Sonntag, 6. Oktober 2013 | Kategorie: Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (2)

Du bist undankbar! Du musst dankbar sein! Gerd Achenbach bezeichnet den Vorwurf der Undankbarkeit an andere als "Denunziationsvokabel" und erinnert an eine alte, aber oft in Vergessenheit geratene Tradition, dass man Dankbarkeit nicht erwarten solle. "Und zwar aus einem guten Grund. Als Eltern ist man ja für die Kinder nicht da, um von ihnen Dankbarkeit zu erwerben, sondern man ist da, weil man für die da sein will, weil dies zu unseren Eltern sein dazugehört. In dem Moment, wo ich den Vorwurf erhebe, du bist undankbar, mache ich den Anspruch geltend, ich hätte mich als dankbar zu erweisen. Die sagen dann nicht, ...weiterlesen...


Montag, 16. September 2013 | Kategorie: Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (0)

Das Mädchen mit den Schwefelhölzern: eine MusikAufführung mit Bildern, Schauspielern, einem Zuschauerkarree, derart beeindruckend, dass sie einem kaum aus dem Kopf geht. Surreale Märchenbilder, Traumbildern und -landschaften ähnlich, eine Angela Winkler, die wie immer nuancenreich und detaillgenau bis in die Fingerspitzen spielt. Zwei Stunden Faszination, Verstörung pur Stunden, die ich nicht missen, sondern eher noch einmal erleben möchte dann aber bitte mit Sitzkissen, die bei der Generalprobe in unserem Block vergessen worden sind, denn so ausgeprägt ist mein eigenes Sitzpolster dann doch nicht. weiterlesen...


Sonntag, 25. August 2013 | Kategorie: Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (2)

„Vergeben und vergessen? Vergiss es! Über Schuld und Entschuldigung.“ So der Titel der heutigen Sendung "Lebenszeichen" im WDR 3, die gut nachvollziehbar darstellt, was Verzeihen und Vergeben bedeutet und welche Arbeit an einem selbst es voraussetzt. Vergeben als manchmal jahrelanger "dorniger Weg", als ein Ringen "um eine neue Balance in einer alten Beziehung", der verschiedene Stationen aufweist, ähnlich wie der der Trauerarbeit: - die eigene Verwundung eingestehen - das Grübeln über das, was geschehen ist - das Bewusstmachen und Ausdrücken der Gefühle von Wut, Rache, sogar von Hass - Zweifel hinsichtlich des eigenen Anteils am Geschehen - ein Perspektivwechsel, die Frage nach Gründen des anderen ...weiterlesen...


Montag, 13. Mai 2013 | Kategorie: Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (0)

Wer bei dem Wort "Harfe" nur an himmlisch Klänge denkt, der kann sich durch Michael David in seinem Konzert Harfe in Blau ... von Klassik bis Jazz eines Besseren belehren lassen und staunen. Meditationen über Let it be von den Beatles, Eigenkompositionen über lange gesuchte rote Schuhe oder Libertinango von Astor Piazolla. Einfach himmlisch. weiterlesen...


Donnerstag, 9. Mai 2013 | Kategorie: Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (3)

Liegen bleiben lohnt sich manchmal auch für Frühaufsteher. Dann nämlich, wenn man "Liegen bleiben" im WDR 5 hören kann. Da gilt es Schätze zu entdecken, sich Anregungen zu holen. Heute waren es Gedichte von Rainer Malkowski. Das folgende, auch auf seiner Homepage zu lesen, hat es mir besonders angetan. Es ist aus dem Gedichtband "Zu Gast". Die Reisetasche Meine Reisetasche, abgenutzt in drei Erdteilen: seit gestern steht sie mitten im Wohnzimmer. Dabei habe ich gar nicht vor, wegzufahren. Ich wehre mich nur gegen die Versuchung, zu glauben, ich sei schon angekommen - wehre mich dagegen, von der Zukunft nichts anderes zu erhoffen als die schmerzlose Fortdauer der ...weiterlesen...


Sonntag, 21. April 2013 | Kategorie: Rezensionen, Rezensionen (diverse), Zitate | Kommentare (0)

"Der schwerste Stein ist gehoben, wenn man akzeptiert hat, was passiert ist." um dann vielleicht zu erkennen, "was habe ich jetzt, was mir vorher fehlte." Wer mehr über Steine auf dem Weg erfahren will, der höre sich die heutige Sendung Lebenszeichen "Etwas Schönes daraus bauen" an. Spannend, interessant wie fast immer. weiterlesen...


Dienstag, 9. April 2013 | Kategorie: Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (5)

"Jeder Augenblick ist ewig wenn du ihn zu nehmen weißt. Ist ein Vers der unaufhörlich Leben, Welt und Dasein preist. Alles wendet sich und endet und verliert sich in der Zeit. Nur der Augenblick ist immer. Gib dich hin und sei bereit! Wenn du stirbst, stirbt nur dein Werden. Gönn ihm keinen Blick zurück. In der Zeit muss alles sterben aber nichts im Augenblick." Das war - nach zahlreichen Zugaben - sein "Abschiedsgedicht" heute Abend im Schauspielhaus Bochum, nach einer wunderbaren, berührenden, nachdenklich und Mut machenden Vorstellung, in der man den "alten", gleichzeitig veränderten Konstantin Wecker erleben konnte, begleitet von Nils ...weiterlesen...


Donnerstag, 4. April 2013 | Kategorie: Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (0)

Silberkiesel ist Hunkelers erster Fall. Hunkeler ermittelt als Angehöriger der Basler Polizei, der er ziemlich kritisch und distanziert gegenübersteht denn: "die Basler Polizei wurde von den Ordnungsspießern befehligt, die einzig und allein das Ziel hatten, unter allen Umständen Ruhe und Ordnung zu bewahren und die Macht der älteren Generation zu garantieren." Er ist ein grantiger älterer Kommissar, den so schnell nichts aus der Ruhe bringt, dem aber vieles, was er sieht, machen muss auf den Wecker geht. Insgesamt recht sympathisch, wenngleich nicht unbedingt originell. Das ist auch sein erster Fall nicht. Von Anfang an ist klar, worum es geht: Ein libanesischer ...weiterlesen...


Sonntag, 24. März 2013 | Kategorie: Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (0)

Immer wieder fällt der Satz: "Der Missbrauch war katholisch." Betroffene berichten von sexuellem Missbrauch in kirchlichen Internaten, allerdings "nur" Teil eines flächendeckenden Terror- und Willkürsystems, in dem man eingebettet war in einen rigiden Tagesablauf, in ein Regelsystem, in dem es unendliche viele Regeln gab, die niemand allumfänglich beachten konnte und man damit immer Gefahr lief, böse, schuldig, sündig oder minderwertig zu sein. Und wenn Regelverstöße nicht ans Tageslicht kamen, war da immer noch der "liebe Gott", der alles sah, alles hörte und sogar Gedanken lesen konnte. Entrinnen war nicht möglich. Es war ein Leben in einem System, welches das Monopol ...weiterlesen...


Donnerstag, 7. März 2013 | Kategorie: Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (1)

"Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele." (Pablo Picasso) Wenn das stimmt, ist meine Seele reinweiß, jetzt nach dem Besuch der Kleeausstellung im Folkwangmuseum Essen. Es ist eine kleine feine wunderbare Ausstellung seiner farbigen und bloß mit Bleistift auf weißes Papier gezeichneten Engel. Engel, die alles andere als vollkommene Wesen sind, im Gegenteil: unfertig sind sie, zweifelnd, häßlich, eben eher menschlich. Empfehlenswerte Ausstellung und dennoch nicht soo überlaufen wie die vorherige. weiterlesen...