Freitag, 23. März 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (2)

Das Cover macht deutlich: Es ist erst der erste Teil des Romans: I Eine Idee erscheint. Leser, denen - wie mir - dieser Roman gefällt, müssen nun warten, bis im April der 2. Teil erscheint, oder den ersten Teil erst lesen, wenn der zweite bereits da ist, um damit die Wartezeit verkürzen. Doch Vorfreude kann ja auch sinnig sein. Doch das möge jeder für sich entscheiden. Der Prolog und das erste Kapitel enthalten so viele Hinweise, dass ein Kenner der Romane Murakamis weiß, dass eine Menge Unerwartetes, Unerklärliches auf den Protagonisten - und damit auch auf den Leser - wartet. ...weiterlesen...


Montag, 12. März 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Gedichte, Rezensionen | Kommentare (2)

Der Titel dieses kleinen Gedichtbandes verdeutlicht dem Leser genau, was ihn erwartet: feine, prägnante Gedichte, Tankas der Kaiserin von Japan mit Kalligrafien von Ishitobi Hakkō. Ergänzt durch ein ausführliches, hilfreiches Nachwort von Haga Tōru, das dem deutschen Leser ermöglicht, die in den Gedichten manchmal nur angedeuteten familiären, gesellschaftlichen und politischen Zusammenhänge zu konkretisieren und sich damit auch die Tiefen dieser Gedichte zu vergegenwärtigen. Doch auch ohne diese Unterstützung sprechen die meisten Gedichte für sich, zumal auf jeder Seite unten der Anlass der Gedichte aufgeführt ist, etwa der Besuch der drei Baltischen Staaten im Mai 2007 durch das Kaiserpaar: VOGELZUG Über den Herbsthimmel ziehen ...weiterlesen...


Samstag, 10. März 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (1)

Ich mag Menschen, die in der Lage sind, "einen Sachverhalt, eine Situation, Begebenheit oder Geschichte so auf den Punkt zu bringen, dass eine extreme Verdichtung zustandekommt". Und so beschreibt Lutz Kliche, Übersetzer Galeanos, dessen Sprachgewaltigkeit, der Geschwätzigkeit fremd war: "Hohle Phrasen, falsches Pathos waren ihm stets ein Gräuel." Es entstanden wunderbare, poetische Miniaturen mit großer, subtiler Faszination, die dem Leser Essenz pur bieten und ihn auffordern, Einzelheiten der jeweiligen Geschichte selbst zu fantasieren. "Geschichtenjäger" ist eine feine, erst nach dem Tod des Autors im Jahre 2015 erschienene Geschichtensammlung mit den großen Themen des Autors, jetzt in deutscher Übersetzung herausgegeben. "Was ...weiterlesen...


Donnerstag, 8. März 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (4)

"Gegen drei Uhr in der Früh erwachte Fräulein Hedy aus einem herrlichen Traum und verlor den Verstand." Mit diesem schlichten Satz beginnt ein höchst amüsanter, rasanter, facettenreicher, bis zur letzten Seite spannender Roman. Zu lesen als eine amüsante Komödie, wenngleich er viele tragische Momente und Lebensereignisse erzählt, die Fräulein Hedy dennoch nicht davon abgehalten haben, nach ihrer Façon zu leben, zum Entsetzen ihrer einzigen, in Münster lebenden Tochter Hannah. Sie versucht mit allen Mitteln von ihrer Mutter den Vorsitz ihrer Stiftung zu übernehmen. In einem Prozess will sie deren Unzurechnungsfähigkeit feststellen lassen, nachdem die 88 Jahre alte Hedy von Pyritz in ...weiterlesen...


Montag, 5. März 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (2)

Das Gütersloher Verlagshaus will mit seinen Büchern die "Vision einer neuen Welt" entstehen lassen, so das Motto des Verlages und in jedem Buch zu lesen. Prem Rawat, Redner und Friedensbotschafter, ausgezeichnet mit zahlreichen Friedenspreisen, bringt in diesem Büchlein seine Lebensweisheiten und Erkenntnisse in kleinen Geschichten, meist Fabeln, zum Ausdruck, einfach und fein illustriert von der japanischen Künstlerin Aya Shiroi. Sie könnten Anlass sein, darüber nachzudenken, welchen Stellenwert denn in meinem Leben "Dankbarkeit", "Frieden" ... haben, und was ich dafür tue, um glücklich zu sein. Man wird nahezu alle seiner Sätze bejahen können: Berührt zu werden, Dankbarkeit und Lebenlust zu verspüren, diese ...weiterlesen...


Freitag, 2. März 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (2)

"Der Tod so kalt" wie auch der neue Krimi "Das Böse, es bleibt" sind in Südtirol angesiedelt. Beide sind sie spannend von der ersten bis zur letzten Seite. 1. "Süße Lissy, kleine Lissy." 2. Zweimal Klopfen und die Worte "Knusper, knusper,knäuschen, wer knuspert an meinem Häuschen?" Marlene, zweiundzwanzig Jahre alt, gut einen Meter sechzig groß, melancholische blaue Augen, ein Leberfleck über den geschwungenen Lippen, zweifellos hübsch und zweifellos in Panik, betrachtete in dem metallenen Gehäuse des Tresors ihr Spiegelbild und schalt sich eine dumme Gans." Marlene flieht vor ihrem skrupellosen Ehemann, den sie nur Herrn Wegener nennt, und nimmt einen Samtbeutel, prall gefüllt mit Saphiren, ...weiterlesen...


Montag, 26. Februar 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (1)

Bald ist es an deutschen Schulen wieder so weit: Abiturfeiern stehen vor der Tür, meist sorgfältig vorbereitet, soll es doch etwas ganz Besonderes werden. Auch der Ich-Erzähler dieses Romans meint: "Ich fand es eine schöne Idee, dass die Schüler, die so viele Jahre miteinander verbracht hatten, zum Abschied, bevor sie sich in alle Winde zerstreuten, noch einmal ein Fest feierten und dass sie in diesen Moment der Freude, aber auch des Abschiedsschmerzes und der Bangigkeit vor der Zukunft mit ihren Eltern teilen wollten." Die Umsetzung der schönen Idee ist dann allerdings alles andere als schön. Der Ich-Erzähler ist nämlich von seiner Frau ...weiterlesen...


Dienstag, 20. Februar 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Den Roman "April" von Angelika Klüssendorf kenne ich (noch) nicht, ist aber auch nicht Voraussetzung, um "Jahre später" zu verstehen, wenngleich Anspielungen an Aprils Kindheit, ihre Eltern gemacht und teilweise als Erklärung für die Gegenwart herangezogen werden. April lebt in Berlin. Sie ist Schriftstellerin, kann davon aber nicht leben und hat daher diverse Jobs, um sich und ihren Sohn Julius zu ernähren. Sie, die sich ihr Leben lang als Außenseiterin gefühlt hat, lernt Ludwig, einen literarisch ambitionierten Mediziner, bei einer Lesung "Kunst als Medizin" in einer Galerie auf der Reeperbahn kennen. Sie liest dort eigene Texte. Ludwig spricht sie an ...weiterlesen...


Donnerstag, 15. Februar 2018 | Kategorie: Fotos, Rezensionen | Kommentare (1)

"Leere Herzen" ist nach "UNTERLEUTEN", der aktuelle Roman Juli Zehs. Der Roman spielt in der Nähe von Braunschweig in den zwanziger Jahren des 21. Jahrhunderts, also in der Zukunft Deutschlands, in der es mit der Demokratie nicht zum Besten steht, da "demokratieverdrossene Nicht-Wähler Wahlen gewinnen, während engagierte Demokraten mit dem Wählen aufhören", es kaum noch Zeitungen gibt und wenig Menschen, die sich (politisch) noch für irgendetwas engagieren. Angela Merkel ist - nach erzwungenen Neuwahlen - zurückgetreten: "Der Augenblick, als Angela nach offizieller Verkündung des Wahlergebnisses vor die Kamera trat und die Verantwortung für das starke Ergebnis der BBB übernahm. Sie ...weiterlesen...


Freitag, 9. Februar 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (3)

Dieses Buch sind die "Memoiren eines Psychotherapeuten" - so auch der Untertitel dieser durchgängig gut lesbaren Autobiografie von Irving D. Yalom. Es sind sehr persönliche Erinnerungen - ergänzt mit einigen Bildern - die mit denen an die Kindheit beginnen und seine gesamte berufliche Laufbahn umfassen, aber auch Einblicke in seine Ehe mit seiner Frau Marilyn geben, die stets eine wichtige Stütze für ihn gewesen ist und dennoch ihre eigene berufliche Karriere verfolgt hat. In dem Maße, in dem Yalom seine beruflichen Fähigkeiten und Fertigkeiten in seinen Romanen verarbeitet hat, gab es zwischen dem Ehepaar auch berufliche Gemeinsamkeiten. Yalom setzt sich mit ...weiterlesen...