Mittwoch, 12. September 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (0)

"engel mit nur einem flügel" ist ein Theaterstück, ein "Ein-Mann-Stück", das die Geschichte des jüdischen Jungen Robert Goldsteins erzählt, auf einfache, einprägsame, aber nie kitschige, sentimentale Art und Weise. Ein Schauspieler stellt mit Hilfe von einfachen Handpuppen und Requisiten, die oft mehrfach zum Einsatz kommen, die Unterdrückung der Juden am Beispiel der Familie Goldstein während der Zeit der Nationalsozialisten dar. Gleichzeitig wird gezeigt, dass Solidarität, Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit einen Ausweg aus der menschlichen Tragödie sein konnte. "engel mit nur einem flügel" ist ein Theaterstück, ausgezeichnet u.a. mit dem Theaterpreis NRW, geeignet für Schulkinder der 5./ 6. Klasse. Ein Stück, ...weiterlesen...


Sonntag, 9. September 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (0)

Der Klappentext dieses Krimis hält, was er verspricht: spannende Unterhaltung mit der hochschwangeren Kommissarin Jane Rizzoli, die von Dr. Maura Isles in ihren Ermittlungen unterstützt wird. Dieser Fall ist ungewöhnlich, als die Zwillingsschwester Maura Isles ermordet worden ist, von deren Existenz sie bisher nichts wusste. Natürlich liegt es nahe, dass Dr. Isles ermordet werden sollte, denn die beiden Schwestern gleichen sich aufs Haar. Erst über den Umweg über die Aufklärung von z.T. lange zurückliegenden Morden an Schwangeren, erfährt der Leser ganz zum Schluss, wer es auf das Leben Dr. Isles abgesehen hat. Die Lösung ist dann aber eher banal, ...weiterlesen...


Donnerstag, 6. September 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (1)

"Andorra" von Max Frisch, ein immer noch aktuelles Stück über die vermeintliche Andersartigkeit von Menschen, über das Phänomen, sich vom anderen ein Bildnis zu machen, das nach Frisch nie dem Original in seiner Einzigartigkeit entspricht, ein Stück über den Umgang mit Wahrheit oder dem, was Menschen dafür halten oder daraus machen. Als Andri die "Stuhlprobe" in den Augen des Tischlers nicht bestanden hat, fragt er: "Wieso seid ihr stärker als die Wahrheit? Sie wissen genau, was wahr ist. Sie sitzen drauf -" Dem Pfarrer, der im zweiten Gespräch behauptet, jetzt wirklich die Wahrheit zu sagen, schleudert Andri ebenfalls eine Frage ...weiterlesen...


Sonntag, 26. August 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (0)

Dieser Briefroman ist die (Liebes-)Geschichte zwischen Charlotte, einer Witwe, und Johannes, einem eingefleischten Junggesellen, die sich dreißgig Jahre nach ihrer heißen Affäre auf dem Umsteigebahnhof in Hannover wiedersehen. Er steigt aus, sie steigt ein. Zeit zu reden, ist nicht. Der Beginn einer erneuten wunderbaren Freundschaft? Jein. Er schreibt ihr. Sie antwortet. Zunächst ist es eher ein Tasten an der Oberfläche, ein Erfragen und Austausch von Informationen, um die Zeitspanne von dreißig Jahren zu überbrücken. Dann treffen sie sich in Hamburg und versuchen dort weiterzumachen, wo sie aufgehört haben: "Wir scheiterten. ... Zwei beflügelte alte Herzen, die beim Vögeln eine schmerzhafte Bauchlandung erleiden..." ...weiterlesen...


Donnerstag, 23. August 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (0)

Das von Walter Krämer und Roland Kaehlbrandt geschriebene "Lexikon der Sprachverwirrungen" ist ein Buch für Sprachliebhaber und/ oder Menschen, denen es wichtig ist, Sprachungetüme zu entlarven, dennoch ihren Unterhaltungswert mitzubekommen und sich darüber zu amüsieren, um dann auf Worte zurückzugreifen, die das aussagen, was sie meinen und nicht als "Plastikdeutsch" früher oder später auf dem Sprachmüll landen, den Hans Magnus Enzensberger 1979 in einem ZEIT Artikel bereits als Komposthaufen bezeichnet hat, auf dem dann Sprachneuschöpfungen wachsen können. "Neue Wörter sammeln ist wie Augenblicke sammeln." so beginnt das Lexikon, das erst eine kurze Einführung ins Thema und die Vorgehensweise der Autoren ...weiterlesen...


Freitag, 17. August 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (1)

Krimis von Henning Mankell kann ich nur zur Hand nehmen, wenn ich wirklich Zeit habe zu lesen bzw. es verantworten kann, mir diese Zeit zu nehmen, also am besten in den Ferien. Das Wetter war überwiegend schlecht, kein Problem also anzufangen, da man sonst nicht viel, um nicht zu sagen nichts verpassen konnte. Der Krimi beginnt mit einem Prolog, in dem der Leser von der Flucht eines Menschen erfährt, der durch die Wahnsinnstat eines Menschen, dem er vertraut hat, alles verloren hat, was ihm lieb gewesen ist. Die eigentliche Handlung beginnt mit einer Tat, bei der ich mich frage, wieso tun ...weiterlesen...


Dienstag, 14. August 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (2)

Spannung für ein paar kurzweilige Stunden bedeutet der neue Roman "Kalteis" von Andrea Maria Schenkel, dessen 1. Auflage bereits vergriffen ist. Gleich zu Beginn wird der Leser über eine "Aktennotiz zum Abschluss des Verfahrens Josef Kalteis" darüber informiert, dass Josef Kalteis zum Tode verurteilt und sein Gnadengesuch abgeleht worden ist. Als "Volksschädling" ist er es nicht wert, eine Sicherheitsverwahrung und Umerziehung im Konzentrationslager Dachau zu erfahren. Die Volksgenossen dürfen nichts erfahren, sie müssen geschützt werden. So wird sein Verfahren als "G e h e i m e R e i c h s s a c h e" eingestuft. ...weiterlesen...


Donnerstag, 26. Juli 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (1)

Merciers "Nachtzug nach Lissabon" habe ich mit Begeisterung gelesen und war neugierig auf seinen "Klavierstimmer". Dieser Roman ist die als Rückblick geschriebene Geschichte einer Familie aus der Perspektive der Zwillinge Patrice und Patricia, die ihre jeweils eigene Sicht auf ihre Eltern, die Familie, ihre Beziehung zueinander haben und diese in Heften dem anderen mitteilen wollen: "Jetzt, da alles vorbei ist, wollen wir aufschreiben, wie wir es erlebt haben. Wir werden den Erinnerungen allein gegenübertreten, ohne die Verführung durch die Gegenwart des anderen. Die Berichte sollen wahrhaftig sein, ganz gleich, wie groß der Schmerz sein mag beim Lesen. Das haben wir uns ...weiterlesen...


Mittwoch, 25. Juli 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (4)

"Liebesarten" ist ein Erzählband mit ungewöhnlichen Liebesgeschichten, die mancher gar nicht als solche bezeichnen würde, ähnlich wie die "Liebesgedichte" von Ulla Hahn, die liebevoll, zuweilen bissig, ironisch, genau hinschauen und zwar nicht immer nur auf die positiven Seiten. "Rote Schuhe" - ein Paar rote Schuhe auf einem Bügelbrett springen dem Leser ins Gesicht, Schuhe die die Protagonistin dieser gleichnamigen Erzählung ausgerechnet auf einer Beerdigung trägt - ist die Geschichte einer Beziehung, die gerade mal eine Nacht gedauert hat, aber lebenslang nachwirkt. "Manchmal, in den vielen Jahren, die den beiden Nächten folgten, der Nacht mit Konrad und der Nacht ohne ...weiterlesen...


Dienstag, 24. Juli 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (0)

Ein Roman, auf den ersten Blick erschreckend dick, kaum zu halten, aber mit einer faszinierend schönen Frau als Titelbild (ein Porträt der Gertrude, Lady Agnew of Lochnaw). Soll ich es kaufen? Da ich dieses Mal meine Büchertasche offensichtlich sehr nachlässig gepackt habe (viele bereits gelesene Bücher oder solche, die sich mit Sicherheit nicht als entspannende Ferienlektüre eignen), bin ich in die Inselbücherei gegangen und habe Ausschau gehalten. Da ich bisher gute Erfahrungen mit den Empfehlungen der Buchhändlerin gemacht habe, habe ich dann beim zweiten Anlauf, nach dem Lesen des ersten Satzes, das Buch gekauft: "Mein Leben begann wie ein Kriminalschmöker: Man wollte ...weiterlesen...