichte | Kommentare (0)

Immer wieder gemachte Versprechen mutieren zu Verspechern, wenn sie nicht eingehalten werden. Sie einfach als Lügen zu bezeichnen, wäre zänkisch, boshaft! Oder? weiterlesen...


Dienstag, 24. Juli 2007 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (0)

Von einer Freundin, die weiß, dass ich Gedichte von Ulla Hahn mag, bekam ich folgende Postkarte (aus dem Postkartenkalender "Fliegende Wörter 2007): Genug Liebt ich ihn noch ich sähe nicht wie sich das Licht in den Seen bricht sähe nicht den Morgen im Mittag vergehn Morgen aus Nachtarmen auferstehn Säh nicht die Blumen sprießen und grün in den Wiesen das Gras aufblühn verglühn Säh nicht die Schwalben im hohen Flug hätte noch immer von ihm genug. Assoziationen, (Be-)Wertungen, mehr Fragen als Antworten, und das ist gut so. weiterlesen...


Dienstag, 17. April 2007 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (0)

Vorsicht Die Kastanien blühn. Ich nehme es zur Kenntnis, äußere mich aber nicht dazu. (Günther Eich, 1945) Dieses sich nicht Äußern ist sicher kein Ausdruck von Freude, von Glück, von ästhetischem Empfinden, was unsereinen beim Anblick blühender Kastanienbäume überkommen kann. Selbst Naturbetrachtungen unterliegen politischen Situationen bzw. sind Ausdruck davon. weiterlesen...


Freitag, 19. Januar 2007 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (0)

In Carlo Ross' Roman " Im Vorhof der Hölle" treffen sich einmal in der Woche die "Lagerdichter", um das, was sie geschrieben haben, einem kleinen Kreis von Interessierten vorzustellen. Ilse, eine Frau mit Kleinkind, (aufgrund einer Anmerkung erfährt man, dass sie 1944 in Auschwitz im Gas umgekommen ist) sagt: "Ich habe auch nicht gewusst, dass so was in mir steckt, aber eines Nachts kam es heraus. Und das ist gut so, man wird innerlich freier, auch wenn man gettoisiert ist!" (151) In diesem Kreis traut sich David seine zwei Gedichte vorzustellen, die er geschrieben hat: Unsere Seele ist zerbrochen an der Lieblosigkeit der Welt und der ...weiterlesen...