Mittwoch, 8. Februar 2012 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"Jetzt ist geschehen, woran ich nicht mehr zu glauben gewagt habe, ich habe mich aus eigener Kraft aus einer schlimmen Lage befreit." - ein Satz von Johannes, dem Ich-Erzähler dieses Entwicklungsromans am Ende seiner Geschichte. Es ist eine außer-gewöhnliche Sozialisation, die Johannes, ein Nachkriegskind, durchlebt, zum Teil erleidet. Er ist das einzige (noch lebende) Kind seiner Eltern. Von den anderen vier Geschwistern erfährt er erst viel später und empfindet diese Nachricht als heilsam, da er sich nun in Gesellschaft weiß, denn Johannes wächst völlig isoliert von seiner Umwelt und ohne Kontakt zu Gleichaltrigen auf, immer nur in Gegenwart seiner nach ...weiterlesen...


Sonntag, 5. Februar 2012 | Kategorie: Aufgelesen, Buch-Rezensionen, Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (0)

Am 6.02. also morgen Nachmittag ab 16.00 bietet der WDR in seiner Sendung "Daheim und Unterwegs" ab 16.00 eine Sendung zum Thema "Funkstille" an. Mit dabei sein werden die beiden, hier auch rezensierten Autorinnen (Links anklicken) Angelika Kindt, die als verlassene Mutter das Thema in ihrem Buch "Wenn Kinder den Kontakt abbrechen" aus der Sicht der Betroffenen dargestellt hat, und Tina Solimann, die "Funkstille" schrieb. Anwesend sein wird auch eine Psychologin, mit der Möglichkeiten besprochen werden sollen, aus (scheinbar) verfahrenen Situationen herauszukommen. Bereits heute Morgen wird um 10.30 eine Sendung  des SWR mit dem Titel "Du bist nicht mehr meine Mutter" wiederholt, ...weiterlesen...


Samstag, 4. Februar 2012 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (2)

Die typische Wildgansrezension von "Finsteres Glück"  hat mich animiert, diesen Roman zu lesen. Ein Roman mit Tiefgang, einfach, still erzählt mit vielen, vielen Leerstellen zum Nachdenken, Grübeln über das, was erzählt wird: Wie findet man als Psychologin Zugang zu einem Kind, das bei einem Autounfall die Eltern und zwei Geschwister verloren hat, sich an nichts mehr erinnern kann, aber genau weiß, dass es nicht zur Tante und zur Oma will, die aber beide als nächste Angehörige darauf bestehen, das Kind zu sich zu nehmen? Mit verheerenden Folgen für alle Beteiligten. Die Psychologin verliert ihre professionelle Haltung, aber gerade dadurch erhält sie Zugang ...weiterlesen...


Sonntag, 29. Januar 2012 | Kategorie: Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (0)

Lesen des Buches "Zurück ins Leben" ist das eine, das andere eine Lesung mit/von der Autorin, die am Holocaust-Gedenktag im Theodor-Heuss-Gymnasium in Waltrop war. In ruhigem Tonfall, begleitet von zahlreichen Bilddokumenten und Filmausschnitten z.b. von Wochenschauen der Nachkriegszeit etc. brachte Anna Andlauern interessierten Zuhörern anschaulich den Inhalt ihres Buches und auf Nachfragen auch die Art ihrer Arbeit, ihr Interesse am Thema und den jeweiligen Menschen nahe, die im damaligen Kloster Indersdorf  gearbeitet oder als Kinder / Jugendliche dort nach dem Krieg untergebracht waren. Vor allem die pädagogische Arbeit von Greta Fischer, die nach noch heute weitgehend gültigen Prinzipien ausgerichtet war, fand entsprechende Würdigung. Anna Andlauer erzählte darüber hinaus von Begegnungen zwischen ...weiterlesen...


Dienstag, 3. Januar 2012 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Ich beginne den Tag gern mit einem Tagesspruch, einer Losung, einem kurzen Text oder einem Gedicht. Zwei Jahre lang habe ich ein und dasselbe Buch gehabt, nun soll etwas Neues auf dem (Frühstücks-) Tisch liegen. Ich habe mich für den Band "Mit einem Engel durch das Jahr" entschieden. Es sind 366 (!) meist einseitige Texte, überwiegend Gedichte, die sich mit der Existenz bzw. der Nichtexistenz von Engeln beschäftigtigen: So bittet Mascha Kaleko in dem Gedicht "An meinen Schutzengel" nicht nur um eigenen Schutz, sondern auch um den ihres Sohnes: "Seit langem bin ich tief in deiner Schuld. Verzeih mir noch die eine - letzte - Bitte: Erstrecke deine himmlische ...weiterlesen...


Montag, 2. Januar 2012 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (1)

" 'Hätte ich dich nur nicht bekommen, der Himmel weiß, dass drei schon genug sind in meiner Lage ...' " Diese "rückwirkende gedankliche Abtreibung" gilt Maria, der vierten und jüngsten Tochter der Witwe Anna Teresa Listru. Mit sechs Jahren wird Maria zu einer fill'e anima. "So nennt man die Kinder, die zweimal geboren werden, aus der Armut einer Frau und der Unfruchtbarkeit einer anderen. In dieser zweiten Geburt wurde Maria Listru zum späten Segen für Bonaria Urrai." Diese  ist bereit sechzig Jahre alt und Schneiderin eines  sardischen Dorfes. Bei ihr bekommt Maria ein eigenes Bett in einem eigenen Zimmer, sie kann zur Schule gehen, auch über die ersten Jahre ...weiterlesen...


Donnerstag, 29. Dezember 2011 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (4)

Das Buch "Vom Lieben & Sterben" thematisiert die im Untertitel genannten "Konflikte, Nöte und Hoffnungen Angehöriger" speziell von Krebspatienten. Anhand eigener Erfahrungen mit einer guten Freundin und aufgrund von anderen Betroffenen widmet sie sich den  Angehörigen, die in ihrer Not oft gar nicht gesehen werden, weil sich in erster Linie alles um die Kranken dreht. Dobrick klärt auf und räumt auf mit den zum Teil romantisierenden Vorstellungen über den Krankheits- und Sterbeprozess, mit dem friedlichen Abschiednehmen als Endpunkt. Schaffen Angehörige nicht, diese Vorstellun-gen umzusetzen, und es gibt zahlreiche Gründe, so plagen sie sich lange mit Schuld-gefühlen, mit Scham, ihrer (oft nur ...weiterlesen...


Sonntag, 18. Dezember 2011 | Kategorie: Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (0)

Die heutige Sendung Lebenszeichen "Morgen früh, wenn Gott will, wirst du wieder geweckt" beschäftigt sich mit den (Aus-)Wirkungen der Nacht auf den Menschen: Die Nacht verbirgt, verhüllt; darum ist sie die Mutter alles Schönen, sowie alles Furchtbaren. Karl Philip Moritz, 1881 Dieses Zitat macht die Bandbreite dessen deutlich, was Nacht für den Menschen bedeuten kann: für die einen Symbol alles Schrecklichen, für die anderen eine Oase der Ruhe und des Friedens, in der sie ungestört denken und schreiben können. weiterlesen...


Sonntag, 11. Dezember 2011 | Kategorie: Aufgelesen, Aufgeschnappt, Denk-Würdiges, Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (3)

Demut hat für viele Menschen stets mit Erniedrigung, mit Unterwerfung, mit Klein-machen oder Kleinkriegen zu tun, mit dem keiner etwas zu schaffen haben will. Die heutige Sendung der Reihe "Lebenszeichen" eröffnet mit ihrer Sendung von Lisa Laurenz "Nichts geschieht aus uns alleine - Über die verwandelnde Kraft der Demut" interessante Aspekte dieses Begriffes als "eine Daseinshaltung, die mit Mut zu tun hat", - sich selbst, sein Wesen anzunehmen und seine Fähigkeiten als Gaben zu verstehen, die einem gegeben worden sind, um damit zu arbeiten, - Situationen anzunehmen, die man nicht ändern kann und dennoch nach notwendigen (inneren) Veränderungen Ausschau zu halten und danach zu handeln, - den eigenen inneren Ruf ...weiterlesen...


Donnerstag, 8. Dezember 2011 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (3)

Trauernde müssen sich im Kontakt mit Nicht-Betroffenen viele, vermeintlich gut gemeinte Ratschläge anhören. Diese treffen fast immer ins Leere, weil sich niemand, der nicht schon einmal vom Todesfall eines sehr nahestehenden geliebten Menschen betroffen war, den inneren Zustand des Trauernden vorstellen, geschweige-denn verstehen kann. Diese Erfahrung hat auch Kachler machen müssen, der als Psychotherapeut und Betroffener - er hat seinen sechzehnjährigen Sohn durch einen Verkehrsunfall verloren -  nach einem Weg für seine Trauer gesucht hat. Er hat sich u.a. mit entsprechender Fachliteratur auseinandergesetzt, die fast alle dazu tendieren, den Trauernden zum Loslassen des Verstorbenen zu bewegen, was viele aber nicht können und auch nicht wollen, weil sie es als eine Art Verrat ...weiterlesen...