Montag, 24. August 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"Ein Leben mehr" ist "die Geschichte von drei alten Männern, die sich in den Wald zurückgezogen haben. Drei Männern, die die Freiheit lieben. 'Man ist frei, wenn man sich aussuchen kann, wie man lebt.' 'Und wie man stirbt.'" Aber keine Sorge, es ist ein Roman vom Leben und vom Lieben, nicht (nur) von Tod und Sterben, auch wenn die drei Männer zusammen fast zweihundert Jahre alt sind. Zwar hockt der Tod die gesamte Geschichte über in seinem Versteck, doch: "Um den Tod muss man sich keine Sorgen machen, er lauert in allen Geschichten." Denn vorerst geht es ums Leben, zunächst um das der zurückgezogen lebenden ...weiterlesen...


Samstag, 22. August 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Den bereits 1928 in Frankreich erschienenen Roman hat nun der Dörlemann Verlag neu herausgegeben, wie gewohnt im lesefreundlichen Format, leinengebunden und mit farbig passendem Lesebändchen. Der Übersetzer Rainer Moritz interpretiert in seinem Nachwort den Roman mit seinem Protagonisten in zutreffender Weise. Dort ist zu lesen, der Roman sei "ein psychologisches Kabinettstück, ein genau durchgearbeitetes Porträt eines Mannes, der früh altert und aus dem Dilemma seines Lebens keinen Ausweg mehr findet." Dabei beginnt der Roman mit folgendem Satz so leicht, so einfach: "Brugnons Jugend verlief unbeschwert. Sein Vater war reich, und seine Mutter pflegte zärtlichen Umgang mit ihm. Beide hatten ihn früh ...weiterlesen...


Donnerstag, 20. August 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (2)

Ich habe meinen Kindern, als sie noch klein waren, (schwierige) Themen oft mit Hilfe von Bilderbüchern erklärt oder versucht, sie ihnen nahezubringen. Das hat den Vorteil, dass sie sich eher ein Bild machen konnten. Man kann zudem beim Vorlesen innehalten, nachfragen, nachdenken, erklären, was auch immer gerade anliegt. Wichtig und nicht immer einfach ist es, passende, ansprechende (Bilder-)Bücher zu finden. Claudia Gliemann und Nadia Faichney ist gemeinsam mit "Papas Seele hat Schnupfen" gelungen, die für Nicht-Betroffene so schwer zu erklärende bzw. nachzuvollziehende Krankeit Depression kindgerecht in Wort und Bild darzustellen. Neles Eltern sind berühmte Seilartisten, die im Zirkus Miraconda, einer ...weiterlesen...


Montag, 17. August 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (3)

"Damals genoss ich solche Verwirrungen, ein taumelndes Gefühl der Schwerelosigkeit, ja, wenn ich jetzt zurückdenke, entsinne ich mich eines primären Gefühls der Schuldlosigkeit." Solche Verwirrungen entstehen bei Victoria, der Ich-Erzählerin, wenn sie sich an einem Ort befindet und dann gefühlt doch wieder nicht. Die gebürtige Rumänin hat in einer Züricher Bank gearbeitet, die überfallen worden ist. Sie wird beurlaubt, um die damit verbundenen Erlebnisse zu verarbeiten und kehrt zurück in ihre Heimatstadt Bukarest. Auf langen Spaziergängen durch die Stadt, durch Begegnungen mit realen Menschen und die Erinnerung an weitere ergibt sich eine Aneinanderreihung von Geschichten wie barocke Perlen auf einer Schmur, ungleich ...weiterlesen...


Samstag, 8. August 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (2)

Jakob Franck ist der neue Ani-Kommissar, gerade pensioniert, ein "geschiedener und beziehungsloser Hausmann", wie er sich selbst bezeichnet. Gesellschaft leisten ihm die "Gespenster seiner Vergangenheit", Tote, mit denen er während seiner Dienstzeit als Mordermittler im Dezernat 11 zu tun hatte. Seine Hoffnung, sie ließen ihn nach der Pensionierung in Ruhe, erfüllt sich nicht. "Den Toten war sein Status egal. Er hatte sich damals, beim Eintritt in den Gehobenen Dienst, für ihre Welt entschieden, und aus dieser Welt kehrt niemand unversehrt und traumlos zurück." An einen - auch für Jakob Franck persönlich - besonderen Fall wird er erinnert, als ihn Ludwig Winther ...weiterlesen...


Samstag, 18. Juli 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (4)

Petra Mikutta ist Journalistin. Sie kann "Unbeschreibliches" beschreiben und das sehr gut. Ergebnis ist dieses Buch, das sie selbst als "Überlebensbuch" bezeichnet. Das Schreiben über den plötzlichen, durch nichts vorhersehbaren Tod ihres Manns und ihren damit verbundenen Absturz in den "surrealen Zwischenzustand der Trauer" hilft ihr, das Leben in der "Parallelwelt der Trauer" zu fassen, zu durchleiden und Monate später dann allmählich wieder in ein eigenes Leben zu gelangen, wie bei einer Geburt verbunden mit vielen schmerzhaften Wehen. Die Art, wie sie schreibt, lässt den Leser ihren seelischen Zustand nachvollziehen, lässt ihn mitfühlen, soweit es für jemanden, der einen solchen ...weiterlesen...


Dienstag, 14. Juli 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"Der ehrgeizige Mr. Duckworth" wird in dem zweiten Band verfolgt, mehr oder weniger erfolgreich, denn dieses Mal wird er im Verlauf der Verhandlung inhaftiert und muss einige Zeit im Gefängnis sitzen. Der Leser des ersten Bandes erinnert sich, dass und wie Duckworth - ein Englischlehrer in Venedig - nichts und niemanden scheute, um in die höhere italienische Gesellschaft zu gelangen, sogar vor Morden nicht, die - für ihn - zum Glück nicht entdeckt worden sind. So begegnet man ihm zu Beginn des zweiten Romans im Bad seiner komfortablen Neubauwohnung. "MORRIS STRICH MIT DEN FINGERSPITZEN über die seidige Glasur der kaffeebraunen Kacheln. ...weiterlesen...


Montag, 13. Juli 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (2)

Der Klappentext dieses bei Manesse neu aufgelegten Romans, der 1961 erschienen ist, könnte "falsche" Vorstellungen oder Erwartungen wecken. Dort ist die Rede von einem Alten, der sich "mit sündhaft teuren Geschenken ... die libidinösen Gunstbeweise seiner Schwiegertochter" erkauft. Auch der im Nachwort erwähnte gelbe "Beipackzettel", der der ersten deutschen Ausgabe beigelegt war, lässt möglicherweise einige Phantasien aufblühen: "Ich erkläre, dass ich das 18. Lebensjahr vollendet habe und Junichiro Tanizaki, Tagebuch eines alten Narren, ausschließlich für meinen privaten Gebrauch erwerbe. Ich werde das Buch verschlossen aufbewahren und Jugendlichen nicht zugänglich machen. Ich werde das Buch außerdem weder privat noch gewerblich ausleihen. Genaue ...weiterlesen...


Donnerstag, 2. Juli 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Nach "Schätzeken, GIB GAS!" sind " Wunschworte" die zweite Buchveröffentlichung der Kommunikationstrainerin Monika Bylitza. Es ist ein schmales, pastellbuntes Büchlein mit persönlichen Wünschen für fast jede Gelegenheit: Etwa die für "Intuition mit Leichtigkeit" "Ich wünsche Dir eine bunte Mischung aus Lebendigkeit, Selbstbewusstsein und Humor. Vertraue Deiner Intuition und gestalte mit Souveränität und Gelassenheit komplexe Herausforderungen. Erlebe dabei das befreiende Gefühl der Leichtigkeit und Unbeschwertheit. Nimm teil am Festival der Lebensfreude." Lebensfreude assoziiert man auch mit den vielen Bildern, die die Wunschworte begleiten, sei es, dass sie den Worten unterlegt oder ihnen auch beigesellt sind. An Girlanden erinnernde bunte Fäden durchwirbeln, begleiten die ...weiterlesen...


Mittwoch, 1. Juli 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"Wie lebt man mit dem Wissen, dass jeder, den man liebt, jederzeit sterben kann?" Was bedeutet trauern, nicht im Sinne eines Prozesses, der Anfang und Ende hat und bei dem es nur um das Traurigsein geht, sondern als fester Bestandteil des Lebens. Als etwas, mit dem zu leben wir lernen müssen, ..." Mit diesen Fragen hat sich die junge Autorin nicht nur theoretisch beschäftigt. Sie entstanden nach dem tödlichen Unfall ihrer Mutter, von dem sie während einer Reise durch Südostasien per Mail erfahren hat. Das Ergebnis ist ein, man mag es kaum glauben, humorvoll, witziger, ironischer Roman, in dem drei Menschen ...weiterlesen...