Sonntag, 5. Februar 2012 | Kategorie: Aufgelesen, Buch-Rezensionen, Rezensionen, Rezensionen (diverse) |
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Am 6.02. also morgen Nachmittag ab 16.00 bietet der WDR in seiner Sendung "Daheim und Unterwegs" ab 16.00 eine Sendung zum Thema "Funkstille" an. Mit dabei sein werden die beiden, hier auch rezensierten Autorinnen (Links anklicken) Angelika Kindt, die als verlassene Mutter das Thema in ihrem Buch "Wenn Kinder den Kontakt abbrechen" aus der Sicht der Betroffenen dargestellt hat, und Tina Solimann, die "Funkstille" schrieb. Anwesend sein wird auch eine Psychologin, mit der Möglichkeiten besprochen werden sollen, aus (scheinbar) verfahrenen Situationen herauszukommen.
Bereits heute Morgen wird um 10.30 eine Sendung des SWR mit dem Titel "Du bist nicht mehr meine Mutter" wiederholt, ...
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Samstag, 4. Februar 2012 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen |
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Die typische Wildgansrezension von "Finsteres Glück" hat mich animiert, diesen Roman zu lesen. Ein Roman mit Tiefgang, einfach, still erzählt mit vielen, vielen Leerstellen zum Nachdenken, Grübeln über das, was erzählt wird:
Wie findet man als Psychologin Zugang zu einem Kind, das bei einem Autounfall die Eltern und zwei Geschwister verloren hat, sich an nichts mehr erinnern kann, aber genau weiß, dass es nicht zur Tante und zur Oma will, die aber beide als nächste Angehörige darauf bestehen, das Kind zu sich zu nehmen? Mit verheerenden Folgen für alle Beteiligten. Die Psychologin verliert ihre professionelle Haltung, aber gerade dadurch erhält sie Zugang ...
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Dienstag, 3. Januar 2012 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen |
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Ich beginne den Tag gern mit einem Tagesspruch, einer Losung, einem kurzen Text oder einem Gedicht. Zwei Jahre lang habe ich ein und dasselbe Buch gehabt, nun soll etwas Neues auf dem (Frühstücks-) Tisch liegen.
Ich habe mich für den Band "Mit einem Engel durch das Jahr" entschieden. Es sind 366 (!) meist einseitige Texte, überwiegend Gedichte, die sich mit der Existenz bzw. der Nichtexistenz von Engeln beschäftigtigen:
So bittet Mascha Kaleko in dem Gedicht "An meinen Schutzengel" nicht nur um eigenen Schutz, sondern auch um den ihres Sohnes:
"Seit langem bin ich tief in deiner Schuld.
Verzeih mir noch die eine - letzte - Bitte:
Erstrecke deine himmlische ...
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Montag, 2. Januar 2012 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen |
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" 'Hätte ich dich nur nicht bekommen, der Himmel weiß, dass drei schon genug sind in meiner Lage ...' " Diese "rückwirkende gedankliche Abtreibung" gilt Maria, der vierten und jüngsten Tochter der Witwe Anna Teresa Listru. Mit sechs Jahren wird Maria zu einer fill'e anima. "So nennt man die Kinder, die zweimal geboren werden, aus der Armut einer Frau und der Unfruchtbarkeit einer anderen. In dieser zweiten Geburt wurde Maria Listru zum späten Segen für Bonaria Urrai." Diese ist bereit sechzig Jahre alt und Schneiderin eines sardischen Dorfes. Bei ihr bekommt Maria ein eigenes Bett in einem eigenen Zimmer, sie kann zur Schule gehen, auch über die ersten Jahre ...
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Donnerstag, 29. Dezember 2011 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen |
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Das Buch "Vom Lieben & Sterben" thematisiert die im Untertitel genannten "Konflikte, Nöte und Hoffnungen Angehöriger" speziell von Krebspatienten. Anhand eigener Erfahrungen mit einer guten Freundin und aufgrund von anderen Betroffenen widmet sie sich den Angehörigen, die in ihrer Not oft gar nicht gesehen werden, weil sich in erster Linie alles um die Kranken dreht. Dobrick klärt auf und räumt auf mit den zum Teil romantisierenden Vorstellungen über den Krankheits- und Sterbeprozess, mit dem friedlichen Abschiednehmen als Endpunkt. Schaffen Angehörige nicht, diese Vorstellun-gen umzusetzen, und es gibt zahlreiche Gründe, so plagen sie sich lange mit Schuld-gefühlen, mit Scham, ihrer (oft nur ...
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Donnerstag, 8. Dezember 2011 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen |
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Trauernde müssen sich im Kontakt mit Nicht-Betroffenen viele, vermeintlich gut gemeinte Ratschläge anhören. Diese treffen fast immer ins Leere, weil sich niemand, der nicht schon einmal vom Todesfall eines sehr nahestehenden geliebten Menschen betroffen war, den inneren Zustand des Trauernden vorstellen, geschweige-denn verstehen kann.
Diese Erfahrung hat auch Kachler machen müssen, der als Psychotherapeut und Betroffener - er hat seinen sechzehnjährigen Sohn durch einen Verkehrsunfall verloren - nach einem Weg für seine Trauer gesucht hat. Er hat sich u.a. mit entsprechender Fachliteratur auseinandergesetzt, die fast alle dazu tendieren, den Trauernden zum Loslassen des Verstorbenen zu bewegen, was viele aber nicht können und auch nicht wollen, weil sie es als eine Art Verrat ...
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Samstag, 3. Dezember 2011 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen |
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"Da Maria beschlossen hatte zu sterben, würde ihre Katze sich allein durchschlagen müssen." Mit diesem Satz beginnt der Thriller 1933 in einem sowjetischen Dorf. Pavel hat die von Maria freigelassene Katze gesehen und will sie fangen. Seine Mutter Oksana befiehlt ihm, seinen Bruder Andrej mitzunehmen. Eine folgenschwere Entscheidung. Denn Andrej kehrt allein zurück. Zwanzig Jahre später kehrt Jora in Moskau nach einer Schneeballschlacht ohne seinen Bruder Arkadi zurück, der vor ihm weggelaufen ist. Später wird seine Leiche gefunden, grausam verstümmel. Für die Eltern ist es Mord.
Doch: "ES GIBT KEINE KRIMINALITÄT" in der Sowjetunion, denn sie ist dekadentes Merkmal kapitalistischer, westlicher Gesellschaften. Und so müssen die Eltern mit ...
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Donnerstag, 17. November 2011 | Kategorie: Buch-Rezensionen |
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Dass Rose Ausländer auch Prosa geschrieben hat, war mir bis jetzt unbekannt. Um so erfreuter war ich, als ich diesen Band in die Hände bekam, der ihre Kurzprosa, Erzählungen, Reden, journalistischen Arbeiten und Inter-views enthält. Liebevoll, zart und klar sind sie geschrieben wie ihre Gedichte und lassen hinter der Wirklichkeit eine andere, unbeachtete entstehen wie in Insomnia I deren erster Satz zum Titel geworden ist:
"Die Nacht hat zahllose Augen auf mich gerichtet. Sagte ich Augen? Pfeile. Sie sausen auf mich zu, stecken in meiner Haut, wer möchte da in meiner Haut stecken? Vergebens bemühe ich mich die ganze Nacht, sie heraus-zuziehen und über den Haufen ...
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Montag, 14. November 2011 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Denk-Würdiges, Rezensionen |
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"Hört die Sprache eurer Kinder und spürt ihren Traum, so wird auch eurer geweckt. Kinder sind ein Segen für euer eigenes Erwachen, wenn ihr anfangt, ihren Traum zu sehen und zu verstehen.
Unterstützt sie, damit ihre Weisheit zu ihnen kommen kann. Sie brauchen eure Liebe, eure Strenge, eure Klarheit und eure Wahrheit.
Vor allem brauchen sie von euch euren Austritt aus der Beziehung, so daß sie frei bleiben können für ihre Beziehung zur Welt."
aus: Sabine Lichtenfeld, Quellen der Liebe und des Frie-dens, Morgenandachten S. 129f., ein Buch mit Texten zu allen Bereichen des Lebens, die die Möglichkeit bieten, Gedanken mit in den Tag zu nehmen, über ...
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Donnerstag, 10. November 2011 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen |
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Wie Tilman Jens in "Abschied von meinem Vater" schreibt auch Arno Geiger von seinem an Demenz erkrankten Vater. Doch im Gegensatz zu Jens hat er die Möglich-keit, Kontakt zu seinem Vater aufzubauen, nachdem er die anfänglichen Schwierigkeiten und Überforderungen, sich auf die veränderte Art des Vater einzustellen und einzulassen, überwunden hat. Es entsteht eine Innigkeit, die vor der Krankheit nicht bestanden hat: "Es gibt etwas zwischen uns, das mich dazu gebracht hat, mich der Welt weiter zu öffnen. Das ist sozusagen das Gegenteil von dem, was der Alzheimerkrank-heit normalerweise nachgesagt wird - dass sie Verbindungen kappt. Manchmal werden Verbindungen geknüpft." Er erfährt ein Glück, "das mit der Nähe zum Tod eine besondere Dichte erhält. Dort ...
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