Freitag, 25. Mai 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (4)

"Das wird man erstaunlich finden dürfen: dass wir die Freiheit haben, unser Glück zu suchen, ja die Chance, es hie und da zu finden - auf diesem seltsamen Planeten, der mit 107 000 Stundenkilometern elliptisch um eine ferne Sonne rast, einsam in einem Universum aus Milliarden toten Sternen; bebend, feuerspeiend, von Wirbelstürmen überzogen und dennoch von kriechendem Leben bedeckt." Welch ein wortgewandter, sprachgewaltiger Anfang, der mir Lust auf Mehr macht. Wolf Schneider, geboren 1925, hat also mit 82 Jahren ein neues Buch mit dem Titel "Glück, Eine etwas andere Gebrauchsanweisung" herausgebracht. Ich habe es sofort gekauft, da ich andere Bücher von ...weiterlesen...


Donnerstag, 24. Mai 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (4)

Es ist wieder so weit. Für mich haben die Ruhrfestspiele begonnen. Wunderbar!! Schönes Wetter, interessante Leute auf dem Hügel, ansprechende Restauration, nette Begleitung, was will ich mehr? Natürlich interessantes, anregendes, unterhaltsames Theater. Aufdruck auf der Karte: "Abend mit Hannelore Elsner". Mehr wusste ich nicht, ich liebe Überraschungen. Zu sehen, zu hören bekam ich Goethe-Texte, in einer Auswahl, die mir Spaß gemacht hat, da sie für mich einen Mix aus Altbekanntem und Neuem präsentierte, begleitet von Klaviermusik und Percussion und Keyboards und an die Wand projizierten Bildern der Werkstitel und Namen wichtiger Frauen im Leben Goethes, die eng mit seinen Werken ...weiterlesen...


Montag, 2. April 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (0)

"Hilflos" ist ein Roman über die von langer Hand geplante Entführung der neunjährigen Rachel, die ins Visier eines Mannes geraten ist, der glaubt, Rachel retten zu müssen - aus den Händen ihrer eigenen Mutter und ihres Vermieters, der sich in Abwesenheit der Mutter um das Mädchen kümmert. Es ist in mehrfacher Hinsicht ein bedrückender Roman: Man weiß, dass sich Entführungen so und ähnlich in der Realität abgespielt haben. Man kennt die (kranken) Motive des Entführers, der es nur "gut" mit dem Mädchen meint, lernt die Perspektive seiner Lebensgefährtin kennen, die sich instrumentalisieren lässt und aus falsch verstandener Liebe zu ...weiterlesen...


Sonntag, 18. März 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (0)

Alice ist die Frau, die in "Ein Tag mir Herrn Jules" von ihrem verstorbenen Mann Abschied genommen hat. In "Eine Reise mit Alice" geht es um sie, die nach dem Tod ihres oft rechthaberischen Mannes allein zurecht kommen, ihren Weg finden muss: "Gleich nach Jules Tod hatte sie beschlossen, nie wieder zu verreisen. Niemals wieder. Alles, was sie in einen leichten Glücksrausch versetzten könnte, wollte sie aus ihrem Leben verbannen. Als Ehrerbietung an ihn, ihren Begleiter auf den vielen Reisen, die sie unternommen hatten." Aber daran hält sie sich dann doch nicht. Sie will ihren Traum, in dem sie mehrfach ...weiterlesen...


Montag, 5. März 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (0)

Grammatik Das ist bekannt: eine ältere Frau ist jünger als eine alte Frau. Wie groß muß doch die Angst vor dem Alter sein, daß sie sogar die Grammatik vergewaltigt. Dies ist ein Beispiel für viele nachdenklich machende, mehr oder weniger kurze Ausführungen zum Thema "Älter werden", die teilweise aus Erinnerungen, versetzt mit Anmerkungen aus heutiger Sicht bestehen. Ein Buch, das man immer mal wieder zur Hand nehmen kann, das man nicht "an einem Stück" lesen muss, über das man nachdenkt, nachsinnt, das eigene Erinnerungen auslöst und Fragen über das eigene Älter werden und die noch vorhandene Zukunft provoziert. Silvia Bovenschen, Älter werden, Frankfurt, ...weiterlesen...


Samstag, 3. März 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (3)

Suchen Sie einen Krimi für einen (verregneten) Nachmittag, ein Buch für "zwischendurch", das einen nicht tage- oder wochenlang in Anspruch nimmt und dennoch interessant, ungewöhnlich und spannend ist, wie man es von einem Krimi erwartet? Dann ist dieses Krimidebüt "Tannöd" - 1. Platz Deutscher Krimipreis 2007 - genau richtig. Der Ich-Erzähler kehrt in sein Dorf zurück, das alle nur noch das "Morddorf" nennen, weil dort eine komplette Familie auf brutalste Weise ermordet worden ist. "Mit gemischten Gefühlen bin ich in das Dorf gefahren. Die, die ich dort traf, wollten mir von dem Verbrechen erzählen. Reden mit einem Fremden und doch Vertrauten. Einem ...weiterlesen...


Samstag, 3. März 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (0)

Worte Worte sind reife Granatäpfel, sie fallen zur Erde und öffnen sich. Es wird alles Innre nach außen gekehrt, die Frucht stellt ihr Geheimnis bloß und zeigt ihren Samen, ein neues Geheimnis. (Hilde Domin) Dieses Gedicht stammt aus dem Lyrikband: Hilde Domin, Wer es könnte, mit Aquarellen von Andreas Felger und einem Geleitwort von Oliver Kohler, aus dem Präsenz Verlag, Hünfelden 4. aufl. 2006, ISBN 978-3-87630-514-1, 14,90 €, eine wunderschöne Ausgabe selbst für Kenner der Gedichte, ein Geschenk für sich selbst, aber auch für Freunde, ein Bändchen für den Nachttisch, ein Lichtblick in grauen Zeiten weiterlesen...


Donnerstag, 1. März 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (1)

Monica Bleibtreu -eine Schauspielerin, die ich sehr mag und schätze - hat in der letzten Sendung lesen! von Elke Heidenreich diese "Chronik eines Frauenlebens" vorgestellt. Ich habe das Buch gelesen, aber wirklich begeistert bin ich nicht, könnte mir aber Monica Bleibtreu als Therese Fabiani sehr gut vorstellen. "Therese" ist die Geschichte einer jungen Frau, die sich stets eigenständig ihre Liebhaber aussucht, die sich nicht wirklich um Konventionen kümmert und auch bereit ist, die Konsequenzen eines eigenständigen Lebens zu tragen, nämlich sich und ihr Kind allein zu ernähren. Dass und wie schwer ihr dies fällt als Erzieherin, die sehr häufig ...weiterlesen...


Samstag, 10. Februar 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (1)

Mehrfach habe ich hier schon aus diesem Roman zitiert. Es ist ein wunderbares Buch, das man sicher auch nach dem Lesen immer wieder in die Hand nimmt, da es unglaublich viele Fragen menschlichen Lebens in einer sehr poetischen Art und Weise anspricht. Kein Wunder, denn Raimund Gregorius, ein Lehrer, der mitten im Unterricht die Schule verlässt, um Amadeu Prado, den Autor eines Buches, zu suchen, begibt sich damit auf die Spuren eines Menschen, den man als "Goldschmied der Worte" bezeichnet hat. Gregorius lernt Portugisisch, setzt sich in den Nachtzug nach Lissabon und beginnt mit der Suche. ...weiterlesen...


Samstag, 27. Januar 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (1)

"Nun, Rudy, für Israel zu sein bedeutet noch lange nicht, alles zu billigen, was Israel tut. Man muß Frieden schließen mit den Palästinensern. Sie haben wie du das Recht, hier zu leben. Sie waren schon vor der Gründung Israels hier. Da wir wissen, was es heißt, verfolgt zu sein, sollten wir ihnen den Raum zugestehen, auf den wir selbst jahrhundertelang gewartet haben." "Ja, aber unsere Sicherheit ..." "Frieden, Rudy, Frieden, hat uns Pater Bims nicht in diesem Sinn erzogen?" "Sei nicht naiv Joseph, die beste Garantie für den Frieden ist oft der Krieg." Rudy und Joseph haben die Zeit der Besatzung ...weiterlesen...