Montag, 4. Juni 2018 | Kategorie: Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (0)

Vorläufig das letzte Mal hat Ulrich Matthes gestern bei den Ruhrfestspielen gelesen. Die Ära Frank Hoffmann geht zu Ende und damit finden offensichtlich auch einige liebgewonnene Veranstaltungen keine Fortsetzung. Mit "Atemschaukel" von Herta Müller hat Ulrich Matthes einen Roman von unglaublicher Intensität gewählt, der mich damals schon sehr fasziniert hat. Matthes schafft es jedes Mal, den Texten, die er vorliest, eine solche Präsens zu verleihen, dass ich den Eindruck habe, den jeweiligen Roman noch nicht gelesen zu haben. Beim Hören entdecke ich dann Tiefen, die mir beim (einsamen) Lesen verborgen geblieben sind und mich veranlassen, den jeweiligen Roman noch einmal hervorzuholen. ...weiterlesen...


Mittwoch, 30. Mai 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (0)

Dieses bereits 2004 erschienene Buch ist nun in ergänzter und überarbeiteter Auflage neu herausgegeben worden. Ein Buch, das sich sicher an Menschen richtet, die als ehrenamtliche und als hauptamtliche Hospizmitarbeiter tätig sind. Meines Erachtens ist es darüber hinaus ein gut geschriebenes, sehr verständliches Buch, das allgemein Menschen dazu einlädt, sich über ihre (Geistes-) Haltung Gedanken zu machen, mit der sie in ihrem Leben unterwegs sind: "Ein Buch kann nicht den inneren Weg und die eigenen Erfahrungen ersetzten. Aber es möchte einladen, den eigenen Weg zu suchen, zu gehen und die dort gemachten Erfahrungen unter dem Gesichtspunkt von Spiritualität anzusehen und zu ...weiterlesen...


Donnerstag, 3. Mai 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"Ängste gehören zur emotionalen Grundausstattung des Menschen, und eigentlich handelt es sich dabei um einen großartigen Mechanismus, der uns vor akuten Gefahren retten und in Sicherheit bringen soll." Soweit so gut, doch: "Wann wird Angst zum hilfreichen Impuls, um Herausforderungen zu meistern, und wann blockiert sie einen?" In einer Art Dialog gehen die beiden miteinander verheirateten Autoren dieser Frage nach, indem jeder - aus seiner Perspektive - verschiedene Aspekte der Angst und die damit im Alltag einhergehenden Einschränkungen beschreibt. Mit der Wahrnehmung und Bewusstmachung beginnt die Möglichkeit, nach neuen kreativen Lösungen im Umgang mit der Angst zu suchen. Denn Ängste sind sowohl ...weiterlesen...


Montag, 30. April 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Der 2. Band der "Ermordung des Commendatore I" mit dem Untertitel "Eine Metapher wandelt sich" liegt nun vor: Murakamis Held ist auch im zweiten Band der eher farblose Maler, der von seiner Ehefrau getrennt im Haus des berühmten Malers Tomohiko Amadas lebt, der mittlerweile sehr alt in einer Residenz auf seinen Tod wartet. Obwohl er sich lange geweigert hat, Portraits zu malen, hat er diesen Vorsatz im ersten Band nicht aufrechterhalten. Denn er hat Wataru Menshiki gemalt, der ihn auch gebeten hat, Marie Akikawa zu malen, deren Vater er zu sein glaubt. Regelmäßig kommt die verschlossene ziemlich schweigsame Marie mit ihrer ...weiterlesen...


Montag, 23. April 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Der neue von Kat Menschik illustrierte Band liegt vor: Wie immer eine wunderschöne Ausgabe, mit eindeutiger "Handschrift" in der Art der Gestaltung und der Auswahl der Farben. Nicht zu übersehen, laut und dennoch ästhetisch! Zudem feinsinnig die jeweiligen Geschichten interpretierend. Die "Unheimlichen Geschichten" von Edgar Ellen Poe, ausgewählt von Fjodor Dostojewski, einem Verehrer Poes, erhalten durch Menschiks Illustrationen eine greifbar optische, sinnliche, tiefere Dimension. Sie hat sich mit Sicherheit intensiv mit den Texten auseinandergesetzt und erleichtert dem Leser das Begreifen der tiefsten Schichten dieser Erzählungen, in denen die jeweiligen Erzähler sehr darauf bedacht sind, nicht für verrückt gehalten zu werden: ...weiterlesen...


Donnerstag, 19. April 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (1)

Der 30. März 1924 ist ein Sonntag. Ein in jeder Hinsicht besonderer Tag. Es ist Muttertag, damals Mothering Sunday genannt. Jane ist Dienstbotin bei Mr. und Mrs. Niven und hat an dem Tag wie alle Dienstboten frei. Die Herrschaften nutzen den Tag in der Regel für Picknicks mit anderen Familien, da ihnen das Personal nicht zur Verfügung steht. Doch Jane ist Waise und ihr bleibt das Problem, wie sie "ihn verbringen sollte. Ein schmerzlich persönliches Problem. Das herrliche Wetter war da nicht unbedingt hilfreich. Im Gegenteil, es schien - zwei Wochen vor dem Ereignis - nur umso tiefere Schatten zu werfen." ...weiterlesen...


Dienstag, 17. April 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (4)

"Wege, die sich kreuzen" ist Tommi Kinnunens erster Roman, ein ungewöhnlich erzählter, sehr spannender Familienroman, in dem - im Gegensatz zu den sonst üblichen Romanen - die Frauen die dominante Rolle spielen. Der Roman beginnt im Jahre 1996 im Gesundheitszentrum einer Kleinstadt im Norden Finnlands. Lahja, die Tochter Marias, einer unkonventionellen, emanzipierten, alleinerziehenden Hebamme, liegt im Sterben. Bei ihr sind ihr Sohn Johannes und seine Frau Kaarina, die Lahja immer noch siezt, obwohl sie mehr als vierzig Jahren in einem Haus gewohnt haben. Vor Lahjas Augen steigen augenscheinlich Erinnerungsfetzen an ihren bereits verstorbenen Ehemann Onni und an ihre Mutter Maria ...weiterlesen...


Donnerstag, 12. April 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (2)

Der bekannte Fragebogen von Max Frisch ist nun in einer illustrierten Dünndruckausgabe im Hosentaschenformat von 10,5x15cm in der Edition Büchergilde erschienen. Man kann das Bändchen also jederzeit bei sich tragen und lesen, etwa um Wartezeiten - wo auch immer - sinnvoll zu füllen. Max Frischs tiefsinnige elf Fragebögen mit jeweils 25 Fragen beziehen sich auf sehr existentielle menschliche Themen: Erhaltung des Menschengeschlechts, Ehe, Frauen, Hoffnung, Humor, Geld, Freundschaft, Vatersein, Heimat, Eigentum und Tod. Die meisten Fragen sind nicht mal so eben oder einfach mit "Ja" oder "Nein" zu beantworten: 1,23 Was fehlt Ihnen zum Glück? 9,3. Worauf könnten Sie eher verzichten: a. ...weiterlesen...


Donnerstag, 5. April 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (1)

Schlicht und klar im Layout, eindringlich in der Wirkung, das sind die Signale, die das Cover des neuen Erzählbandes "Strafe" von Ferdinand von Schirach vermittelt. Wie schon auf dem Cover des Novellenbandes "Carl Tohrberg" die schwarze Silhouette eines einzelnen Menschen, allein "auf weiter Flur". Allein, unverstanden, ungeliebt fühlen sich auch sämtliche Protagonisten dieser Stories, denen "Unbegreifliches" geschieht oder die "unerhörte", unbegreifliche Verbrechen begehen, für Außenstehende kaum oder gar nicht nachvollziehbar. Katharina, die Protagonistin der ersten Story, ist Schöffin wider Willen. Sie hat alles unternommen, diese Aufgabe nicht übernehmen zu müssen. Sie fühlt sich ihr einfach nicht gewachsen. Doch ohne ...weiterlesen...


Mittwoch, 4. April 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (1)

"Fall du's vergessen haben solltest, mein Lieber, muss ich dich eben daran erinnern: Ich bin deine Frau. Ich weiß, du warst einmal froh darüber, aber jetzt stört es dich plötzlich." Vorab: Der Roman Starnones gibt m.E. keine offensichtliche Antwort auf die Cover-Frage: "Was ist wichtig im Leben, was hält Paare wirklich zusammen, auch wenn die Liebe schon längst vergangen ist?" "Schonungslos ehrlich" dagegen ist dieser Roman schon. Aus den Perspektive aller Familienmitglieder wird die 1962 geschlossene Ehe zwischen Vanda und Aldo beleuchtet, die zwei Kinder haben, Sandro und Anna, und den Kater Labas. Zunächst erfährt man aus Briefen Vandas an Aldo, ...weiterlesen...