Freitag, 19. Mai 2017 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Der namenlose Ich-Erzähler dieses Romans, der von sich selbst immer wieder behauptet, er könne nicht schreiben, schon gar keinen Roman, ist neunzehn Jahre alt und bisher wohlbehütet in einem wohlhabenden Elternhaus in Tōkiō aufgewachsen. Seine Eltern haben ihm - wie es üblich ist - eine Frau ausgesucht, die er heiraten soll, aber nicht heiraten will. Die Frau, die erliebt, kann er dagegen nicht heiraten. Für diesen jungen Mann eine ausweglose Situation. Er beschließt, Selbstmord zu begehen, hat aber nicht mit den Schwierigkeiten, sprich seinem Lebenswillen, gerechnet. Er schafft es also nicht, sich zu töten, aber in sein Elternhaus zurückkehren will ...weiterlesen...


Dienstag, 2. Mai 2017 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (0)

Die 1945 im Wien der Nachkriegszeit, aufgeteilt in vier Besatzungszonen, spielende Kriminalgeschichte "Der dritte Mann" ist bereits 1950 erschienen und verfilmt worden. Einige Leser werden eher den Film als den Kriminalroman kennen, den die Edition Büchergilde jetzt, illustriert von Annika Siems, neu herausgegeben hat. (Copyright Annika Siems, Edition Büchergilde) Die Illustratorin ist sich der Schwierigkeit ihrer Aufgabe wohl bewusst, wie sie in ihrer Nachbemerkung zum Roman schreibt: "Die Inszenierung und Besetzung des Films ist ein derartiger Geniestreich, dass wohl jeder, der Orson Welles in der Rolle des Harry Lime gesehen hat, bereits Bilder im Kopf haben würde, wenn er diese Ausgabe ...weiterlesen...


Freitag, 28. April 2017 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Diese "Geschichte einer Liebe" hat mich tief bewegt. Hier schreibt ein Intellektueller über die Liebe seines Lebens, mit der er mehr als achtundfünfzig Jahre verheiratet war. Und so beginnt dieser Brief schon auf dem Cover des Büchleins: "... Kürzlich habe ich mich von neuem in Dich verliebt, und wieder trage ich in meiner Brust diese zehrende Leere, die einzig die Wärme Deines Körpers an dem meinen auszufüllen vermag." Dabei war es - dessen ist er sich wohl bewusst - für sie sicher keine einfache Ehe. Doch ihre Unterschiedlichkeiten in vielem war immer Bereicherung, Reichtum, da jeder durch den anderen die Möglichkeit ...weiterlesen...


Mittwoch, 26. April 2017 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Muss man heute noch etwas über Fürstinnen lesen? Das Interesse an der "Yellow Press" zeigt zumindest, dass ein solches vorhanden ist. Aber Literatur über längst vergangene Fürsten-Epochen? Doch auch Personen von Adel beschäftigen sich - wenn sie sich eigenständiges Denken jenseits der Etikette erhalten haben - ob man nicht insgesamt zu viel Zeit in seinem Leben verschwendet hat, "um eine gute Figur" zu machen bzw. worum es eigentlich im Leben geht. " 'Wir alle glauben, würde unser Leben uns gegeben, damit wir es noch einmal leben, wir würden es besser machen. Wenn es so Korrekturbogen ... des Lebens gäbe.' Korrekturbogen, ganz richtig, in ...weiterlesen...


Sonntag, 23. April 2017 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"Vernunft und Gefühl" hat Jane Austen im Alter von nur zwanzig Jahren geschrieben. Sie ließ diesen Roman auf eigene Kosten anonym drucken. "Vernunft und Gefühl" ist nun in einer Neuübersetzung von Andrea Ott im Manesse Verlag erschienen, ein Roman, den man als Kammerstück bezeichnen könnte, spielt die Handlung doch überwiegend in der Familie der Dashwoods, der Witwe Mrs. Dashwood und ihren drei Töchtern Elinor, Marianne und Margaret, die aber mit ihren dreizehn Jahren eigentlich keine Rolle spielt, da sie noch nicht im heiratsfähigen Alter ist. Wie in einem Drama macht das erste Kapitel die Situation der Hauptakteure sichtbar. Mutter und ...weiterlesen...


Mittwoch, 19. April 2017 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (2)

"An ihrem zwanzigsten Geburtstag arbeitete sie wie jeden Freitagabend als Kellnerin. Allerdings hätte sie sich an diesem Freitag lieber freigenommen, zumal das andere Mädchen, das im Restaurant jobbte, sogar bereit gewesen wäre, mit ihr zu tauschen." (Copyright Kat Menschik, Dumont Verlag) Doch an diesem Abend ist vieles anders. Hätte sie nicht arbeiten müssen, wäre es nicht zu der Begegnung mit dem Besitzer des Hotels gekommen, dem sie an diesem Tag - ausnahmsweise - das Essen auf sein Zimmer 604 bringen soll. Bisher hat ihn noch kein Mitarbeiter gesehen, denn der Besitzer isst nie im Restaurant. An diesem Tag muss der Geschäftsführer wegen ...weiterlesen...


Mittwoch, 12. April 2017 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (2)

Ihren Roman "Die hellen Tage" und den Erzählband "Heißester Sommer" habe ich mit Begeisterung gelesen und rezensiert. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen an den neuen Roman, mit ansprechend gestaltetem rotgrundigem Cover, einem roten Lesebändchen - bei 683 eine sinnvolle Einrichtung - und dem Hinweis: "Zsuzsa Bánks neuer Roman ist eine Feier der Freundschaft und des Lebens". Auch die ersten Sätze waren verheißungsvoll. Und dann sind da leider einige "Aber", die mir die Lektüre insgesamt dann erschwert haben. Doch zunächst: Worum geht es überhaupt in dem Brief-Roman zwischen der Schriftstellerin Martá und ihrer Freundin Johanna, die Studienrätin für Deutsch und Kunst ...weiterlesen...


Freitag, 24. März 2017 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (1)

(Copyright Marie Wolf, Edition Büchergilde) Kafka hat sich in in einem "Brief an seinen Vater" seine durch diesen ausgelöste Ängste von der Seele geschrieben, Hesse mit "Kinderseele" etwas Ähnliches. Diese bereits 1918 entstandene Erzählung ist nun - als illustrierte Ausgabe - in der Edition Büchergilde neu erschienen. Tiere als Bilder für die Positionen und der damit gefühlten Mächtigkeit der jeweiligen Mitspieler verdeutlichen deren Bedeutung und Größe für den Protagonisten, der über eine weite Erzählstrecke "gesichtslos" bleibt. Hesse beschreibt aus der Ich-Perspektive eines elfjährigen Jungen einen unvergesslichen Tag, "von denen zu sprechen uns Mühe macht, ... , sie sind gewissermaßen mehr unser ...weiterlesen...


Donnerstag, 23. März 2017 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Diesem Roman liegt ein ungewöhnliches Konzept zugrunde. Der Autor hat Menschen aufgerufen, "sich von einer fortlaufend erweiterten Liste eine menschliche Regung aus(zu)suchen ... und ein bis drei ganz persönliche Wörter oder auch Zahlen einzubringen, die in >seinem< oder >ihrem< Kapitel auftauchen sollen." Entstanden ist daraus eine Romanserie als Work in Progress, deren erster Teil jetzt erschienen ist, die beiden anderen Bände erscheinen Herbst 2017 und im Frühjahr 2018. Handlungsort ist ein Haus in einer Genossenschaftssiedlung in Zürich, Handlungsträger sind die die Bewohner dieses Hauses mit ihren alltäglichen Sorgen, Nöten, ihren Beziehungsschwierigkeiten, ihrer Einsamkeit, ihren gesundheitlichen, beruflichen Problemen und ihren jeweiligen Standorten ...weiterlesen...


Freitag, 17. März 2017 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (2)

Dieser Erzählband enthält 57 Miniaturen über Aleppo in Zeiten des Krieges, Geschichten, in denen sich Realität und Träume, Gedanken über Literatur, Malerei und Visionen vermischen. In ihnen erzählt der Autor - leise, subtil und verstörend und dennoch überaus poetisch - die grausamen, menschenverachtenden Auswirkungen des Krieges, auf den Alltag der betroffenen Menschen und ihre Beziehungen zueinander. So wünscht er sich so sehr, wieder einen Spaziergang machen zu können, ohne einen Checkpoint passieren zu müssen. Als unbedarfter Leser, der mit diesen Checkpoints keine praktischen Erfahrungen gemacht hat, denkt man zunächst nur an die Unannehmlichkeiten, die diese Kontrollen mit sich bringen. Doch ...weiterlesen...