Mittwoch, 28. Januar 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (1)

"Weinhebers Koffer" ist das erste Buch der Edition Kattegat, die Nikolaus Hansen im Dörlemann Verlag herausgibt, eine Reihe, deren Bücher mit dem Meer zu tun haben. Der Einband ist - wie stets - optisch und haptisch ein Genuss, zumal einen bei der Lektüre wieder ein zum Einband farblich passendes Leseband begleitet. Die Geschichte des Koffers beginnt ziemlich alltäglich: Elias, der Ich-Erzähler, braucht dringend ein besonderes Geburtstagsgeschenk für seine Freundin Lisa Winter und hat überhaupt noch keine Idee. Vorsichtshalber hat er aber schon einen Blumenstrauß und eine Dose Trüffel besorgt. Dazu soll sich das Rezensionsexemplar eines neuen Romans gesellen. Als er ...weiterlesen...


Montag, 26. Januar 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Petra Anwar ist Palliativmedizinerin und betreut Schwerstkranke und ihre Angehörigen zu Hause. Mit der Hilfe von John von Düffel ist ein "Geschichtenbuch" der besonderen Art entstanden, das anhand von elf PatientInnen Lebensgeschichten "auf den letzten Metern" erzählt. "Dieses Buch enthält Geschichten, gegen die Angst, Geschichten der Zuversicht, dass sich auch schwierigste Situationen gemeinsam bewältigen lassen." So wie die Menschen sehr unterschiedlich gelebt haben, so gehen sie auch sehr unterschiedlich mit der Tatsache um, dass sie in absehbarer Zeit sterben müssen. Das bedeutet, dass die Patienten von der onkologischen Behandlung, die für sie immer noch mit der Aussicht auf Heilung oder zumindest ...weiterlesen...


Mittwoch, 14. Januar 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (1)

Axel Steen ist Vizekriminalkommissar in Nørrebro, die er wie seine Westentasche kennt, und der erfolgreichste Ermittler des Kommissariats. Seit einiger Zeit muss er unter Jens Jessen, dem neunen Mann seiner Exfrau arbeiten. Die Konflikte sind also vorprogrammiert. Aber nicht nur deswegen. Steen, der sich selbst als "Haschischwrack", "gewalttätigen Psychopathen" und von "ständiger Todesangst verfolgten Workoholic" bezeichnet, ermittelt immer wieder an der Grenze der Legalität oder auch darüber hinaus, wenn er es für richtig hält, gepuscht von seinem scheinbar untrüglichen Instinkt, der ihn wie einen Bluthund an dem Fall dranbleiben lässt. Seine Kollegen bekommen sein "Temperament", immer wieder zu spüren, müssen ...weiterlesen...


Montag, 29. Dezember 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Mariela Sartorius ist überzeugte Einzelgängerin und lobpreist in ihrem als "Streitschrift" bezeichneten Buch "Die Kunst des Alleinseins" - so der Untertitel - die Vorzüge des Einzelgängertums. Pointiert beschreibt sie Einzelgängertum als eine Lebensform mit vielen Vorzügen, ja sogar als Voraussetzung für ein gutes Leben, wenn man sich über die eigene Selbstwirksamkeit im Klaren ist und man gelernt hat oder bereit ist, "mit den Widrigkeiten des Lebens umzugehen und sich anzupassen." Letztendlich aber liegt es an der Einstellung und Haltung gegenüber der Einsamkeit: "Es geht um die Zufriedenheit in und mit der Einsamkeit." Und die kann man ihrer Ansicht nach lernen. Wie, ...weiterlesen...


Donnerstag, 18. Dezember 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (2)

Die Ausgabe ist optisch sehr ansprechend. Das klare Rot des Balkens auf dem glatten Buchdeckel wiederholt sich auf den Innenseiten und in dem roten Lesebändchen. Schon das ein guter Anfang! Am 22. September beginnt die Ich-Erzählerin mit ihren tagebuchartigen Aufzeichnungen, in denen es zunächst um ihren Entschluss geht: "Ich lerne Klavier spielen." Sie enden am 20.12. Dazwischen entwickelt sich eine autobiografisch gefärbte Handlung, in der Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft ineinander übergehen, in ihren Bedingheiten gesehen und reflektiert werden. So geht es vordergründig zunächst ums Lernen des Klavierspielens. Doch dabei bleiben die Gedanken und Überlegungen der Lernenden nicht stehen. Es fließen Erinnerungen ...weiterlesen...


Samstag, 13. Dezember 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"'Ich bin heimweh'." Dieser Satz von Saskia trifft auch auf Elsa zu, Protagonistin dieser Erzählung. Sie ist nach dem Tod ihrer Mutter mit ihrem Vater von Dresden nach Bayern gezogen, eine Landschaft, die ihr sehr fremd ist. "Elsa findet hier keinen Halt. Alles stürzt." Für manche ist sie einfach nur das "Zonenkind", das sie herablassend meinen behandeln zu können. Doch da gibt es einige Menschen, die Elsa auf ihre jeweilige Art unterstützen und ihr helfen, sich zu finden. Mit Paul hat sie einen gemeinsamen Schulweg, mit ihm macht sie später auch ihre ersten sexuellen Erfahrungen. Und dann kommt noch Saskia, ...weiterlesen...


Donnerstag, 11. Dezember 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Die Originalausgabe dieses Romans ist bereits 1944 in New York erschienen. Der Dörlemann Verlag in Zürich hat diesen Roman neu verlegt. Ich finde: eine gute Entscheidung. "'Das Barometer seiner Gefühlsnatur zeigte eine Unwetterperiode an.'" liest Don Birnam in einem Roman und spürt die "verstörende Wirkung" dieses Satzes, eines Satzes, den er selbst geschrieben haben könnte. Don ist ein belesener, intelligenter Trinker, der gerne klassische Musik hört, wenn er trinkt. Er ist ein Quartalssäufer, beherrscht "alle Winkelzüge eines Trinkers" (R.Moritz im Nachwort) und glaubt, alles im Griff zu haben, vor allem sein Trinken. Er täuscht, belügt, betrügt, klaut, macht Verprechungen, von ...weiterlesen...


Samstag, 6. Dezember 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"Märzgefallene" ist Gereon Raths fünfter Fall und beginnt zunächst ziemlich unspektakulär: "Der Mann saß an einem stählernen Pfeiler im Schatten der Hochbahntrasse, das Kinn auf die Brust gesunken, als sei er nur kurz eingenickt. Man hätte denken können, er schlafe seinen Rausch aus, so kauerte er da, in einem alten geflickten Soldatenmantel, in Wickelgamaschen und löchrigen Handschuhen, eine dicke Wollmütze auf dem Kopf." Es ist ein obdachloser Stadtstreicher, der offensichtlich schon Tage daliegt, ohne dass es jemandem aufgefallen wäre. Böhm, Gereons Vorgesetzter, beginnt mit den Ermittlungen, denn der Mann ist mit einem Grabendolch aus dem ersten Weltkrieg erstochen worden. Diese Ermittlungen ...weiterlesen...


Mittwoch, 19. November 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Für Jalmari, den Stiefgroßvater von Teemu und Janne, ist es auf jeden Fall der letzte Ausflug. Die beiden ungleichen Brüder machen sich mit Jalmaris Urne auf den Weg zur Testamentseröffnung in Imatra. Anschließend wollen sie seine Asche dem Meer übergeben. Doch bis dahin haben die Brüder, die jahrelang keinen Kontakt hatten, allerlei Schwierigkeiten zu überwinden: Schwierigkeiten mit den Widrigkeiten der Welt und denen, die sich aus Beziehungen zu Menschen ergeben. "Gereinigt" treten zum Schluss die Rückfahrt an, ohne Urne, dafür aber mit zwei weiblichen Passagieren. "Die Dinge waren klarer als seit Langem, gleichzeitig aber auch komplizierter." Der Roman ist ein Road-Trip ...weiterlesen...


Montag, 17. November 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (1)

Es war einmal eine Lektorin, Brianda mit Namen, die liebte ihre Arbeit über alles, verlor sie aber von einem Tag auf den anderen. Da ließ sie alles stehen und liegen, nahm nur das Notwendigste mit und machte sich mutterseelenallein auf in die Welt, aus ihrem Leben ein Kunstwerk zu machen. Bücher waren ihr dabei ein Kompass. Sie hatte viele Prüfungen zu bestehen, aber am Ende lebte sie glücklich und zufrieden, und wenn sie nicht gestorben ist, dann lebt sie noch heute. "Das Glück der Worte" ist eine Art modernes Märchen, gespickt mit vielen Zitaten aus der Weltliteratur, denn schließlich ist ...weiterlesen...