Mittwoch, 27. Mai 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Mr. Morris Duckworth verdient seinen Lebensunterhalt als Englischlehrer in Italien und hat neben seinem Job an einer Schule noch einige Privatschüler aus reichem Hause. Er hasst und verachtet die Reichen aus tiefstem Herzen, versucht aber gleichzeitig mit allen Mitteln "Einlass bei ihnen zu finden". Dabei schreckt er vor nichts zurück. Diebstahl, Lug, Betrug und Verstellung gehören zu seinem Repertoire, nicht zuletzt auch Morde. Doch Schuld an seinen Taten sind immer die anderen: "Er hatte schließlich nicht töten wollen. Es hatte keinerlei Vorsatz gegeben, die Tat war völlig spontan gewesen. Dieser widerliche, geile Idiot hatte es gar nicht anders verdient, er hatte ...weiterlesen...


Mittwoch, 20. Mai 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (5)

Dieses Buch habe ich zum Geburtstag bekommen? Passend? Ein Buch übers Sterben zum Geburtstag? Ja es passt. Zwar erzählt Bronnie Ware von ihrer Arbeit und ihren Erfahrungen als Sterbebegleiterin. Doch sie macht deutlich, wie diese Arbeit ihr Leben, ihr Selbstverständnis, ihre Selbstliebe hat wachsen lassen. Es ist im Grunde genommen ein Buch, das Anregungen gibt, wie man sich zu der entwickelt, die man wirklich ist, als die man auf die Welt gekommen ist. Bronnie Ware verschweigt nicht, wie anstrengend, mühsam diese Entwicklungsarbeit ist, welchen Mut, welche Zuversicht es dazu braucht und wie hilfreich Menschen sind, die einem liebevoll in dunklen Zeiten ...weiterlesen...


Montag, 11. Mai 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"Leben ist sinnlos." "Es blieb nur dieser eine Satz, den das Unaussprechliche sich selbst beschreibend einem Mantra gleich wiederholte. Leben ist sinnlos." Aber wie geht Leben, wenn Leben sinnlos ist, aber leben will? Ida Schaumann ist depressiv, weiß das auch, denn sie lebt schon länger damit, dass ihr das eigene Leben - sehenden Auges - entgleitet. "Du weißt ja, dass du deine Mitte nicht findest. Du weißt ja, dass, wenn du sie suchst, dir die Dinge entgleiten, die Versuche einer klaren Struktur, eines geregelten Tagesablaufs, dass sie jedes Mal einfach so davonfliegen, als würde dieser Vorgang einem Naturgesetz folgen, dem du ...weiterlesen...


Mittwoch, 29. April 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (3)

Sie mögen moderne Scheherazaden? Dann lesen Sie Nino Vetris Geschichten, die in Palermo spielen. Es sind grotesk, komisch, ironisch und nicht ganz ernst zu nehmende Alltagsgeschichten, in denen komische Kauze aller Art vorkommen: Das gibt's das Genie, den Flüchtigen, den Alten, einen Wahrsager mit Computer und einen Priester, der seine Schafe beschimpft, statt ihnen die Absolution zu geben: "Glaubt ihr vielleicht, die Tore des Paradieses würden von Jammerlappen und Herdenvieh aufgerissen werden, nur weil ihr nicht gemordet und geraubt und eure Frau nicht verdroschen habt? Ich werde sie euch jedenfalls nicht aufsperren ... Ich würde euch für den Rest eurer Tage ...weiterlesen...


Sonntag, 26. April 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Sie suchen ein Buch, das schön gestaltet, bebildert ist und auch noch gute Laune macht? Als Geschenk oder einfach für sich selbst? Dann sind die Geschichten von Marcovaldo, erzählt von Italo Calvino das Richtige. Sie begleiten beim Lesen Marcovaldo, einen Hilfsarbeiter mit vielköpfiger Familie, in sehr armen Verhältnissen lebend, auf seinen Streifzügen durch seine Stadt: "Schilder, Verkehrsampeln, Schaufenster, Leuchtreklamen, Plakate, waren sie auch noch so ausgeklügelt, um die Aufmerksamkeit auf sich zulenken, das alles konnte seinen Blick nicht fesseln, der über den Sand einer Wüste zu schweifen schien. Was ihm hingegen nie entging, das war etwa ein Blatt, das einem Zweig ...weiterlesen...


Dienstag, 21. April 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"Der Garten über dem Meer" ist ein in jeder Hinsicht zauberhafter Roman, der den Leser in die längst vergangenen Tage der feinen Gesellschaft aus Bohemiens und Neureichen in der Zeit vor dem Spanischen Bürgerkrieg führt. Zauberhaft ist die Ausstattung mit Schuber, Leineneinband und Lesebändchen, ergänzt durch das lesenswerte, äußerst fundierte Nachwort von Roger Willemsen, der diesen Roman auch herausgegeben hat. Vordergründig ist es ein " Sommerroman", erzählt aus der Perspektive des Gärtners, der das Anwesen von Francese und seiner jungen Frau Rosamaria gärtnerisch betreut. Als langjähriger Dienstbote beobachtet er sechs Jahre lang die feinen Veränderungen im Umgang des Ehepaares miteinander, ...weiterlesen...


Samstag, 18. April 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"Roman ohne U" erzählt zwei dramatische Liebesgeschichten, die ineinander verwoben sind, also nicht chronologisch erzählt werden, und sich letztendlich als verzwickte und teilweise verwirrende Familiengeschichte herausstellt, die 1945 beginnt und 2013 endet. Es ist die Liebesgeschichte von Thomas und Ludovica, die sich auf dem Weg in ihre sibirische Gefangenschaft kennenlernen und dort furchtbaren Grausamkeiten ausgesetzt sind, besonders weil sie zweimal - letztendlich erfolglos - geflohen sind. Thomas überlebt den Gulag, redet nicht über seine dortigen Erlebnisse, sondern schreibt sie auf. Der Roman ohne U entsteht. Denn die Schreibmaschine, die er benutzt hat kein U mehr. Jahrzehnte später fallen Stephanie diese Aufzeichnungen ...weiterlesen...


Mittwoch, 8. April 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"Die Älteste" ist die Geschichte einer Heilerin, erzählt am Beispiel der Heilung von Sophie, einer jungen Frau, die nach Aussagen ihrer Ärzte an einem unheilbaren Gehirntumor erkrankt ist. Von einer Freundin hat Sophie von Lisbeth, der Heilerin gehört. Als sie von ihr dann auch noch träumt, macht sie sich auf den Weg zu dieser Einsiedlerin. Bedingungen für die Chance, überhaupt behandelt zu werden, sind: eine Dose Tabak, eine Flasche Schnaps und Kaffee. Sophie hat nichts mehr zu verlieren und überlässt sich den Vorschlägen der Heilerin. Von ihr könnte sie lernen: "Das Leben ... kann auf die verrückteste Arten gelingen, auf ...weiterlesen...


Dienstag, 7. April 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Luke wächst in ziemlich kaputten Lebensverhältnissen auf, die ihn innerlich zerreißen; er schreibt "sich in linierten Kladden aus sich selbst heraus". Seine Mutter lebt schon immer in einer Anstalt, sein Vater - ehemaliger Jagdbomberpilot - ist Alkoholiker, der mit seinem Leben nicht klar kommt. Luke glaubt fest daran, dass seine Mutter, "wenn er irgendetwas richtig machte - absolut richtig machte - vielleicht wieder gesund würde." So schmuggelt er sie einmal aus der Anstalt, um mit ihr in London in ein Museum zu gehen und fühlt sich als Retter, als er bemerkt, wie sie lächelt und ihr Gesicht einen "rosigen ...weiterlesen...


Montag, 23. März 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (3)

"Nie mehr Frühling" ist der beeindruckende Erstlingsroman von Petra Hofmann, in dem das Leben der Hermine Stoll erzählt wird, gleichzeitig aber auch die Geschichte ihres Dorfes, beginnend mit der "neuen Zeit" in den 30igern des letzen Jahrhunderts bis in die 90iger Jahre. Dabei stehen überwiegend die Frauen im Focus, was nicht weiter verwunderlich ist, sind doch die meisten Männer zunächst im Krieg. "Auf dem Küchenboden liegt sie, vor dem Herd, zusammengekrümmt. Sie regt sich nicht. Mutter?, sagt Paul. In den Kleidern liegt sie da, die dünnen Beine in den Gummistiefeln. ... Ihm wir übel. Und doch muss er hinsehen, muss ihre Fratze betrachten, die ...weiterlesen...