Donnerstag, 24. Juli 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"Die Erfindung des Lebens" habe ich mit großer Begeisterung gelesen, das Buch über "Die große Liebe" ebenso. Dieser "Roman eines Nachgeborenen" hat mich nicht so begeistert. Er ist dennoch unterhaltsam und macht die Feinfühligkeit, die Beobachtungsgabe und Intelligenz des zwölfjährigen "Bubs" deutlich, wie er sich selbst auf den Karten bezeichnet, die er der Mutter von der Berlinreise mit seinem Vater nach Hause schickt. Sie hat nicht mitkommen wollen, da Berlin für sie immer Kriegs- und Leidensort bleiben wird. Bis auf eine kurze, glückliche Zeit mit ihrem Mann hat sie dort allein gelebt, da ihr Mann in den Krieg musste. ...weiterlesen...


Freitag, 11. Juli 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (3)

Nico Bleutge bezeichnet die Gedichte Malkowskis als Denkbilder, in denen Malkowski auf der Grundlage seiner Wahrnehmung von sehr alltäglichen Dingen seine Gedanken zu Stilleben formt, die über die Alltäglichkeit hinausweisen. Für mich ist dieser Gedichtband eine Entdeckung. Gedichte, die mich in ihrer Schlichtheit und gleichzeitigen Feinheit an Gedichte von Erich Fried erinnern. Die Bandbreite der Themen ist vielfältig wie das Leben. Es geht um einfache Gegenstände, um menschliche Beziehungen, um Sprache ... Die folgenden drei Gedichte mögen einen Einblick in Vielfalt und Sprachstil geben: Kiesel Eins zwei drei vier Mal schnellt der Kiesel über das Wasser. Dann schluckt der Teich meine Freude: ein Stein wie tausende auf ...weiterlesen...


Samstag, 5. Juli 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (2)

Wer der Einladung: "Willkommen im Club!" folgt, wird auf humorvolle Art und Weise über mögliche Veränderungen im "Mittel-Alter" aufgeklärt bzw. mit Fragen konfrontiert, die sich in diesem Lebensabschnitt zuhauf stellen, deren wesentliche lautet: "Was will ich eigentlich noch vom Leben?" Das Buch versteht sich als "Wechseljahre-Starterkit" und basiert auf eigenen Erfahrungen, denen von Freundinnen, sowie einigen Expertenmeinungen und Forschungsergebnissen. Einige Post-its am Ende der Kapitel geben dann Hinweise, Ratschläge. Etwa den: Mit der Reife werden Ärzte jünger Sich unbedingt beizeiten sehr gute Ärzte suchen, die deutlich jünger sind. Noch bevor der ausgezeichnete und nette Gynäkologe, die fantastische Orthopädin, der 1-a Zahnarzt und der hinreißende Dermatologe in Rente ...weiterlesen...


Montag, 30. Juni 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

So lange habe ich noch nie an einem Buch gelesen. Und nicht weil es langweilig ist, eher im Gegenteil. Es eröffnet mir als Leserin völlig neue Welten: zum einen die Welt des Geigenbauers, vom Suchen der passenden Klangbäume bis hin zum letzten Schliff, den die Geige durch ihren besonderen Lack erhält, der dann noch feinfühlig auspoliert werden muss. Erst dann hat die Geige die Möglichkeit, Teil der Instrumenteneinheit eines Orchesters zu werden und die Gedanken eines Komponisten hörbar zu machen. Zum anderen die Welt seines christlichen Glaubens. In jeder Zeile, in jeder Beschreibung eines Arbeitsschrittes, der dazugehörigen akribischen Vorbereitungen, kommt ...weiterlesen...


Sonntag, 22. Juni 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (2)

"Sterben ist anders. Kein Licht, keine weite Wiese, keine Wesen, die einem entgegenkommen, mit offenen Armen, und schon gar kein Himmel und kein Gott. Zumindest habe ich das nicht erlebt. Und ich war bereits zweimal tot." So beginnt Gurkasch seine Autobiografie. Bei seiner Verhaftung 1997 wird er angeschossen, reanimiert, stirbt auf dem OP-Tisch ein zweites Mal und wird erneut zurückgeholt. Für ihn ist dieses Ereignis der Wendepunkt in seinem bisherigen Leben als Schwerverbrecher. Er ist sich sicher: "dass mein Leben durch das Sterben noch einmal reloaded wurde ..." Im ersten Teil erzählt Gurkasch, wie er sich vom feinfühligen Jungen, der sich ...weiterlesen...


Freitag, 20. Juni 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Das 1933 aufgefundene Findelkind war "von einer heimlichen und doch lebhaften Schönheit, ein schwarzer Flaum beschattete das dunkle Oval des Gesichts, dem die dichten Brauen über den verkrusteten Augen eine seltsam ergreifende Fremdheit verlieh." Es war offensichtlich ein "Zigeunerkind", das zunächst niemand haben will, von einer Pflegefamilie in die andere kommt und schließlich von Hans und Josefa Breirather liebevoll aufgenommen und mit dem eigenen Kind aufgezogen wird. Ein weiteres Pflegekind komplettiert die Familie. Trotz der zunehmend schwierigeren politischen und finanziellen Situation, Hans Breirather ist als Sozialdemokrat politisch aktiv, er wird sogar verhaftet, kommt in der Familie niemandem die Idee, Sidonie ...weiterlesen...


Montag, 16. Juni 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (6)

Anhand des Grimmschen Kinder- und Hausmärchens "Der Eisenofen" stellt der Psychotherapeut Heinz-Peter Röhr das Phänomen des Narzißmus in seiner ganzen Bandbreite - auch für Laien - verständlich dar. Er macht nachvollziehbar, dass Narzissten in einem inneren Gefängnis verhaftet sind, aus dem sie kaum herauskommen können. Denn sie wollen oder können zum einen ihre "Inhaftierung" mit den damit einhergehenden Einschränkungen nicht wahrhaben und können dementsprechend Hilfe von anderen auch nicht annehmen, da sie Hilfe ja nicht brauchen. Ein Teufelskreis. "Die Therapie der frühen Persönlichkeitsstörungen gestaltet sich, abgesehen von leichteren Fällen, nicht selten schwierig. ... Das Märchen Der Eisenofen bildet nicht nur ...weiterlesen...


Freitag, 13. Juni 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Es ist tatsächlich eine kurze, in sieben Kapitel gegliederte Geschichte vom Sterben der eigenen, erst zweiundfünfzig Jahre alten Mutter, erzählt von der jüngeren Tochter, die eigentlich in London lebt. Es ist ein Countdown an Lebenstagen: sieben, sechs, fünf, vier, drei, zwei, eins. Ort des Geschehens: "Ein Zimmer, das nun bis an dein Ende auch das meine sein würde. Ein temporäres Daheim, aus dem mich nur dein Tod befreien würde." Die Handlung erschöpft sich in den wenigen noch möglichen Handreichungen der Tochter für ihre Mutter beim täglichen Waschen, Essen und Trinken, dem Spritzengeben der Schwestern und einem Arztgespräch über die Lebensausichten der Mutter. ...weiterlesen...


Montag, 9. Juni 2014 | Kategorie: Gedichte, Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (2)

Die heutige Sendung "Liegen bleiben" widmet sich ausschließlich Gedichten von Mascha Kaléko. Eine Liste der vorgetragenen Gedichte findet man im Netz (oder mit einem Klick auf "Liste"). Ob im Liegen oder Sitzen, Hauptsache zuhören und genießen. Mein schönstes Gedicht? Ich schrieb es nicht. Aus tiefsten Tiefen stieg es. Ich schwieg es. (Mascha Kaléko) Damit endete diese Sendung. Schade, es hätte ruhig weiter gehen können. weiterlesen...


Sonntag, 8. Juni 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (2)

Für mache mag es kaum vorstellbar und darum eine Enthüllung sein, sich den "Genussmenschen" Konstantin Wecker, wie er sich selbst mehrfach bezeichnet, als Mönch bzw. mit mönchischen Eigenschaften vorzustellen. Da klappt es mit dem Bild des Kriegers sicher schon besser. Mönch und Krieger werden von Wecker als Dichotomie verstanden, die in ihrer Gegensätzlichkeit eine Einheit bilden, einen (inneren) Raum, in dem Platz ist, diese Gegensätzlichkeiten auszuloten, zu leben und in sich stimmig werden zu lassen. Es gilt da kein: entweder .... oder, sondern nur ein sowohl ... als auch. Eine Herausforderung, der sich Wecker bewusst spätestens während seines Gefängnisaufenthaltes stellt, ...weiterlesen...