Montag, 1. September 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (0)

Sobald sich das Licht der Farben Grün, Rot und Blau in gleicher Weise mischt erscheint es uns als Weiß. (Farbenlehre nach Helmholtz) Grün, Rot, Blau und Weiß sind denn auch - in sehr unterschiedlicher Länge - die Kapitelüberschriften, in denen der Leser mit den verschiedenen Lebensabschnitten des Protagonisten Sebastian von Eschburg bekannt gemacht wird. Sebastian ist sehr sensibel, ist sich als Kind und Jugendlicher weitgehend selbst überlassen, zu Hause und im Internat. Er flüchtet sich in die Welt der Bücher, redet laut mit ihren Figuren, bis er auch das einstellt, um nicht als verrückt zu gelten. Später - sein Vater hat inzwischen Selbstmord begangen, ...weiterlesen...


Sonntag, 24. August 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (1)

"Opas Reise zu den Sternen" ist ein "Kinderbuch zu Tod und Trauer", so der Untertitel. Jakob liebt seinen Opa. Die beiden verbringen regelmäßig die Samstage miteinander, liebevoll die Opa-Tage genannt. Sie spielen mit der Holzeisenbahn oder Opa liest Jakob Geschichten vor. Jakob sitzt dann auf Opas schoß, eng an ihn gekuschelt. Er hört zu und spürt Opas Wärme und seinen weichen Körper. Doch Opa stirbt - ganz plötzlich. "Gestorben", das Wort kennt Jakob, hat es schon mehrfach gehört. Er weiß, dass Menschen dann tot sind. Aber was es genau bedeutet, das weiß Jakob noch nicht. Jakobs Vater kümmert sich intensiv um Jakob ...weiterlesen...


Donnerstag, 21. August 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (1)

Nach "Rabenliebe" nun "Schluckspecht". Hier wie dort geht es um Liebe, um fehlende Liebe bzw. fehlgeleitete Liebe, hier ist es die "Liebe" zum Alkohol. Dieser Roman erzählt anschaulich, auf die Wawerzineks eigene sprachliche Weise, die Karriere eines Trinkers, eines Säufers, einer Schnapsdrossel, eines Schluckspechtes und was der Bezeichnungen mehr sind. Deutlich wird, wie allgegenwärtig Alkohol sich nicht nur im täglichen Leben vieler Menschen, sondern folgerichtig auch in der Sprache eingenistet hat. Trinksprüche, Lieder, Redensarten zuhauf. Man kann ihm kaum entgehen, kommt er doch so nett daher als "Schwarze Johanna", als "Eierlikörchen", "Rumtopf" als Zugabe im Essen, im Dessert und das ...weiterlesen...


Dienstag, 19. August 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (4)

"die Wände haben Ohren und in den Ohren schöne Ohrringe" Paul-Erik Rummo Diese Zeilen von Rummo sind dem Roman vorangestellt, wie auch jedes Kapitel mit Zeilen von ihm beginnen. Das scheinbar Schöne und die Untiefen dahinter und wie das eine mit dem anderen zusammenhängt, das wird dem Leser erst im Laufe dieses bemerkenswerten hochspannendem Romans deutlich. Der Roman erzählt die scheinbar zufällige Begegnung zweier Frauen, die dennoch eine gemeinsame Geschichte haben, vor allem aber ähnliche Erfahrungen gemacht haben, wenn auch aus sehr unterschiedlichen Gründen. In ihnen begegnen sich sowjetisch geprägte Vergangenheit und westlich orientierte Gegenwart. Aliide Truu ist eine alte, allein lebende Frau in ...weiterlesen...


Donnerstag, 7. August 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (2)

Wenn nicht mehr klar ist, wie man zu trauern hat, weil es kaum mehr gesellschaftlich normierte Trauerrituale und -vorschriften gibt, wo findet man dann Halt in einer Situation, die vielen den Boden unter den Füßen wegzieht, sie fassungslos macht? Was kann hilfreich sein, um wieder Fuß zu fassen, wie ist die körperlich, emotional und seelisch sehr anstrengende Trauerarbeit überhaupt zu bewältigen? Nach dem Suizid ihres Bruders stellt sich Angelika Kaddik ihrer Trauer, die sie nach dem Tod ihres Vaters vor mehr als dreißig Jahren noch verdrängt hat. Sie schaut hin, was ihr gut tut, was wenig hilfreich ist, bewältigt auf diese Art ...weiterlesen...


Sonntag, 3. August 2014 | Kategorie: Aufgeschnappt, Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (2)

Freundlichkeit als Marketingkonzept, als Maske, um eigene Schwächen und Ängstlichkeiten zu verbergen? Führt Freundlichkeit zur Unterlegenheit im "Haifischbecken" unserer Gesellschaft oder ist sie einfach die Möglichkeit, Konsens und damit langfristig Frieden zu schaffen, (kriegerische) Auseinandersetzungen zu minimieren? Was hat es mit der Redewendung "Scheißfreundlichkeit" auf sich? Wer sind die freundlichsten Menschen und welche gesellschaftlichen Auswirkungen haben etwa die Freundlichkeit eines Nelson Mandela, des Dalai Lamas oder des amtierenden Papstes? Dies und weitere Aspekte werden in der - wie fast immer hörenswerten - heutigen Sendung "Lebenszeichen" angesprochen. Sie endet mit folgendem Zitat: Freundlichkeit in Worten schafft Vertrauen. Freundlichkeit im Denken schafft Tiefe. Freundlichkeit ...weiterlesen...


Freitag, 1. August 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"Ein ganzes Leben" auf 155 Seiten zwischen zwei Buchdeckel - geht das? Und dann auch noch lesenswert. Ja es geht. Der Roman ist die Lebensgeschichte von Andreas Egger, der als etwa Vierjähriger auf dem Hof eines entfernten Verwandten aufgenommen wird, weil er als billige Arbeitskraft angesehen und auch so behandelt wird, Schläge miteingeschlossen. Er muss von Anfang an mitanpacken und entwickelt mit der Zeit enorme Körperkräfte, trotz seines Hinkefußes. Irgendwann hält er sich auch den schlagenden Bauer vom Hals: " 'Hosen runter!'befahl der Bauer. Egger verschränkte die Hände vor der Brust und schüttelte den Kopf. 'Da schau her, der Bankert will dem ...weiterlesen...


Mittwoch, 30. Juli 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Was macht der kleine Prinz, wenn er groß geworden ist? Dieser Frage geht der Ich-Erzähler nach, der schon mit sechs Jahren "eine großartige Laufbahn, die eines Philosophen nämlich," angestrebt hat. Statt im Sandkasten zu spielen, lernt er denken, hat dann aber das Problem, dass kaum jemand seine Leidenschaft mit ihm teilen will. Er stellt sich jedoch auf sein Gegenüber ein, "machte Sandkastenspiele und sprach über Kunst oder Autos." So bleibt er "in Gesellschaft, aber ohne jemanden, mit dem er hätte wirklich sprechen können." In New York trifft er im Central Park einen Hirten, der jemanden sucht, der auf seine Schafe aufpasst, ...weiterlesen...


Donnerstag, 24. Juli 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"Die Erfindung des Lebens" habe ich mit großer Begeisterung gelesen, das Buch über "Die große Liebe" ebenso. Dieser "Roman eines Nachgeborenen" hat mich nicht so begeistert. Er ist dennoch unterhaltsam und macht die Feinfühligkeit, die Beobachtungsgabe und Intelligenz des zwölfjährigen "Bubs" deutlich, wie er sich selbst auf den Karten bezeichnet, die er der Mutter von der Berlinreise mit seinem Vater nach Hause schickt. Sie hat nicht mitkommen wollen, da Berlin für sie immer Kriegs- und Leidensort bleiben wird. Bis auf eine kurze, glückliche Zeit mit ihrem Mann hat sie dort allein gelebt, da ihr Mann in den Krieg musste. ...weiterlesen...


Freitag, 11. Juli 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (3)

Nico Bleutge bezeichnet die Gedichte Malkowskis als Denkbilder, in denen Malkowski auf der Grundlage seiner Wahrnehmung von sehr alltäglichen Dingen seine Gedanken zu Stilleben formt, die über die Alltäglichkeit hinausweisen. Für mich ist dieser Gedichtband eine Entdeckung. Gedichte, die mich in ihrer Schlichtheit und gleichzeitigen Feinheit an Gedichte von Erich Fried erinnern. Die Bandbreite der Themen ist vielfältig wie das Leben. Es geht um einfache Gegenstände, um menschliche Beziehungen, um Sprache ... Die folgenden drei Gedichte mögen einen Einblick in Vielfalt und Sprachstil geben: Kiesel Eins zwei drei vier Mal schnellt der Kiesel über das Wasser. Dann schluckt der Teich meine Freude: ein Stein wie tausende auf ...weiterlesen...