Donnerstag, 12. April 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (2)

Der bekannte Fragebogen von Max Frisch ist nun in einer illustrierten Dünndruckausgabe im Hosentaschenformat von 10,5x15cm in der Edition Büchergilde erschienen. Man kann das Bändchen also jederzeit bei sich tragen und lesen, etwa um Wartezeiten - wo auch immer - sinnvoll zu füllen. Max Frischs tiefsinnige elf Fragebögen mit jeweils 25 Fragen beziehen sich auf sehr existentielle menschliche Themen: Erhaltung des Menschengeschlechts, Ehe, Frauen, Hoffnung, Humor, Geld, Freundschaft, Vatersein, Heimat, Eigentum und Tod. Die meisten Fragen sind nicht mal so eben oder einfach mit "Ja" oder "Nein" zu beantworten: 1,23 Was fehlt Ihnen zum Glück? 9,3. Worauf könnten Sie eher verzichten: a. ...weiterlesen...


Donnerstag, 5. April 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (1)

Schlicht und klar im Layout, eindringlich in der Wirkung, das sind die Signale, die das Cover des neuen Erzählbandes "Strafe" von Ferdinand von Schirach vermittelt. Wie schon auf dem Cover des Novellenbandes "Carl Tohrberg" die schwarze Silhouette eines einzelnen Menschen, allein "auf weiter Flur". Allein, unverstanden, ungeliebt fühlen sich auch sämtliche Protagonisten dieser Stories, denen "Unbegreifliches" geschieht oder die "unerhörte", unbegreifliche Verbrechen begehen, für Außenstehende kaum oder gar nicht nachvollziehbar. Katharina, die Protagonistin der ersten Story, ist Schöffin wider Willen. Sie hat alles unternommen, diese Aufgabe nicht übernehmen zu müssen. Sie fühlt sich ihr einfach nicht gewachsen. Doch ohne ...weiterlesen...


Mittwoch, 4. April 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (1)

"Fall du's vergessen haben solltest, mein Lieber, muss ich dich eben daran erinnern: Ich bin deine Frau. Ich weiß, du warst einmal froh darüber, aber jetzt stört es dich plötzlich." Vorab: Der Roman Starnones gibt m.E. keine offensichtliche Antwort auf die Cover-Frage: "Was ist wichtig im Leben, was hält Paare wirklich zusammen, auch wenn die Liebe schon längst vergangen ist?" "Schonungslos ehrlich" dagegen ist dieser Roman schon. Aus den Perspektive aller Familienmitglieder wird die 1962 geschlossene Ehe zwischen Vanda und Aldo beleuchtet, die zwei Kinder haben, Sandro und Anna, und den Kater Labas. Zunächst erfährt man aus Briefen Vandas an Aldo, ...weiterlesen...


Dienstag, 27. März 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (1)

Die in diesem Jahr erschienene Ausgabe "Heute heiratet mein Mann" ist eine Neuauflage des 1940 in Amsterdam veröffentlichten Romans, der 1956 verfilmt worden ist, in den Rollen Johannes Heesters, Lieselotte Pulver, Ingrind van Bergen, Gustav Knuth u.a. Der Film reduziert den Roman auf eine reine Liebesgeschichte zwischen der Wienerin Thesi und dem dänischen Architekten Sven Poulsen. "Schon für die dänische Verfilmung 1943 mussten, damals aus politischen Gründen, die Spuren der Zeithistorie wie Exil, Nationalsozialismus und Kriegsausbruch weitgehend getilgt werden", so Evelyne Polt-Heinzl in ihrem Nachwort "Der verborgene Exilroman einer vergessenen Autorin", das interessante Informationen über den Roman und seine ...weiterlesen...


Freitag, 23. März 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (2)

Das Cover macht deutlich: Es ist erst der erste Teil des Romans: I Eine Idee erscheint. Leser, denen - wie mir - dieser Roman gefällt, müssen nun warten, bis im April der 2. Teil erscheint, oder den ersten Teil erst lesen, wenn der zweite bereits da ist, um damit die Wartezeit verkürzen. Doch Vorfreude kann ja auch sinnig sein. Doch das möge jeder für sich entscheiden. Der Prolog und das erste Kapitel enthalten so viele Hinweise, dass ein Kenner der Romane Murakamis weiß, dass eine Menge Unerwartetes, Unerklärliches auf den Protagonisten - und damit auch auf den Leser - wartet. ...weiterlesen...


Montag, 12. März 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Gedichte, Rezensionen | Kommentare (2)

Der Titel dieses kleinen Gedichtbandes verdeutlicht dem Leser genau, was ihn erwartet: feine, prägnante Gedichte, Tankas der Kaiserin von Japan mit Kalligrafien von Ishitobi Hakkō. Ergänzt durch ein ausführliches, hilfreiches Nachwort von Haga Tōru, das dem deutschen Leser ermöglicht, die in den Gedichten manchmal nur angedeuteten familiären, gesellschaftlichen und politischen Zusammenhänge zu konkretisieren und sich damit auch die Tiefen dieser Gedichte zu vergegenwärtigen. Doch auch ohne diese Unterstützung sprechen die meisten Gedichte für sich, zumal auf jeder Seite unten der Anlass der Gedichte aufgeführt ist, etwa der Besuch der drei Baltischen Staaten im Mai 2007 durch das Kaiserpaar: VOGELZUG Über den Herbsthimmel ziehen ...weiterlesen...


Samstag, 10. März 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (1)

Ich mag Menschen, die in der Lage sind, "einen Sachverhalt, eine Situation, Begebenheit oder Geschichte so auf den Punkt zu bringen, dass eine extreme Verdichtung zustandekommt". Und so beschreibt Lutz Kliche, Übersetzer Galeanos, dessen Sprachgewaltigkeit, der Geschwätzigkeit fremd war: "Hohle Phrasen, falsches Pathos waren ihm stets ein Gräuel." Es entstanden wunderbare, poetische Miniaturen mit großer, subtiler Faszination, die dem Leser Essenz pur bieten und ihn auffordern, Einzelheiten der jeweiligen Geschichte selbst zu fantasieren. "Geschichtenjäger" ist eine feine, erst nach dem Tod des Autors im Jahre 2015 erschienene Geschichtensammlung mit den großen Themen des Autors, jetzt in deutscher Übersetzung herausgegeben. "Was ...weiterlesen...


Donnerstag, 8. März 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (4)

"Gegen drei Uhr in der Früh erwachte Fräulein Hedy aus einem herrlichen Traum und verlor den Verstand." Mit diesem schlichten Satz beginnt ein höchst amüsanter, rasanter, facettenreicher, bis zur letzten Seite spannender Roman. Zu lesen als eine amüsante Komödie, wenngleich er viele tragische Momente und Lebensereignisse erzählt, die Fräulein Hedy dennoch nicht davon abgehalten haben, nach ihrer Façon zu leben, zum Entsetzen ihrer einzigen, in Münster lebenden Tochter Hannah. Sie versucht mit allen Mitteln von ihrer Mutter den Vorsitz ihrer Stiftung zu übernehmen. In einem Prozess will sie deren Unzurechnungsfähigkeit feststellen lassen, nachdem die 88 Jahre alte Hedy von Pyritz in ...weiterlesen...


Montag, 5. März 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (2)

Das Gütersloher Verlagshaus will mit seinen Büchern die "Vision einer neuen Welt" entstehen lassen, so das Motto des Verlages und in jedem Buch zu lesen. Prem Rawat, Redner und Friedensbotschafter, ausgezeichnet mit zahlreichen Friedenspreisen, bringt in diesem Büchlein seine Lebensweisheiten und Erkenntnisse in kleinen Geschichten, meist Fabeln, zum Ausdruck, einfach und fein illustriert von der japanischen Künstlerin Aya Shiroi. Sie könnten Anlass sein, darüber nachzudenken, welchen Stellenwert denn in meinem Leben "Dankbarkeit", "Frieden" ... haben, und was ich dafür tue, um glücklich zu sein. Man wird nahezu alle seiner Sätze bejahen können: Berührt zu werden, Dankbarkeit und Lebenlust zu verspüren, diese ...weiterlesen...


Freitag, 2. März 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (2)

"Der Tod so kalt" wie auch der neue Krimi "Das Böse, es bleibt" sind in Südtirol angesiedelt. Beide sind sie spannend von der ersten bis zur letzten Seite. 1. "Süße Lissy, kleine Lissy." 2. Zweimal Klopfen und die Worte "Knusper, knusper,knäuschen, wer knuspert an meinem Häuschen?" Marlene, zweiundzwanzig Jahre alt, gut einen Meter sechzig groß, melancholische blaue Augen, ein Leberfleck über den geschwungenen Lippen, zweifellos hübsch und zweifellos in Panik, betrachtete in dem metallenen Gehäuse des Tresors ihr Spiegelbild und schalt sich eine dumme Gans." Marlene flieht vor ihrem skrupellosen Ehemann, den sie nur Herrn Wegener nennt, und nimmt einen Samtbeutel, prall gefüllt mit Saphiren, ...weiterlesen...