Montag, 2. Januar 2012 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (1)

" 'Hätte ich dich nur nicht bekommen, der Himmel weiß, dass drei schon genug sind in meiner Lage ...' " Diese "rückwirkende gedankliche Abtreibung" gilt Maria, der vierten und jüngsten Tochter der Witwe Anna Teresa Listru. Mit sechs Jahren wird Maria zu einer fill'e anima. "So nennt man die Kinder, die zweimal geboren werden, aus der Armut einer Frau und der Unfruchtbarkeit einer anderen. In dieser zweiten Geburt wurde Maria Listru zum späten Segen für Bonaria Urrai." Diese  ist bereit sechzig Jahre alt und Schneiderin eines  sardischen Dorfes. Bei ihr bekommt Maria ein eigenes Bett in einem eigenen Zimmer, sie kann zur Schule gehen, auch über die ersten Jahre ...weiterlesen...


Donnerstag, 29. Dezember 2011 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (4)

Das Buch "Vom Lieben & Sterben" thematisiert die im Untertitel genannten "Konflikte, Nöte und Hoffnungen Angehöriger" speziell von Krebspatienten. Anhand eigener Erfahrungen mit einer guten Freundin und aufgrund von anderen Betroffenen widmet sie sich den  Angehörigen, die in ihrer Not oft gar nicht gesehen werden, weil sich in erster Linie alles um die Kranken dreht. Dobrick klärt auf und räumt auf mit den zum Teil romantisierenden Vorstellungen über den Krankheits- und Sterbeprozess, mit dem friedlichen Abschiednehmen als Endpunkt. Schaffen Angehörige nicht, diese Vorstellun-gen umzusetzen, und es gibt zahlreiche Gründe, so plagen sie sich lange mit Schuld-gefühlen, mit Scham, ihrer (oft nur ...weiterlesen...


Sonntag, 18. Dezember 2011 | Kategorie: Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (0)

Die heutige Sendung Lebenszeichen "Morgen früh, wenn Gott will, wirst du wieder geweckt" beschäftigt sich mit den (Aus-)Wirkungen der Nacht auf den Menschen: Die Nacht verbirgt, verhüllt; darum ist sie die Mutter alles Schönen, sowie alles Furchtbaren. Karl Philip Moritz, 1881 Dieses Zitat macht die Bandbreite dessen deutlich, was Nacht für den Menschen bedeuten kann: für die einen Symbol alles Schrecklichen, für die anderen eine Oase der Ruhe und des Friedens, in der sie ungestört denken und schreiben können. weiterlesen...


Sonntag, 11. Dezember 2011 | Kategorie: Aufgelesen, Aufgeschnappt, Denk-Würdiges, Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (3)

Demut hat für viele Menschen stets mit Erniedrigung, mit Unterwerfung, mit Klein-machen oder Kleinkriegen zu tun, mit dem keiner etwas zu schaffen haben will. Die heutige Sendung der Reihe "Lebenszeichen" eröffnet mit ihrer Sendung von Lisa Laurenz "Nichts geschieht aus uns alleine - Über die verwandelnde Kraft der Demut" interessante Aspekte dieses Begriffes als "eine Daseinshaltung, die mit Mut zu tun hat", - sich selbst, sein Wesen anzunehmen und seine Fähigkeiten als Gaben zu verstehen, die einem gegeben worden sind, um damit zu arbeiten, - Situationen anzunehmen, die man nicht ändern kann und dennoch nach notwendigen (inneren) Veränderungen Ausschau zu halten und danach zu handeln, - den eigenen inneren Ruf ...weiterlesen...


Donnerstag, 8. Dezember 2011 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (3)

Trauernde müssen sich im Kontakt mit Nicht-Betroffenen viele, vermeintlich gut gemeinte Ratschläge anhören. Diese treffen fast immer ins Leere, weil sich niemand, der nicht schon einmal vom Todesfall eines sehr nahestehenden geliebten Menschen betroffen war, den inneren Zustand des Trauernden vorstellen, geschweige-denn verstehen kann. Diese Erfahrung hat auch Kachler machen müssen, der als Psychotherapeut und Betroffener - er hat seinen sechzehnjährigen Sohn durch einen Verkehrsunfall verloren -  nach einem Weg für seine Trauer gesucht hat. Er hat sich u.a. mit entsprechender Fachliteratur auseinandergesetzt, die fast alle dazu tendieren, den Trauernden zum Loslassen des Verstorbenen zu bewegen, was viele aber nicht können und auch nicht wollen, weil sie es als eine Art Verrat ...weiterlesen...


Samstag, 3. Dezember 2011 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"Da Maria beschlossen hatte zu sterben, würde ihre Katze sich allein durchschlagen müssen." Mit diesem Satz beginnt der Thriller 1933 in einem sowjetischen Dorf. Pavel hat die von Maria freigelassene Katze gesehen und will sie fangen. Seine Mutter Oksana befiehlt ihm, seinen Bruder Andrej mitzunehmen. Eine folgenschwere Entscheidung. Denn Andrej kehrt allein zurück. Zwanzig Jahre später kehrt Jora in Moskau nach einer Schneeballschlacht ohne seinen Bruder Arkadi zurück, der vor ihm weggelaufen ist. Später wird seine Leiche gefunden, grausam verstümmel. Für die Eltern ist es Mord. Doch: "ES GIBT KEINE KRIMINALITÄT" in der Sowjetunion, denn sie ist dekadentes Merkmal kapitalistischer, westlicher Gesellschaften. Und so müssen die Eltern mit ...weiterlesen...


Montag, 28. November 2011 | Kategorie: Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (4)

Ups, gestern Morgen habe ich versehentlich schon ein Törchen des Adventskalenders aufgemacht. Doch die "normalen" Adventskalender beginnen ja erst am 1. Dezember. Nicht  so "der (etwas) andere  Advent" von "Andere Zeiten". Der beginnt tat-sächlich schon am 1. Adventssonntag und endet am 6. Januar, dem Dreikönigsfest. Man kann zwar keine Törchen aufmachen, hinter denen mehr oder eher weniger originelle Bilder zu sehen oder Süßigkeiten versteckt sind, sondern es sind 2 Seiten in Din 4 Format für jeden Tag mit Bildern und ausgesuchten Texten. In jeder Hinsicht etwas Besonderes. Von Eva Strittmatter etwa gibt es das Gedicht: "Vor einem Winter" Ich mach ein Lied aus Stille Und aus Septemberlicht. Das Schweigen ...weiterlesen...


Mittwoch, 23. November 2011 | Kategorie: Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (4)

Das CASABLANCA in Bochum ist ein kleines Kino mit roten Plüschsesseln, viel Beinfreiheit und ausgesucht guten Filmen. Gestern lief  "Melancholia", ein Film wie ich ihn noch nie gesehen habe, mit verstörend schönen, z.T. surreal anmutenden Bildern, die an Bosch, Breugel, Dali erinnern, Bilder einer äußeren und inneren Apokalypse. Im Vorspann sieht der Zuschauer - untermalt mit extrem lauten Geräuschen, die einen fragen lassen, ob der Laut-sprecher kaputt ist oder ob man jetzt auch im Kino Ohrstöpsel dabeihaben muss - wie ein Planet un-aufhaltsam auf die Erde zusteuert. Die späteren Prota-gonisten sind Teil dieser unwirklich anmutenden Szenerie, in Bildern, die kaum zu beschreiben sind, sich aber ins Gedächtnis brennen. Der "reale" erste Teil des Films ...weiterlesen...


Donnerstag, 17. November 2011 | Kategorie: Buch-Rezensionen | Kommentare (3)

Dass Rose Ausländer auch Prosa geschrieben hat, war mir bis jetzt unbekannt. Um so erfreuter war ich, als ich diesen Band in die Hände bekam, der ihre Kurzprosa, Erzählungen, Reden, journalistischen Arbeiten und Inter-views enthält. Liebevoll, zart und klar sind sie geschrieben wie ihre Gedichte und lassen hinter der Wirklichkeit eine andere, unbeachtete entstehen wie in Insomnia I deren erster Satz zum Titel geworden ist: "Die Nacht hat zahllose Augen auf mich gerichtet. Sagte ich Augen? Pfeile. Sie sausen auf mich zu, stecken in meiner Haut, wer möchte da in meiner Haut stecken? Vergebens bemühe ich mich die ganze Nacht, sie heraus-zuziehen und über den Haufen ...weiterlesen...


Montag, 14. November 2011 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Denk-Würdiges, Rezensionen | Kommentare (0)

"Hört die Sprache eurer Kinder und spürt ihren Traum, so wird auch eurer geweckt. Kinder sind ein Segen für euer eigenes Erwachen, wenn ihr anfangt, ihren Traum zu sehen und zu verstehen. Unterstützt sie, damit ihre Weisheit zu ihnen kommen kann. Sie brauchen eure Liebe, eure Strenge, eure Klarheit und eure Wahrheit. Vor allem brauchen sie von euch euren Austritt aus der Beziehung, so daß sie frei bleiben können für ihre Beziehung zur Welt." aus: Sabine Lichtenfeld, Quellen der Liebe und des Frie-dens, Morgenandachten S. 129f., ein Buch mit Texten zu allen Bereichen des Lebens, die die Möglichkeit bieten, Gedanken mit in den Tag zu nehmen, über ...weiterlesen...