Mittwoch, 19. November 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Für Jalmari, den Stiefgroßvater von Teemu und Janne, ist es auf jeden Fall der letzte Ausflug. Die beiden ungleichen Brüder machen sich mit Jalmaris Urne auf den Weg zur Testamentseröffnung in Imatra. Anschließend wollen sie seine Asche dem Meer übergeben. Doch bis dahin haben die Brüder, die jahrelang keinen Kontakt hatten, allerlei Schwierigkeiten zu überwinden: Schwierigkeiten mit den Widrigkeiten der Welt und denen, die sich aus Beziehungen zu Menschen ergeben. "Gereinigt" treten zum Schluss die Rückfahrt an, ohne Urne, dafür aber mit zwei weiblichen Passagieren. "Die Dinge waren klarer als seit Langem, gleichzeitig aber auch komplizierter." Der Roman ist ein Road-Trip ...weiterlesen...


Montag, 17. November 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (1)

Es war einmal eine Lektorin, Brianda mit Namen, die liebte ihre Arbeit über alles, verlor sie aber von einem Tag auf den anderen. Da ließ sie alles stehen und liegen, nahm nur das Notwendigste mit und machte sich mutterseelenallein auf in die Welt, aus ihrem Leben ein Kunstwerk zu machen. Bücher waren ihr dabei ein Kompass. Sie hatte viele Prüfungen zu bestehen, aber am Ende lebte sie glücklich und zufrieden, und wenn sie nicht gestorben ist, dann lebt sie noch heute. "Das Glück der Worte" ist eine Art modernes Märchen, gespickt mit vielen Zitaten aus der Weltliteratur, denn schließlich ist ...weiterlesen...


Donnerstag, 13. November 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (2)

Wer darauf hofft, nach der Lektüre dieses Erzählbandes eine Antwort gefunden zu haben, der wird enttäuscht sein. "Ich kannte ihn schon, als er sich von seiner Familie trennte, und auch, als er sich von der Frau trennte, wegen der er seine Familie verlassen hatte." Man hat eher eine Ahnung davon, wie zerbrechlich Liebe ist, wie schnell sie zu Ende sein kann. Entweder verschwindet sie - mehr oder weniger unbemerkt - im Alltag oder endet jäh, von einer Minute zur nächsten. Es sind zehn kammerstückartige, jeweils aus der Perspektive einer Frau geschriebene Erzählungen, die scheinbar an der Oberfläche bleiben, zart Landschaften, ...weiterlesen...


Dienstag, 11. November 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (1)

An einem Prachttag, an dem man das Gefühl haben kann, "als sei man bis auf weiteres unsterblich" liegt "ein Brief im Kasten, weiß mit einem Rand im Ton des (schwarzen) Panthers". Auf dem Weg mit dem Fahrstuhl in die 10. Etage geht Hinrich, pensionierter Feuilletonist bei der "Zeitung der Zeitungen", in Gedanken durch, von wem der Brief sein könnte: "Wen hatte ich in den letzen Jahren aus den Augen verloren, ohne dass er oder sie und die Hinterbliebenen mich aus den Augen verloren hätten?" Im 10. Stock angekommen hat der Leser einen Schnelldurchgang durch Hinrichs Leben hinter sich, kennt wesentliche Ereignisse ...weiterlesen...


Mittwoch, 5. November 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (5)

"Der Himmel hat den Menschen als Gegengewicht gegen die vielen Mühseligkeiten des Lebens drei Dinge gegeben: Die Hoffnung, den Schlaf und das Lachen." Immanuel Kant "Humor angesichts von Sterben und Tod" geht das überhaupt und wenn ja, darf das sein? Lachen im Hospiz oder anderswo am Kranken- und Sterbebett? Der Autor ist Lehrbeauftragter für Religionswissenschaft, Lach-Yoga Trainer, zertifizierter Humor-Coach und Sterbebegleiter in einem Berliner Hospiz, der in diesem Buch das Thema sowohl von der theoretischen als auch von der praktischen Seite angeht. Fein- zum Teil auch sehr hintersinnig illustriert ist das Ganze mit Karikaturen von Karl-Heinz Möhl. Den Leser erwarten detaillierte Ausführungen zu den verschiedenen Arten ...weiterlesen...


Dienstag, 4. November 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Auf den ersten Blick haben Anselm Grün und Walter Kohl nicht viel gemeinsam, der eine lebt seit fast 50 Jahren als Mönch und Priester in einem Kloster, der andere ist Unternehmer, verheiratet und lebt in einer (Patchwork-) Familie. Aber beide kennen sich in wirtschaftlichen Angelegenheiten aus, schreiben und sind als Berater und Referenten tätig. Beide haben in ihrem Glauben eine Basis, die sie trägt, und beide sind auf dem Weg, auf der Suche nach Sinn und dem, was sie - auch in Krisenzeiten - trägt. Und ihre Antworten sind ähnlich. Beide wissen um ihre Herkunft, so unterschiedlich sie auch ist, ...weiterlesen...


Mittwoch, 29. Oktober 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (1)

Der Roman hat mich thematisch an "Szenen einer Ehe" erinnert und ist doch ganz anders. "Amt für Mutmaßungen" ist assoziativ, mosaikartig, fast im Stil eines persönlichen Tagebuchs geschrieben, in dem man vieles unkoordiniert festhält: Zitate, Gedichte, Lieder, eigene Gedankensplitter und Fragen, die einem durch den Kopf rasen, Zeitungsausschnitte, Aphorismen bekannter Philosophen, Schriftsteller oder auch Wissenschaftler. Auf diese Weise erhält der Leser aus der Perspektive der Frau, die mal als Ich-Erzählerin auftritt, mal stärker distanziert als personaler Erzähler, Einblick in die Ehe von "der Frau" und "dem Mann" und "der gemeinsamen Tochter". Uns so fing alles, fängt auch der Roman, an: "Antilopen sehen ...weiterlesen...


Dienstag, 28. Oktober 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (2)

Es ist ein leises, ein berührendes, ein liebevoll geschriebenes Buch, das der Schriftstellerin und Journalistin da gelungen ist. Schon der Inneneinband ist verheißungsvoll und macht neugierig. Auf handgeschriebenen Listen mit unterschiedlich farbigen Kugelschreibern sind Fotos von diversen Gegenständen abgebildet. Man sieht ein Auto, ein knieendes Porzellanpferd, eine Kreamikfigur etc. und kann zunächst nichts damit anfangen. Nach der Lektüre weiß man: Sie symbolisieren ein ganzes Familienuniversum. "Ich war schon lange darauf vorbereitet, dass der Tag kommen würde, aber nur als ein Tag in ferner Zukunft. Der Tag kommt am Samstag, dem 13. November 2010, mit tiefstenender, weißlicher Sonne hinter den Bäumen ...weiterlesen...


Samstag, 25. Oktober 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Die Kategorie "Lebenskunst-Roman" ist mir - ehrlich gesagt - noch nicht untergekommen. Der Titel "Wolfs letzter Tag" setzt eher Assoziationen von "einsamer Wolf", "Tod und Sterben" frei als von "Leben" oder gar "Lebenskunst". Der Roman ist die Geschichte von Wolf dem Wolf, einem ehemaligen Leitwolf, dessen Tag gekommen ist, an dem er sein Rudel verlassen muss, um zu sterben. Wobei dieses Wort lange vermieden wird. "Jetzt ist es also soweit, denkt er. Ab Morgen muss der Wald ohne mich klar kommen." Ganz schön selbstherrlich. Und so hat er regiert. Die, die seine (weltanschaulichen) Ansichten nicht teilten, mussten sich unterwerfen oder das ...weiterlesen...


Mittwoch, 22. Oktober 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

In diesem gut verständlich geschriebenen, übersichtlich strukturierten Sachbuch, geht es Doris Märtens darum, diverse Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sich Introvertierte im Privat- und Berufsleben "Gehör verschaffen". Man liest - m. E. mit einigem Gewinn - entweder das gesamte Buch oder als "eiliger Leser" nur die jeweils zu seinem Verhaltensstil passenden Kapitel, die als Auflistung dem Inhaltsverzeichnis folgen. Anhand eines Fragenkatalogs kann man sich über die verschiedenen Arten des Leiseseins klar werden. Märtin unterscheidet vier Verhaltensstile: die Masterminds die Supersensiblen die Nerds die Cocoonern. Die Auswertung des Testes ist einfach und macht zugleich deutlich, wie sich der individuelle Verhaltensstil zusammensetzt. Eine allgemeine Darstellung ...weiterlesen...