Samstag, 16. Januar 2010 | Kategorie: Buch-Rezensionen | Kommentare (9)

" 'Hattest du angenommen, ich würde mich in den verwandeln, in den mich meine Umgebung hier nur allzu gern verwandeln will? Begreif doch endlich: Alte Leute sind weder Bekloppte noch Säuglinge, die man füttern trockenlegen und mit 'Guck mal' im Kinderwagen spazierenfahren kann. Ich sehe soviel, Anne, was du anscheinend nicht siehst. Deine Welt aber interessiert mich immer weniger.' " Franz Maus, ehemaliger Journalist, muss ins "Haus Lebensabend", da er an Magenkrebs erkrankt, allein stehend ist und  nicht mehr allzu lange leben wird. Aus seiner Perspektive erfährt der Leser, wie Franz  bis zum Schluss seine Würde und Selbstständigkeit bewahrt, wie er das Verhalten des Personals, des Pfarrers und der Angehörigen als  unaufrichtig, verlogen und ...weiterlesen...


Donnerstag, 14. Januar 2010 | Kategorie: Buch-Rezensionen | Kommentare (2)

Die hochschwangere Julia trifft im Park auf die hochbetagte Klara, die in diesem Moment ihren Namen nicht mehr weiß. "Geben Sie mir einen Namen, irgend einen, den ich weitersagen und vergessen kann." Beide finden sich merk-würdig, fühlen sich dennoch von der anderen angezogen. Julia kommt die alte Frau sogar bekannt vor. Irgendwie, ein bisschen. Während Julia ihr Kind zur Welt bringt und versucht, in die Mutterrolle zu finden, verliebt sich Klara im Altenheim in einen ebenfalls dementen, aber charmanten Herrn.  Sie haben das Glück, dass nicht beide zur gleichen Zeit ihre Ausfälle haben und so füreinander sorgen und sogar kleinere Ausflüge zum See unternehmen ...weiterlesen...


Mittwoch, 13. Januar 2010 | Kategorie: Buch-Rezensionen | Kommentare (2)

Dieser Roman setzt da ein, wo "Das verborgene Wort" aufhört. Er erzählt die Geschichte der Hilla Palm, die gegen den Willen der Eltern, mit Unterstützung von Autoritätspersonen wie dem Lehrer und Pfarrer des Dorfes, das Gymnasium besucht, mit dem Ziel, ein sehr gutes Abitur zu machen, um dann mit einem Stipendium studieren zu können, auch wenn sie damit den Traum ihrer Mutter vom Leben der Tochter platzen lässt. Diese hat für sie "den Traum einer Kinderschwester geträumt ..., den Traum mit einer Heirat mit einem staatse Kääl, Peter Bender, der jet an de Föß hätt." Aber Hilla will lernen, sich die Welt der Wörter, der Freiheit, des eigenen ...weiterlesen...


Montag, 30. November 2009 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (3)

Ja, ich weiß, über Herta Müller und diesen Roman ist soooo viel geschrieben worden. Deshalb werde ich euch mit einer "normalen" Rezension verschonen, es gibt so viele kluge, gut geschriebene, da braucht es meine nicht (mehr). Ich habe den Roman schon vor der Verleihung des Nobelpreises gekauft und angefangen zu lesen, weil mich die Romane Herta Müllers, vor allem aber ihre Sprache, immer schon fasziniert haben. Nie leichte Kost, aber immer "außer-gewöhnlich". So auch dieser Roman, der wenig äußere Handlung erzählt, sondern oftmals Assoziationen beschreibt, die der Häftling, ein junger Deutscher in Rumänien, mit bestimmten Gebrauchsgegenständen im russischen Gefangenenlager und seiner Umgebung verbindet ...weiterlesen...