Montag, 28. Juni 2010 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Gedichte | Kommentare (2)

Mehrere Gedichtbände von Rose Ausländer habe ich bereits im Regal stehen. Nun habe ich noch die kleine, gebundene Ausgabe des Fischer-Verlages gekauft, einfach weil das Büchlein so klein und daher gut mitzunehmen ist. Denn die Gedichte von Rose Ausländer in ihrer Kürze, Tiefe, Wortgewaltigkeit, Tiefgründigkeit, Klarheit und Geheimnishaftigkeit (-kennt einer ein besseres Wort? Der Duden hilft mir hier auch nicht weiter-) mag ich in fast allen Lebenslagen. Und immer wieder schrieb sie über Worte, Sprache  und ihre Wirkungen: Sprich Sprich lieber Freund ich weiß du kannst zaubern Mach aus der Welt ein Wort Dein Wort ist eine Welt Rose Ausländer, Gedichte, hrsg. v. Helmut Braun, Frankfurt/M 6. Aufl. 2010, 381 S. , ISBN ...weiterlesen...


Donnerstag, 24. Juni 2010 | Kategorie: Buch-Rezensionen | Kommentare (2)

Hier, diesen Krimi musst du lesen! sagte mein Sohn mir bei meinem Besuch in Berlin. Ich nahm "Grabesgrün" mit und glaubte, ihn am Wochenende danach zurückgeben zu können, da gute Krimis von mir innerhalb kürzester Zeit verschlungen werden. Mit diesem Krimi hatte ich von Anfang an Schwierigkeiten. Ihn "häppchenweise" zu lesen, war bei der Länge der Kapitel schwierig. Besonders spannend war der Beginn des Romans auch nicht. Dann habe ich mich entschlossen, mir Zeit zu nehmen und mich einzulesen. Ist mir auch gelungen. Ich hab' ihn zu Ende gelesen und er hat mir gefallen. Adam Robert Ryan und Cassie Maddox sind ein eingespieltes Ermittlerduo, ...weiterlesen...


Mittwoch, 16. Juni 2010 | Kategorie: Buch-Rezensionen | Kommentare (2)

Zeynep, die Ich-Erzählerin ist Journalistin, arbeitslos und frisch von ihrem Freund getrennt, als ihre Eltern einen Anruf aus der Türkei bekommen, die Großmutter liege im Sterben. Sie fliegen unverzüglich in die Türkei. Vier Wochen haben sie sich frei genommen, dann steht der Rückflug an, doch die Großmutter lebt noch. Zeynep pflegt, begleitet und redet mir ihrer Großmutter, mal haben sie innigen Kontakt, dann wieder ist ihr die Großmutter einfach nur fremd, wie die gesamte Familie mit ihrem Geheimnis, hinter das sie nur so langsam kommt, da jeder nur bruchstückhafte Andeutungen macht. Als sie die ganze Wahrheit erfährt, kann sie die mit ihren Erfahrungen mit dem Großvater nicht vereinbaren: ...weiterlesen...


Dienstag, 1. Juni 2010 | Kategorie: Buch-Rezensionen | Kommentare (1)

In Ceaucescus Rumänien der 80iger Jahre des letzten Jahrhunderts wartet die Familie Windisch auf ihre Ausreise in den Westen. Sie zahlt immer mehr Naturalien, in der Hoffnung, damit die Ausstellung der Papiere beschleunigen zu können, wohlwissend, dass sie der Willkür der korrupten Beamten und des involvierten Pfarrers ausgeliefert ist, der mit weiblichen Ausreisewilligen regelmäßig die "Taufscheine im Register sucht". Jeder im Dorf weiß, was das heißt. Windisch glaubt immer noch, seine Tochter davor bewahren zu können. Die Erzählung schildert das Leben im Dorf während der Wartezeit - immer mehr Menschen verlassen das Dorf - die Geschichte der Eheleute Windisch, die beide jemand ...weiterlesen...


Mittwoch, 26. Mai 2010 | Kategorie: Buch-Rezensionen | Kommentare (2)

Wer wollte nicht ehrlich zu sich selbst sein? Authentisch sich selbst gegenüber und im Kontakt mit anderen? Der Autor zeigt gut lesbar und nachvollziehbar auf, was einen daran hindert, es tatsächlich auch umzusetzen. Es sind die eigenen, oft unbewussten Glaubenssätze, die man früh gelernt und ungefragt übernommen hat. Er erklärt ihre Entstehung  und die Auswirkungen aufs tägliche Leben. Bin ich der Typ "Kamel", "Hase", "Ameise" oder "Löwe" und reagierte oft automatisch, sozusagen auf "Knopfdruck" als dieser Typ, wenn ich durchs Leben gehe? Woran merke ich, ob ich authentisch handele oder ob ich nur re-agiere? Was verraten mir die kleinen Wörtchen "eigentlich", "aber" oder "man"? Und: Wie schaffe ich es, ...weiterlesen...


Sonntag, 2. Mai 2010 | Kategorie: Buch-Rezensionen | Kommentare (1)

Was macht man/frau, wenn in einer Beziehung die Liebe abhanden gekommen zu sein scheint? Wenn man glaubt: " Sie würde sich von mir ebenso schwer trennen, wie von ihrem Puder oder ihren Lockenwicklern. Ich bin für sie eine unumgänglicher Bestandteil ihres Boudoirs." Sie unter fadenscheinigen Umständen verlassen oder bis zum Tode zusammenbleiben? Pikanterweise lebt Wanja Lajewski mit der verheirateten Nadeschda Fjodorowna in wilder Ehe zusammen, was ihr die Türen zu den meisten "anständigen" Häusern verschließt. Während er wild über eine Zukunft ohne sie spekuliert und sich Geld zu leihen versucht, beginnt sie eine Affäre mit einem angesehenen Bürger, ist aber schon nach dem ersten Treffen entsetzt über ihr Verhalten, was ihr nicht viel ...weiterlesen...


Samstag, 1. Mai 2010 | Kategorie: Buch-Rezensionen | Kommentare (0)

Folgende Aufschrift ist der Wunsch Murakamis für seinen Grabstein: Haruki Murakami Schriftsteller (und Läufer) Zumindest ist er nie gegangen. Nie zu gehen während eines Laufes, ist das Ziel Murakamis, des Langstreckenläufers, der seit mehr als einem Vierteljahrhundert läuft und mittlerweile an seinen Zeiten merkt, dass er älter wird. Doch mit dem Laufen aufzuhören, das kommt für ihn (noch) nicht in Frage. Warum er läuft und was sein Laufen mit der Schriftstellerei zu tun hat, das erfährt man in dem soeben als Taschenbuch erschienenen Laufbuch Murakamis: "Sich selbst bis an seine persönlichen Grenzen zu verausgaben ist die Essenz des Laufens und eine Metapher für das Leben überhaupt (und für mich ...weiterlesen...


Freitag, 12. März 2010 | Kategorie: Buch-Rezensionen | Kommentare (0)

Jasmin Reisig, Mutter von zwei Kindern wird erdrosselt. Mit einem Seil aus Strohseide. Im Münchner Kommissariat gibt es zwei weitere ungelöste Fälle, die aber außer dem Mordwerkzeug und der Tatsache, dass die beiden anderen Erdrosselten Eltern waren, keine weiteren Parallelen aufzeigen. Alle Ermittlungsergebnisse werden miteinander verglichen: Nichts. Die verschiedenen Familienangehörigen von Jasmin Reisig verstricken sich immer stärker in Widersprüche, was zu immer mehr Verdächtigen mit unterschiedlichen Motiven führt und Familienverhältnisse aufdeckt, bei denen sich einem die Haare sträuben. Doch wirklich weiter kommen die Ermittler nicht, bis Endres, der Nachfolger des blinden Jonas Vogel, diesen - sehr zum Verdruss seines in der Kommission arbeitenden Sohnes Max Vogel - um Hilfe bittet, da er ...weiterlesen...


Mittwoch, 10. März 2010 | Kategorie: Buch-Rezensionen | Kommentare (13)

Dass Männer jüngere Frauen bevorzugen ist die Regel, mittlerweile gibt es aber immer mehr Frauen, die Beziehungen zu jüngeren Männern haben. Warum nicht? Was man als in Vavriks Roman "Nacktbadestrand" erfährt, gehört m.E. ins Reich erotischer Phantasien, so wie die Geschichten, die sich die Protagonistin, Frau Vavrik, ausdenkt und z.T. auf Bestellung produziert. Wegen Schlafstörungen, die massiv nach der Schließung ihrer Buchhandlung mit 78 Jahren angefangen haben, geht sie zum Arzt, der sie u.a. nach ihrem Geschlechtsverkehr fragt und ihr den Rat gibt, es übergangsweise mit Baldriantropfen vor dem Schlafengehen zu versuchen und eine Kontaktanzeige aufzugeben. Gesagt, getan, die Baldriantropfen werden gekauft, helfen ...weiterlesen...


Mittwoch, 3. März 2010 | Kategorie: Buch-Rezensionen | Kommentare (0)

Eins vorweg: Ich finde die Figur des Tabor Süden nach wie vor interessant, seine verschiedenen Arten zu schweigen, seine Gedanken über Gott und die Welt, seine Art zu ermitteln und seine Vermisstenfälle ebenfalls. Aber die schmaleren Bände "Tabor Süden und..." haben mir insgesamt besser gefallen. In diesem Roman geht es um Lucy, Tochter von Christoph Arano -  vor über dreißig Jahren aus Nigeria nach Deutschland gekommen -  die nach dem Tod ihrer Mutter ständig auf äußerst brutale Art und Weise Straftaten begeht, dafür zwar noch nicht belangt werden kann, aber deshalb stadtbekannt ist. Viele bei der Polizei warten nur darauf, dass sie 14 und damit strafmündig wird, ...weiterlesen...