Donnerstag, 18. Dezember 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Die Ausgabe ist optisch sehr ansprechend. Das klare Rot des Balkens auf dem glatten Buchdeckel wiederholt sich auf den Innenseiten und in dem roten Lesebändchen. Schon das ein guter Anfang! Am 22. September beginnt die Ich-Erzählerin mit ihren tagebuchartigen Aufzeichnungen, in denen es zunächst um ihren Entschluss geht: "Ich lerne Klavier spielen." Sie enden am 20.12. Dazwischen entwickelt sich eine autobiografisch gefärbte Handlung, in der Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft ineinander übergehen, in ihren Bedingheiten gesehen und reflektiert werden. So geht es vordergründig zunächst ums Lernen des Klavierspielens. Doch dabei bleiben die Gedanken und Überlegungen der Lernenden nicht stehen. Es fließen Erinnerungen ...weiterlesen...


Samstag, 13. Dezember 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"'Ich bin heimweh'." Dieser Satz von Saskia trifft auch auf Elsa zu, Protagonistin dieser Erzählung. Sie ist nach dem Tod ihrer Mutter mit ihrem Vater von Dresden nach Bayern gezogen, eine Landschaft, die ihr sehr fremd ist. "Elsa findet hier keinen Halt. Alles stürzt." Für manche ist sie einfach nur das "Zonenkind", das sie herablassend meinen behandeln zu können. Doch da gibt es einige Menschen, die Elsa auf ihre jeweilige Art unterstützen und ihr helfen, sich zu finden. Mit Paul hat sie einen gemeinsamen Schulweg, mit ihm macht sie später auch ihre ersten sexuellen Erfahrungen. Und dann kommt noch Saskia, ...weiterlesen...


Donnerstag, 11. Dezember 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Die Originalausgabe dieses Romans ist bereits 1944 in New York erschienen. Der Dörlemann Verlag in Zürich hat diesen Roman neu verlegt. Ich finde: eine gute Entscheidung. "'Das Barometer seiner Gefühlsnatur zeigte eine Unwetterperiode an.'" liest Don Birnam in einem Roman und spürt die "verstörende Wirkung" dieses Satzes, eines Satzes, den er selbst geschrieben haben könnte. Don ist ein belesener, intelligenter Trinker, der gerne klassische Musik hört, wenn er trinkt. Er ist ein Quartalssäufer, beherrscht "alle Winkelzüge eines Trinkers" (R.Moritz im Nachwort) und glaubt, alles im Griff zu haben, vor allem sein Trinken. Er täuscht, belügt, betrügt, klaut, macht Verprechungen, von ...weiterlesen...


Samstag, 6. Dezember 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"Märzgefallene" ist Gereon Raths fünfter Fall und beginnt zunächst ziemlich unspektakulär: "Der Mann saß an einem stählernen Pfeiler im Schatten der Hochbahntrasse, das Kinn auf die Brust gesunken, als sei er nur kurz eingenickt. Man hätte denken können, er schlafe seinen Rausch aus, so kauerte er da, in einem alten geflickten Soldatenmantel, in Wickelgamaschen und löchrigen Handschuhen, eine dicke Wollmütze auf dem Kopf." Es ist ein obdachloser Stadtstreicher, der offensichtlich schon Tage daliegt, ohne dass es jemandem aufgefallen wäre. Böhm, Gereons Vorgesetzter, beginnt mit den Ermittlungen, denn der Mann ist mit einem Grabendolch aus dem ersten Weltkrieg erstochen worden. Diese Ermittlungen ...weiterlesen...


Mittwoch, 19. November 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Für Jalmari, den Stiefgroßvater von Teemu und Janne, ist es auf jeden Fall der letzte Ausflug. Die beiden ungleichen Brüder machen sich mit Jalmaris Urne auf den Weg zur Testamentseröffnung in Imatra. Anschließend wollen sie seine Asche dem Meer übergeben. Doch bis dahin haben die Brüder, die jahrelang keinen Kontakt hatten, allerlei Schwierigkeiten zu überwinden: Schwierigkeiten mit den Widrigkeiten der Welt und denen, die sich aus Beziehungen zu Menschen ergeben. "Gereinigt" treten zum Schluss die Rückfahrt an, ohne Urne, dafür aber mit zwei weiblichen Passagieren. "Die Dinge waren klarer als seit Langem, gleichzeitig aber auch komplizierter." Der Roman ist ein Road-Trip ...weiterlesen...


Montag, 17. November 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (1)

Es war einmal eine Lektorin, Brianda mit Namen, die liebte ihre Arbeit über alles, verlor sie aber von einem Tag auf den anderen. Da ließ sie alles stehen und liegen, nahm nur das Notwendigste mit und machte sich mutterseelenallein auf in die Welt, aus ihrem Leben ein Kunstwerk zu machen. Bücher waren ihr dabei ein Kompass. Sie hatte viele Prüfungen zu bestehen, aber am Ende lebte sie glücklich und zufrieden, und wenn sie nicht gestorben ist, dann lebt sie noch heute. "Das Glück der Worte" ist eine Art modernes Märchen, gespickt mit vielen Zitaten aus der Weltliteratur, denn schließlich ist ...weiterlesen...


Donnerstag, 13. November 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (2)

Wer darauf hofft, nach der Lektüre dieses Erzählbandes eine Antwort gefunden zu haben, der wird enttäuscht sein. "Ich kannte ihn schon, als er sich von seiner Familie trennte, und auch, als er sich von der Frau trennte, wegen der er seine Familie verlassen hatte." Man hat eher eine Ahnung davon, wie zerbrechlich Liebe ist, wie schnell sie zu Ende sein kann. Entweder verschwindet sie - mehr oder weniger unbemerkt - im Alltag oder endet jäh, von einer Minute zur nächsten. Es sind zehn kammerstückartige, jeweils aus der Perspektive einer Frau geschriebene Erzählungen, die scheinbar an der Oberfläche bleiben, zart Landschaften, ...weiterlesen...


Dienstag, 11. November 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (1)

An einem Prachttag, an dem man das Gefühl haben kann, "als sei man bis auf weiteres unsterblich" liegt "ein Brief im Kasten, weiß mit einem Rand im Ton des (schwarzen) Panthers". Auf dem Weg mit dem Fahrstuhl in die 10. Etage geht Hinrich, pensionierter Feuilletonist bei der "Zeitung der Zeitungen", in Gedanken durch, von wem der Brief sein könnte: "Wen hatte ich in den letzen Jahren aus den Augen verloren, ohne dass er oder sie und die Hinterbliebenen mich aus den Augen verloren hätten?" Im 10. Stock angekommen hat der Leser einen Schnelldurchgang durch Hinrichs Leben hinter sich, kennt wesentliche Ereignisse ...weiterlesen...


Mittwoch, 5. November 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (5)

"Der Himmel hat den Menschen als Gegengewicht gegen die vielen Mühseligkeiten des Lebens drei Dinge gegeben: Die Hoffnung, den Schlaf und das Lachen." Immanuel Kant "Humor angesichts von Sterben und Tod" geht das überhaupt und wenn ja, darf das sein? Lachen im Hospiz oder anderswo am Kranken- und Sterbebett? Der Autor ist Lehrbeauftragter für Religionswissenschaft, Lach-Yoga Trainer, zertifizierter Humor-Coach und Sterbebegleiter in einem Berliner Hospiz, der in diesem Buch das Thema sowohl von der theoretischen als auch von der praktischen Seite angeht. Fein- zum Teil auch sehr hintersinnig illustriert ist das Ganze mit Karikaturen von Karl-Heinz Möhl. Den Leser erwarten detaillierte Ausführungen zu den verschiedenen Arten ...weiterlesen...


Dienstag, 4. November 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Auf den ersten Blick haben Anselm Grün und Walter Kohl nicht viel gemeinsam, der eine lebt seit fast 50 Jahren als Mönch und Priester in einem Kloster, der andere ist Unternehmer, verheiratet und lebt in einer (Patchwork-) Familie. Aber beide kennen sich in wirtschaftlichen Angelegenheiten aus, schreiben und sind als Berater und Referenten tätig. Beide haben in ihrem Glauben eine Basis, die sie trägt, und beide sind auf dem Weg, auf der Suche nach Sinn und dem, was sie - auch in Krisenzeiten - trägt. Und ihre Antworten sind ähnlich. Beide wissen um ihre Herkunft, so unterschiedlich sie auch ist, ...weiterlesen...