Dienstag, 15. April 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (2)

"Es geht um Gangster. Es geht um Liebe ... das ist New York." Genau darum geht es in Fulvios Roman, der den Leser ins New York zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts mitnimmt, in Elendsviertel, in Bordelle, in Gangstermilieus, in denen alle auf sehr unterschiedliche Art und mit sehr unterschiedlichen Mitteln um ihr tägliches (Über-) Leben kämpfen, das in vielerlei Hinsicht bedroht ist - immer. Auch, wenn man in besten Verhältnissen lebt wie die junge Ruth, die sich in ihrer reichen Familie ungeborgen, ungesehen fühlt, der das Lachen des Gärtners gefällt, seine Kraft und Lebendigkeit. Mit ihm unternimmt sie eines Abends ...weiterlesen...


Montag, 7. April 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (1)

"Sommerfest" ist nach "Radio Heimat" der zweite Roman von Frank Goosen, den ich gelesen habe. Aber ganz ehrlich: "Radio Heimat" hat mir um Längen besser gefallen, habe ich doch viel mehr Möglichkeiten gehabt, über dargestellte Situationskomik lauthals zu lachen. Das ein oder andere ist auch zum "Schießen" wie man hier im Ruhrgebiet sagt. Doch die Story ist eher langweilig und zäh erzählt. Stefan lebt mittlerweile als Schauspieler in München und will nach dem Tod von Onkel Hermann das Elternhaus verkaufen, das Onkel Hermann nach dem Tod seiner Eltern bewohnt hat. Dafür hat Stefan sich ein Wochenende freigenommen, an dem das ...weiterlesen...


Sonntag, 6. April 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (2)

Fredrickson will mit diesem Buch dem Leser "wissenschaftliche Einsichten über eine positive Lebenseinstellung" vermitteln, mit dem er wie mit einem "Nachtsichtgerät das Restlicht der Sterne verstärkt" und es ihm möglich ist, auch in der Dunkelheit zu sehen" und so den "Lebensweg" zu erhellen. Dazu muss jemand, in der Lage sein, langfristig seine guten und negativen Gefühlen in ein Verhältnis von 3:1 zu bekommen, da die negativen Erlebnisse langfristiger und besser erinnert werden als die guten Gefühle. Im ersten Teil des Buches legt sie - gut und nachvollziehbar - die Ergebnisse ihrer Forschungen dar, um dann in einem zweiten ...weiterlesen...


Montag, 24. März 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Schmid weiß: "Alle gedankliche Vorbereitung darauf kann die Erfahrung nicht vorwegnehmen, wie es sich anfühlt, wenn es ernster wird." Dieser Satz erinnert mich an den damals gängigen Spruch vom "Ernst des Lebens", als ich kurz davor war, eingeschult zu werden. Er hörte sich irgendwie bedrohlich an. Was kam, fand ich eher spannend und aufregend. Ich durfte lesen lernen und habe mir nach und nach die Welt der Bücher erschlossen. Welten wird man sich im Alter vielleicht nicht mehr erschließen können. Oder doch? Was ist mit der eigenen inneren Welt, bei vielen ein oft bis ins hohe Alter unentdecktes, unerforschtes Reich. ...weiterlesen...


Montag, 17. März 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (2)

Martin Miller, Sohn Alice Millers, selbst Psychotherapeut und Coach in den USA, versucht ein Portrait Alice Millers: als Mutter und als Kindheitsforscherin. Für den Sohn Martin Miller ein schwieriges Unterfangen, hat er doch als Sohn stets eine besondere Perspektive auf Alice Miller. So heißt es auf dem Einband: "Es war nicht schön, der Sohn Alice Millers zu sein. Im Gegenteil. Und trotzdem war meine Mutter eine große Kindheitsforscherin." Er versucht durch Familienforschung hinter das (Kriegs-) Geheimnis seiner Mutter zu kommen, die wie viele ihrer Generation ihre Erfahrungen für sich behalten und damit ihre Traumatisierungen auch nicht bearbeitet hat, mit weitreichenden Folgen ...weiterlesen...


Samstag, 15. März 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Gedichte, Rezensionen | Kommentare (0)

Dieser schmale Gedichtband macht eine Entwicklung des lyrischen Ichs deutlich. Es ist - zunächst - offensichtlich das einer (sehr) jungen Frau, die schlafend oder tagträumend auf den Prinzen wartet, ohne den sie sich verloren wähnt. Da ist vom Rausch der Gefühle die Rede, von den "berühmten Schmetterlingen" im Bauch, von trauter, inniger Zweisamkeit, die Garant für alle problematischen Situationen zu sein scheint. Und da ist der Wunsch: Am liebsten würde ich ihn einsperren. In einen goldenen Käfig. Und die Einsicht, dass das wenig sinnvoll ist, auch wenn das Leben ohne ihn "endlose Leere" im Körper verbreitet und die Kraft des lyrischen Ichs ...weiterlesen...


Mittwoch, 5. März 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (1)

Hat sich Sabine Bode in "Die vergessene Generation" mit den Kriegskindern beschäftigt, von denen einige in der Lage gewesen sind, ihr Schweigen zu brechen, so beschäftigt sie sich in diesem Buch mit der Frage: "Wie sind Menschen damit umgegangen, dass sie mit Eltern aufwuchsen, denen der Krieg immer noch in den Knochen steckte, was ihnen aber kaum bekannt war?" Die Wege, die die Kriegsenkel für sich entdeckt haben, mit ihrer Situation klar zu kommen, sind höchst unterschiedlich, so wie Menschen und Lebenssituationen stets unterschiedlich sind. Dennoch weisen ihre Situationen bestimmte Gemeinsamkeiten auf, die offensichtlich mit der Nachkriegssituation der Eltern zu tun haben. ...weiterlesen...


Dienstag, 4. März 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Gedichte, Rezensionen | Kommentare (1)

Manchmal muss es einfach ein Gedicht sein, kein Krimi, kein Roman, kein Sachbuch, einfach ein Gedicht. Heute Morgen habe ich "In der Farbe des Morgens" gestöbert, eine schon 1992 herausgegebene Auswahl von Gedichten der lateinamerikanischen Lyrikerin Gioconda Belli. Und ich bin begeistert. Es sind Gedichte voller (weiblicher) Phantasie, Erotik. Sie strotzen vor Selbstbewusstsein. Da gibt es "Spielregeln für Männer, die mich lieben wollen", ein "Hexeneinmaleins zum Träumen". Ihre Gedichte waren zur Zeit ihres Erscheinens ein Skandal, weil sie offen weibliche (sexuelle) Wünsche und Phantasien ansprechen. "Ich fühlte instinktiv, daß ich die Schlange vom Baum des Lebens geholt hatte." Bitte Kleide mich in Liebe denn ich ...weiterlesen...


Montag, 3. März 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Zart besaitet zu sein wird - zumindest in der entsprechenden Fachliteratur - zunehmend als Gabe verstanden, obschon viele Hochsensible, vor allem, wenn sie nicht als solche erkannt oder vielmehr anerkannt und gewertschätzt werden, sie eher als Last empfinden, die weg muss. Weil sie sich als anders, als nicht normal erleben und in Folge davon oft als Außenseiter, Heimatlose, als jemand, der nirgends wirklich dazugehört. "Hochsensibilität ist eine Charaktereigenschaft - keine Störung oder Krankheit." Marletta-Hart beschreibt diese "Charaktereigenschaften" und "Qualitäten" in ihrem Buch äußerst genau, geht auf die besonderen "Körpererfahrungen" und Bedürfnisse Hochsensibler ein, um dann ihren Fokus darauf zu lenken, wie ...weiterlesen...


Sonntag, 2. März 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"Wir dürfen zwar leiden, aber wir dürfen nicht darunter zerbrechen. Und wenn wir diese Zeit unversehrt überleben, ... dann haben wir auch das Recht, nach dem Krieg ein Wort mitzureden. Vielleicht bin ich eine ehrgeizige Frau: Ich möchte ein sehr kleines Wörtchen mitreden." Ihr Wunsch konnte leider nicht in Erfüllung gehen, da Etty Hillesum in Auschwitz ermordet worden ist. Erhalten sind aber ihre Tagebücher aus den Kriegsjahren 1941-1943, in denen sie in bewegender Art Zeugnis davon abgibt, wie sie in den äußeren schweren Zeiten, gekennzeichnet durch zunehmenden Mangel und immer stärkere Einschnitte in den persönlichen Lebensraum, ihren inneren Reichtum entdeckt. Dieser ...weiterlesen...