Samstag, 28. Februar 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"Man bringt zwei Dinge zusammen, die vorher nicht zusammengebracht wurden, und die Welt hat sich verändert. Vielleicht merken die Menschen es nicht gleich, aber das ist egal. Die Welt hat sich trotzdem verändert." Die Kapitelüberschriften verweisen auf die drei Dimensionen, in denen Dinge zusammengebracht werden können, die vorher nicht zusammen waren: "Die Sünde der Höhe", "Auf ebenen Bahnen" und "Der Verlust der Tiefe". Es geht vordergründig zunächst ums Ballonfahren und die ersten Luftaufnahmen sowie um Roziers ersten gescheiterten Versuch, mit einem neuartigen Aerostat den Ärmelkanal von Frankreich nach England zu überfliegen. Und doch geht es eigentlich immer um menschliches Leben, ...weiterlesen...


Dienstag, 24. Februar 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

In "Geschichten vom Sterben" erzählt Petra Anwar, unterstützt von John von Düffel von ihrer Arbeit als Palliativmedizinerin. Sabine Lenz schreibt über ihre Arbeit mit Krebskranken aus der Sicht einer Psychoonkologin, die meist bei ihr Hilfe suchen "gegen dieses Meer aus Angst, das sie hinaus und in die Tiefe zöge, wenn nicht Strände, Dünen und Wälle, soweit das Auge reicht, davor lagern würden." Es ist ein Kampf gegen "eine Todeslandschaft ohne jede Erhebung, nichts woran sich das Lebendige festmachen kann." Sie erzählt in einer an Bildern reichen Sprache, wie sie Kontakt zu PatientInnen aufnimmt, mit ihren jeweiligen Fragestellungen, Ängsten und Lebensthemen, ...weiterlesen...


Montag, 23. Februar 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"Alles wird hell" ist ein gelungener Debütroman! Ich habe schon lange keinen Roman mehr gelesen, der mich so fasziniert und gefesselt hat, trotz seiner Schlichtheit in Handlung und Sprache. Er verbindet Einfachheit mit Tiefgang. Und wie tief ich mich einlasse, das entscheide ich als Leser selbst, da mir nichts aufgezwungen wird. In fünf Kapiteln - fünf Lebensstationen und Zeitaltern entsprechend - erzählt Oda ihr Leben und das ihrer Familie, in die sie eingebunden ist, wenn auch als Grenzgängerin, die manchmal selbst nicht so genau weiß, wo sie hingehört. Schon als Fünfjährige faszinieren sie Grenzen und fordern sie heraus: einhalten oder ...weiterlesen...


Donnerstag, 19. Februar 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"Ein Tropfen Zeit" ist bereits 1969 erschienen, jetzt aber von der Edition Büchergilde in einer besonders schönen Ausgabe mit Gemälden von Kristina Andres neu aufgelegt. Ein bebilderter Roman? Natürlich schaut man sich zuerst die Bilder an: © "Kristina Andres/Edition Büchergilde" Ölgemälde im Original - viele Stilleben ähnlich - die zunächst nicht sehr aussagekräftig zu sein scheinen. Beginnt man aber mit der Lektüre des Romans, bemerkt man, dass die Gemälde wesentliche Aspekte der Handlung in dem entsprechenden Kapitel gekonnt sichtbar machen, was man aber erst nach dem Lesen beurteilen kann. Die Künstlerin wollte ihre Bilder "lose unter den Text legen, um jeder Festmalung ...weiterlesen...


Sonntag, 15. Februar 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (1)

"Ich habe immer behauptet, ich sei ein Pflegekind. Als ich noch klein war, habe ich es jedem Fremden erzählt, bis es sich wie eine Gewissheit in mir festsetzte. Eine Gewissheit, die noch heute da ist und mich daran hindert dazuzugehören." Der Ich-Erzähler dieses Debütromans von Jon Bauer wollte immer Pflegekind seiner Mutter sein, um ihre ungeteilte Aufmerksamkeit, Liebe und Zärtlichkeit zu bekommen, die ihm aus seiner Sicht vorenthalten wird, weil immer Pflegekinder im Haus sind. Sein Hass, seine Wut, seine Eifersucht steigern sich maßlos, als Robert ins Haus kommt, der sich vorbildlich, angepasst und außerordentlich nett verhält, ganz zur Freude seiner ...weiterlesen...


Montag, 9. Februar 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Gedichte, Rezensionen | Kommentare (1)

Nach "vom turm" ist nun ein neuer Gedichtband von günter abramowski erschienen, dem ein Satz von Parmenides vorausgeschickt wird: Nachdem alles als Licht und Nacht benannt ist und das ihrem jeweiligen Vermögen Entsprechende diesem und jenem zugeordnet ist, ist alles zugleich voll von Licht und von unsichtbarer Nacht, von beiden zugleich, da es nichts gibt, das nicht einem der beiden zugehört. Ja, es geht um Licht und Schatten, ums "aufwachen", "aufstehen", ums "leid" sein - so einige der Titel - um Wandlung, um die eigenen Schafs- und Wolfsanteile: ichschäfchen als wolf sich ausgeweidet perforiert ausbrechende perlen lose töne gerissener vergangenheit alleingelassener schmerz unser aller gelassener schmerz dieses ertrinkende meer in ...weiterlesen...


Sonntag, 8. Februar 2015 | Kategorie: Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (2)

Ist Kritik hilfreich oder verletzend? Über den schwierigen Umgang mit Kritik geht es in der heutigen Sendung "Lebenszeichen". Kritik als Teil von Wertschätzung, als Möglichkeit sich zu entwickeln, zu formulieren und anzunehmen, kann schon als "hohe Kunst der Kritik" angesehen werden. Wie kritisiert man wertschätzend und was gehört dazu, Kritik als anregend für die eigene Entwicklung anzusehen? Auf jeden Fall: - Kritik zeitnah - konkret und vor allem als - Ich-Botschaften formulieren und vor allem so, - dass nicht die ganze Person in Frage gestellt wird. Der Kritisierte sollte - zuhören - überprüfen, ob und was die geäußerte Kritk mit einem selbst, aber auch mit ...weiterlesen...


Sonntag, 1. Februar 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (1)

Der Roman "Untertauchen" erzählt vom Kuraufenthalt Nina Sergejewnas, einer alleinerziehenden Schriftstellerin aus Moskau, in einem Sanatorium nur für Schriftsteller, einer schönen hellen, warmen, abgekapselten Welt, zu der das Pesonal zur zum Bedienen Zutritt hat. Nicht einmal Bücher aus der Bibliothek dürfen sie Ausleihen. Nina freut sich darauf, "in der Stille arbeiten" zu können. "Zwischen diesen fremden Wänden kann ich zu mir kommen, mir selbst gegenübertreten. Aber offenbar steht mir keine ganz einfache Begegnung vor, denn von Anfang an versuche ich, ihr auszuweichen." Sie kapselt sich zunächst von den anderen ab und verweilt allein in der umliegenden Natur mit ihren Birkenwäldern und Tannen, ...weiterlesen...


Freitag, 30. Januar 2015 | Kategorie: Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (2)

Die Winterreise von Schubert nach Texten von Wilhelm Müller sind im Gegensatz zu den damals üblichen Wanderliedern eher innere Monologe eines Protagonisten, der sich als Fremder in der Welt fühlt und heimatlos umherirrt. Die Lieder bringen daher Gefühlslandschaften zu Gehör: Einsamkeit, Gefühl der Verlorenheit, Hoffnungslosigkeit und zunehmender Todessehnsucht, typische Themen der Romantik. IRRLICHT In die tiefsten Felsengründe Lockte mich ein Irrlicht hin: Wie ich einen Ausgang finde? Liegt nicht schwer mir in dem Sinn. Bin gewohnt das irre Gehen, 's führt ja jeder Weg zum Ziel: Unsre Freuden, unsre Leiden, Alles eines Irrlichts Spiel. Durch des Bergstroms trockne Rinnen Wind ich ruhig mich hinab - Jeder Strom wird's Meer gewinnen, Jedes Leiden ...weiterlesen...


Mittwoch, 28. Januar 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (1)

"Weinhebers Koffer" ist das erste Buch der Edition Kattegat, die Nikolaus Hansen im Dörlemann Verlag herausgibt, eine Reihe, deren Bücher mit dem Meer zu tun haben. Der Einband ist - wie stets - optisch und haptisch ein Genuss, zumal einen bei der Lektüre wieder ein zum Einband farblich passendes Leseband begleitet. Die Geschichte des Koffers beginnt ziemlich alltäglich: Elias, der Ich-Erzähler, braucht dringend ein besonderes Geburtstagsgeschenk für seine Freundin Lisa Winter und hat überhaupt noch keine Idee. Vorsichtshalber hat er aber schon einen Blumenstrauß und eine Dose Trüffel besorgt. Dazu soll sich das Rezensionsexemplar eines neuen Romans gesellen. Als er ...weiterlesen...