Sonntag, 26. August 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (0)

Dieser Briefroman ist die (Liebes-)Geschichte zwischen Charlotte, einer Witwe, und Johannes, einem eingefleischten Junggesellen, die sich dreißgig Jahre nach ihrer heißen Affäre auf dem Umsteigebahnhof in Hannover wiedersehen. Er steigt aus, sie steigt ein. Zeit zu reden, ist nicht. Der Beginn einer erneuten wunderbaren Freundschaft? Jein. Er schreibt ihr. Sie antwortet. Zunächst ist es eher ein Tasten an der Oberfläche, ein Erfragen und Austausch von Informationen, um die Zeitspanne von dreißig Jahren zu überbrücken. Dann treffen sie sich in Hamburg und versuchen dort weiterzumachen, wo sie aufgehört haben: "Wir scheiterten. ... Zwei beflügelte alte Herzen, die beim Vögeln eine schmerzhafte Bauchlandung erleiden..." ...weiterlesen...


Donnerstag, 23. August 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (0)

Das von Walter Krämer und Roland Kaehlbrandt geschriebene "Lexikon der Sprachverwirrungen" ist ein Buch für Sprachliebhaber und/ oder Menschen, denen es wichtig ist, Sprachungetüme zu entlarven, dennoch ihren Unterhaltungswert mitzubekommen und sich darüber zu amüsieren, um dann auf Worte zurückzugreifen, die das aussagen, was sie meinen und nicht als "Plastikdeutsch" früher oder später auf dem Sprachmüll landen, den Hans Magnus Enzensberger 1979 in einem ZEIT Artikel bereits als Komposthaufen bezeichnet hat, auf dem dann Sprachneuschöpfungen wachsen können. "Neue Wörter sammeln ist wie Augenblicke sammeln." so beginnt das Lexikon, das erst eine kurze Einführung ins Thema und die Vorgehensweise der Autoren ...weiterlesen...


Freitag, 17. August 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (1)

Krimis von Henning Mankell kann ich nur zur Hand nehmen, wenn ich wirklich Zeit habe zu lesen bzw. es verantworten kann, mir diese Zeit zu nehmen, also am besten in den Ferien. Das Wetter war überwiegend schlecht, kein Problem also anzufangen, da man sonst nicht viel, um nicht zu sagen nichts verpassen konnte. Der Krimi beginnt mit einem Prolog, in dem der Leser von der Flucht eines Menschen erfährt, der durch die Wahnsinnstat eines Menschen, dem er vertraut hat, alles verloren hat, was ihm lieb gewesen ist. Die eigentliche Handlung beginnt mit einer Tat, bei der ich mich frage, wieso tun ...weiterlesen...


Dienstag, 14. August 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (2)

Spannung für ein paar kurzweilige Stunden bedeutet der neue Roman "Kalteis" von Andrea Maria Schenkel, dessen 1. Auflage bereits vergriffen ist. Gleich zu Beginn wird der Leser über eine "Aktennotiz zum Abschluss des Verfahrens Josef Kalteis" darüber informiert, dass Josef Kalteis zum Tode verurteilt und sein Gnadengesuch abgeleht worden ist. Als "Volksschädling" ist er es nicht wert, eine Sicherheitsverwahrung und Umerziehung im Konzentrationslager Dachau zu erfahren. Die Volksgenossen dürfen nichts erfahren, sie müssen geschützt werden. So wird sein Verfahren als "G e h e i m e R e i c h s s a c h e" eingestuft. ...weiterlesen...


Donnerstag, 26. Juli 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (1)

Merciers "Nachtzug nach Lissabon" habe ich mit Begeisterung gelesen und war neugierig auf seinen "Klavierstimmer". Dieser Roman ist die als Rückblick geschriebene Geschichte einer Familie aus der Perspektive der Zwillinge Patrice und Patricia, die ihre jeweils eigene Sicht auf ihre Eltern, die Familie, ihre Beziehung zueinander haben und diese in Heften dem anderen mitteilen wollen: "Jetzt, da alles vorbei ist, wollen wir aufschreiben, wie wir es erlebt haben. Wir werden den Erinnerungen allein gegenübertreten, ohne die Verführung durch die Gegenwart des anderen. Die Berichte sollen wahrhaftig sein, ganz gleich, wie groß der Schmerz sein mag beim Lesen. Das haben wir uns ...weiterlesen...


Mittwoch, 25. Juli 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (4)

"Liebesarten" ist ein Erzählband mit ungewöhnlichen Liebesgeschichten, die mancher gar nicht als solche bezeichnen würde, ähnlich wie die "Liebesgedichte" von Ulla Hahn, die liebevoll, zuweilen bissig, ironisch, genau hinschauen und zwar nicht immer nur auf die positiven Seiten. "Rote Schuhe" - ein Paar rote Schuhe auf einem Bügelbrett springen dem Leser ins Gesicht, Schuhe die die Protagonistin dieser gleichnamigen Erzählung ausgerechnet auf einer Beerdigung trägt - ist die Geschichte einer Beziehung, die gerade mal eine Nacht gedauert hat, aber lebenslang nachwirkt. "Manchmal, in den vielen Jahren, die den beiden Nächten folgten, der Nacht mit Konrad und der Nacht ohne ...weiterlesen...


Dienstag, 24. Juli 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (0)

Ein Roman, auf den ersten Blick erschreckend dick, kaum zu halten, aber mit einer faszinierend schönen Frau als Titelbild (ein Porträt der Gertrude, Lady Agnew of Lochnaw). Soll ich es kaufen? Da ich dieses Mal meine Büchertasche offensichtlich sehr nachlässig gepackt habe (viele bereits gelesene Bücher oder solche, die sich mit Sicherheit nicht als entspannende Ferienlektüre eignen), bin ich in die Inselbücherei gegangen und habe Ausschau gehalten. Da ich bisher gute Erfahrungen mit den Empfehlungen der Buchhändlerin gemacht habe, habe ich dann beim zweiten Anlauf, nach dem Lesen des ersten Satzes, das Buch gekauft: "Mein Leben begann wie ein Kriminalschmöker: Man wollte ...weiterlesen...


Mittwoch, 27. Juni 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (0)

Das Spiel zum Buch - das ich mit Vergnügen gelesen habe - war ein Weihnachtsgeschenk. Da ich eigentlich ein Spielmuffel bin, lag es bis vor einiger Zeit unberührt im Schrank. Auf der Suche nach einer sinnvollen Beschäftigung für (Vertretungs-)Stunden - die sind nach den Zeugniskonferenzen, vor allem in fremden Klassen oder in Klassen, die man nach den Ferien nicht weiterführt, besonders begehrt - fiel mir dieses Spiel wieder ein. Nach genauerer Ansicht eignet es sich für Vertretungsstunden, auf jeden Fall im Fach Deutsch. Man kann damit spielerisch Wortübungen durchführen, Redewendungen überprüfen - jüngere Schüler mögen es, diese dann ...weiterlesen...


Dienstag, 26. Juni 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (8)

"Wir haben unseren Job an den Nägel gehängt, nicht unser Leben." Getreu nach diesem Motto hält Henning Scherf in seinem mit Uta von Schrenk geschriebenen Buch danach Aussschau, "Was im Alter möglich ist" - so der Untertitel. Er spricht - gut lesbar - verschiedene Aspekte des Ruhestandes an: neue Notwendigkeiten und Freiheiten, das Loslassen (althergebrachter Strukturen) und das Suchen nach neuen (Wohn-)Möglichkeiten. Alte Menschen sollten nicht isoliert wohnen, wie komfortabel und prächtig auch immer, sondern in dorfähnlichen Strukturen leben, die das Miteinander fördern: kleinere Einheiten in Städten, in denen Menschen wohnen, miteinander leben, voneinander lernen und gebraucht werden. Seine Horrorvision ...weiterlesen...


Samstag, 23. Juni 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (0)

Dieser mit dem finnischen Krimipreis ausgezeichnete und verfilmte Kriminalroman eines Juristen, der sich inzwischen allerdings nur noch dem Schreiben widmet, passt thematisch haargenau zu dem gerade zu Ende gegangenen EU-Gipfel. Da gibt es Europa-Verfechter und erbitterte Europa-Gegner, die aus sehr unterschiedlichen - meist aber persönlichen, egoistischen Gründen handeln und vor Morden der grausamsten Art nicht zurückschrecken - auch dann nicht, wenn es eine unschuldige, psychisch Kranke betrifft, die nur zufällig zuviel weiß und weitere Morde verhindern möchte. Ein Europa-Kommissar nach dem anderen wird ermordet, Kommissare, die massive Vorwürfe gegen beitrittswillige Länder erst prüfen wollen, bevor sie die Beitritte ...weiterlesen...