Mittwoch, 6. November 2019 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (0)

Leutnant John Glueck, geboren 1921 in New York als Kind deutscher Auswanderer, ist Angehöriger der Armee der Vereinigten Staaten von Amerika, Department for Psychological Warfare, kurz Sykewar genannt. "Alle anderen nannten uns Propaganda." Er ist der Protagonist eines faszinierenden, geschickt konstruierten und gut erzählten Romans, der in Amerika der dreißiger Jahre beginnt. Glueck ist der Literatur seiner Vorfahren sehr verbunden, belesen und will schreiben. Er besucht einen Kurs für kreatives Schreiben, wo er unter anderen die später bekannten Schriftsteller J.D. Salinger und Charles Bukowski trifft und mit ihnen eine kurze, intensive Freundschaft lebt. In der Propagandaabteilung der US ...weiterlesen...


Freitag, 25. Oktober 2019 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (3)

Das Alphabet brauche ich, um Worte, Sätze zu bilden, Geschichten zu erzählen. Ilma Rakusa, Kleist-Pristrägerin 2019, hat in ihrem Band von "Anders" bis "Zaun" ihr eigenes Alphabet zusammengestellt. In Form kleinerer Geschichten, Anekdoten und Gedichten hat sie ihre Lebenserfahrungen und -ereignisse einfließen lassen. Interessant zu lesen, mal mit einem Lächeln verbunden: "Ich liebe das Meer vom Ufer aus, auf dem Meer werde ich sofort seekrank." Oder mit Staunen, etwa wenn sie - sehr poetisch - einen Granatapfel beschreibt. Sie preist die Geduld, schreibt über ihre Kleider, und bekennt in ihrem Loblied auf das "Querfeldein", dass sie "Weltforscherin" werden wollte, ...weiterlesen...


Dienstag, 22. Oktober 2019 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Uff, zunächst bin ich nicht warm geworden mit diesem Roman. Dennoch konnte ich mich nicht entscheiden, ihn ungelesen an die Seite zu legen. Etwas hat mich daran fasziniert, ohne dass ich es direkt benennen konnte. Und nun bin ich froh, drangeblieben zu sein, ihn komplett gelesen zu haben. Der Roman ist in jeder Hinsicht außergewöhnlich. Ich weiß nicht einmal, ob ich ihn angemessen würdigen kann. Doch vielleicht beginne ich mit einem Zitat: Du verstehst nicht, wovon sie eigentlich redet, verstehst aber, dass du es nicht verstehst, und du denkst, keinesfalls, unter keinen Umständen würde sie eine solche Frage stellen, oder eine ...weiterlesen...


Montag, 14. Oktober 2019 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Wer den Roman aufmerksam liest, der ahnt schon zu Beginn, dass die Liebesgeschichte ein tragisches Ende nehmen wird. "In jener feuchten Nacht gelingt es mir nicht, meinen Blick von ihrem nackten Körper zu lösen, von ihrem wächsernen Schädel. Von ihrer Totensilhouette." In zwei Kapiteln des nur 180 Seiten langen Romans erzählt die 1988 geborene Pauline Delabroy-Allard wie Sahara, eine in jeder Hinsicht zu "laute" Violonistin, in das Leben der eher ruhigen, zurückhaltenden Ich-Erzählerin tritt, einer Grundschullehrerin mit vierjähriger Tochter, gerade geschieden und einem jungen Bulgaren als Partner. "Es geht um Sarah, ihre unerhörte Schönheit, ihre steile Nase, die einem seltenen Vogel zu ...weiterlesen...


Samstag, 12. Oktober 2019 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Vorsicht! Suchtgefahr! Bitte mit dem Lesen erst dann beginnen, wenn genug Zeit, ist den gesamten Roman in einem Rutsch zu lesen. Den Leser erwartet Spannung pur! Man legt den Roman vielleicht ab und zu an die Seite, wenn man sich selbst ein wenig erholen, durchatmen muss. Auch im dritten Band um Jenny Aaron, der durch einen Einsatz erblindeten Ermittlerin, geht es wieder um brisante (politische) Einsätze der Abteilung. Jenny Aaron hat sich zum Meditieren zu ihrem Lehrer Kishō in die Blue Rich Mountains zurückgezogen und überlegt, ob sie sich einer Therapie unterziehen soll, die ihr möglicherweise das Augenlicht zurückbringen ...weiterlesen...


Dienstag, 8. Oktober 2019 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (0)

Nach "Rabenliebe" und "Schluckspecht" ist nun Peter Wawerzinaks dritter Roman in dem ihm eigenen Stil erschienen. Der Ich-Erzähler auch dieses Romans hat einen Teil seiner Kindheit und Jugend im Heim verbracht, im Kindergarten zunächst gemeinsam mit Mädchen, dann als Schulkind "in unterschiedlichen Räumen getrennt, nach Jungen und Mädchen". Seine erste "Liebe" ist Lucretia, der er auf seinem Kinderdreirad hinterherfährt. Mit ihr fühlt er sich verbunden wie "Brüderchen und Schwesterchen", mit ihr kann er nach der räumlichen Trennung nur noch am Tag zusammensein. "Es ist, als würde man uns auseinanderschneiden. Plötzlich sollten wir bestimmte Zeiten voneinander existieren. ...weiterlesen...


Sonntag, 6. Oktober 2019 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (4)

Maybe I'm crazyMaybe you're crazyMaybe we're crazyPossibly(Gnarls Barkley) Diese Zeilen sind dem Roman als Motto vorangestellt. Und tatsächlich kann man sich als Leser des öfteren die Frage stellen, wer nun "verrückt" ist. Manu, die junge Frau, die auf dem Dach eines Mehrfamilienhauses steht und dort mehr als zwanzig Stunden aushält, von immer mehr Leuten begafft, per Handy gefilmt, beschimpft und zum Springen aufgefordert wird oder vielmehr die mehr oder weniger involvierten Personen, die zum Teil aufgrund vorgefertiger Meinungen und Sichtweisen reden und agieren und zu Schlüssen kommen, die - das stellt sich zum Schluss heraus - mit den eigentlichen Gründen Manus, ...weiterlesen...


Montag, 30. September 2019 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (4)

Nur über ihr Satellitentelefon kann die Naturwissenschaftlerin Kontakt zu ihren Liebsten aufnehmen. Allein auf sich gestellt ist sie mitten im Winter für drei Monate nach Finnmark, in die nördlichste Region Norwegens, aufgebrochen, um für ihre Doktorarbeit wissenschaftliche Studien durchzuführen. Sie will den Einfluss klimatischer Veränderungen auf die Seevögelpopulation nachweisen. "Hier ist das Ende der Welt. Danach kommt nichts mehr. Ein endloses Meer grenzt an Klippen und Berge, zwei Extreme, die unaufhörlich miteinander ringen, bei ruhigem Wetter wie bei Sturm. ... Tief unten bricht sich das Meer, grauschwarz und in schwerer Dünung. Das Dröhnen ist ohrenbetäubend, konstant; selbst als ich die Hände ...weiterlesen...


Freitag, 27. September 2019 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (0)

Mir gefällt der Titel des Originals "Cette nuit" besser, also heute abend. Denn es geht in diesem kleinen, intensiven, leisen Roman um die bevorstehende Nacht des jüdischen Sederabends, der jährliche Pessachfest einleitet, stets mit der Frage:"Was unterscheidet diese Nacht von allen anderen Nächten, von der vorherigen und den kommenden, von den vergangenen Frühjahren und den bevorstehenden Osterfesten?" So wird und soll alles wie immer sein. Und doch wird alles anders sein, denn Sarah, Salomons Frau, ist vor kurzem an Krebs gestorben. Sie wird fehlen. Allen. Vor allem aber Salomon, der mit ihr mehr als 50 Jahre verheiratet ...weiterlesen...


Montag, 23. September 2019 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (4)

"ICH MÖCHTE SCHREIEN. Aber das tut man nicht in Amerika, wie ich in der kurzen Zeit meines Hierseins bereits gelernt habe. Hier lächelt man - Keep smiling - und auf die Frage, wie es geht, antwortet man noch im Sterben: 'Danke fein.' Mir kann freilich nichts passieren, denn ich war schon tot. Also, lächle ich zu allem, was das Leben noch bietet, und sage ohne weiteres: 'Fein.'" Welch ein Romananfang! Die, die des öfteren schreien möchte und sicher auch allen Grund hätte zu schreien, ist die Irene, die nach ihrer Befreiung aus dem KZ in einem amerikanischen Lazarett wach wird, ...weiterlesen...