Samstag, 1. Mai 2010 | Kategorie: Buch-Rezensionen | Kommentare (0)

Folgende Aufschrift ist der Wunsch Murakamis für seinen Grabstein: Haruki Murakami Schriftsteller (und Läufer) Zumindest ist er nie gegangen. Nie zu gehen während eines Laufes, ist das Ziel Murakamis, des Langstreckenläufers, der seit mehr als einem Vierteljahrhundert läuft und mittlerweile an seinen Zeiten merkt, dass er älter wird. Doch mit dem Laufen aufzuhören, das kommt für ihn (noch) nicht in Frage. Warum er läuft und was sein Laufen mit der Schriftstellerei zu tun hat, das erfährt man in dem soeben als Taschenbuch erschienenen Laufbuch Murakamis: "Sich selbst bis an seine persönlichen Grenzen zu verausgaben ist die Essenz des Laufens und eine Metapher für das Leben überhaupt (und für mich ...weiterlesen...


Freitag, 12. März 2010 | Kategorie: Buch-Rezensionen | Kommentare (0)

Jasmin Reisig, Mutter von zwei Kindern wird erdrosselt. Mit einem Seil aus Strohseide. Im Münchner Kommissariat gibt es zwei weitere ungelöste Fälle, die aber außer dem Mordwerkzeug und der Tatsache, dass die beiden anderen Erdrosselten Eltern waren, keine weiteren Parallelen aufzeigen. Alle Ermittlungsergebnisse werden miteinander verglichen: Nichts. Die verschiedenen Familienangehörigen von Jasmin Reisig verstricken sich immer stärker in Widersprüche, was zu immer mehr Verdächtigen mit unterschiedlichen Motiven führt und Familienverhältnisse aufdeckt, bei denen sich einem die Haare sträuben. Doch wirklich weiter kommen die Ermittler nicht, bis Endres, der Nachfolger des blinden Jonas Vogel, diesen - sehr zum Verdruss seines in der Kommission arbeitenden Sohnes Max Vogel - um Hilfe bittet, da er ...weiterlesen...


Mittwoch, 10. März 2010 | Kategorie: Buch-Rezensionen | Kommentare (13)

Dass Männer jüngere Frauen bevorzugen ist die Regel, mittlerweile gibt es aber immer mehr Frauen, die Beziehungen zu jüngeren Männern haben. Warum nicht? Was man als in Vavriks Roman "Nacktbadestrand" erfährt, gehört m.E. ins Reich erotischer Phantasien, so wie die Geschichten, die sich die Protagonistin, Frau Vavrik, ausdenkt und z.T. auf Bestellung produziert. Wegen Schlafstörungen, die massiv nach der Schließung ihrer Buchhandlung mit 78 Jahren angefangen haben, geht sie zum Arzt, der sie u.a. nach ihrem Geschlechtsverkehr fragt und ihr den Rat gibt, es übergangsweise mit Baldriantropfen vor dem Schlafengehen zu versuchen und eine Kontaktanzeige aufzugeben. Gesagt, getan, die Baldriantropfen werden gekauft, helfen ...weiterlesen...


Mittwoch, 3. März 2010 | Kategorie: Buch-Rezensionen | Kommentare (0)

Eins vorweg: Ich finde die Figur des Tabor Süden nach wie vor interessant, seine verschiedenen Arten zu schweigen, seine Gedanken über Gott und die Welt, seine Art zu ermitteln und seine Vermisstenfälle ebenfalls. Aber die schmaleren Bände "Tabor Süden und..." haben mir insgesamt besser gefallen. In diesem Roman geht es um Lucy, Tochter von Christoph Arano -  vor über dreißig Jahren aus Nigeria nach Deutschland gekommen -  die nach dem Tod ihrer Mutter ständig auf äußerst brutale Art und Weise Straftaten begeht, dafür zwar noch nicht belangt werden kann, aber deshalb stadtbekannt ist. Viele bei der Polizei warten nur darauf, dass sie 14 und damit strafmündig wird, ...weiterlesen...


Freitag, 12. Februar 2010 | Kategorie: Buch-Rezensionen | Kommentare (2)

Vor ca. 14 Jahren habe ich diesen Band geliehen bekommen, mindest drei Umzüge hat er mitgemacht. Ich wusste nicht einmal mehr, dass ich ihn (ausgeliehen) hatte. "Bruder Feuer" hat mich ins Regal sehen lassen, ob nicht noch weitere Bücher von Luise Rinser dort stehen. Ich bin fündig geworden, habe es mit Interesse gelesen und Anregungen in Glaubensfragen bekommen, die mich "zwischendurch" immer wieder, immer noch beschäftigen. Luise Rinser geht in diesem Band auf Fragen meist junger Leser ein -  in Briefen an sie gestellt -  die sie beantwortet. Es sind Fragen nach dem "Sinn des Lebens", nach "Himmel, Hölle, Teufel", "Angst vor dem Sterben" ,um nur einige Überschriften aufzulisten. Und ihre ...weiterlesen...


Mittwoch, 10. Februar 2010 | Kategorie: Buch-Rezensionen | Kommentare (0)

In dem Roman "Zigeunerblut" erzählt Sabina als bereits alte Frau aus der Ich-Perspektive ihr Leben als Findelkindes, das bei Zigeunern aufwächst, Liebe und Zuneigung aber nur solange erfährt wie sein Ziehvater in seiner Schmiede arbeitet. Als er von den Sowjets geholt wird, weil er nicht in und für die Kolchose arbeiten will, wird es wie Aschenputtel behandelt, vom Stiefvater sogar vergewaltigt. "Seit jener Nacht war mir alles egal. Als ob etwas in mir abgestorben war, ohne überhaupt geboren worden zu sein." Sabina legt sich viele Seelen, Gesichter zu, verhindert, dass Menschen ihr in die Seele sehen können, und ist dennoch davon überzeugt, dass der Mensch, also auch sie ...weiterlesen...


Dienstag, 9. Februar 2010 | Kategorie: Buch-Rezensionen | Kommentare (1)

Tabor Süden, eine der Kommissarfiguren  Friedrich Anis, ermittelt immer noch auf der Vermisstenstelle der Kripo, ist immer noch der Ausnahmepolizist, ein Schweiger, der lieber zuhört als Fragen zu stellen, der Zeugen mit seinem Schweigen oft unsicher macht, der während der Vernehmungen lieber steht und auch damit irritiert. Mir haben die Krimis allesamt gut gefallen. Der schwächste war für mich "Süden und das verkehrte Kind" , der Klappentext verrät sehr viel, die Ermittlungen machen die Beweggründe des Kindes wegzulaufen aber nicht wirklich deutlich. Am besten finde ich "Süden und der glückliche Winkel", eine Vermissung, die eigentlich gar keine ist. Denn der Vermisste befindet sich noch ...weiterlesen...


Samstag, 6. Februar 2010 | Kategorie: Buch-Rezensionen | Kommentare (2)

Gabriela hat mich in ihrem Kommentar zu Christian Bobins Biografie über Franziskus von Assisi auf die Darstellung Luise Rinsers in "Bruder Feuer" aufmerksam gemacht. Ich habe das Bändchen in meinem Regal stehen und es gelesen. Die 1975 entstandene Biografie ist nach Rinsers eigenen Angaben der Versuch einer "Verpopung der Geschichte des Franziskus von Assisi" vergleichbar mit den damaligen Versuchen von Musikern, Klassiker dem Geschmack des Publikums näher zu bringen. Ein Journalist soll in der "nüchternen Sprache eines skeptischen Zeitungsreporters" eine Reportage über Franz schreiben, dem als "Hexer", Verführer Minderjähriger der Prozess droht. Unlustig macht sich der Reporter auf den Weg ...weiterlesen...


Samstag, 30. Januar 2010 | Kategorie: Buch-Rezensionen | Kommentare (5)

Dieses Buch ist eine Entdeckung. Es ist eine Biografie über Franz von Assisi, gleichzeitig eine originelle Geschichte der Entwicklung des christlichen Abendlandes, die letztlich kein wichtiges Thema, auslässt, dennoch gut lesbar, spannend und wunderbar naiv, fast mystisch geschrieben, wobei die benutzten Metaphern oft sehr direkt und derb sind. Bobin spricht zu Beginn von der Schönheit aller liebender Mütter:" Die Schönheit kommt von der Liebe, wie der Tag von der Sonne kommt, wie die Sonne von Gott kommt, wie Gott durch eine von ihren Niederkünften erschöpfte Frau ans Licht kommt." Franz lässt alles hinter sich, seine Eltern, die sich ihm widersetzen, seine Herkunft, seinen Status, vermeintliche Sicherheiten und ...weiterlesen...


Mittwoch, 27. Januar 2010 | Kategorie: Buch-Rezensionen | Kommentare (2)

Nein, sterben wird sie nicht, jedenfalls jetzt noch nicht. Da ist Helene Wesendahl sich sicher. Aber nichts ist mehr wie es vor ihrer Einweisung in eine Klinik gewesen ist, in die sie wegen einer Hirnblutung eingeliefert wurde. Mühsam versucht sie sich zu erinnern,  wer sie ist und was mit ihr passiert ist und gerät dabei an körperliche, seelische und sprachliche Grenzen.  Denken und Wahrnehmung scheinen zu funktionieren, doch ihre Sprache und ihr Erinnerungsvermögen hinken hinterher.  Dem Klinikpersonal ausgeliefert, versucht sie dennoch ihre Eigenständigkeit und Würde zu behalten, weigert sich bestimmte Therapien mitzumachen, weil sie den Eindruck hat, nicht wirklich wahrgenommen zu werden. "Wenn einer ...weiterlesen...