Donnerstag, 19. Januar 2017 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"Happy Birthday, Türke!", der erste Kriminalroman des 2013 verstorbenen Jakob Arjouni, ist bereits 1985 erschienen und seitdem in mehr als 23 Sprachen übersetzt und von Doris Dörrie verfilmt worden. Viele kennen daher Kemal Kayankaya, den hessisch babbelnden Frankfurter Privatdetektiv und seinen ersten Fall vielleicht schon. Jetzt ist dieser amüsante Krimi in der Edition Büchergilde als Sonderausgabe neu erschienen, überzeugend illustriert von Philip Waechter. Dass ihm die Illustration als ehemaligem Frankfurter Spaß gemacht hat, wie er im Anhang bekennt, ist unschwer zu erkennen. Es ist das Frankfurt der 80iger Jahre, als Kommissare und Privatdetektive noch öffentliche Telefonzellen, mit ihren dicken Telefonbüchern nutzten, ...weiterlesen...


Dienstag, 17. Januar 2017 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (3)

"Asta denkt - und schweigt. Mit wem, fragt sie sich, sollte ich reden? Ich kenne doch keinen mehr, hier, am Boden meines Vaterlandes, das nicht meines ist, weil es mir ebenso wenig gehört wie die Muttersprache; ich steh bloß drauf. Ja, da steht sie, am östlichen Ende der Ebene 03 des Flughafens Franz Josef Strauß, neben einer vom Schalter einer Autovermietung verdeckten und daher kaum frequentierten Drehtür, zu der ihre Nikotingier sie blindlings geleitet hat." Und von dieser Drehtür kommt Asta Arnold, Krankenschwester, quasi entlassen und zwangspensioniert, auch nicht mehr weg. Lange war sie in Nicaragua tätig, bis man ihr mit einem ...weiterlesen...


Freitag, 13. Januar 2017 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"Mayday! Can anyone hear me? This is Nick Cave, captain of the Henry Lee. I've lost orientation ... Can anyone hear me ..." Dieser Schlusssatz des zweiten Romans des 1983 geborenen Autors Fabian Hischmann ist bezeichnend für die meisten der hier im Roman zahlreich vorkommenden, meist noch jugendlichen Personen. Von ihnen wird in auf den ersten Blick unzusammenhängenden Episoden erzählt, wobei es oft nur Blitzlichter sind, die einen nur einen Moment lang etwas sehen lassen, das man aber nicht wirklich als zusammenhängend erkennen und verstehen kann. Ausdruck einer suche nach Orientierung? Immer wieder tauchen neue Personen auf, manchmal auch nur in ...weiterlesen...


Dienstag, 10. Januar 2017 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (3)

Andreas Altmann bezeichnet sich selbst als einen "Davongekommenen", der als Reporter nicht die Wahrheit berichtet. Sondern "jene Wirklichkeit, an die ich mich erinnere. Immerhin bin ich verwegen genug und unterschlage nicht meine Abstürze, ja Mittelmäßigkeiten und Feigheiten. Ein 'Lebenshilfebuch' ist es wohl nicht geworden. Betrug, schwerer Diebstahl, Impotenz, misslungene Nähe, Homosex, Drogen, Hysterie, AIDS, Liebesunfähigkeit. Wer will sich das zumuten?" Ja, wer will sich das zumuten? Zumindest Menschen, die mit ihm die Liebe zu Büchern, zur Literatur - seine Reportagen sind gespickt mit Zitaten - zur deutschen Sprache, vor allem aber zum eigenständigen und eigenwilligen Leben in all seiner Bandbreite teilen. ...weiterlesen...


Donnerstag, 5. Januar 2017 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (2)

Der 1914 zum ersten Mal erschienene Roman "Kokoro" von Natsume Sōseki liegt nun in einer Neuauflage im Manesse-Verlag in der Reihe Bibliothek der Weltliteratur vor. Zartes Papier mit Lesebändchen im leserfreundlichen Kleinformat, passt er in nahezu jede Tasche, so dass man den Roman stets dabei haben und bei jeder Gelegenheit lesen kann. Und das ist gut so, denn man mag "Kokoro" kaum aus der Hand legen. Er ist spannend, obgleich arm an äußerer Handlung, denn letztendlich geht es um "Seelenlandschaften". Der Ich-Erzähler, zu Beginn der Handlung ein junger Student, trifft an einem Strand einen Mann, in dem er sofort seinen Lehrer, ...weiterlesen...


Dienstag, 3. Januar 2017 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"Ein Suizid stiftet unendliches Leid. Über diese Trauer kommt man nie ganz hinweg - es gibt nur einen Weg: Zunächst einmal, sie zuzulassen, durchzugehen, es auszuhalten. Dann die Trauer Stück für Stück ins eigene Leben zu integrieren. Trauer endet nie - aber die offenen Wunden können vernarben." Mit diesem Zitat einer Frau, die ihren Sohn durch Suizid verloren hat, beginnen Nicole Rinder und Florian Rauch. Es enthält in aller Kürze die Essenz eines veränderten "Weiterlebens nach dem Suizid eines nahestehenden Menschen" - so der Untertitel dieses Buches. Es konzentriert sich also auf die Hinterbliebenen und nicht auf die Suizidprävention. In ...weiterlesen...


Samstag, 31. Dezember 2016 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Schimmi nennt sich mal Schimmi Schamlos, mal Schimmi Schamvoll, wird als körperlich frühreif, geistig unterentwickelt bezeichnet, lebt noch bei seiner Mutter und hat nichts anderes zu tun, als sich täglich durch die diversen Programme zu zappen, die von der Mutter bereitgestellten, ihm aber verhassten "Fitamine" zu essen und eine hübsche Nachbarin zu beobachten. "Nein ich esse keine frisches Obst und Gemüse. Die Ladies sind meine Früchte, hoho!" Seinen Lebensstil bezeichnet er als die "americänistische Art" und träumt von der großen Liebe, die er dann sexuell beglücken kann. Doch einen Namen mit -i- muss sie haben. Er begibt sich auf die Suche, ...weiterlesen...


Donnerstag, 29. Dezember 2016 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (0)

"Coaching to go" ist Monika Bylitzas drittes Buch nach "Schätzeken, GIB GAS" und "Wunschworte". Es bietet in zwölf farblich unterscheidbaren Kapiteln - je eins für jeden Monat - kurze einleitende Texte und jede Menge Impulse, die Menschen dabei unterstützen können, ihre Vorhaben - nicht unbedingt die "guten Vorsätze", die halbherzig Silvester formuliert werden, um sie dann ganz schnell in der Versenkung verschwinden zu lassen - auch tatsächlich umzusetzen und sinnvoll in den eigenen Alltag zu integrieren. Denn Monika Bylitza weist in ihren Impulsen auch auf die Tücken hin, die an jeder Ecke oder in Form des "inneren Schweinehundes" auf denjenigen warten, ...weiterlesen...


Dienstag, 27. Dezember 2016 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Max Heller ist Kriminalinspektor in Dresden, aber nicht in der NSDAP wie die meisten um 1944. Eine gefährliche Tatsache, die ihn in jeder Hinsicht angreifbar macht. Frei redet er nur zu Hause mit seiner Frau Karin. "Man durfte niemandem mehr Vertrauen schenken, nicht den Freunden, nicht den Nachbarn, nicht den Kollegen." Sein Vorgesetzter ist SS-Obersturmbannführer Klepp, der noch nie Polizist gewesen ist, sondern vor seiner SS-Laufbahn Fleischer gelernt hat. Er will bereits einen Tag nach Auffinden einer weiblichen, arg zugerichteten Leiche in einem Bootshaus von Heller den Abschlussbericht auf seinem Schreibtisch haben, weil er davon überzeugt ist, dass der Mörder nur ...weiterlesen...


Freitag, 23. Dezember 2016 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (1)

In seinem Buch "von Beruf Schriftsteller" erzählt Haruki Murakami auf seine ihm eigene, so leicht daherkommende Art über seinen beruflichen Werdegang und sein Leben und seine Arbeitsweise als Schriftsteller. Wie er seinen eigenen Erzählstil gesucht und letztendlich gefunden hat, auch wenn dieser immer wieder Veränderungen durchmacht. Das Wesentliche, nämlich seine Fähigkeit, "Erlebtes neu zu beleben" bleibt bestehen, wenn man den etwas erlebt. "Die Welt mag langweilig wirken, doch in Wirklichkeit wimmelt es auf ihr von magischen geheimnisvollen Rohdiamanten, die darauf warten, geschliffen zu werden. Schriftsteller sind Menschen, die eine besonderen Blick dafür haben, sie zu finden. Und das ...weiterlesen...