Montag, 2. März 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Das Lesen des Romans zaubert einem ein Lächeln ins Gesicht. Er kommt mit einer Leichtigkeit, mit Humor, feiner Ironie, Wortspielen und Neologismen daher, die einen durch den Roman tragen, unterhalten und gute Laune machen. Vier in Paris lebende, ältere Männer - Alain, Ramon, Charles und Caliban - sind allesamt auf der Suche nach guter Laune, nach Aufmerksamkeit und der Frage, worin eigentlich (noch) ihre Bedeutung liegen könne. So unterschiedlich sie sind, eint sie doch die Frage, wie, wo sie fündig werden. Der Ich-Erzähler begleitet sie - jeder ein Kauz für sich - kennt ihre (erotischen) Träume, ihre Sorgen und ...weiterlesen...


Samstag, 28. Februar 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"Man bringt zwei Dinge zusammen, die vorher nicht zusammengebracht wurden, und die Welt hat sich verändert. Vielleicht merken die Menschen es nicht gleich, aber das ist egal. Die Welt hat sich trotzdem verändert." Die Kapitelüberschriften verweisen auf die drei Dimensionen, in denen Dinge zusammengebracht werden können, die vorher nicht zusammen waren: "Die Sünde der Höhe", "Auf ebenen Bahnen" und "Der Verlust der Tiefe". Es geht vordergründig zunächst ums Ballonfahren und die ersten Luftaufnahmen sowie um Roziers ersten gescheiterten Versuch, mit einem neuartigen Aerostat den Ärmelkanal von Frankreich nach England zu überfliegen. Und doch geht es eigentlich immer um menschliches Leben, ...weiterlesen...


Dienstag, 24. Februar 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

In "Geschichten vom Sterben" erzählt Petra Anwar, unterstützt von John von Düffel von ihrer Arbeit als Palliativmedizinerin. Sabine Lenz schreibt über ihre Arbeit mit Krebskranken aus der Sicht einer Psychoonkologin, die meist bei ihr Hilfe suchen "gegen dieses Meer aus Angst, das sie hinaus und in die Tiefe zöge, wenn nicht Strände, Dünen und Wälle, soweit das Auge reicht, davor lagern würden." Es ist ein Kampf gegen "eine Todeslandschaft ohne jede Erhebung, nichts woran sich das Lebendige festmachen kann." Sie erzählt in einer an Bildern reichen Sprache, wie sie Kontakt zu PatientInnen aufnimmt, mit ihren jeweiligen Fragestellungen, Ängsten und Lebensthemen, ...weiterlesen...


Montag, 23. Februar 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"Alles wird hell" ist ein gelungener Debütroman! Ich habe schon lange keinen Roman mehr gelesen, der mich so fasziniert und gefesselt hat, trotz seiner Schlichtheit in Handlung und Sprache. Er verbindet Einfachheit mit Tiefgang. Und wie tief ich mich einlasse, das entscheide ich als Leser selbst, da mir nichts aufgezwungen wird. In fünf Kapiteln - fünf Lebensstationen und Zeitaltern entsprechend - erzählt Oda ihr Leben und das ihrer Familie, in die sie eingebunden ist, wenn auch als Grenzgängerin, die manchmal selbst nicht so genau weiß, wo sie hingehört. Schon als Fünfjährige faszinieren sie Grenzen und fordern sie heraus: einhalten oder ...weiterlesen...


Donnerstag, 19. Februar 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"Ein Tropfen Zeit" ist bereits 1969 erschienen, jetzt aber von der Edition Büchergilde in einer besonders schönen Ausgabe mit Gemälden von Kristina Andres neu aufgelegt. Ein bebilderter Roman? Natürlich schaut man sich zuerst die Bilder an: © "Kristina Andres/Edition Büchergilde" Ölgemälde im Original - viele Stilleben ähnlich - die zunächst nicht sehr aussagekräftig zu sein scheinen. Beginnt man aber mit der Lektüre des Romans, bemerkt man, dass die Gemälde wesentliche Aspekte der Handlung in dem entsprechenden Kapitel gekonnt sichtbar machen, was man aber erst nach dem Lesen beurteilen kann. Die Künstlerin wollte ihre Bilder "lose unter den Text legen, um jeder Festmalung ...weiterlesen...


Sonntag, 15. Februar 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (1)

"Ich habe immer behauptet, ich sei ein Pflegekind. Als ich noch klein war, habe ich es jedem Fremden erzählt, bis es sich wie eine Gewissheit in mir festsetzte. Eine Gewissheit, die noch heute da ist und mich daran hindert dazuzugehören." Der Ich-Erzähler dieses Debütromans von Jon Bauer wollte immer Pflegekind seiner Mutter sein, um ihre ungeteilte Aufmerksamkeit, Liebe und Zärtlichkeit zu bekommen, die ihm aus seiner Sicht vorenthalten wird, weil immer Pflegekinder im Haus sind. Sein Hass, seine Wut, seine Eifersucht steigern sich maßlos, als Robert ins Haus kommt, der sich vorbildlich, angepasst und außerordentlich nett verhält, ganz zur Freude seiner ...weiterlesen...


Montag, 9. Februar 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Gedichte, Rezensionen | Kommentare (1)

Nach "vom turm" ist nun ein neuer Gedichtband von günter abramowski erschienen, dem ein Satz von Parmenides vorausgeschickt wird: Nachdem alles als Licht und Nacht benannt ist und das ihrem jeweiligen Vermögen Entsprechende diesem und jenem zugeordnet ist, ist alles zugleich voll von Licht und von unsichtbarer Nacht, von beiden zugleich, da es nichts gibt, das nicht einem der beiden zugehört. Ja, es geht um Licht und Schatten, ums "aufwachen", "aufstehen", ums "leid" sein - so einige der Titel - um Wandlung, um die eigenen Schafs- und Wolfsanteile: ichschäfchen als wolf sich ausgeweidet perforiert ausbrechende perlen lose töne gerissener vergangenheit alleingelassener schmerz unser aller gelassener schmerz dieses ertrinkende meer in ...weiterlesen...


Sonntag, 1. Februar 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (1)

Der Roman "Untertauchen" erzählt vom Kuraufenthalt Nina Sergejewnas, einer alleinerziehenden Schriftstellerin aus Moskau, in einem Sanatorium nur für Schriftsteller, einer schönen hellen, warmen, abgekapselten Welt, zu der das Pesonal zur zum Bedienen Zutritt hat. Nicht einmal Bücher aus der Bibliothek dürfen sie Ausleihen. Nina freut sich darauf, "in der Stille arbeiten" zu können. "Zwischen diesen fremden Wänden kann ich zu mir kommen, mir selbst gegenübertreten. Aber offenbar steht mir keine ganz einfache Begegnung vor, denn von Anfang an versuche ich, ihr auszuweichen." Sie kapselt sich zunächst von den anderen ab und verweilt allein in der umliegenden Natur mit ihren Birkenwäldern und Tannen, ...weiterlesen...


Mittwoch, 28. Januar 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (1)

"Weinhebers Koffer" ist das erste Buch der Edition Kattegat, die Nikolaus Hansen im Dörlemann Verlag herausgibt, eine Reihe, deren Bücher mit dem Meer zu tun haben. Der Einband ist - wie stets - optisch und haptisch ein Genuss, zumal einen bei der Lektüre wieder ein zum Einband farblich passendes Leseband begleitet. Die Geschichte des Koffers beginnt ziemlich alltäglich: Elias, der Ich-Erzähler, braucht dringend ein besonderes Geburtstagsgeschenk für seine Freundin Lisa Winter und hat überhaupt noch keine Idee. Vorsichtshalber hat er aber schon einen Blumenstrauß und eine Dose Trüffel besorgt. Dazu soll sich das Rezensionsexemplar eines neuen Romans gesellen. Als er ...weiterlesen...


Montag, 26. Januar 2015 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (1)

Petra Anwar ist Palliativmedizinerin und betreut Schwerstkranke und ihre Angehörigen zu Hause. Mit der Hilfe von John von Düffel ist ein "Geschichtenbuch" der besonderen Art entstanden, das anhand von elf PatientInnen Lebensgeschichten "auf den letzten Metern" erzählt. "Dieses Buch enthält Geschichten, gegen die Angst, Geschichten der Zuversicht, dass sich auch schwierigste Situationen gemeinsam bewältigen lassen." So wie die Menschen sehr unterschiedlich gelebt haben, so gehen sie auch sehr unterschiedlich mit der Tatsache um, dass sie in absehbarer Zeit sterben müssen. Das bedeutet, dass die Patienten von der onkologischen Behandlung, die für sie immer noch mit der Aussicht auf Heilung oder zumindest ...weiterlesen...