Montag, 5. März 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (0)

Grammatik Das ist bekannt: eine ältere Frau ist jünger als eine alte Frau. Wie groß muß doch die Angst vor dem Alter sein, daß sie sogar die Grammatik vergewaltigt. Dies ist ein Beispiel für viele nachdenklich machende, mehr oder weniger kurze Ausführungen zum Thema "Älter werden", die teilweise aus Erinnerungen, versetzt mit Anmerkungen aus heutiger Sicht bestehen. Ein Buch, das man immer mal wieder zur Hand nehmen kann, das man nicht "an einem Stück" lesen muss, über das man nachdenkt, nachsinnt, das eigene Erinnerungen auslöst und Fragen über das eigene Älter werden und die noch vorhandene Zukunft provoziert. Silvia Bovenschen, Älter werden, Frankfurt, ...weiterlesen...


Samstag, 3. März 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (3)

Suchen Sie einen Krimi für einen (verregneten) Nachmittag, ein Buch für "zwischendurch", das einen nicht tage- oder wochenlang in Anspruch nimmt und dennoch interessant, ungewöhnlich und spannend ist, wie man es von einem Krimi erwartet? Dann ist dieses Krimidebüt "Tannöd" - 1. Platz Deutscher Krimipreis 2007 - genau richtig. Der Ich-Erzähler kehrt in sein Dorf zurück, das alle nur noch das "Morddorf" nennen, weil dort eine komplette Familie auf brutalste Weise ermordet worden ist. "Mit gemischten Gefühlen bin ich in das Dorf gefahren. Die, die ich dort traf, wollten mir von dem Verbrechen erzählen. Reden mit einem Fremden und doch Vertrauten. Einem ...weiterlesen...


Samstag, 3. März 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (0)

Worte Worte sind reife Granatäpfel, sie fallen zur Erde und öffnen sich. Es wird alles Innre nach außen gekehrt, die Frucht stellt ihr Geheimnis bloß und zeigt ihren Samen, ein neues Geheimnis. (Hilde Domin) Dieses Gedicht stammt aus dem Lyrikband: Hilde Domin, Wer es könnte, mit Aquarellen von Andreas Felger und einem Geleitwort von Oliver Kohler, aus dem Präsenz Verlag, Hünfelden 4. aufl. 2006, ISBN 978-3-87630-514-1, 14,90 €, eine wunderschöne Ausgabe selbst für Kenner der Gedichte, ein Geschenk für sich selbst, aber auch für Freunde, ein Bändchen für den Nachttisch, ein Lichtblick in grauen Zeiten weiterlesen...


Donnerstag, 1. März 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (1)

Monica Bleibtreu -eine Schauspielerin, die ich sehr mag und schätze - hat in der letzten Sendung lesen! von Elke Heidenreich diese "Chronik eines Frauenlebens" vorgestellt. Ich habe das Buch gelesen, aber wirklich begeistert bin ich nicht, könnte mir aber Monica Bleibtreu als Therese Fabiani sehr gut vorstellen. "Therese" ist die Geschichte einer jungen Frau, die sich stets eigenständig ihre Liebhaber aussucht, die sich nicht wirklich um Konventionen kümmert und auch bereit ist, die Konsequenzen eines eigenständigen Lebens zu tragen, nämlich sich und ihr Kind allein zu ernähren. Dass und wie schwer ihr dies fällt als Erzieherin, die sehr häufig ...weiterlesen...


Samstag, 10. Februar 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (1)

Mehrfach habe ich hier schon aus diesem Roman zitiert. Es ist ein wunderbares Buch, das man sicher auch nach dem Lesen immer wieder in die Hand nimmt, da es unglaublich viele Fragen menschlichen Lebens in einer sehr poetischen Art und Weise anspricht. Kein Wunder, denn Raimund Gregorius, ein Lehrer, der mitten im Unterricht die Schule verlässt, um Amadeu Prado, den Autor eines Buches, zu suchen, begibt sich damit auf die Spuren eines Menschen, den man als "Goldschmied der Worte" bezeichnet hat. Gregorius lernt Portugisisch, setzt sich in den Nachtzug nach Lissabon und beginnt mit der Suche. ...weiterlesen...


Samstag, 27. Januar 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (1)

"Nun, Rudy, für Israel zu sein bedeutet noch lange nicht, alles zu billigen, was Israel tut. Man muß Frieden schließen mit den Palästinensern. Sie haben wie du das Recht, hier zu leben. Sie waren schon vor der Gründung Israels hier. Da wir wissen, was es heißt, verfolgt zu sein, sollten wir ihnen den Raum zugestehen, auf den wir selbst jahrhundertelang gewartet haben." "Ja, aber unsere Sicherheit ..." "Frieden, Rudy, Frieden, hat uns Pater Bims nicht in diesem Sinn erzogen?" "Sei nicht naiv Joseph, die beste Garantie für den Frieden ist oft der Krieg." Rudy und Joseph haben die Zeit der Besatzung ...weiterlesen...


Donnerstag, 25. Januar 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (1)

Dr. Jorgos Canacakis hat nach eigenen Angaben mit 50 Jahren als Opernsänger begonnen, Psychologie zu studieren. Er hat promoviert und sich als Trauerforscher und -berater einen Namen gemacht. Auf einer Veranstaltung, auf der er sein neues Buch " Die Welt ist voll von halben Enten" in einem Workshop vorgestellt hat, gab es denn einen oder anderen Satz, der sich wie ein "Widerhaken" festgsetzt hat: - Die Welt ist eine Bühne, auf der wir sehr oft die falsche Rolle spielen, weil andere es so woll(t)en oder wir für andere diese Rolle gespielt haben. Entscheidend ist: Wir spielen oft Rollen, aber wir ...weiterlesen...


Montag, 22. Januar 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (2)

"Ich war sechs. Meine Eltern waren fort, meine Brüder und Schwestern, meine Vettern und Cousinen ebenfalls: Sie waren von den Hlinka-Garden aufs Eis getrieben worden. Rings um den See wurden Feuer entzündet und MGs aufgebaut, sodass sie nicht fliehen konnten. Als es gegen Mittag immer wärmer wurde, zwang man sie, die Wohnwagen in die Mitte des Sees zu fahren. Das Eis brach, die Räder versanken, und der Rest folgte ihnen, Wohnwagen, Pferde, Harfen. Ich habe es nicht mit eigenen Augen gesehen, meine Tochter, aber in Gedanken konnte ich es hören, und obwohl später großartige Musik erklang, obwohl es später ...weiterlesen...


Donnerstag, 18. Januar 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (6)

Dieser Band ist der Folgeband von "...aber Steine reden nicht" und erzählt Davids Leben in Theresienstadt, einem jüdischen Ghetto. David will überleben, das ist sein einziger Wunsch und er setzt alles daran, dieses Ziel zu erreichen, so schwer es auch ist. Dennoch versucht er, menschlich zu bleiben, anderen in ihrer Not zu helfen, soweit er es vermag. Und das ist oft genug lebensgefährlich. David geht mit offenen Augen durchs Getto und bemerkt kleinste Veränderungen, die auf politische Wendungen hindeuten. Der (jugenliche ) Leser erfährt von der Sonderstellung dieses Gettos als Vorzeigegetto für internationale Kommissionen und kann erkennen, auf ...weiterlesen...


Dienstag, 16. Januar 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (6)

1938 zieht der zehnjährige David Rosen mit seiner Mutter Hanna in die "Stiege", von den Bewohnern liebevoll bis ironisch auch "Himmelsleiter" genannt, eine Armeleutestraße in Hagen. Hier wohnen Menschen unterschiedlicher Gesinnung und Religionszugehörigkeit auf engstem Raum. Die Nazis und ihre Mitläufer werden immer zahlreicher, stärker, treten immer frecher, dreister und lauter auf. Die Reaktionen der im Buch beschriebenen Personen decken ein breites Spektrum der Möglichkeiten ab: wegsehen, denunzieren, offenes oder heimliches Helfen, aber auch von Widerstand unter Lebensgefahr ist die Rede. Die, die noch die Möglichkeit haben, auszuwandern tun dies. Die alte Frau Tichowitz schafft es trotz Ausreisegenehmigung nicht ...weiterlesen...