Sonntag, 8. Februar 2015 | Kategorie: Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (2)

Ist Kritik hilfreich oder verletzend? Über den schwierigen Umgang mit Kritik geht es in der heutigen Sendung "Lebenszeichen". Kritik als Teil von Wertschätzung, als Möglichkeit sich zu entwickeln, zu formulieren und anzunehmen, kann schon als "hohe Kunst der Kritik" angesehen werden. Wie kritisiert man wertschätzend und was gehört dazu, Kritik als anregend für die eigene Entwicklung anzusehen? Auf jeden Fall: - Kritik zeitnah - konkret und vor allem als - Ich-Botschaften formulieren und vor allem so, - dass nicht die ganze Person in Frage gestellt wird. Der Kritisierte sollte - zuhören - überprüfen, ob und was die geäußerte Kritk mit einem selbst, aber auch mit ...weiterlesen...


Freitag, 30. Januar 2015 | Kategorie: Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (2)

Die Winterreise von Schubert nach Texten von Wilhelm Müller sind im Gegensatz zu den damals üblichen Wanderliedern eher innere Monologe eines Protagonisten, der sich als Fremder in der Welt fühlt und heimatlos umherirrt. Die Lieder bringen daher Gefühlslandschaften zu Gehör: Einsamkeit, Gefühl der Verlorenheit, Hoffnungslosigkeit und zunehmender Todessehnsucht, typische Themen der Romantik. IRRLICHT In die tiefsten Felsengründe Lockte mich ein Irrlicht hin: Wie ich einen Ausgang finde? Liegt nicht schwer mir in dem Sinn. Bin gewohnt das irre Gehen, 's führt ja jeder Weg zum Ziel: Unsre Freuden, unsre Leiden, Alles eines Irrlichts Spiel. Durch des Bergstroms trockne Rinnen Wind ich ruhig mich hinab - Jeder Strom wird's Meer gewinnen, Jedes Leiden ...weiterlesen...


Montag, 1. September 2014 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (0)

Sobald sich das Licht der Farben Grün, Rot und Blau in gleicher Weise mischt erscheint es uns als Weiß. (Farbenlehre nach Helmholtz) Grün, Rot, Blau und Weiß sind denn auch - in sehr unterschiedlicher Länge - die Kapitelüberschriften, in denen der Leser mit den verschiedenen Lebensabschnitten des Protagonisten Sebastian von Eschburg bekannt gemacht wird. Sebastian ist sehr sensibel, ist sich als Kind und Jugendlicher weitgehend selbst überlassen, zu Hause und im Internat. Er flüchtet sich in die Welt der Bücher, redet laut mit ihren Figuren, bis er auch das einstellt, um nicht als verrückt zu gelten. Später - sein Vater hat inzwischen Selbstmord begangen, ...weiterlesen...


Sonntag, 6. Oktober 2013 | Kategorie: Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (2)

Du bist undankbar! Du musst dankbar sein! Gerd Achenbach bezeichnet den Vorwurf der Undankbarkeit an andere als "Denunziationsvokabel" und erinnert an eine alte, aber oft in Vergessenheit geratene Tradition, dass man Dankbarkeit nicht erwarten solle. "Und zwar aus einem guten Grund. Als Eltern ist man ja für die Kinder nicht da, um von ihnen Dankbarkeit zu erwerben, sondern man ist da, weil man für die da sein will, weil dies zu unseren Eltern sein dazugehört. In dem Moment, wo ich den Vorwurf erhebe, du bist undankbar, mache ich den Anspruch geltend, ich hätte mich als dankbar zu erweisen. Die sagen dann nicht, ...weiterlesen...


Montag, 16. September 2013 | Kategorie: Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (0)

Das Mädchen mit den Schwefelhölzern: eine MusikAufführung mit Bildern, Schauspielern, einem Zuschauerkarree, derart beeindruckend, dass sie einem kaum aus dem Kopf geht. Surreale Märchenbilder, Traumbildern und -landschaften ähnlich, eine Angela Winkler, die wie immer nuancenreich und detaillgenau bis in die Fingerspitzen spielt. Zwei Stunden Faszination, Verstörung pur Stunden, die ich nicht missen, sondern eher noch einmal erleben möchte dann aber bitte mit Sitzkissen, die bei der Generalprobe in unserem Block vergessen worden sind, denn so ausgeprägt ist mein eigenes Sitzpolster dann doch nicht. weiterlesen...


Sonntag, 25. August 2013 | Kategorie: Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (2)

„Vergeben und vergessen? Vergiss es! Über Schuld und Entschuldigung.“ So der Titel der heutigen Sendung "Lebenszeichen" im WDR 3, die gut nachvollziehbar darstellt, was Verzeihen und Vergeben bedeutet und welche Arbeit an einem selbst es voraussetzt. Vergeben als manchmal jahrelanger "dorniger Weg", als ein Ringen "um eine neue Balance in einer alten Beziehung", der verschiedene Stationen aufweist, ähnlich wie der der Trauerarbeit: - die eigene Verwundung eingestehen - das Grübeln über das, was geschehen ist - das Bewusstmachen und Ausdrücken der Gefühle von Wut, Rache, sogar von Hass - Zweifel hinsichtlich des eigenen Anteils am Geschehen - ein Perspektivwechsel, die Frage nach Gründen des anderen ...weiterlesen...


Montag, 13. Mai 2013 | Kategorie: Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (0)

Wer bei dem Wort "Harfe" nur an himmlisch Klänge denkt, der kann sich durch Michael David in seinem Konzert Harfe in Blau ... von Klassik bis Jazz eines Besseren belehren lassen und staunen. Meditationen über Let it be von den Beatles, Eigenkompositionen über lange gesuchte rote Schuhe oder Libertinango von Astor Piazolla. Einfach himmlisch. weiterlesen...


Donnerstag, 9. Mai 2013 | Kategorie: Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (3)

Liegen bleiben lohnt sich manchmal auch für Frühaufsteher. Dann nämlich, wenn man "Liegen bleiben" im WDR 5 hören kann. Da gilt es Schätze zu entdecken, sich Anregungen zu holen. Heute waren es Gedichte von Rainer Malkowski. Das folgende, auch auf seiner Homepage zu lesen, hat es mir besonders angetan. Es ist aus dem Gedichtband "Zu Gast". Die Reisetasche Meine Reisetasche, abgenutzt in drei Erdteilen: seit gestern steht sie mitten im Wohnzimmer. Dabei habe ich gar nicht vor, wegzufahren. Ich wehre mich nur gegen die Versuchung, zu glauben, ich sei schon angekommen - wehre mich dagegen, von der Zukunft nichts anderes zu erhoffen als die schmerzlose Fortdauer der ...weiterlesen...


Dienstag, 9. April 2013 | Kategorie: Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (5)

"Jeder Augenblick ist ewig wenn du ihn zu nehmen weißt. Ist ein Vers der unaufhörlich Leben, Welt und Dasein preist. Alles wendet sich und endet und verliert sich in der Zeit. Nur der Augenblick ist immer. Gib dich hin und sei bereit! Wenn du stirbst, stirbt nur dein Werden. Gönn ihm keinen Blick zurück. In der Zeit muss alles sterben aber nichts im Augenblick." Das war - nach zahlreichen Zugaben - sein "Abschiedsgedicht" heute Abend im Schauspielhaus Bochum, nach einer wunderbaren, berührenden, nachdenklich und Mut machenden Vorstellung, in der man den "alten", gleichzeitig veränderten Konstantin Wecker erleben konnte, begleitet von Nils ...weiterlesen...


Donnerstag, 4. April 2013 | Kategorie: Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (0)

Silberkiesel ist Hunkelers erster Fall. Hunkeler ermittelt als Angehöriger der Basler Polizei, der er ziemlich kritisch und distanziert gegenübersteht denn: "die Basler Polizei wurde von den Ordnungsspießern befehligt, die einzig und allein das Ziel hatten, unter allen Umständen Ruhe und Ordnung zu bewahren und die Macht der älteren Generation zu garantieren." Er ist ein grantiger älterer Kommissar, den so schnell nichts aus der Ruhe bringt, dem aber vieles, was er sieht, machen muss auf den Wecker geht. Insgesamt recht sympathisch, wenngleich nicht unbedingt originell. Das ist auch sein erster Fall nicht. Von Anfang an ist klar, worum es geht: Ein libanesischer ...weiterlesen...