Samstag, 21. August 2010

"Alle sieben Wellen" ist die Fortsetzung von Daniel Glattauers "Gut gegen Nordwind". Beide Bände zusammen gibt es jetzt in einer Sonderausgabe, empfehlenswert, wenn man die beiden Romane jetzt lesen will, denn den zweiten Band gibt es noch nicht als Taschenbuchausgabe. Den ersten Band zu lesen, hat mir viel Spaß gemacht. Er endet mit Leos Weggang nach Boston und seiner letzten Antwort an Emmi durch den "Systemmanager": ACHTUNG: GEÄNDERTE E-MAIL-ADRESSE. DER EMPFÄNGER KANN SEINE POST UNTER DER GEWÄHLTEN ADRESSE NICHT MEHR AUFRUFEN. NEUE E-MAILS IM POSTEINGANG WERDEN AUTOMATISCH GELÖSCHT. FÜR RÜCKFRAGEN STEHT DER SYSTEMMANAGER GERNE ZUR VERFÜGUNG. Der zweite Band beginnt drei Wochen nach Leos Abreise ...weiterlesen...


Sonntag, 15. August 2010

"Der Chinese" fehlte mir noch in meiner Mankell-Sammlung, deren Reihe sich allerdings lichtet, seit meine Kinder diesen Autor für sich entdeck haben - nun ja was sollen die Krimis im Regal ein Schattendasein führen. "Der Chinese" wird morgen auf Spanienreise gehen, im Gepäck eines meiner Söhne: "Schaffst du das bis Sonntag Abend?" In diesem Krimi hat  Vivi Sundberg einen Fall von ungeheurem Ausmaß und unbeschreiblicher Brutalität aufzuklären: In einem kleinen schwedischen Dorf werden 19 Menschen, 18 sehr alte Menschen und ein kleiner Junge, ermordet, ja man kann sagen hingerichtet. Selbst die Haustiere dieser Menschen  werden "geschlachtet". Es scheint auf den ersten ...weiterlesen...


Freitag, 6. August 2010

Dieses Buch ist "Das Tagebuch der Marie Sharp" , die sich im Gegensatz zu ihren weiblichen Bekannten darauf freut, endlich sechzig zu werden, denn für sie ist es ein "schönes tröstliches Gefühl, alt zu sein, passend eben". Sie beschließt: "nicht so sehr wie eine ausgebombte alte Turnhalle auszusehen, sondern eher wie eine wunderschöne alte Klosterruine" und fortan auf Sport jeder Art und auf Sex zu verzichten, schafft ihr altes Doppelbett ab um einfach mehr Platz im Zimmer zu haben und verliebt sich in einen ehemaligen Schulfreund. Ihre Tagebuchaufzeichnungen lassen den Leser an ihrem immer noch turbulenten Leben und ihren von Sarkasmus und beißender Ironie geprägten Gedanken teilnehmen. ...weiterlesen...


Dienstag, 3. August 2010

Warum liest man einen schlecht geschriebenen Krimi mit durchgängig klischeehaft dargestellten Personen zu Ende? Ganz einfach: Schon auf den ersten Seiten erfährt der Leser, dass und wie Betty sich mit Hilfe ihres Geliebten, gleichzeitig Prokurist in der Firma, in der sie Chefin ist, sich ihres Mannes erledigt. Erweist sich das angeblich perfekte Verbrechen auch als solches? Kommen die beiden davon? Das will man als Leser wissen. Vieles spricht dafür, weil Betty es geschickt schafft, sich den ermittelnden Kriminalbeamten Georg Wassenberg, der unübersehbar scharf auf sie ist, zunutze zu machen. Wie blind ist er, wieweit lässt er sich von ihr einwickeln? Das allein lässt einen weiterlesen. Wirklich Spaß ...weiterlesen...


Montag, 2. August 2010

Dieses Geschenkheftchen von nur 20 S. enthält in fünf Abschnitten:- Von der Liebe träumen - Immer wieder Brücken suchen - Wirklich Abschied nehmen - Zu mir selbst zurückfinden - Neue Hoffnung wagen - zahlreiche Gedichte der Autorin, die in ihrer Abfolge die Wege einer Liebe aufzeigen, mit allen Höhen und Tiefen. Rosen-Fotografien von Johannes Rodi setzen farbige Akzente und symbolisieren diesen Weg. Wer weiß, was dir heue entgegenkommt - vielleicht erste Spuren der Hoffnung. Wer weiß, was dir heute wieder im Wege steht - vielleicht der Hinweis auf eine neue Richtung. Wer weiß was dir heute wieder blüht - vielleicht ein Strauß roter Rosen. Halten wir Ausschau nach Hindernissen und Rosen - es müssen ja nicht gleich rote sein! Christa Spilling-Nöker, ...weiterlesen...


Donnerstag, 22. Juli 2010

Worum geht es in dieser Novelle, die in einem "Beipackzettel" als Lust-Spiel bezeichnet wird und mit dem Titel als erstem Satz beginnt: "Nur ausziehen wollte sie sich nicht." ? Eine junge japanische Schauspielern soll sich für eine Filmszene ausziehen und ihren entblößten Oberkörper zeigen. Standhaft weigert sie sich, niemand kann sie überreden, obschon einige es versuchen. Langatmig, weitschweifig und langweilig erfährt der Leser dann in der Wartezeit so einiges über Autor, Regisseur, Drehort etc. und man fragt sich: wozu? Zweck ist möglicherweise die Länge der Zeit spürbar zu machen. Die Dreharbeiten werden an diesem Tag unterbrochen und Autor, seine Partnerin A. und Mr. ...weiterlesen...


Dienstag, 20. Juli 2010

Dieser schmale Band enthält zehn unterschiedlich lange, z.T. von der Autorin illustrierte  Geschichten, erzählt aus der Perspektive einer weiblichen Ich-Erzählerin. Offen bleibt, ob es sich immer um dieselbe handelt. Sie kauft sich einen jungen Mann, trifft einen Geliebten im Hotel, arbeitet als Fotomodell, begegnet auf dem Flughafen im Beisein ihres Freundes den Mann, von dem sie ein Kind will und hat während der Hochzeitsfeier des Geliebten Sex mit ihm im Kühlhaus. Es sind Texte voller Andeutungen und brutaler Offenheit, zärtlichem Verlangen und Flüchtigkeit der Begegnungen, bei denen unklar bleibt, ob menschliche Tiefe und Kontakt überhaupt erreichbar ist: "Das Bild des flüchtigen Paars beherrschte den Tag bis zum ...weiterlesen...


Montag, 19. Juli 2010

Stell dir vor, du bist glücklich und zufrieden und bekommst es nicht mit! Wer kennt nicht das Gefühl, sich selbst im Weg zu stehen, mit der Art, auf die Welt, die Menschen und die täglichen Ereignisse zu reagieren? Eigentlich könnte man doch glücklich sein! Und uneigentlich? Was, wer steht dem im Weg? Mit dem Buch "Quantensprung" hält man ein gut lesbares, spannendes Buch in den Händen, mit dem man überprüfen kann, wie "erwachsen" man in Wirklichkeit ist oder vielmehr, wie sehr man in seinen - meist unbewussten -Reaktionen auf Ereignisse oder Menschen noch als "Vierjähriger" handelt, der glaubt, von anderen in seinem Überlebenskampf abhängig zu sein ...weiterlesen...


Samstag, 17. Juli 2010

Inzwischen gibt es eine Fülle verschiedener Lebensgeschichten über Naziverfolgte und KZ-Insassen. Die von Otto Rosenberg erzählte und von Ulrich Enzensberger aufgeschriebene ist die eines deutschen Sinto, der vor der Machtergreifung Hitlers in Berlin ansässig war, dort zur Schule gegangen ist und Lesen und Schreiben gelernt hat. Es ist seine mit sehr schlichten Worten erzählte Lebensgeschichte, die dem Leser Einblicke in die Werte, Moral und Lebensgewohnheiten der damaligen Sinti geben, ergänzt durch Fotos. Das Grauen in Auschwitz  beschreibt Rosenberg als etwas Alltägliches, dem die Insassen meist keine Beachtung mehr schenken: "Die Leichen gehörten zu unserem Tagesablauf. Sie waren einfach da, und wir mußten sie ...weiterlesen...


Donnerstag, 15. Juli 2010

Der Mann ist mit seinem Buch in aller Munde, z.B. letzte Woche bei "Hallo Ü-Wagen". Der lange Titel ist bereits Programm: "Irre! Wir behandeln die Falschen Unser Problem sind die Normalen Eine heitere Seelenkunde" Es wendet sich an interessierte Laien und ist ein gut lesbarer Überblick über die Spezifika der häufigsten psychischen Krankheiten, wobei Lütz Perspektive auf der jeweiligen Außergewöhnlichkeit der Patienten in ihrer Krankheit liegt.  Immer wieder geht der Autor auf die Frage ein, was noch "normal", was außergewöhnlich, bzw. schon als krank zu bezeichnen ist, und auf die Frage: Wer zieht die Grenze? Die Grenze zwischen außergewöhnlich und krank ist für ihn dann erreicht, wenn der ...weiterlesen...