Montag, 11. April 2011 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (3)

"Ich lese. Das ist wie eine Krankheit. Ich lese alles, was mir in die Hände, vor die Augen kommt: Zeitungen, Schulbücher, Plakate, auf der Straße gefundene Zettel, Kochrezepte, Kinderbücher, alles, was gedruckt ist. Ich bin vier Jahre alt." Diese unheilbare Krankheit wird Agota Kristof ihr Leben lang begleiten, später ist die Lust zum Schreiben ihr zusätzlicher Begleiter, dann nämlich "wenn die schlechten Tage kommen." Und die kommen mit dem Krieg, ihrem Aufenthalt im Internat, der sowjetischen Besatzung und den damit verbundenen "Feindes-sprachen" Deutsch und Russisch, andere Fremdsprachen sind verboten. Später flieht sie mit Mann und Kind und lebt in der französisch sprechenden Schweiz, wo ...weiterlesen...


Dienstag, 29. März 2011 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Dieser Kurzroman erzählt die Geschichte der Ehe von Francesca und Alberto, die mit dem Ende beginnt: "Ich habe zu ihm gesagt: 'Sag mir die Wahrheit' und er hat gesagt: 'Welche Wahrheit?' und zeichnete rasch etwas in sein Notizbuch ... Ich habe ihm in die Augen geschossen." Danach verlässt Francesca das Haus, geht spazieren und will sich anschließend stellen. Doch dann kehrt sie nach Hause zurück. "Es herrschte große Stille, und ich bemühte mich, ihr nicht zuzuhören." Und sie schreibt die Geschichte ihrer Beziehung und späteren Ehe in ihr Haushaltsbuch, weil ihr klar geworden ist, dass sie mit niemandem mehr sprechen würde. "Mit niemandem." Sie schreibt ...weiterlesen...


Dienstag, 22. März 2011 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Man erinnere sich: Jürgen Ponto wird 1977 in seinem Haus in Oberursel ermordet. Susanne Albrecht, die Patentochter Jürgen Pontos, hat Brigitte Mohnhaupt und Christian Klar den Zutritt zum Hause Pontos ermöglicht. Die geplante Entführung führt zur Ermordung Jürgen Pontos. Auf der Beerdigung sehen sich die beiden Familien das letzte Mal. "Deine Eltern und wir waren in diesem Moment noch eine Schicksalsgemeinschaft." Später wünscht die Witwe Ponto keinen Kontakt mehr zur Familie Albrecht. Etwa 30 Jahre danach nimmt Julia Albrecht Kontakt zu Jürgen Pontos Tochter Corinna auf. Sie treffen sich und beschließen, ihre jeweiligen (Lebens-)Geschichten, ihre Sicht der RAF und ihren Umgang mit dem Ereignis in Oberursel und die Auswirkungen auf ihr Leben ...weiterlesen...


Donnerstag, 17. März 2011 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"Lila, Lila " ist ein Roman, der thematisch in die aktuelle Diskussion über den Umgang mit geistigem Eigentum passt, obschon er bereits 2004 erschienen ist. David arbeitet als Kellner in einer Bar, in der eines Tages auch Marie auftaucht, in die er sich sofort verliebt. Sie aber nimmt ihn nur in seiner Funktion als Kellner wahr, obschon Daniel nichts unversucht lässt, ihre Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. In einem alten Nachttischchen vom Flohmarkt findet Daniel das Manuskript eines herzergreifenden, tragisch endenden Liebesromans aus den 50igern. Er scannt die Seiten ein, überarbeitet sie, setzt seinen Namen darunter und gibt sie Marie zu lesen, von der er weiß, dass sie sich für Literatur interessiert. ...weiterlesen...


Montag, 7. März 2011 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (4)

Vorsicht! Sämtliche Aussagen auf der Rückseite des Buches beziehen sich nicht auf den Roman "Wie geht es Georg Laub?" Es ist für mich keines der Bücher "bei denen ... man alle paar Seiten ein Buchzeichen einlegen" möchte. Ich schließe mich dem letzten Satz des Romans an: "Laß uns aufhören, es ist doch ermüdend. Und auch langweilig auf die Dauer. Ja." Ich würde empfehlen: Fangt gar nicht erst an. Ich finde den Roman durchgängig langweilig, wirr durch verschiedene Perspektiven, die dem Leser Banalitäten - wie z.b den Zustand des Hauses, in dem Georg Laub lebt, mehrfach präsentieren, ohne dass ein Mehrwert an Erkenntnis, an Informationen oder Sonstigem entsteht. Doch worum ...weiterlesen...


Sonntag, 27. Februar 2011 | Kategorie: Denk-Würdiges, Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (2)

Wo finde ich einen Lehrer, von dem ich lernen kann zu leben? Wie sollte ein Lehrer sein, der das Leben lehren kann? Und was brauche ich, um leben zu können? In der heutigen Sendung "Lebenszeichen" ging es um "Liebe Diskretion, Respekt - Über die Schönheit des Lehrens" - eine Sendung nicht nur für Eltern, Lehrer, Schüler, sondern für alle die ihr leben lang Lernende sind mit verblüffenden Ansichten. Wiederholung der Sendung: wie immer Sonntag Abend um 22.35 im WDR 5 oder als Manuskript zu lesen. weiterlesen...


Samstag, 26. Februar 2011 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (1)

Diese Novelle handelt vom Tod eines Sohnes, den Umgang der Eltern damit, ihre jeweils eigene, nicht mitzuteilende Trauer, die manchmal merk-würdige Züge annimmt und ihre Liebe im Alter. "Er war ihr Gatte, sie hatte ihn lieb, ihre wahre Liebe jedoch, die große, sie verzehrende Liebe ihres Lebens ging durch ihn hindurch zum Toten, zum Sohn. Das mußte er spüren, das ertrug er nicht, und darum, nur darum sann der Mann sich allerlei aus, um den ihm angestammten Platz in ihren Gefühlen wieder einzunehmen." Beide versinken in ihren Gedanken immer mehr in der Vergangenheit. Sie in die Zeit mit ihrem Sohn, der lange nach der Geburt ...weiterlesen...


Dienstag, 22. Februar 2011 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (3)

Das Buch startet mit dem "Wichtigen Hinweis" darauf, dass "Autor und Verlag keinerlei Haftung für Schäden irgendeiner Art, die direkt oder indirekt aus der Anwendung oder Verwertung der Angaben in diesem Buch entstehen. Insbesondere kann das Lesen dieses Buches weder Arztbesuch noch Psychotherapie ersetzten." Worauf lässt der Leser dieses Buches mit dem Untertitel: "Selbstverständnis, Selbstachtung und Selbsthilfe für hochsensible Menschen" sich ein? Er betritt die Welt, das Universum sogenannter HSP (hochsensible Person) und hat die Möglichkeit, sich über die besonderen Kennzeichen dieser Minderheitengruppe zu informieren, ihre Stärken kennenzulernen, die oft von der sogenannten "normalen" Mehrheit als Macken, als Verrücktheiten gebrandmarkt werden, so dass in dessen Folge sich HSP oft als unnormal, als ...weiterlesen...


Sonntag, 20. Februar 2011 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Graham John Holt ist Einzelkind bzw. inzwischen "Einzelerwachsener", Eigenbrötler, Postbeamter und Besitzer des der Post angeschlossenen Dorfladens, ledig, ohne soziale Kontakte und eifriger Listenschreiber. "Listen waren meine große Manie, mein Gerüst für den Alltag: ... Und mit Stecknadeln oder Kreuzchen neben dem Benötigten, Be-stellten und  Geklärten, oder mit dicken Strichen durch Erledigtes ... nahm mein Leben seinen Lauf." Und mit einer solchen Liste beginnt auch die Wende in seinem Leben." Zwischen Brot, Milch, Teebeutel, Lunch (Schinken oder Fleischpastete), Zucker und Chinakohl hatte ich ganz in Gedanken die Worte gekritzelt: Ein Sohn." Dieser Graham also bemüht sich um die Adoption eines Kindes. Aber geht das überhaupt? Überall trifft ...weiterlesen...


Dienstag, 15. Februar 2011 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Die 5-Gänge eines Menus in einem Spitzenrestaurant, in dem man normalerweise Monate auf eine Reser-vierung warten muss - außer wenn der Bruder, Serge Lohmann, designierter Ministerpräsident ist- strukturieren die äußere Handlung dieses Romans, der in Rückblenden die sehr unterschiedlichen Leben und Ansichten der beiden Ehepaare und gleichzeitig das aktuelle Problem ihrer Kinder aufdeckt. Eine möglichst gemeinsa-me Lösung muss her. Der Ich-Erzähler ist einer der beiden Ehemänner. Von Anfang an ist die Stimmung gereizt, nahezu aggressiv, die beiden  Brüder sind sich offensichtlich nicht "grün", doch richtet sich die Aggressivität auch gegen die Bediensteten des Restaurants und deren Art, die Gerichte zu präsen-tieren. Schadenfreude kommt auf, wenn etwas "schief" geht. Im Verlauf der Handlung bekommt der ...weiterlesen...