Dienstag, 8. Oktober 2019 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (0)

Nach "Rabenliebe" und "Schluckspecht" ist nun Peter Wawerzinaks dritter Roman in dem ihm eigenen Stil erschienen. Der Ich-Erzähler auch dieses Romans hat einen Teil seiner Kindheit und Jugend im Heim verbracht, im Kindergarten zunächst gemeinsam mit Mädchen, dann als Schulkind "in unterschiedlichen Räumen getrennt, nach Jungen und Mädchen". Seine erste "Liebe" ist Lucretia, der er auf seinem Kinderdreirad hinterherfährt. Mit ihr fühlt er sich verbunden wie "Brüderchen und Schwesterchen", mit ihr kann er nach der räumlichen Trennung nur noch am Tag zusammensein. "Es ist, als würde man uns auseinanderschneiden. Plötzlich sollten wir bestimmte Zeiten voneinander existieren. ...weiterlesen...


Sonntag, 6. Oktober 2019 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (4)

Maybe I'm crazyMaybe you're crazyMaybe we're crazyPossibly(Gnarls Barkley) Diese Zeilen sind dem Roman als Motto vorangestellt. Und tatsächlich kann man sich als Leser des öfteren die Frage stellen, wer nun "verrückt" ist. Manu, die junge Frau, die auf dem Dach eines Mehrfamilienhauses steht und dort mehr als zwanzig Stunden aushält, von immer mehr Leuten begafft, per Handy gefilmt, beschimpft und zum Springen aufgefordert wird oder vielmehr die mehr oder weniger involvierten Personen, die zum Teil aufgrund vorgefertiger Meinungen und Sichtweisen reden und agieren und zu Schlüssen kommen, die - das stellt sich zum Schluss heraus - mit den eigentlichen Gründen Manus, ...weiterlesen...


Montag, 30. September 2019 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (4)

Nur über ihr Satellitentelefon kann die Naturwissenschaftlerin Kontakt zu ihren Liebsten aufnehmen. Allein auf sich gestellt ist sie mitten im Winter für drei Monate nach Finnmark, in die nördlichste Region Norwegens, aufgebrochen, um für ihre Doktorarbeit wissenschaftliche Studien durchzuführen. Sie will den Einfluss klimatischer Veränderungen auf die Seevögelpopulation nachweisen. "Hier ist das Ende der Welt. Danach kommt nichts mehr. Ein endloses Meer grenzt an Klippen und Berge, zwei Extreme, die unaufhörlich miteinander ringen, bei ruhigem Wetter wie bei Sturm. ... Tief unten bricht sich das Meer, grauschwarz und in schwerer Dünung. Das Dröhnen ist ohrenbetäubend, konstant; selbst als ich die Hände ...weiterlesen...


Freitag, 27. September 2019 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (0)

Mir gefällt der Titel des Originals "Cette nuit" besser, also heute abend. Denn es geht in diesem kleinen, intensiven, leisen Roman um die bevorstehende Nacht des jüdischen Sederabends, der jährliche Pessachfest einleitet, stets mit der Frage:"Was unterscheidet diese Nacht von allen anderen Nächten, von der vorherigen und den kommenden, von den vergangenen Frühjahren und den bevorstehenden Osterfesten?" So wird und soll alles wie immer sein. Und doch wird alles anders sein, denn Sarah, Salomons Frau, ist vor kurzem an Krebs gestorben. Sie wird fehlen. Allen. Vor allem aber Salomon, der mit ihr mehr als 50 Jahre verheiratet ...weiterlesen...


Montag, 23. September 2019 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (4)

"ICH MÖCHTE SCHREIEN. Aber das tut man nicht in Amerika, wie ich in der kurzen Zeit meines Hierseins bereits gelernt habe. Hier lächelt man - Keep smiling - und auf die Frage, wie es geht, antwortet man noch im Sterben: 'Danke fein.' Mir kann freilich nichts passieren, denn ich war schon tot. Also, lächle ich zu allem, was das Leben noch bietet, und sage ohne weiteres: 'Fein.'" Welch ein Romananfang! Die, die des öfteren schreien möchte und sicher auch allen Grund hätte zu schreien, ist die Irene, die nach ihrer Befreiung aus dem KZ in einem amerikanischen Lazarett wach wird, ...weiterlesen...


Montag, 16. September 2019 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (2)

"Was passiert ... , wenn das Band, das zwei Menschen verbindet, mehr und mehr zerfasert? Wenn eine Seite sich vor Einsamkeit krank fühlt, traurig und leer, resigniert und fast ohne Hoffnung ist?" "Ich habe mir die Aufgabe gestellt, die Ausbrechenden in Ruhe zu Wort kommen zu lassen. Das bedeutet, ihrem Empfindungen Glauben zu schenken und zu versuchen, sie aus ihrem Inneren heraus und unabhängig von der Situation der verlassenen Personen zu verstehen. " Sissel Gran ist langjährige Psychologin und erfahrene Paartherapeutin in Norwegen. Sie hat erlebt, dass diejenigen, die aus einer Beziehung ausbrechen, warum auch immer, meist diejenigen sind, die mit Unverständnis, ...weiterlesen...


Samstag, 14. September 2019 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (0)

"Herrn Arnes Schatz" ist eine der Neuerscheinungen des Kunstanstifter Verlages in diesem Herbst. Es ist eine von Roberta Bergmann bebilderte Ausgabe der bereits 1904 erschienen Erzählung von Selma Lagerlöf, der schwedischen Schriftstellerin, die als erste Frau den "Nobelpreis für Literatur" bekommen hat. "Herrn Arnes Schatz" erzählt die Geschichte eines mörderischen Raubüberfalls im 16. Jahrhundert in Bohusland, bei dem der Schatz Herrn Arnes, Pfarrer von Solberga, geraubt, sämtliche Bewohner und Gäste des Pfarrhofes ermordet und das Gebäude in Flammen gesetzt werden. Die Mörder können fliehen, werden erfolglos verfolgt und jeder im Dorf glaubt, dass sie entkommen konnten. Nur ein "armes, ...weiterlesen...


Montag, 2. September 2019 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (4)

Der Roman der Norwegerin Helga Flatland - 2017 ausgezeichnet mit dem Preis der norwegischen Buchhändler und gerade auf Deutsch erschienen - beginnt mit einem gemeinsamen Flug über die Alpen nach Italien. In der Familien-Hütte in Italien soll mit allen der 70. Geburtstag Sverres, gefeiert werden. Alle, das sind: Papa, Mama, und ihre drei erwachsenen Kinder, Liv, Ellen und Håkon, z.T. mit Partnern, und die Enkelkinder Agnar und Hedda. Alles scheint wie immer: "Mein Blick geht zu Papa, er sitzt am Tischende, und mir wird schlagartig bewußt, daß wir uns genauso hingesetzt haben wie bei Mama und Papa zu Hause. ...weiterlesen...


Donnerstag, 29. August 2019 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Protagonist des Romans ist T. Singer, ein 34jähriger Bibliothekar, der zu Beginn der Romanhandlung dabei ist, in der Kleinstadt Notodden eine neue Stelle anzunehmen. Seinen konkreten Vornamen erfährt man nicht. Der Erzähler nennt ihn meist nur bei seinem Nachnamen. Zum Schluss dieses Roman fragt man sich als Leser, was man nun genau von diesem Singer weiß. Das Erste, was man von Singer erfährt ist, dass er unter "einer speziellen Form von Schamgefühl" leidet, das ihn "überall ereilen konnte, auf einer Straße, in einem geschlossenen Raum, auf dem Bahnsteig eines Bahnhofs, und er war stets allein, wenn es geschah, häufig jedoch ...weiterlesen...


Dienstag, 27. August 2019 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Ich habe hier schon einige Bücher von John Strelecky vorgestellt, von denen ich bisher auch überzeugt war. Dieser Band mit dem Untertitel " Eine Wiederbegegnung mit dem eigenen Selbst" trägt, ist allerdings eher ein zweiter bzw. dritter Aufguss seiner bisherigen Bücher über das "Café am Rande der Welt" und "Wiedersehen im Café am Rande der Welt". Aufgüsse mögen bei grünem Tee empfehlenswert sein, bei Büchern überzeugen sie mich nicht, obschon die Illustrationen von Root Leeb der eher mageren Geschichte einen feinen "Anstrich" geben und die Ausgabe damit zu einem Hingucker machen. Der Ich-Erzähler ist auf dem Rückweg von der Beerdigung seines ...weiterlesen...