Mittwoch, 22. August 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (2)

"Wenn Monsieur Ladmiral über das Älterwerden klagte, saht er seinem Gesprächspartner ins Gesicht und schlug einen provozierenden Ton an, der nach Widerspruch zu verlangen schien. Wer ihn schlecht kannte, täuschte sich leicht und antwortete, wie man es zu tun pflegt, höflich, dass sich Monsieur Ladmiral etwas einrede, er immer noch putzmunter sei und alle anderen überleben werde." Schon die ersten Sätze machen deutlich, dass nicht einfach ein mehr oder weniger harmonischer, idyllischer "Sonntag auf dem Lande" beschrieben wird. Sonntags erwartet Monsieur Ladmiral, ein in die Jahre gekommener verwitweter Portraitmaler, seinen Sohn Gonzargue. Der kommt "treu und brav jeden Sonntag ...weiterlesen...


Freitag, 17. August 2018 | Kategorie: Allgemein, Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (5)

Ein Roman für Katzenliebhaber? Ich denke schon. Denn Katze Saha ist letztendlich Protagonistin dieses kleinen Romans, in dem es um die noch junge Beziehung zwischen Camille und Alain, dem Katzenbesitzer, geht. Es scheint eine mehr oder weniger arrangierte Heirat zu sein. Mit viel Begeisterung ist Alain jedenfalls nicht dabei. Der Gedanke, demnächst mit seiner gerade erst Angetrauten in sein Heim zu ziehen, das renoviert wird, behagt ihm überhaupt nicht. ">Camille hier mit mir ... Schon so bald! Camille im Pyjama unter den Heckenrossen ...< Einer der Stöcke trug gerade seine Blütenlast, die sich schon beim Aufblühen entfärbte und deren orientalischer Duft abends bis ...weiterlesen...


Montag, 13. August 2018 | Kategorie: Fotos, Rezensionen, Rezensionen-Kalender | Kommentare (2)

Juchu, die ersten Kalender sind da!! Nach dem kleinen Schreck und der Überraschung, dass es schon wieder so weit fortgeschritten im Jahr ist, überwiegt dann doch die Vorfreude auf die verschiedenen Kalender. Die Büchergilde hat einen wunderschönen Wandkalender herausgebracht:"NOMEN EST OMEN. WOHER DIE MONATE IHRE NAMEN HABEN" (Copyright, Anna Gusella, Collection Büchergilde) Jeder Monat hat ein Blatt im Format 31,3 x 58,8 cm zur Verfügung. In kleinen rot-blau gehaltenen Texten kann man zu jedem Monat die verschiedenen, zum Teil noch gebräuchlichen Namen kennenlernen, die Herkunft der Namen lesen, die auf die Römer zurückgeht, aber auch erfahren, was der jeweilige Monat an ...weiterlesen...


Samstag, 11. August 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"Wir trugen Trauer um die Mutter, die im Herbst gestorben war, und verbrachten den ganzen Winter allein auf dem Land, Katja, Sonja und ich. ... Gegen Ende des Winters hatte dieses Gefühl von Melancholie, Einsamkeit und schierer Langeweile solche Ausmaße angenommen, daß ich mein Zimmer nicht mehr verließ, das Klavier nicht mehr öffnete und kein Buch mehr zur Hand nahm." So beginnt der Roman "Familienglück" von Lev Tolstoj, geschrieben aus der Ich-Perspektive der noch sehr jungen Maša, die sich in ihren sehr viel älteren Vormund Sergej Michajlyc verliebt und hofft, ihn heiraten zu können, obwohl dieser glaubt, das Thema "Liebe" schon ...weiterlesen...


Sonntag, 5. August 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"Betrachte drei Dinge. Wisse, woher du kamst und wohin du gehst und vor wem du dich zu verantworten hast." Diese drei "Dinge" können den Menschen im Sinne Martin Bubers auf seinen Weg bringen, aus seinem Leben einen Weg machen. Dieser Weg beginnt mit der Erkenntnis, dass sich der Mensch oft vor sich selbst versteckt: "Um der Verantwortung für das gelebte Leben zu entgehen, wird das Dasein zu einem Versteckapparat ausgebaut." Für Martin Buber ist es in erster Linie ein sich Verstecken vor Gott, letztendlich aber ein sich Verstecken vor sich selbst mit der Konsequenz, die Verantwortung für das eigenen Leben nicht zu ...weiterlesen...


Freitag, 3. August 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (2)

Barbara Ehrenreich ist studierte Physikerin und promovierte Biologin. Sie nimmt in diesem Buch die allseits bemerkbare "Wellness-Epidemie" unter die Lupe, die die Gewissheit unseres Tode durch die Illusion von allgegenwärtiger und allmächtiger Kontrolle versucht auszublenden. Die Autorin beginnt mit ihren eigenen Erfahrungen im Umgang mit dem Älterwerden und dem Fazit, welches sie für sich daraus gezogen hat, wohl wissend, dass sie damit gegen den "Strom ihrer speziellen demografischen Gruppe schwimmt": "Als ich erkannte, dass ich alt genug zum Sterben war, beschloss ich, dass ich auch alt genug war, um für ein längeres Leben nicht mehr Leiden, Verdruss und Langeweile auf mich zu ...weiterlesen...


Montag, 30. Juli 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Theodor Storms Novelle "Ein Doppelgänger" ist vom 1. Oktober bis 15. Dezember 1886 in sechs Fortsetzungen in der Zeitschrift "Deutsche Dichtung" erschienen. Die Büchergilde Gutenberg hat sie jetzt als eine von Sophie Nicklas illustrierte Ausgabe im "Leinenkleid" mit farbig passendem blauen Lesebändchen herausgegeben. Die Rahmenhandlung der Geschichte spielt im Sommer und wird von einem Advokaten erzählt, der sich in das Fremdenbuch eines Gasthauses eingeschrieben hat und dort auch den Oberförster kennenlernt, "ein stattlicher Mann von etwa fünfzig Jahren, mit kurzgeschorenen, schon ergrautem Haupthaar; über dem Vollbart schauten ein paar freundliche Augen, und ein leichter Humor, der bald in seinen Worten ...weiterlesen...


Mittwoch, 25. Juli 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

In diese überarbeitete Neuauflage hat Chris Paul das von ihr entwickelte "Kaleidoskop des Trauerns" eingearbeitet, das sie bereits in ihren vorigen Büchern "Ich lebe mit meiner Trauer" und "Wir leben mit deiner Trauer" ausführlich dargestellt hat. In diesem Band geht es um die besondere Situation nach einem Suizid und die danach oft gestellt Frage: "Warum hast du uns das angetan?" die "von der Voraussetzung ausgeht, der vertraute Mensch habe sich mit Blick auf die Angehörigen das Leben genommen. Doch wer sich selbst tötet, will das in der Regel nicht anderen antun, er tut es für sich. ... Wenn ein Mensch ...weiterlesen...


Montag, 23. Juli 2018 | Kategorie: Allgemein, Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

(Copyright Edition Büchergilde) Dieser Band enthält acht Erzählungen, die alle im Milieu sephardischer Juden in Sarajevo spielen, erschienen in den vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Stets führt ein allwissender Erzähler durch die Geschichten, in denen meist eine Person im Mittelpunkt steht. Bis auf die Titelgeschichte und eine weitere Erzählung haben die anderen den Namen des jeweiligen Protagonisten bereits in ihren Titeln: Der Lastenträger Samuel Simha Davokas Geschichte von Jahijels Aufbegehren Davokas Geschichte von der reinen Wahrheit Hanka Es geht in den Geschichten nicht in erster Linie um das Handeln dieser Person, sondern um ihr Innenleben, ihre Gedanken, Sehnsüchte und Wünsche, die sie in einer Welt zu ...weiterlesen...


Freitag, 20. Juli 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"Ein Buch wie ein Faustschlag" ist auf der Coverrückseite zu lesen. Ja, an vielen Stellen ist der Roman ein Faustschlag in die Magengrube bzw. ins Gehirn. Es sind Schilderungen von Morden, die dem Schlachten von Tieren ähneln. Mehrfach wiederholt, setzen sie sich als Bilder im Gehirn fest, die man wieder vor Augen hat, sobald man als Leser den Beginn der Wiederholung bemerkt. Der Roman spielt in der Warschauer Unterwelt der dreißiger Jahre. Jakub Shapiro, ein junger talentierter Boxer, und Kaplica, der Unterweltpate, sind die männlichen Protagonisten dieses Romans, in dem Frauen eine eher untergeordnete Rolle spielen als angepasste Dekoration ihrer Männer ...weiterlesen...