Samstag, 18. Juli 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (4)

Petra Mikutta ist Journalistin. Sie kann "Unbeschreibliches" beschreiben und das sehr gut. Ergebnis ist dieses Buch, das sie selbst als "Überlebensbuch" bezeichnet. Das Schreiben über den plötzlichen, durch nichts vorhersehbaren Tod ihres Manns und ihren damit verbundenen Absturz in den "surrealen Zwischenzustand der Trauer" hilft ihr, das Leben in der "Parallelwelt der Trauer" zu fassen, zu durchleiden und Monate später dann allmählich wieder in ein eigenes Leben zu gelangen, wie bei einer Geburt verbunden mit vielen schmerzhaften Wehen. Die Art, wie sie schreibt, lässt den Leser ihren seelischen Zustand nachvollziehen, lässt ihn mitfühlen, soweit es für jemanden, der einen solchen ...weiterlesen...


Dienstag, 14. Juli 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"Der ehrgeizige Mr. Duckworth" wird in dem zweiten Band verfolgt, mehr oder weniger erfolgreich, denn dieses Mal wird er im Verlauf der Verhandlung inhaftiert und muss einige Zeit im Gefängnis sitzen. Der Leser des ersten Bandes erinnert sich, dass und wie Duckworth - ein Englischlehrer in Venedig - nichts und niemanden scheute, um in die höhere italienische Gesellschaft zu gelangen, sogar vor Morden nicht, die - für ihn - zum Glück nicht entdeckt worden sind. So begegnet man ihm zu Beginn des zweiten Romans im Bad seiner komfortablen Neubauwohnung. "MORRIS STRICH MIT DEN FINGERSPITZEN über die seidige Glasur der kaffeebraunen Kacheln. ...weiterlesen...


Montag, 13. Juli 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (2)

Der Klappentext dieses bei Manesse neu aufgelegten Romans, der 1961 erschienen ist, könnte "falsche" Vorstellungen oder Erwartungen wecken. Dort ist die Rede von einem Alten, der sich "mit sündhaft teuren Geschenken ... die libidinösen Gunstbeweise seiner Schwiegertochter" erkauft. Auch der im Nachwort erwähnte gelbe "Beipackzettel", der der ersten deutschen Ausgabe beigelegt war, lässt möglicherweise einige Phantasien aufblühen: "Ich erkläre, dass ich das 18. Lebensjahr vollendet habe und Junichiro Tanizaki, Tagebuch eines alten Narren, ausschließlich für meinen privaten Gebrauch erwerbe. Ich werde das Buch verschlossen aufbewahren und Jugendlichen nicht zugänglich machen. Ich werde das Buch außerdem weder privat noch gewerblich ausleihen. Genaue ...weiterlesen...


Donnerstag, 2. Juli 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Nach "Schätzeken, GIB GAS!" sind " Wunschworte" die zweite Buchveröffentlichung der Kommunikationstrainerin Monika Bylitza. Es ist ein schmales, pastellbuntes Büchlein mit persönlichen Wünschen für fast jede Gelegenheit: Etwa die für "Intuition mit Leichtigkeit" "Ich wünsche Dir eine bunte Mischung aus Lebendigkeit, Selbstbewusstsein und Humor. Vertraue Deiner Intuition und gestalte mit Souveränität und Gelassenheit komplexe Herausforderungen. Erlebe dabei das befreiende Gefühl der Leichtigkeit und Unbeschwertheit. Nimm teil am Festival der Lebensfreude." Lebensfreude assoziiert man auch mit den vielen Bildern, die die Wunschworte begleiten, sei es, dass sie den Worten unterlegt oder ihnen auch beigesellt sind. An Girlanden erinnernde bunte Fäden durchwirbeln, begleiten die ...weiterlesen...


Mittwoch, 1. Juli 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"Wie lebt man mit dem Wissen, dass jeder, den man liebt, jederzeit sterben kann?" Was bedeutet trauern, nicht im Sinne eines Prozesses, der Anfang und Ende hat und bei dem es nur um das Traurigsein geht, sondern als fester Bestandteil des Lebens. Als etwas, mit dem zu leben wir lernen müssen, ..." Mit diesen Fragen hat sich die junge Autorin nicht nur theoretisch beschäftigt. Sie entstanden nach dem tödlichen Unfall ihrer Mutter, von dem sie während einer Reise durch Südostasien per Mail erfahren hat. Das Ergebnis ist ein, man mag es kaum glauben, humorvoll, witziger, ironischer Roman, in dem drei Menschen ...weiterlesen...


Dienstag, 16. Juni 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (4)

Dieses Buch hat mich auf Umwegen erreicht. Es steckte in einer Tüte mit Büchern, die für eine Stadtteilbücherei vorgesehen waren. Es ist mir sofort ins Auge gefallen. "Mit dem bin ich gar nicht klar gekommen! Ich habe schon nach ein paar Seiten aufgehört!" Das war für mich Herausforderung genug. Und es hat sich gelohnt! Es ist keine einfache Lektüre, da die Autorin in ihrem Romandebüt ein derart verwobenes Beziehungsgeflecht entstehen lässt, dass man jeder Zeit Gefahr läuft, ob der vielen Namen den Überblick zu verlieren. Noch nie habe ich mir so oft während einer Lektüre das Cover angesehen, auf dem ...weiterlesen...


Donnerstag, 11. Juni 2015 | Kategorie: Rezensionen, Rezensionen-Kalender | Kommentare (4)

Ja, ein halbes Jahr ist nun schon fast um, kann man bedauern oder begrüßen. Ich jedenfalls freue mich auf die neuen Kalender, die nun nach und nach in den Buchhandlungen erscheinen. Wer hier nun schon länger liest, weiß, dass ich Kalender in allen Variationen mag, dennoch finde ich nicht alle gut, den von Zaeri bei der Büchergilde Gutenberg schon. (© Mehrdad Zaeri/Edition Büchergilde) Der Iraner Zaeri hat vier KollegInnen aus den verfeindeten Staaten Israel und Iran zusammengebracht. Entstanden ist ein gemeinsames Projekt, ein Kalender mit Illustrationen, in die man sich meist erst einsehen muss, weil sie so ungewöhnlich sind, fein und ...weiterlesen...


Freitag, 5. Juni 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (1)

Dieser Band ist eine TB-Ausgabe, kommt also sehr viel einfacher daher als ihr Roman "Der Garten über dem Meer" dennoch ist er ebenso faszinierend und empfehlenswert. Ihre Darstellungsweise ist beeindruckend schlicht, alltäglich und denoch berührend. Rodoreda erzählt über die vielfältigen Nöte der Menschen um Colometa und ihren Mann Cintet vor, während und nach dem spanischen Bürgerkrieg. Colometa, eine zwar unsichere junge Frau, die aber ihr eigenes Einkommen in einer Konditorei verdient, begegnet Cintet, der beschließt, dass Colometa seine Frau werden soll und damit ab sofort zu lernen hat, " alles gut zu finden, was er gut findet, wenn ich seine ...weiterlesen...


Mittwoch, 3. Juni 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (2)

Die Fotografin Corinna Bernburg fotografierte in Schwarz-Weiß ein Jahr lang jeden Tag, "was sie sieht, und nicht, was andere sie sehen lassen wollen." Der Schriftsteller Zoran Drvenkar hatte jeden Tag bis Mitternacht Zeit, zum Bild des Tages etwas zu schreiben. Das war die Absprache, das das Projekt. Und das soll gut gehen? Ja, es ist! Auf jeden Fall! Der erste Band - mit den Fotos im Zeitraum Juli bis Oktober - liegt nun vor. Ich mag Schwarz-Weiß Foros mit unüblichen, ungewöhnlichen Ein-, An- und Aussichten. Schon das Blättern macht Freude, egal, ob man zuerst nur die Bilder ins Auge fasst, nur ...weiterlesen...


Montag, 1. Juni 2015 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (0)

Dieser schmale Band enthält sieben kurzgeschichtenähnliche, z.T. sogar verfilmte Meistererzählungen von Siegfried Lenz, die Menschen in existenziellen (Entscheidungs-) Situationen zeigen. Und genau das ist es, was Lenz reizt, wie wir im Nachwort von Günter Berg erfahren. "Ich stelle mir vor: Was wäre, wenn? ... Wenn du dich noch einmal entscheiden müsstest? Ich habe das in einigen Erzählungen darzustellen versucht. Man weiß: Wozu auch immer du dich entscheidest, ein Ungenügen wird immer zurückbleiben. Und dennoch musst du es tun. Das ist es, was mich interessiert: der Mensch in Entscheidungskrisen." Und obschon die Erzählungen zum Teil älter als dreißig Jahre sind, der Leser an einigen ...weiterlesen...