Samstag, 18. April 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"Roman ohne U" erzählt zwei dramatische Liebesgeschichten, die ineinander verwoben sind, also nicht chronologisch erzählt werden, und sich letztendlich als verzwickte und teilweise verwirrende Familiengeschichte herausstellt, die 1945 beginnt und 2013 endet. Es ist die Liebesgeschichte von Thomas und Ludovica, die sich auf dem Weg in ihre sibirische Gefangenschaft kennenlernen und dort furchtbaren Grausamkeiten ausgesetzt sind, besonders weil sie zweimal - letztendlich erfolglos - geflohen sind. Thomas überlebt den Gulag, redet nicht über seine dortigen Erlebnisse, sondern schreibt sie auf. Der Roman ohne U entsteht. Denn die Schreibmaschine, die er benutzt hat kein U mehr. Jahrzehnte später fallen Stephanie diese Aufzeichnungen ...weiterlesen...


Mittwoch, 8. April 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"Die Älteste" ist die Geschichte einer Heilerin, erzählt am Beispiel der Heilung von Sophie, einer jungen Frau, die nach Aussagen ihrer Ärzte an einem unheilbaren Gehirntumor erkrankt ist. Von einer Freundin hat Sophie von Lisbeth, der Heilerin gehört. Als sie von ihr dann auch noch träumt, macht sie sich auf den Weg zu dieser Einsiedlerin. Bedingungen für die Chance, überhaupt behandelt zu werden, sind: eine Dose Tabak, eine Flasche Schnaps und Kaffee. Sophie hat nichts mehr zu verlieren und überlässt sich den Vorschlägen der Heilerin. Von ihr könnte sie lernen: "Das Leben ... kann auf die verrückteste Arten gelingen, auf ...weiterlesen...


Dienstag, 7. April 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Luke wächst in ziemlich kaputten Lebensverhältnissen auf, die ihn innerlich zerreißen; er schreibt "sich in linierten Kladden aus sich selbst heraus". Seine Mutter lebt schon immer in einer Anstalt, sein Vater - ehemaliger Jagdbomberpilot - ist Alkoholiker, der mit seinem Leben nicht klar kommt. Luke glaubt fest daran, dass seine Mutter, "wenn er irgendetwas richtig machte - absolut richtig machte - vielleicht wieder gesund würde." So schmuggelt er sie einmal aus der Anstalt, um mit ihr in London in ein Museum zu gehen und fühlt sich als Retter, als er bemerkt, wie sie lächelt und ihr Gesicht einen "rosigen ...weiterlesen...


Montag, 23. März 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (3)

"Nie mehr Frühling" ist der beeindruckende Erstlingsroman von Petra Hofmann, in dem das Leben der Hermine Stoll erzählt wird, gleichzeitig aber auch die Geschichte ihres Dorfes, beginnend mit der "neuen Zeit" in den 30igern des letzen Jahrhunderts bis in die 90iger Jahre. Dabei stehen überwiegend die Frauen im Focus, was nicht weiter verwunderlich ist, sind doch die meisten Männer zunächst im Krieg. "Auf dem Küchenboden liegt sie, vor dem Herd, zusammengekrümmt. Sie regt sich nicht. Mutter?, sagt Paul. In den Kleidern liegt sie da, die dünnen Beine in den Gummistiefeln. ... Ihm wir übel. Und doch muss er hinsehen, muss ihre Fratze betrachten, die ...weiterlesen...


Sonntag, 15. März 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Gedichte, Rezensionen | Kommentare (0)

Sonnenblumengelber Leineneinband, eine Karikatur von Ernst Kahl, schwarze Schrift und schwarzes Lesebändchen wecken das Interesse am Inhalt, an über hundert Gedichten Fritz Eckengas. "Kennt" man dann auch noch den Autor durch seine satirischen Radiokommentare, so hat man beim Lesen fast den Eindruck, der Autor selbst läse seine Gedichte in der ihm eigenen koddrigen, schnoddrigen Sprache und Tonlage. Es sind Gedichte über alle mögliche Lebenslagen. Ernst, heiter, bissig, bisweilen traurig oder wehmütig, ironisch, auf jeden Fall kommen sie stets mit einer Prise Humor daher. Nichts Menschliches ist ihnen fern: BRÜCKE DER VERSÖHNUNG Seit du fort bist - diese Lücke. Herz zerbrochen - tausend Stücke. Niemand baut ...weiterlesen...


Dienstag, 10. März 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Julian arbeitet als Tierarzt in einer Notfallambulanz, als er nach zehn Jahren Judith, seine erste große Liebe, wiedertrifft und sie kaum wiedererkennt. Sie bringt ihm einen Uhu, den er einschläfern muss. "Du, Judith, da ist nichts zu machen." "Ich habe es fast befürchtet", sagte sie. Diese Sätze beziehen sich vordergründig auf den Uhu, sind letztendlich aber auch das Fazit ihrer langjährigen Freundschaft, die vor zehn Jahren zu Ende gegangen ist. Da war Julian 22 Jahre, Student und damit beschäftigt, erwachsen zu werden und herauszufinden, wie Leben geht, was seinem Leben Sinn geben kann. In 22 Kapiteln begleitet der Leser Julian durch die ...weiterlesen...


Sonntag, 8. März 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (2)

Schlank und schön - mit rotem Innenfutter und passendem Lesebändchen - ist dieser Roman. Schlank sind auch die langen Beine und Fesseln auf dem Cover. Schon der Anblick des Buches ein Genuss. Das Lesen ist dann ebenfalls Genuss pur, das Lesebändchen ist fast überflüssig, da man diese faszinierend geschriebende Liebesgeschichte nahezu in einem Rutsch liest. Und die beginnt so: "Es war der schönste Tag im Leben des Postboten. Sein Telefon begann in dem Moment zu klingeln und zu vibrieren, als er einen Brief mit weißem Umschlag durch den Schlitz von Nummer 5b schob." Mit diesen zwei Sätzen beginnt für zwei Menschen ein ...weiterlesen...


Dienstag, 3. März 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (1)

Die Fotografin Rebecca Winter hat Geldsorgen. Lange hatte sie von den Einnahmen eines ihrer Fotos leben können. Doch sie hat den Zenit ihrer Karriere als Fotografin offensichtlich überschritten. Ihr Name ist nicht mehr in aller Munde. Sie mietet sich in einem kleinen, preiswerten Haus auf dem Lande ein, um ihr teures Appartement in New York zu vermieten, von der Differenz zu leben und noch ihre alten Eltern zu unterstützen. Täglich überprüft sie sorgenvoll ihr Konto, unternimmt Wanderungen - die Kamera immer im Gepäck - in die nähere Umgebung und merkt, dass sie zunehmend kräftiger und ausdauernder wird und sich auch ...weiterlesen...


Montag, 2. März 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (1)

Das Lesen des Romans zaubert einem ein Lächeln ins Gesicht. Er kommt mit einer Leichtigkeit, mit Humor, feiner Ironie, Wortspielen und Neologismen daher, die einen durch den Roman tragen, unterhalten und gute Laune machen. Vier in Paris lebende, ältere Männer - Alain, Ramon, Charles und Caliban - sind allesamt auf der Suche nach guter Laune, nach Aufmerksamkeit und der Frage, worin eigentlich (noch) ihre Bedeutung liegen könne. So unterschiedlich sie sind, eint sie doch die Frage, wie, wo sie fündig werden. Der Ich-Erzähler begleitet sie - jeder ein Kauz für sich - kennt ihre (erotischen) Träume, ihre Sorgen und ...weiterlesen...


Samstag, 28. Februar 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"Man bringt zwei Dinge zusammen, die vorher nicht zusammengebracht wurden, und die Welt hat sich verändert. Vielleicht merken die Menschen es nicht gleich, aber das ist egal. Die Welt hat sich trotzdem verändert." Die Kapitelüberschriften verweisen auf die drei Dimensionen, in denen Dinge zusammengebracht werden können, die vorher nicht zusammen waren: "Die Sünde der Höhe", "Auf ebenen Bahnen" und "Der Verlust der Tiefe". Es geht vordergründig zunächst ums Ballonfahren und die ersten Luftaufnahmen sowie um Roziers ersten gescheiterten Versuch, mit einem neuartigen Aerostat den Ärmelkanal von Frankreich nach England zu überfliegen. Und doch geht es eigentlich immer um menschliches Leben, ...weiterlesen...