Montag, 23. April 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Der neue von Kat Menschik illustrierte Band liegt vor: Wie immer eine wunderschöne Ausgabe, mit eindeutiger "Handschrift" in der Art der Gestaltung und der Auswahl der Farben. Nicht zu übersehen, laut und dennoch ästhetisch! Zudem feinsinnig die jeweiligen Geschichten interpretierend. Die "Unheimlichen Geschichten" von Edgar Ellen Poe, ausgewählt von Fjodor Dostojewski, einem Verehrer Poes, erhalten durch Menschiks Illustrationen eine greifbar optische, sinnliche, tiefere Dimension. Sie hat sich mit Sicherheit intensiv mit den Texten auseinandergesetzt und erleichtert dem Leser das Begreifen der tiefsten Schichten dieser Erzählungen, in denen die jeweiligen Erzähler sehr darauf bedacht sind, nicht für verrückt gehalten zu werden: ...weiterlesen...


Donnerstag, 19. April 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (1)

Der 30. März 1924 ist ein Sonntag. Ein in jeder Hinsicht besonderer Tag. Es ist Muttertag, damals Mothering Sunday genannt. Jane ist Dienstbotin bei Mr. und Mrs. Niven und hat an dem Tag wie alle Dienstboten frei. Die Herrschaften nutzen den Tag in der Regel für Picknicks mit anderen Familien, da ihnen das Personal nicht zur Verfügung steht. Doch Jane ist Waise und ihr bleibt das Problem, wie sie "ihn verbringen sollte. Ein schmerzlich persönliches Problem. Das herrliche Wetter war da nicht unbedingt hilfreich. Im Gegenteil, es schien - zwei Wochen vor dem Ereignis - nur umso tiefere Schatten zu werfen." ...weiterlesen...


Dienstag, 17. April 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (4)

"Wege, die sich kreuzen" ist Tommi Kinnunens erster Roman, ein ungewöhnlich erzählter, sehr spannender Familienroman, in dem - im Gegensatz zu den sonst üblichen Romanen - die Frauen die dominante Rolle spielen. Der Roman beginnt im Jahre 1996 im Gesundheitszentrum einer Kleinstadt im Norden Finnlands. Lahja, die Tochter Marias, einer unkonventionellen, emanzipierten, alleinerziehenden Hebamme, liegt im Sterben. Bei ihr sind ihr Sohn Johannes und seine Frau Kaarina, die Lahja immer noch siezt, obwohl sie mehr als vierzig Jahren in einem Haus gewohnt haben. Vor Lahjas Augen steigen augenscheinlich Erinnerungsfetzen an ihren bereits verstorbenen Ehemann Onni und an ihre Mutter Maria ...weiterlesen...


Donnerstag, 12. April 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (2)

Der bekannte Fragebogen von Max Frisch ist nun in einer illustrierten Dünndruckausgabe im Hosentaschenformat von 10,5x15cm in der Edition Büchergilde erschienen. Man kann das Bändchen also jederzeit bei sich tragen und lesen, etwa um Wartezeiten - wo auch immer - sinnvoll zu füllen. Max Frischs tiefsinnige elf Fragebögen mit jeweils 25 Fragen beziehen sich auf sehr existentielle menschliche Themen: Erhaltung des Menschengeschlechts, Ehe, Frauen, Hoffnung, Humor, Geld, Freundschaft, Vatersein, Heimat, Eigentum und Tod. Die meisten Fragen sind nicht mal so eben oder einfach mit "Ja" oder "Nein" zu beantworten: 1,23 Was fehlt Ihnen zum Glück? 9,3. Worauf könnten Sie eher verzichten: a. ...weiterlesen...


Donnerstag, 5. April 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (1)

Schlicht und klar im Layout, eindringlich in der Wirkung, das sind die Signale, die das Cover des neuen Erzählbandes "Strafe" von Ferdinand von Schirach vermittelt. Wie schon auf dem Cover des Novellenbandes "Carl Tohrberg" die schwarze Silhouette eines einzelnen Menschen, allein "auf weiter Flur". Allein, unverstanden, ungeliebt fühlen sich auch sämtliche Protagonisten dieser Stories, denen "Unbegreifliches" geschieht oder die "unerhörte", unbegreifliche Verbrechen begehen, für Außenstehende kaum oder gar nicht nachvollziehbar. Katharina, die Protagonistin der ersten Story, ist Schöffin wider Willen. Sie hat alles unternommen, diese Aufgabe nicht übernehmen zu müssen. Sie fühlt sich ihr einfach nicht gewachsen. Doch ohne ...weiterlesen...


Mittwoch, 4. April 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (1)

"Fall du's vergessen haben solltest, mein Lieber, muss ich dich eben daran erinnern: Ich bin deine Frau. Ich weiß, du warst einmal froh darüber, aber jetzt stört es dich plötzlich." Vorab: Der Roman Starnones gibt m.E. keine offensichtliche Antwort auf die Cover-Frage: "Was ist wichtig im Leben, was hält Paare wirklich zusammen, auch wenn die Liebe schon längst vergangen ist?" "Schonungslos ehrlich" dagegen ist dieser Roman schon. Aus den Perspektive aller Familienmitglieder wird die 1962 geschlossene Ehe zwischen Vanda und Aldo beleuchtet, die zwei Kinder haben, Sandro und Anna, und den Kater Labas. Zunächst erfährt man aus Briefen Vandas an Aldo, ...weiterlesen...


Dienstag, 27. März 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (1)

Die in diesem Jahr erschienene Ausgabe "Heute heiratet mein Mann" ist eine Neuauflage des 1940 in Amsterdam veröffentlichten Romans, der 1956 verfilmt worden ist, in den Rollen Johannes Heesters, Lieselotte Pulver, Ingrind van Bergen, Gustav Knuth u.a. Der Film reduziert den Roman auf eine reine Liebesgeschichte zwischen der Wienerin Thesi und dem dänischen Architekten Sven Poulsen. "Schon für die dänische Verfilmung 1943 mussten, damals aus politischen Gründen, die Spuren der Zeithistorie wie Exil, Nationalsozialismus und Kriegsausbruch weitgehend getilgt werden", so Evelyne Polt-Heinzl in ihrem Nachwort "Der verborgene Exilroman einer vergessenen Autorin", das interessante Informationen über den Roman und seine ...weiterlesen...


Freitag, 23. März 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (2)

Das Cover macht deutlich: Es ist erst der erste Teil des Romans: I Eine Idee erscheint. Leser, denen - wie mir - dieser Roman gefällt, müssen nun warten, bis im April der 2. Teil erscheint, oder den ersten Teil erst lesen, wenn der zweite bereits da ist, um damit die Wartezeit verkürzen. Doch Vorfreude kann ja auch sinnig sein. Doch das möge jeder für sich entscheiden. Der Prolog und das erste Kapitel enthalten so viele Hinweise, dass ein Kenner der Romane Murakamis weiß, dass eine Menge Unerwartetes, Unerklärliches auf den Protagonisten - und damit auch auf den Leser - wartet. ...weiterlesen...


Montag, 12. März 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Gedichte, Rezensionen | Kommentare (2)

Der Titel dieses kleinen Gedichtbandes verdeutlicht dem Leser genau, was ihn erwartet: feine, prägnante Gedichte, Tankas der Kaiserin von Japan mit Kalligrafien von Ishitobi Hakkō. Ergänzt durch ein ausführliches, hilfreiches Nachwort von Haga Tōru, das dem deutschen Leser ermöglicht, die in den Gedichten manchmal nur angedeuteten familiären, gesellschaftlichen und politischen Zusammenhänge zu konkretisieren und sich damit auch die Tiefen dieser Gedichte zu vergegenwärtigen. Doch auch ohne diese Unterstützung sprechen die meisten Gedichte für sich, zumal auf jeder Seite unten der Anlass der Gedichte aufgeführt ist, etwa der Besuch der drei Baltischen Staaten im Mai 2007 durch das Kaiserpaar: VOGELZUG Über den Herbsthimmel ziehen ...weiterlesen...


Samstag, 10. März 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (1)

Ich mag Menschen, die in der Lage sind, "einen Sachverhalt, eine Situation, Begebenheit oder Geschichte so auf den Punkt zu bringen, dass eine extreme Verdichtung zustandekommt". Und so beschreibt Lutz Kliche, Übersetzer Galeanos, dessen Sprachgewaltigkeit, der Geschwätzigkeit fremd war: "Hohle Phrasen, falsches Pathos waren ihm stets ein Gräuel." Es entstanden wunderbare, poetische Miniaturen mit großer, subtiler Faszination, die dem Leser Essenz pur bieten und ihn auffordern, Einzelheiten der jeweiligen Geschichte selbst zu fantasieren. "Geschichtenjäger" ist eine feine, erst nach dem Tod des Autors im Jahre 2015 erschienene Geschichtensammlung mit den großen Themen des Autors, jetzt in deutscher Übersetzung herausgegeben. "Was ...weiterlesen...