Freitag, 20. Juli 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"Ein Buch wie ein Faustschlag" ist auf der Coverrückseite zu lesen. Ja, an vielen Stellen ist der Roman ein Faustschlag in die Magengrube bzw. ins Gehirn. Es sind Schilderungen von Morden, die dem Schlachten von Tieren ähneln. Mehrfach wiederholt, setzen sie sich als Bilder im Gehirn fest, die man wieder vor Augen hat, sobald man als Leser den Beginn der Wiederholung bemerkt. Der Roman spielt in der Warschauer Unterwelt der dreißiger Jahre. Jakub Shapiro, ein junger talentierter Boxer, und Kaplica, der Unterweltpate, sind die männlichen Protagonisten dieses Romans, in dem Frauen eine eher untergeordnete Rolle spielen als angepasste Dekoration ihrer Männer ...weiterlesen...


Freitag, 13. Juli 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Gedichte, Rezensionen | Kommentare (2)

"hauptsache es berührt" spricht schon durch die Aufmachung mein ästhetisches Empfinden an. Ergänzt werden die zweisprachigen Gedichte von ansprechenden doppelseitigen Fotografien vor jedem der vier Kapitel, die viel Raum für eigene Fantasien und Interpretationen lassen: die heilige widersetzt sich der verehrung, die geräusche der stadt, vor hellen Fenstern gestochen scharf, mückenlarven schlupfbereit Die Gedichte der jeweiligen Kapitel sind nummeriert, ohne Titel. In ihnen skizziert Joachim P. Harms Stimmungen, kurze Augenblicke und erzeugt entsprechende Stimmungsbilder, in die man sich begeben und verweilen kann, wenn man mag: 8 eine plastiktüte vorm wind schraubt sich empor, bleibt hängen im geäst. schwärme von hängeschlössern im maschendraht verstrickte liebesschwüre. vertäute schiffe. ein mann schrubbt ...weiterlesen...


Freitag, 29. Juni 2018 | Kategorie: Allgemein, Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (0)

Luisa ist ein zwölfjähriges Mädchen, begeisterte Leseratte, die alles verschlingt, was sie an Büchern bekommen kann, auch nachts noch bei Kerzenschein in ihrer Dachkammer. Sie lebt mit Mutter und Schwester als in Kiel Ausgebombte auf einem Gutshof ihres Schwagers Vincent, eines SS-Offiziers. Der Vater ist in Kiel geblieben. Er leitet ein Offizierskasino und taucht nur ab und zu mit diversen Luxusgütern auf, die es offiziell nicht mehr zu kaufen gibt. Woher er sie hat und welchen Preis er dafür zahlen muss, kann man nur erahnen. Das Leben während des Krieges ist für Luisa, ihre Mutter und Schwester mit vergleichbar wenig ...weiterlesen...


Dienstag, 26. Juni 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Pablo d'Ors ist von der "alles verändernden Kraft der Meditation", sicher auch aufgrund seiner langjährigen Erfahrungen, zutiefst überzeugt. In diesem kleinen Büchlein spricht er in völlig unaufgeregter Art und Weise von seinen Erfahrungen in und mit der Meditation und was es, was man braucht, um "erfolgreich" - ein Wort das er nie benutzten würde - zu meditieren: "Man soll nicht standhalten, sondern sich ausliefern. Sich nicht mühen, sondern hingebungsvoll leben. Sowohl die Kunst als auch die Meditation entspringen immer aus der Hingabe und nie aus der Anstrengung. Und das gleiche gilt für die Liebe. Die Anstrengung bringt Willen und ...weiterlesen...


Samstag, 23. Juni 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (3)

"Schlaraffenbauch" ist ein kunterbuntes Bändchen mit Gedichten für Groß und Klein, gut also fürs gemeinesame Lesen und Genießen für Erwachsene und Kinder. Wer jetzt aber glaubt, es ginge nur um die schönen Seiten der Kindheit, der wird enttäuscht sein. Denn Kindsein heißt ja nicht nur und immer im Schlaraffenland zu leben. Die kleinen und großen Kümmernisse wie Krankheit, Dämonen und Monster finden hier Gehör bzw. kommen zum Ausdruck, auch oder gerade mit ihren seelischen Komponenten. UAAAHHHH!!!!!! monster sizten überall vermehren sich schnell man kann nicht viel über sie wissen sind schon bei dir mit weitem maul mund oder loch mit zackenrand mit ohne hand schlucken das weltall verformen sich sind fürchterlich da! nicht da hinter ...weiterlesen...


Freitag, 22. Juni 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Im Untertitel heißt es nicht wie in einem Grimmschen Märchen, Von einem der auszog, das Fürchten zu lernen, sondern: Von einem der auszog, das Licht zu suchen. Prof. Dr. Jan Ilhan Kizilhan ist zweifach promovierter Psychotherapeut und spezialisiert auf die Behandlung traumatisierter IS- und Kriegsopfer. Er versucht, ihnen eine Rückkehr in ein Leben nach ihrer Traumatisierung zu ermöglichen. Geduldiges Abwarten, ob und wann sich ihm gegenüber jemand öffnet, um über das Unfassbare, Unerhörte zu sprechen, ist Teil seiner schwierigen Arbeit. Irgendwann nagen immer häufiger Zweifel an ihm, ob er überhaupt helfen kann, ob er der richtige Therapeut ist, ob er ...weiterlesen...


Dienstag, 19. Juni 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"'Wer hat mich gefunden? Wie sah ich aus?" Meine Mutter sitzt vor mir auf der Küchenbank, sie bestreicht sich ein Stück Baguette mit zerschmolzenem Camembert, sie sitzt, wie immer, wenn sie uns besuchte, auf dieser alten Holzbank, die Florian und ich als Studenten, vor über zwanzig Jahren auf einer Reise durch Polen gekauft hatten, sie nippt an ihrem Darjeeling und will alles über ihren Tod wissen." "War mein Anblick eine Zumutung für dich?'" Dieser lesenswerte, spannende Roman wird erzählt von der Tochter Antonias. Antonia ist gerade gestorben und ihre Tochter ist dabei, die Wohnung ihrer Mutter aufzulösen. Sie lässt sich viel Zeit damit. Gegenstände ...weiterlesen...


Montag, 11. Juni 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (2)

Dr. Harald Hiesl ist ein Wiener Architekt und auf dem Weg nach Afrika zu einem "Zukunftskongress" an dem er teilnehmen und ein Projekt vorstellen soll. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und ab und zu ein Verhältnis mit einer Belgierin, die er manchmal auf Konferenzen trifft. Als Leser begleitet man ihn auf seiner Reise. Doch es ist kein Reisebericht über Afrika, vielmehr eine Reise mit dem Protagonisten durch seine innere Gedankenwelt, über die er mal selbst in der Ich-Form erzählt und dann aus der distanzierteren Er-Perspektive. Stangls Roman weist keine kontinuierliche, linear erzählte Handlung auf. Die Erzählweise ist recht assoziativ ...weiterlesen...


Freitag, 8. Juni 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (0)

Nach "Drüberleben" und "Morgen ist es vorbei" ist nun ihr dritter Roman erschienen, der von Marlene Beckmann erzählt, einer Social Media Managerin, die an diesem Tag 31 Jahre alt wird. "Heute ist mein Geburtstag. Ich bin einunddreißig Jahre alt, mein Körper wohl eher einhundertfünf - zumindest fühlt er sich so an. Emotional bin ich so unreif, dass auch ich den vierten Anruf meiner Mutter an diesem Tag ignoriere." Statt Geburtstagsfeier mit Freunden ist dieser Geburtstag für Marlene eher ein (Horror-) Tag, wie sie viele in den Tagen, Wochen und Monaten davor bereits erlebt hat. Da gibt es viele "Vielleichts" in ihrem Denken, ...weiterlesen...


Mittwoch, 30. Mai 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (0)

Dieses bereits 2004 erschienene Buch ist nun in ergänzter und überarbeiteter Auflage neu herausgegeben worden. Ein Buch, das sich sicher an Menschen richtet, die als ehrenamtliche und als hauptamtliche Hospizmitarbeiter tätig sind. Meines Erachtens ist es darüber hinaus ein gut geschriebenes, sehr verständliches Buch, das allgemein Menschen dazu einlädt, sich über ihre (Geistes-) Haltung Gedanken zu machen, mit der sie in ihrem Leben unterwegs sind: "Ein Buch kann nicht den inneren Weg und die eigenen Erfahrungen ersetzten. Aber es möchte einladen, den eigenen Weg zu suchen, zu gehen und die dort gemachten Erfahrungen unter dem Gesichtspunkt von Spiritualität anzusehen und zu ...weiterlesen...