Sonntag, 25. September 2016 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (0)

In diesem Roman - wie immer im leserfreundlichen Format mit Lesebändchen - geht es um einen Autounfall, der bereits am 11.Oktober 1975 passiert ist. Der Industrielle Paul Burkhart hat am Steuer gesessen und den Unfall verursacht, bei dem sein Beifahrer tödlich verunglückt ist. Denn er war - im Gegensatz zum Fahrer - nicht angeschnallt. Seitdem ist Burkhart nie wieder Auto gefahren. Zum 75. Geburtstag des Industriellen soll der Journalist von ihm ein Portrait verfassen und versucht, sich durch Interviews mit Familienmitgliedern, aber auch mit dem ehemaligen Kommissar, der den Unfall aufgenommen und zu den Akten gelegt hat, ein Bild ...weiterlesen...


Montag, 19. September 2016 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (0)

"Ich will es kurz machen, ich weiß nicht wohin mit mir." Ende Oktober - die Nächte sind schon kalt - verirrt sich Roar, der bei einer Tagung auf dem Lande die Gelegenheit ergreift, das erste Mal in seinem Leben joggen zu gehen. Mit schmerzender Blase - seine Joggingschuhe haben verschiedene Größen, was er vorher nicht bemerkt hat - verirrt er sich im Wald und trifft auf eine Joggerin, die ebenfalls den Weg zurück nicht mehr findet. "Ich dachte, ich würde immer geradeaus laufen. Aber ich kam wieder und wieder an demselben Moorloch mit dem welken Farn vorbei. Ich lief nach links ...weiterlesen...


Donnerstag, 8. September 2016 | Kategorie: Allgemein, Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"Orgelmann" ist eine Heranführung an ein Malerleben, an das von Felix Nussbaum, jüdischer Maler, in Auschwitz ums Leben gekommen und in der Öffentlichkeit lange unbekannt. Libeskind konnte für die Werke Felix Nussbaums, die mit zahlreichen Abbildungen in diesem Band zu sehen und zu betrachten sind, in Osnabrück ein Museum bauen. Doch bis dahin war es ein weiter und mühsamer Weg, den Nussbaums Werke haben nehmen müssen, die teilweise in Kellern, auf Dachböden den Krieg überlebt haben, Vermächtnis eines Malers, der sich selbst und seine Frau Felka Platek nicht retten konnte. Mark Schaevers hat viel und ausgiebig recherchiert, Interviews geführt, sich in ...weiterlesen...


Montag, 5. September 2016 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (2)

"Etwas in meinem Leben hat - ohne meinen Willen oder gegen meinen Willen - systematisch darauf hingearbeitet, mich immer einsamer zu machen. Ich habe keine Verwandtschaft mehr. Auch keine richtigen Freunde. Nur diese kurzen sexuellen Kontakte, die mir über den Weg laufen, fast ohne dass ich darum gebeten habe." Und dennoch bezeichnet sich Doktor Kurth W. Wasser,der gerade achtzig geworden ist, als Gewinner. Es bleibt unklar, ob er damit sein gesamtes Leben meint oder nur die Tatsache, dass er häufig bei Kreuzworträtseln und Preisausschreiben gewinnt. "Mein heutiges Dasein ist eigentlich sehr angenehm - aber ziemlich sinnlos. Ich habe meine Kreuzworträtsel ...weiterlesen...


Sonntag, 28. August 2016 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (4)

Es ist eine kurze Erzählung, leise, sehr einfühlsam und berührend. Eine Mutter sitzt auf dem Bett ihres Sohnes, den sie auf ihren Schoß gebettet hat. Er ist gerade gestorben. Noch ist es mitten in der Nacht. Bis zur Morgendämmerung will sie mit der Benachrichtigung des Arztes warten, der dann die notwendigen Schritte einleiten soll. "Wenn der Tag begann, begannen die Sorgen." Ein Satz, der sich wie ein Motiv durch die Erzählung zieht. Doch jetzt genießt sie noch die Zweisamkeit mit ihrem Sohn, die sie zu seinen Lebzeiten so nicht erleben durfte. Assoziationen an eine Pietà stellen sich unmittelbar ein. Sie erzählt ihrem ...weiterlesen...


Mittwoch, 17. August 2016 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (0)

"Herz bedeutet Drama." Dramatisch klingender Romanauftakt einer amüsanten Geschichte um einen im Taxi liegengelassenen, geheimnisvollen Brief, der auf keinen Fall in falsche Hände geraten darf. Cécile Dalfort hat ihn geschrieben und auf der Fahrt mit dem Taxi zum Bahnhof, zu dem sie die Geliebte des Bruders begleitet, ist ihr der Brief unbemerkt aus der Tasche gerutscht. Cécile ist eine begabte, lustige, schöne, belesene und vor allem ziemlich unkonventionelle Frau, die oft kein Blatt vor den Mund nimmt. Sie liebt ihre Bücherhöhle "Ali Baba" genannt. Dort schreibt sie Artikel, Reiseberichte, Drehbücher für ihren Bruder Alexandre. Sie ist verheiratet mit Gustave, Prokurist in ...weiterlesen...


Freitag, 12. August 2016 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (4)

"Zuerst starb der Papst." So beginnt André Hellers Erzählung mit autobiografischen Zügen. Mitteilenswert für ein Kind? Ja, wenn es in Attweg, einem von Jesuiten geleiteten Internat, aufwachsen muss, dann schon. Bereits die ersten Zeilen machen deutlich, welch eigen-sinnigen Blick der Ich-Erzähler auf die Geschehnisse um ihn herum hat: "Einige Mitschüler waren klug genug zu weinen. Sie erhielten nach der Trauerveranstaltung von der Schwester Immaculata als Anerkennung ein Stollwerck-Bonbon." Er merkt daher auch sehr schnell, dass Geschehnisse, Anweisungen etc. nicht unbedingt den Gesetzen der Logik oder anderen nachvollziehbaren Werten unterliegen. "'Selbst der Himmel weint.' Das verstand ich nicht, denn schließlich war ja der gute ...weiterlesen...


Samstag, 6. August 2016 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos | Kommentare (0)

Eine Graphic Novel über den 2. Weltkrieg! Geht das überhaupt? Ja, es geht und zwar beeindruckend gut, wenn man sich Foc/ Feuer von Sebastian Rether anschaut, denn zu lesen gibt es nur wenig. Mit schwarz-weißen, skizzenhaft anmutenden Strichen setzt der Autor die privaten Kriegserinnerungen seines Großvaters in Bilder um. Der zieht zunächst als Angehöriger der rumänischen Armee in den Krieg, kämpft dann als Soldat in einer deutschen Einheit und wird durch ganz Europa geschickt, um nach dem Kriegsende wieder in seine Heimatstadt in Siebenbürgen zurückzukehren. Enkel und Großvater haben zahlreiche Gespräche über die Empfindungen des damals noch sehr jungen Soldaten ...weiterlesen...


Donnerstag, 4. August 2016 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos | Kommentare (6)

"Wer glaubt, er habe den Libanon verstanden, dem hat man ihn nicht richtig erklärt." Libanesisches Sprichwort Den Libanon nach der Lektüre dieses Romans zu kennen, wäre eine vermessene Behauptung. Der Leser erhält allerdings tiefen Einblick in das Leben Samirs, des Ich-Erzählers, der mit seinen Eltern und seiner Schwester in Deutschland lebt, in einer Siedlung, in der viele Menschen mit Migrationshintergrund leben. "Das hier hätte die abseitige Straße eines Viertels in Zahlé sein können, Vaters Heimatstadt an den Ausläufern des Libanon-Gebirges. Zahlé, Stadt des Weins und der Poesie. Stadt der Schriftsteller und Dichter. Um uns herum nur Libanesen, die sprachen und aßen und feierten wie ...weiterlesen...


Montag, 1. August 2016 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos | Kommentare (2)

Jules, ein selbstbewusstes, quirliges, mutiges Kind muss mit seinen beiden Geschwistern Marty und Liz ins Internat, da die Eltern bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen sind und ihre Tante nicht für alle drei Kinder sorgen kann. Im Internat wird auf die Situation der drei überhaupt keine Rücksicht genommen, weder von der Leitung, die Jules von seinem älteren Bruder und der Schwester getrennt unterbringt, so dass er kaum die Möglichkeit hat, mit ihnen in Kontakt zu kommen, noch von Seiten der Mitschüler. Eher im Gegenteil. Jules zieht sich immer mehr in sich zurück, Musik, Bücher und seine Mitschülerin Alva helfen ihm weiterzuleben. ...weiterlesen...