Mittwoch, 17. August 2016 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (0)

"Herz bedeutet Drama." Dramatisch klingender Romanauftakt einer amüsanten Geschichte um einen im Taxi liegengelassenen, geheimnisvollen Brief, der auf keinen Fall in falsche Hände geraten darf. Cécile Dalfort hat ihn geschrieben und auf der Fahrt mit dem Taxi zum Bahnhof, zu dem sie die Geliebte des Bruders begleitet, ist ihr der Brief unbemerkt aus der Tasche gerutscht. Cécile ist eine begabte, lustige, schöne, belesene und vor allem ziemlich unkonventionelle Frau, die oft kein Blatt vor den Mund nimmt. Sie liebt ihre Bücherhöhle "Ali Baba" genannt. Dort schreibt sie Artikel, Reiseberichte, Drehbücher für ihren Bruder Alexandre. Sie ist verheiratet mit Gustave, Prokurist in ...weiterlesen...


Freitag, 12. August 2016 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (4)

"Zuerst starb der Papst." So beginnt André Hellers Erzählung mit autobiografischen Zügen. Mitteilenswert für ein Kind? Ja, wenn es in Attweg, einem von Jesuiten geleiteten Internat, aufwachsen muss, dann schon. Bereits die ersten Zeilen machen deutlich, welch eigen-sinnigen Blick der Ich-Erzähler auf die Geschehnisse um ihn herum hat: "Einige Mitschüler waren klug genug zu weinen. Sie erhielten nach der Trauerveranstaltung von der Schwester Immaculata als Anerkennung ein Stollwerck-Bonbon." Er merkt daher auch sehr schnell, dass Geschehnisse, Anweisungen etc. nicht unbedingt den Gesetzen der Logik oder anderen nachvollziehbaren Werten unterliegen. "'Selbst der Himmel weint.' Das verstand ich nicht, denn schließlich war ja der gute ...weiterlesen...


Samstag, 6. August 2016 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos | Kommentare (0)

Eine Graphic Novel über den 2. Weltkrieg! Geht das überhaupt? Ja, es geht und zwar beeindruckend gut, wenn man sich Foc/ Feuer von Sebastian Rether anschaut, denn zu lesen gibt es nur wenig. Mit schwarz-weißen, skizzenhaft anmutenden Strichen setzt der Autor die privaten Kriegserinnerungen seines Großvaters in Bilder um. Der zieht zunächst als Angehöriger der rumänischen Armee in den Krieg, kämpft dann als Soldat in einer deutschen Einheit und wird durch ganz Europa geschickt, um nach dem Kriegsende wieder in seine Heimatstadt in Siebenbürgen zurückzukehren. Enkel und Großvater haben zahlreiche Gespräche über die Empfindungen des damals noch sehr jungen Soldaten ...weiterlesen...


Donnerstag, 4. August 2016 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos | Kommentare (6)

"Wer glaubt, er habe den Libanon verstanden, dem hat man ihn nicht richtig erklärt." Libanesisches Sprichwort Den Libanon nach der Lektüre dieses Romans zu kennen, wäre eine vermessene Behauptung. Der Leser erhält allerdings tiefen Einblick in das Leben Samirs, des Ich-Erzählers, der mit seinen Eltern und seiner Schwester in Deutschland lebt, in einer Siedlung, in der viele Menschen mit Migrationshintergrund leben. "Das hier hätte die abseitige Straße eines Viertels in Zahlé sein können, Vaters Heimatstadt an den Ausläufern des Libanon-Gebirges. Zahlé, Stadt des Weins und der Poesie. Stadt der Schriftsteller und Dichter. Um uns herum nur Libanesen, die sprachen und aßen und feierten wie ...weiterlesen...


Montag, 1. August 2016 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos | Kommentare (2)

Jules, ein selbstbewusstes, quirliges, mutiges Kind muss mit seinen beiden Geschwistern Marty und Liz ins Internat, da die Eltern bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen sind und ihre Tante nicht für alle drei Kinder sorgen kann. Im Internat wird auf die Situation der drei überhaupt keine Rücksicht genommen, weder von der Leitung, die Jules von seinem älteren Bruder und der Schwester getrennt unterbringt, so dass er kaum die Möglichkeit hat, mit ihnen in Kontakt zu kommen, noch von Seiten der Mitschüler. Eher im Gegenteil. Jules zieht sich immer mehr in sich zurück, Musik, Bücher und seine Mitschülerin Alva helfen ihm weiterzuleben. ...weiterlesen...


Donnerstag, 28. Juli 2016 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos | Kommentare (4)

Durch die Sendung "Lesezeichen" des WDR 3 bin ich auf diesen Roman aufmerksam geworden. Sprache und Inhalt haben mich angesprochen, so dass ich mir den 1898 anonym erschienenen Roman gekauft und gelesen habe. Die Lektüre macht nachvollziehbar, weshalb er anonym erschienen ist. Mit Ironie, Witz und großer Offenheit macht er sowohl die damalige private und gesellschaftliche Situation der Autorin, aber auch der Frauen allgemein deutlich. Die männlichen Perspektive wird repräsentiert durch ihren Ehemann, durchgängig nur der "Grimmige" genannt, stets kommentiert durch die Ich-Erzählerin, mal ironisch, sarkastisch, humorvoll,...: "Der Grimmige, der ansonsten recht schweigsam ist, gleicht das von Zeit zu Zeit ...weiterlesen...


Donnerstag, 14. Juli 2016 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos | Kommentare (1)

"Auch wenn meine ersten Jahre in Freiheit steinig waren, ... so ist doch inzwischen klar, dass ich alles habe, um in einer säkularen Gesellschaft zu leben. Ich habe meinen Platz in der Welt gefunden und bin wider alle Wahrscheinlichkeit in das Land zurückgekehrt, aus dem meine Familie so brutal hinausgeworfen wurde, und ich habe schließlich mein wahres Zuhause zurückerobert ... Ich bin frei, ich selbst zu sein, und das fühlt sich gut an. Wenn irgendwer jemals versuchen sollte, Dir vorzuschreiben, etwas zu sein, was Du nicht bist, dann hoffe ich, dass auch Du den Mut findest, lautstark dagegen anzugehen." Diese Zeilen ...weiterlesen...


Freitag, 1. Juli 2016 | Kategorie: Allgemein, Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Auch im neuen Fall ermitteln Carol Jordan und Tony Hill zeitweilig gemeinsam, argwöhnisch von ihren Kollegen beäugt, u.a. weil die beiden sich offensichtlich gut verstehen. Tony Hill leitet eine Ausbildungsgruppe für zukünftige Profiler. Shaz Brown, die engagierteste und ehrgeizigste dieser Gruppe, glaubt bei ihren "Hausaufgaben" eine heißen Spur gefunden zu haben und einem Serienkiller auf der Spur zu sein. Das Problem ist nur, dass sie einen berühmten TV- Star verdächtigt und es bis dahin noch keine Leiche gibt, nur mehrere vermisste Mädchen, die gewisse Ähnlichkeiten aufweisen und unter ähnlichen Umständen verschwunden sind. Keiner glaubt ihr, im Gegenteil. Sie wird von ...weiterlesen...


Montag, 27. Juni 2016 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Wer die Sirenen in Homers Odysseus kennt, weiß, dass sie nichts Gutes bringen. In Carol Jordans erstem Fall, bei dem auch der Profiler Tony Hill - gegen enormen Widerstand der beteiligten Polizisten, die sich in ihrer Ermittlerehre verletzt fühlen - hinzugezogen wird, geht es um einen Serienmörder, der alle acht Wochen montags einen Mann in Gebieten ablegt, die von Schwulen stark frequentiert sind. Die Getöteten sind vorher bestialisch gefoltert worden. Fundort ist aber nie der Tatort. Die Ermittlungen gestalten sich außerordentlich schwierig, da der Täter sehr zielgerichtet vorgeht und keine Spuren hinterlässt, die Rückschlüsse auf ihn zulassen bzw. bewusst falsche ...weiterlesen...


Samstag, 25. Juni 2016 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (2)

"Man hat nicht HS, sondern man ist es." Reichardt räumt in ihrem interessanten und gut zu lesenden Buch mit vielen, weit verbreiteten Vorurteilen über Hochsensibilität auf. Eine davon ist, dass man sich Hochsensibilität abgewöhnen kann, wie eine lästige Marotte, die einem nur den Alltag, den Umgang mit anderen schwer macht. Nein, man kann nur lernen, damit zu leben und die eigene Lebensmelodie zu finden, indem man die eigenen "Stärken erkennt und das wirkliche Potential entfaltet." Dabei kann das Buch einen nützlichen Beitrag leisten. Insgesamt klar und gut strukturiert bekommt man zunächst durch einen ausführlichen Test in der Einleitung die Möglichkeit zu ...weiterlesen...