Dienstag, 19. Juni 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (2)

Nachdem ich Richard Powers Roman "Klang der Zeiten" mit großem Interesse und viel Begeisterung gelesen und auch besprochen habe, war ich gespannt auf seinen Roman "Das Echo der Erinnerung" , in dem es um Mark geht, der sich mit seinem Auto auf einer menschenleeren Landstraße überschlägt und gerade noch mit dem Leben davonkommt. Die ersten Kapitel sind spannend. Was ist mit Mark passiert? Schnell stellt sich heraus, dass nichts mehr ist wie vorher. Denn als Mark aus dem Koma erwacht, kann er sich an (fast) nichts mehr erinnern, erkennt seine Schwester nicht mehr, bzw. glaubt, dass die Frau, die ...weiterlesen...


Mittwoch, 6. Juni 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (1)

"Mit offenen Augen" ist die Geschichte von Francesca Pierson, die aber lieber Franky genannt werden möchte. Franky ist ein vierzehnjähriges Mädchen, die lange Zeit verdrängt, dass ihre Eltern sich nicht mehr verstehen, dass ihr Vater, Reid Pierson, ein bekannter und beliebter Sportreporter, ihre Mutter ständig - auch vor den Kindern - herabsetzt: ".. du gehst mit Riesenschritten auf die vierzig zu. Du solltest dankbar sein, dass du einen Mann hast, der sich noch gern in der Öffentlichkeit mir dir zeigt." Es ist eine Ehe, in der der Ehemann die Erlaubnis gibt, dass seine Frau einen Raum in dem ...weiterlesen...


Montag, 28. Mai 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (0)

Noch immer verwechsele ich manche Namen, ärgerlich, aber vielleicht gibt es Schlimmeres. Wer muss sich schon 120 neue Namen auf einmal merken? Das hat es dieses Jahr besonders schwierig gemacht. "Sie werden alt!" - Kindermund tut Wahrheit kund - oder wie heißt dieser Spruch? Schön war in diesem Zusammenhang Folgendes zu lesen, nachdem ich mit der Lektüre wegen abgeschnittener Seiten einige Tage aussetzen musste, bis das Mängelexemplar gegen ein vollständiges ausgetauscht war: "Mein Gedächtnis und ich, wir haben eine Vereinbarung getroffen. Es liefert mir nicht mehr jeden Begriff und jeden Namen sofort. Vielleicht war das nie viel anders, aber es ...weiterlesen...


Freitag, 25. Mai 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (4)

"Das wird man erstaunlich finden dürfen: dass wir die Freiheit haben, unser Glück zu suchen, ja die Chance, es hie und da zu finden - auf diesem seltsamen Planeten, der mit 107 000 Stundenkilometern elliptisch um eine ferne Sonne rast, einsam in einem Universum aus Milliarden toten Sternen; bebend, feuerspeiend, von Wirbelstürmen überzogen und dennoch von kriechendem Leben bedeckt." Welch ein wortgewandter, sprachgewaltiger Anfang, der mir Lust auf Mehr macht. Wolf Schneider, geboren 1925, hat also mit 82 Jahren ein neues Buch mit dem Titel "Glück, Eine etwas andere Gebrauchsanweisung" herausgebracht. Ich habe es sofort gekauft, da ich andere Bücher von ...weiterlesen...


Donnerstag, 24. Mai 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (4)

Es ist wieder so weit. Für mich haben die Ruhrfestspiele begonnen. Wunderbar!! Schönes Wetter, interessante Leute auf dem Hügel, ansprechende Restauration, nette Begleitung, was will ich mehr? Natürlich interessantes, anregendes, unterhaltsames Theater. Aufdruck auf der Karte: "Abend mit Hannelore Elsner". Mehr wusste ich nicht, ich liebe Überraschungen. Zu sehen, zu hören bekam ich Goethe-Texte, in einer Auswahl, die mir Spaß gemacht hat, da sie für mich einen Mix aus Altbekanntem und Neuem präsentierte, begleitet von Klaviermusik und Percussion und Keyboards und an die Wand projizierten Bildern der Werkstitel und Namen wichtiger Frauen im Leben Goethes, die eng mit seinen Werken ...weiterlesen...


Montag, 2. April 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (0)

"Hilflos" ist ein Roman über die von langer Hand geplante Entführung der neunjährigen Rachel, die ins Visier eines Mannes geraten ist, der glaubt, Rachel retten zu müssen - aus den Händen ihrer eigenen Mutter und ihres Vermieters, der sich in Abwesenheit der Mutter um das Mädchen kümmert. Es ist in mehrfacher Hinsicht ein bedrückender Roman: Man weiß, dass sich Entführungen so und ähnlich in der Realität abgespielt haben. Man kennt die (kranken) Motive des Entführers, der es nur "gut" mit dem Mädchen meint, lernt die Perspektive seiner Lebensgefährtin kennen, die sich instrumentalisieren lässt und aus falsch verstandener Liebe zu ...weiterlesen...


Sonntag, 18. März 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (0)

Alice ist die Frau, die in "Ein Tag mir Herrn Jules" von ihrem verstorbenen Mann Abschied genommen hat. In "Eine Reise mit Alice" geht es um sie, die nach dem Tod ihres oft rechthaberischen Mannes allein zurecht kommen, ihren Weg finden muss: "Gleich nach Jules Tod hatte sie beschlossen, nie wieder zu verreisen. Niemals wieder. Alles, was sie in einen leichten Glücksrausch versetzten könnte, wollte sie aus ihrem Leben verbannen. Als Ehrerbietung an ihn, ihren Begleiter auf den vielen Reisen, die sie unternommen hatten." Aber daran hält sie sich dann doch nicht. Sie will ihren Traum, in dem sie mehrfach ...weiterlesen...


Montag, 5. März 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (0)

Grammatik Das ist bekannt: eine ältere Frau ist jünger als eine alte Frau. Wie groß muß doch die Angst vor dem Alter sein, daß sie sogar die Grammatik vergewaltigt. Dies ist ein Beispiel für viele nachdenklich machende, mehr oder weniger kurze Ausführungen zum Thema "Älter werden", die teilweise aus Erinnerungen, versetzt mit Anmerkungen aus heutiger Sicht bestehen. Ein Buch, das man immer mal wieder zur Hand nehmen kann, das man nicht "an einem Stück" lesen muss, über das man nachdenkt, nachsinnt, das eigene Erinnerungen auslöst und Fragen über das eigene Älter werden und die noch vorhandene Zukunft provoziert. Silvia Bovenschen, Älter werden, Frankfurt, ...weiterlesen...


Samstag, 3. März 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (3)

Suchen Sie einen Krimi für einen (verregneten) Nachmittag, ein Buch für "zwischendurch", das einen nicht tage- oder wochenlang in Anspruch nimmt und dennoch interessant, ungewöhnlich und spannend ist, wie man es von einem Krimi erwartet? Dann ist dieses Krimidebüt "Tannöd" - 1. Platz Deutscher Krimipreis 2007 - genau richtig. Der Ich-Erzähler kehrt in sein Dorf zurück, das alle nur noch das "Morddorf" nennen, weil dort eine komplette Familie auf brutalste Weise ermordet worden ist. "Mit gemischten Gefühlen bin ich in das Dorf gefahren. Die, die ich dort traf, wollten mir von dem Verbrechen erzählen. Reden mit einem Fremden und doch Vertrauten. Einem ...weiterlesen...


Samstag, 3. März 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (0)

Worte Worte sind reife Granatäpfel, sie fallen zur Erde und öffnen sich. Es wird alles Innre nach außen gekehrt, die Frucht stellt ihr Geheimnis bloß und zeigt ihren Samen, ein neues Geheimnis. (Hilde Domin) Dieses Gedicht stammt aus dem Lyrikband: Hilde Domin, Wer es könnte, mit Aquarellen von Andreas Felger und einem Geleitwort von Oliver Kohler, aus dem Präsenz Verlag, Hünfelden 4. aufl. 2006, ISBN 978-3-87630-514-1, 14,90 €, eine wunderschöne Ausgabe selbst für Kenner der Gedichte, ein Geschenk für sich selbst, aber auch für Freunde, ein Bändchen für den Nachttisch, ein Lichtblick in grauen Zeiten weiterlesen...