Sonntag, 29. Mai 2016 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (1)

Sind Sie Bewohner eines Hamsterrades? Nicht Besitzer, sondern Bewohner? Der schnell noch mal eben dies und das erledigen will und stolz darauf ist, wie er das alles so hinbekommt, aber irgendwo tief im Inneren fühlt - wenn er sich denn die Zeit dafür nimmt - dass es so nicht mehr lange gut geht. Dann hat Winfried Hille für Sie ein Buch geschrieben, dass Sie einlädt, das Hamsterrad anzuhalten, um nach Möglichkeiten der Entschleunigung im Alltag zu suchen. Er ermutigt zur "Kunst der langen Weile", zur aktiven Ziellosigkeit, um dann in verschiedenen Lebensbereichen zu verdeutlichen: "Wir können zwar die Zeit nicht anhalten, aber ...weiterlesen...


Montag, 23. Mai 2016 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"Die große Reise" erzählt von dem fünftägigen Eisenbahntransport des Ich-Erzählers ins Konzentrationslager Buchenwald, wobei die Insassen dieses Zuges, somit auch der Erzähler nicht wissen, die Reise geht. Bahnhofsnamen, vage Landschafskenntnisse, Gerüchte über Lager etc. lassen aber nach und nach erahnen, wohin die Reise geht. Die Erinnerung des Erzählers an die Reise ist so vollkommen, "daß, wenn ich anfinge, diese Reise in all ihren Einzelheiten zu erzählen, die Leute um mich herum, die mir anfänglich gern, wenn auch nur aus Höflichkeit, ihre Aufmerksamkeit geschenkt hätten, vor Langeweile vergehen, sterben, sachte in ihren Sitzen zusammensinken und in den Tod wie in den träge ...weiterlesen...


Mittwoch, 18. Mai 2016 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (2)

Die Edition Büchergilde hat die bekannte Novelle von Gottfried Keller als "Graphic Novel" herausgegeben. Martin Krusche/Edition Büchergilde Der 1982 geborene Illustrator Martin Krusche hat die Geschichte des Schneidergesellen Wenzel Strapinski in eine heutige Großstadt verlegt - dem verwendeten Slang nach - könnte es Berlin sein. Kellers Geschichte des arbeitslosen Schneiders beginnt so: "An einem unfreundlichen Novembertage wanderte ein armes Schneiderlein auf der Landstraße nach Goldach, einer kleinen reichen Stadt, die nur wenige Stunden von Seldwyla entfernt ist. Der Schneider trug in seiner Tasche nichts als einen Fingerhut, welchen er, in Ermangelung irgendeiner Münze, unablässig in den Fingern drehte, wenn er der Kälte ...weiterlesen...


Donnerstag, 12. Mai 2016 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Noch eine Neuauflage des Klassikers? Ja! Und was für eine! Schlägt man dieses Buch auf, begegnet man Bildern, die ein Kenner des Originaltextes mit Goethes Werther zunächst kaum in Verbindung bringen würde. „© Franziska Walther / kunstanst!fter verlag“ Sie schaffen es aber sofort, einen in ihren Bann zu ziehen, neugierig zu machen, zu blättern, sich über die zwei (!) farblich zum Buch passende Lesebändchen zu freuen und zu wundern. Doch dann erkennt man an den Papierrändern, eine Zweiteilung im Buch, die im zweiten Teil mit der persönlichen Rezeptionsgeschichte der Illustratorin beginnt. Franziska Walther hat den ursprünglichen Text, den sie - sicher ...weiterlesen...


Donnerstag, 5. Mai 2016 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (0)

"Mein Leben lang habe ich mich bemüht, dem verhassten Schatten meines Vaters zu entgehen, ich war aus G. geflohen, hatte in Marseille Unterschlupf gesucht, ich hatte mich sogar um die Aufnahme bei der Fremdenlegion bemüht, nur um diesem gefürchteten und verhassten Gerhard Müller zu entkommen. Sollte ich mich durch Geld verführen lassen, nun doch zum Sohn meines Vaters zu werden?" Dieser Satz umfasst den gesamten Lebenslauf des Konstantin Boggosch. Er ist der Ich-Erzähler in "Glückskind mit Vater", ein pensionierter Schuldirektor, der anlässlich eines Jubiläums von einer jungen Journalistin um ein Interview gebeten wird. Sie plant einen Artikel, in dem alle in ...weiterlesen...


Freitag, 29. April 2016 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (0)

Es gibt Menschen, die träumen davon, Bücher zu schreiben, und schreiben dann nie welche, zumindest veröffentlichen sie keine. Und es gibt Menschen, die haben nie daran gedacht, Bücher zu schreiben. Doch dann ereignet sich etwas so Gravierendes in ihrem Leben, dass ein Buch zu schreiben für sie zur Not-Wendigkeit wird. Antje May wünscht ihrer Tochter noch viel Spaß mit ihrer Freundin, mit der Mascha die Karnevalstage verbringen will. Sie hört ihre Tochter die Holztreppe hinunterlaufen und ein wenig später vernimmt sie dann einen dumpfen Knall, der sie zum Küchenfenster gehen und hinaussehen lässt. Ihre Tochter kann sie nicht sehen, weder ...weiterlesen...


Donnerstag, 21. April 2016 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (3)

Einen so spannenden, dichten und gut geschriebenen Krimi habe ich schon lange nicht mehr gelesen. "Endgültig" ist der gerade erst erschienene Thriller von Andreas Pflüger mit Jenny Aaron als blinder Ermittlerin, die mit einem Gedächtnis ausgestattet ist, vergleichbar einer "Hochleistungssoftware". Sie ist bei einem Einsatz als verdeckte Ermittlerin angeschossen worden und seitdem blind. Mit eiserner Disziplin, einem unbeugsamen Willen, ständiger Übung und der Hilfe ihres Vaters lernt sie, sich als Blinde in der Welt der Sehenden zurechtzufinden. "Er büffelte mit ihr Braille und war ihr Versuchsobjekt, dem sie erwartungsvoll ihr erstes selbstgebratenes Steak servierte. Da wusste sie noch nicht, wie ...weiterlesen...


Dienstag, 5. April 2016 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (2)

Kennen Sie jemanden, der nicht stressgeplagt ist, in welcher Form auch immer? Alle "sind überlastet, erschöpft und fertig, weil unser Umfeld es von uns verlangt. Wir können uns nicht in Ruhe auf eine Aufgabe konzentrieren (Spagat zwischen Job und Familie), sondern müssen auf vielen Hochzeiten gleichzeitig tanzen (Multitasking), uns werden keine Ruhephasen mehr zugestanden (ständige Erreichbarkeit), und all das sollen wir auch noch unter ernormem Zeitdruck bewältigen (ewige Hetze) ... Man treibt uns in die Überforderung, also geht es uns schlecht." Winterhoff, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie, bezeichnet dieses "universale Erklärungsmodell" als "Überforderungs-Mythos". Seiner Ansicht nach lenkt dieser Mythos vom eigentlichen Problem ...weiterlesen...


Sonntag, 3. April 2016 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (0)

In seinem neuen Buch befasst sich der Autor von "Irre!- Wir behandeln die Falschen" mit der "Psychologie des Gelingens". Schon im Vorwort macht Lütz deutlich, dass es Glücksratgeber eigentlich gar nicht geben könne, sondern nur eine "Anleitung zum selbstbewussten eigenen Leben und zu einem Glück, das es nicht als allgemeines Ideal gibt, sondern nur höchstpersönlich." Wenn Glück also individuell und damit höchstpersönlich ist, weshalb dann noch ein weiteres Buch über Glück? Sein Ziel ist ein "Glücksbuch, das vor Glücksbüchern warnt. Das ultimative, das letzte Glücksbuch also, das Sie lesen müssen, sodass Sie durch die Lektüre viel Zeit und viel Geld ...weiterlesen...


Samstag, 2. April 2016 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Maria von Wolfsberg stimmt auf Wunsch ihres Vaters - wie damals üblich - der Heirat mit Graf Dornach zu. Eine Liebesheirat ist es nicht, denn sie schwärmt für Felix Tessin, der in den Augen ihres Vaters allerdings keine gute Partie ist, so dass er alles Mögliche unternimmt, Tessin von seiner Tochter fernzuhalten. Nach der Hochzeit zieht sie mit Graf Dornach auf dessen Güter und bekommt einen Sohn, Hermann, den sie liebevoll umsorgt. Tessin findet in dem Halbbruder Marias einen Verbündeten, der ihr den Zutritt zu Maria verschafft. Tessin gibt vor, sich von Maria verabschieden zu wollen, bevor er ...weiterlesen...