Dienstag, 11. Dezember 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"Das Adelsgut" liegt in einer Neuübersetzung im Manesse Verlag vor, im typischen Kleinformat, fein gestaltet mit Lesebändchen und farbig abgestimmter Bindung, die ab und zu zwischen den Seiten "aufblitzt". Ich liebe diese kleinformatigen Romanausgaben, passen sie doch in jede Handtasche. Fjodor Lawrezki kehrt nach Jahren im Ausland in seine russische Heimat zurück - ohne seine Ehefrau und ihr gemeinsames Kind. Er will das Gut seiner Eltern übernehmen, bewirtschaften und - vom Leben enttäuscht - zurückgezogen leben. Über das, was er im Ausland erlebt hat spricht er nicht. Der auktoriale Erzähler allerdings klärt den Leser darüber und auch über die schwierige Kindheit ...weiterlesen...


Freitag, 7. Dezember 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (0)

Gedacht ist dieses Büchlein von nur 41 Seiten, gestaltet als Doppelseite mit Gedanken Bonhoeffers und einer dazu passenden Illustration, als Trostbuch, "weil ein Mensch, mit dem Sie in Liebe verbunden sind, gestorben ist." Geschrieben hat Bonhoeffer diese Texte "voller Stärke und Zuversicht" im Gefängnis, in einer Zeit, in der für ihn wenig Hoffnung bestand, je wieder aus dem Gefängnis entlassen zu werden. An Bonhoeffer wurde am 9. April 1945 das Todesurteil vollstreckt, wie dem Anhang zu entnehmen ist. Optimismus ist seinem Wesen nach keine Ansicht über die gegenwärtige Situation, sondern er ist eine Lebenskraft, eine Kraft der Hoffnung, wo andere resignieren, eine ...weiterlesen...


Dienstag, 4. Dezember 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (2)

Rainer Moritz, Leiter des Literaturhauses Hamburg, erinnert sich anhand von Gegenständen, die er mit seinem Vater in Verbindung bringt, nach dessen Tod an das Leben mit ihm als Vater. Den Ausführungen, die er seiner Mutter gewidmet hat, stellt er folgendes Zitat von Gerhard Meier voran: "So hat man über die Dinge immer auch Kontakt mit dem Dahingegangenen." Moritz beginnt seine Erinnerungen mit dem Anruf seiner Mutter: "Rainer, Vati ist gestorben ... Hat meine Mutter das so gesagt? Vermutlich, ein Ausdruck wie Vati ist eingeschlafen wäre ihr nicht in den Sinn gekommen. Das nüchterne, unpathetische Wort eher. Vati ist gestorben. ... Eingeschlafen sei ...weiterlesen...


Montag, 3. Dezember 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (4)

In "Stille" stand eher die Suche nach Stille im Lauten im Vordergrund als das Gehen selbst. In dem gerade erschienenen Band bietet Kagge dem Leser eine sehr persönlich gehaltene, mit vielen eigenen Erfahrungen und Erlebnissen gespickte "Anleitung" zum Gehen an. Seine Ausführungen beginnen mit seiner Großmutter: "Eines Tages konnte meine Großmutter nicht mehr gehen. An diesem Tag starb sie. Physisch lebte sie noch eine Weile, doch die neuen Knie, die man ihr anstelle der alten eingesetzt hatte, waren abgenutzt und konnten ihren Körper nicht mehr tragen. Da sie im Bett liegen musste, schwand auch die Kraft ihrer Muskeln. ... Zu diesem Zeitpunkt hatte ich ...weiterlesen...


Freitag, 30. November 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (2)

Es ist nur ein kleines Büchlein. Zunächst ein wenig irritierend, denn die Einführung steht hinten im Buch und ist so zu lesen, dass man nicht - wie gewohnt - von rechts nach links umblättern kann, sondern von links nach rechts. Der Buchhändler hat mir versichert, das habe seine Richtigkeit, in Japan würden Bücher so gedruckt. Ok, also anders herum, nach einiger Zeit haben meine Synapsen mitgemacht. Dennoch ein ungewohntes Gefühl. Auf fast allen Seiten steht oft nur ein Satz, der meist gleich beginnt: Ohne Verlangen - Es ist keinesfalls ein Buch, das man einfach so liest. Die Sätze "schreien" ...weiterlesen...


Mittwoch, 28. November 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Der Titel ist eher irreführend, zumindest für mich. Ich bin mit der Erwartung an den Roman herangegangen, etwas über "Nettes kurzen Sommer" zu erfahren, in dem sie als Person im Mittelpunkt steht. Der Roman umfasst allerdings einen Zeitraum von 1817-1821, immerhin vier Jahre, also nicht nur einen Sommer. Der Roman beginnt mit Anmerkungen der Autorin über ihre Quellen und ihren Umgang damit und weist den Leser einerseits auf die historische Bezogenheit des Romans hin und andererseits auf die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit literarischer Freiheiten. Danach begegnen wir dem Studenten Straube und dem Freifräulein Annette von Droste-Hülshoff in trauter Gemeinsamkeit, die aufgrund der ...weiterlesen...


Montag, 19. November 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (0)

Juhu! Der 7. Rath-Roman ist da. Spannend und interessant wie auch seine Vorgänger, gut geeignet für trübe Novemberabende oder -wochenenden. Mittlerweile ist Hitler an der Macht. Die politischen Veränderungen und die damit verbundenen Konsequenzen sind auch für Gereon Rath seine Frau Charly und den Pflegesohn Fritz spürbar. Gereon hat es zunächst mit einem scheinbar einfachen Verkehrsunfall zu tun und ist äußerst missmutig, überhaupt zu diesem Fall herangezogen worden zu sein, weil unter seinem Niveau als Oberkommissar, der er inzwischen geworden ist. Doch Zeugenaussagen über den Hergang des Verkehrsunfalles, als geheim eingestufte Dokumente in der Aktentasche des einen Unfallopfers, der mit ...weiterlesen...


Donnerstag, 8. November 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Prinzessin Märtha Louise und ihre Freundin und Geschäftspartnerin Elisabeth Nordeng wollen - in Zusammenarbeit mit Kristin M. Hauge - mit diesem Buch zeigen, dass und wie Empfindsamkeit stark machen kann Es ist ein sehr persönlich gehaltenes Buch. Märtha und Elisabeth erzählen im Wechsel von ihrer Kindheit und Jugend, ihrem Erwachsenen- und Arbeitsleben und gehen in weiteren Kapiteln auf ihre besondere Nähe zu Tier und Natur, auf die Besonderheiten und Schwierigkeiten in ihren Beziehungen ein, um dann in eine Art Dialog mit ihren LeserInnen zu kommen. Tipps und Übungen für den Alltag runden dann ihre gut lesbaren Ausführungen ab. Wenn man sich bereits ...weiterlesen...


Mittwoch, 31. Oktober 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Nur Narren war es früher gestattet, die Wahrheit am Hofe auszusprechen. Sie hatten die sprichwörtliche "Narrenfreiheit". Vielleicht gehört auch die Figur des Adligen Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen dazu, bekannt als "Lügenbaron". In diesem Roman lässt der russische Schriftsteller Krzyzanowski Münchhausen in den zwanziger Jahren des letzen Jahrhunderts nach Berlin zurückkehren. Sinnigerweise entsteigt diese schillernde Figur seinem eigenen Roman, in den er später dann, nach seinen Reisen, die ihn nach London und nach Russland führen, zurückkehrt. selbstverständlich nachdem er einem oft ungläubig staunenden, aber ausgewählten Publikum seine diversen Reiseerlebnisse erzählt hat: "Und von allen Seiten - von rechts, von links, ...weiterlesen...


Freitag, 19. Oktober 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (0)

Das Cover dieses neu erschienenen Bandes täuscht ein wenig. Mann wie Frau scheinen alterslos, also gleichaltrig. Der tatsächliche Altersunterschied zwischen den Frauen und ihren jüngeren Freunden, Geliebten, von denen in den Texten die Rede ist, ist teilweise aber erheblich. Einige könnten Söhne der jeweiligen Frauen sein. Dennoch verstehe ich nicht, weshalb der Begriff "Boys" benutzt wird, genauso wenig wie die immer weiter um sich greifende Bezeichnung "Mädels" auch für erwachsene Frauen. Ich sehe in diesen "Verniedlichungen" einfach keinen Sinn Trotz bekannter Ehepaare von großem Altersunterschied zwischen Frau und Mann - wie Frankreichs Première Dame Brigitte Macron und ihr Ehemann - ist ...weiterlesen...