Montag, 24. April 2017 | Kategorie: Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (2)

Dieser schmale Gedichtband "Weichheit des Herzens" lädt - wie in den einführenden Zeilen deutlich wird - zum "nachdenklichen Innehalten" ein. Die durchgängig gereimten, rechtsbündig geschriebenen und mit schlichten Fotografien versehenen Gedichte sind aus der Sehnsucht nach "Klarheit, Sinn, Authentizität und tiefem Frieden" geschrieben, Ausdruck des geöffneten Herzens. Die angesprochenen Themen sind Themen des Alltags wie "Urlaub", "Dankbarkeit", "Traum". Urlaub Gedanken versunken Seele baumelnd fast trunken vom freien Geist taumelnd Sonnenstrahlen, leichter Wind ruhiger Atem, angekommen Herzlich lachen wie ein Kind fühle mich hier angenommen Olivenhaine gräulich schimmernd grüner Rasen, Felder, Wiesen Weite Horizonte flimmernd entspannt die Augen schließen Der Zeit entrückt, wie angehalten Weisse Federwolken, Himmel Blau Mein Leben leben, frei entfalten leidenschaftliche Innenschau Aber auch - für ...weiterlesen...


Sonntag, 23. April 2017 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"Vernunft und Gefühl" hat Jane Austen im Alter von nur zwanzig Jahren geschrieben. Sie ließ diesen Roman auf eigene Kosten anonym drucken. "Vernunft und Gefühl" ist nun in einer Neuübersetzung von Andrea Ott im Manesse Verlag erschienen, ein Roman, den man als Kammerstück bezeichnen könnte, spielt die Handlung doch überwiegend in der Familie der Dashwoods, der Witwe Mrs. Dashwood und ihren drei Töchtern Elinor, Marianne und Margaret, die aber mit ihren dreizehn Jahren eigentlich keine Rolle spielt, da sie noch nicht im heiratsfähigen Alter ist. Wie in einem Drama macht das erste Kapitel die Situation der Hauptakteure sichtbar. Mutter und ...weiterlesen...


Mittwoch, 19. April 2017 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (2)

"An ihrem zwanzigsten Geburtstag arbeitete sie wie jeden Freitagabend als Kellnerin. Allerdings hätte sie sich an diesem Freitag lieber freigenommen, zumal das andere Mädchen, das im Restaurant jobbte, sogar bereit gewesen wäre, mit ihr zu tauschen." (Copyright Kat Menschik, Dumont Verlag) Doch an diesem Abend ist vieles anders. Hätte sie nicht arbeiten müssen, wäre es nicht zu der Begegnung mit dem Besitzer des Hotels gekommen, dem sie an diesem Tag - ausnahmsweise - das Essen auf sein Zimmer 604 bringen soll. Bisher hat ihn noch kein Mitarbeiter gesehen, denn der Besitzer isst nie im Restaurant. An diesem Tag muss der Geschäftsführer wegen ...weiterlesen...


Mittwoch, 12. April 2017 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (2)

Ihren Roman "Die hellen Tage" und den Erzählband "Heißester Sommer" habe ich mit Begeisterung gelesen und rezensiert. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen an den neuen Roman, mit ansprechend gestaltetem rotgrundigem Cover, einem roten Lesebändchen - bei 683 eine sinnvolle Einrichtung - und dem Hinweis: "Zsuzsa Bánks neuer Roman ist eine Feier der Freundschaft und des Lebens". Auch die ersten Sätze waren verheißungsvoll. Und dann sind da leider einige "Aber", die mir die Lektüre insgesamt dann erschwert haben. Doch zunächst: Worum geht es überhaupt in dem Brief-Roman zwischen der Schriftstellerin Martá und ihrer Freundin Johanna, die Studienrätin für Deutsch und Kunst ...weiterlesen...


Freitag, 24. März 2017 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (1)

(Copyright Marie Wolf, Edition Büchergilde) Kafka hat sich in in einem "Brief an seinen Vater" seine durch diesen ausgelöste Ängste von der Seele geschrieben, Hesse mit "Kinderseele" etwas Ähnliches. Diese bereits 1918 entstandene Erzählung ist nun - als illustrierte Ausgabe - in der Edition Büchergilde neu erschienen. Tiere als Bilder für die Positionen und der damit gefühlten Mächtigkeit der jeweiligen Mitspieler verdeutlichen deren Bedeutung und Größe für den Protagonisten, der über eine weite Erzählstrecke "gesichtslos" bleibt. Hesse beschreibt aus der Ich-Perspektive eines elfjährigen Jungen einen unvergesslichen Tag, "von denen zu sprechen uns Mühe macht, ... , sie sind gewissermaßen mehr unser ...weiterlesen...


Donnerstag, 23. März 2017 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Diesem Roman liegt ein ungewöhnliches Konzept zugrunde. Der Autor hat Menschen aufgerufen, "sich von einer fortlaufend erweiterten Liste eine menschliche Regung aus(zu)suchen ... und ein bis drei ganz persönliche Wörter oder auch Zahlen einzubringen, die in >seinem< oder >ihrem< Kapitel auftauchen sollen." Entstanden ist daraus eine Romanserie als Work in Progress, deren erster Teil jetzt erschienen ist, die beiden anderen Bände erscheinen Herbst 2017 und im Frühjahr 2018. Handlungsort ist ein Haus in einer Genossenschaftssiedlung in Zürich, Handlungsträger sind die die Bewohner dieses Hauses mit ihren alltäglichen Sorgen, Nöten, ihren Beziehungsschwierigkeiten, ihrer Einsamkeit, ihren gesundheitlichen, beruflichen Problemen und ihren jeweiligen Standorten ...weiterlesen...


Freitag, 17. März 2017 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (2)

Dieser Erzählband enthält 57 Miniaturen über Aleppo in Zeiten des Krieges, Geschichten, in denen sich Realität und Träume, Gedanken über Literatur, Malerei und Visionen vermischen. In ihnen erzählt der Autor - leise, subtil und verstörend und dennoch überaus poetisch - die grausamen, menschenverachtenden Auswirkungen des Krieges, auf den Alltag der betroffenen Menschen und ihre Beziehungen zueinander. So wünscht er sich so sehr, wieder einen Spaziergang machen zu können, ohne einen Checkpoint passieren zu müssen. Als unbedarfter Leser, der mit diesen Checkpoints keine praktischen Erfahrungen gemacht hat, denkt man zunächst nur an die Unannehmlichkeiten, die diese Kontrollen mit sich bringen. Doch ...weiterlesen...


Montag, 13. März 2017 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (4)

Aus diversen "Gesprächen mit meiner Mutter in ihrem 102. Lebensjahr" hat André Heller, mit ihrem Einverständnis, 18 mehr oder weniger kurze Gespräche ausgewählt und in diesem Büchlein zusammengefasst. Zart, humorvoll, teilweise selbstironisch, heiter geht es um das, was im Leben wichtig und wesentlich ist und was einem am Ende des Lebens bleibt. - Sehr empfehlenswert. André Heller, der nicht immer eine so zarte, liebevolle Beziehung zu ihr gehabt hat, schreibt über sie: Dies "ließ sie empathischer und selbstzärtlicher werden. Sie sah sich und die Welt mit gütigeren Augen, ihre Gedanken und Taten wurden harmonischer und leuchtender. ...(Sie) öffnete und durchschritt ... ...weiterlesen...


Mittwoch, 8. März 2017 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (2)

Schon länger habe ich keinen (guten) Krimi mehr gelesen. Dieses Erstlingswerk von Luca d'Andrea, das in seiner Heimatregion Südtirol angesiedelt ist, hat mir ausnehmend gut gefallen. Messlatte ist bei mir, wie schnell ich einen solchen Krimi lese bzw. wie kurz die Lesepausen sind. Und die waren kurz, nur vom Alltag mit seinen Notwendigkeiten diktiert! "Im Leben wie in der Kunst zählt nur eines: die Wahrheit. Um zur Wahrheit über Evi, Kurt und Markus und die Nacht des 28. April 1985 zu kommen, müsst ihr alles über mich wissen. Denn es gibt nicht nur 1985 und das Massaker am Bletterbach, sondern auch ...weiterlesen...


Donnerstag, 2. März 2017 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (2)

Dass das Thema "Tod" für mich kein Tabuthema ist, wird jedem auffallen, der hier regelmäßig vorbeischaut. Warum das so ist, weiß ich nicht genau. Doch ich hatte in der Hinsicht noch nie "Berührungsängste". Irgendwie gehören Abschiednehmen und der Tod für mich zum Leben dazu. Das macht das Abschiednehmen und die Konfrontation mit dem Tod, vor allem von nahen Angehörigen, nicht unbedingt leichter. Denn die Trauer kann einem keiner abnehmen. Doch in der Trauer begleitet zu werden, das kann tröstlich sein für die, die zurückbleiben müssen. Vielleicht lernt man auch, diese Ereignisse als Herausforderung für das eigene Leben anzusehen, und die ...weiterlesen...