Sonntag, 24. März 2013 | Kategorie: Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (0)

Immer wieder fällt der Satz: "Der Missbrauch war katholisch." Betroffene berichten von sexuellem Missbrauch in kirchlichen Internaten, allerdings "nur" Teil eines flächendeckenden Terror- und Willkürsystems, in dem man eingebettet war in einen rigiden Tagesablauf, in ein Regelsystem, in dem es unendliche viele Regeln gab, die niemand allumfänglich beachten konnte und man damit immer Gefahr lief, böse, schuldig, sündig oder minderwertig zu sein. Und wenn Regelverstöße nicht ans Tageslicht kamen, war da immer noch der "liebe Gott", der alles sah, alles hörte und sogar Gedanken lesen konnte. Entrinnen war nicht möglich. Es war ein Leben in einem System, welches das Monopol ...weiterlesen...


Donnerstag, 7. März 2013 | Kategorie: Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (1)

"Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele." (Pablo Picasso) Wenn das stimmt, ist meine Seele reinweiß, jetzt nach dem Besuch der Kleeausstellung im Folkwangmuseum Essen. Es ist eine kleine feine wunderbare Ausstellung seiner farbigen und bloß mit Bleistift auf weißes Papier gezeichneten Engel. Engel, die alles andere als vollkommene Wesen sind, im Gegenteil: unfertig sind sie, zweifelnd, häßlich, eben eher menschlich. Empfehlenswerte Ausstellung und dennoch nicht soo überlaufen wie die vorherige. weiterlesen...


Mittwoch, 6. Februar 2013 | Kategorie: Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (1)

Die Lektüre dieses Romans ist Jahrzehnte her. Und das ist gut so, denn so kann ich mir den Film vorbehaltlos ansehen, da die Bilder des eigenen Kopfkinos verblasst sind. Und ich bin tief beeindruckt. Das, was als harmlose Landpartie beginnt, endet in etwas, das jeder spontan sicher als Katastrophe bezeichnen würde. Eine Bewertung, die man am Ende des Films vielleicht in Frage stellen wird. Eine Frau fährt mit Bekannten in ein Jagdhaus in die Berge. Diese gehen noch ins nahegelegene Dorf, kehren in der Nacht aber nicht zurück. Am anderen Morgen macht sich die Frau mit Luchs, dem Jagdhund der Bekannten, auf ...weiterlesen...


Mittwoch, 28. November 2012 | Kategorie: Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (0)

Zum 10. Mal können Besucher der evangelischen Kliniken in Gelsenkirchen Ergebnisse der Senologie-Malgruppen in den Fluren bewundern und zum Teil auch kaufen. Das diesjährige Motto der Jahresausstellung: FARB(T)TRÄUME. In kurzen Ansprachen wurde auf die therapeutische Bedeutung der Malgruppen hingewiesen, in denen Frauen mit Brustkrebs, eine Möglichkeit finden können, sich mit ihrer Krankheit und den damit verbundenen Veränderungen auseinanderzusetzen, mit alten, vielleicht nicht mehr lebbaren, aber auch mit möglichen neuen Träumen. Kunst als Weg, nicht als Ziel, ganz im Sinne von Rilke. Marita Linke, Leiterin eriner Malgruppe, sprach von dem Mut, den es zur Traumver-wirklichung braucht, den Mut, neue Wege zu finden und ...weiterlesen...


Dienstag, 25. September 2012 | Kategorie: Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (7)

Heute Generalprobe der Uraufführung "When the mountain changed its clothing" in der Jahrhunderthalle in Bochum. Beides zusammen: ein Erlebnis!! 40 Mädchen des Chores Carmina Slovenica im Alter von 10-20 Jahren inszenieren in beeindruckenden Szenen Geschichten und Fragen von Kindern auf der Schwelle zum Erwachsenwerden. Einfache Bühnenbilder und Requisiten, z.T. an Schulmobiliar erinnernd, Texte verschiedener Dichter, gemischt, untermalt mit Kompositionen diverser Musiker - wie Brahms, Schönberg - und Musikrichtungen wie Partisanengesänge aus der Tito-Zeit, Popsongs, Mantra- und Obertongesänge bilden ein eindringliches Ganzes, das unter die Haut geht, berührt und Körper, Geist und Seele erfasst. Sehr, sehr empfehlenswert! Selbst die Laugenbrezel waren frisch. Am Nebentisch ...weiterlesen...


Samstag, 8. September 2012 | Kategorie: Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (0)

Pierre Pincemailles Spezialitäten sind Improvisationen auf/ mit der Orgel. Sie beginnen und erwecken den Eindruck, als hörten sie nie auf. Warum sollten sie auch? Sie sind witzig, überraschend, end-gültig und scheinbar unaufhörlich und pausieren, wenn Besucher keine Geduld mehr haben, die Kirche St. Peter in Recklinghausen vorzeitig verlassen wollen und die quietschende Ausgangstür benutzen. Pierre Pincemaille pausiert, bis das Quietschen der Tür aufhört, um dann um so fulminanter weiterzuspielen. Nach dem Konzert sagt eine Besucherin, man müsse ein Fläschchen Öl spendieren. Doch danach wäre eine solche Improvisation nicht mehr nötig. Fast ein wenig schade, denn: Unzulänglichkeiten des Alltags machen Impovisationen doch erst notwendig, ...weiterlesen...


Montag, 30. Juli 2012 | Kategorie: Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (0)

Nachdem ich den "Vorleser" mehrfach in diversen Kursen an verschiedenen Schulen im Unterricht besprochen habe, hatte ich keine Lust mehr, mir auch noch die Kinoverfilmung anzusehen. Heute Abend war nicht die rote, sondern meine schwarze Couch angesagt, weil ich mit Olympia noch nie etwas am Hut hatte, auch heute Abend nicht. Nach den Nachrichten im Ersten, ging's dann los mit: "Der Vorleser". Ich habe den Film gesehen. Mitgefühl habe ich mit verschiedenen Personen gehabt - sicher aus meinem Blickwinkel heraus - und genau das macht für mich diesen Film, diesen Roman von B. Schlink aus: Eindeutig Position zu beziehen, ist oft nicht so einfach, wie ...weiterlesen...


Sonntag, 22. Juli 2012 | Kategorie: Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (0)

Unter dem Titel "Wenn du nicht machst, was ich will, passiert was" beschäftigt sich die heutige Sendung "Lebenszeichen" mit Erpressung in seiner ganzen Bandbreite. Es geht um Täter und Opfer, die meist klar zuzuordnen sind. Im Bereich der emotionalen Erpressung ist das oft nicht ganz so eindeutig. Sie bleibt - zumindest in den Anfängen - im Dunkeln, ist als solche nicht unbedingt erkennbar, hinterlässt allerdings bei dem Erpressten im Läufe der Zeit immer häufiger das Gefühl, etwas zu tun, was man eigentlich nicht will, zu dem man sich aber moralisch verpflichtet fühlt, weil es dem anderen sonst nicht gut geht, er ...weiterlesen...


Dienstag, 3. April 2012 | Kategorie: Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (0)

Tina Soliman arbeitet als Dokumantarin und Regisseurin u.a. für die ZDF Reihe "37 Grad", heute mit dem Thema "Abgetaucht", Termin: 22.15. Thematisiert wird der plötzliche Kontaktabbruch zwischen einst nahestehenden Personen, das können auch Freunde, Geschwister sein. Ob die heutige Sendung eine Verfilmung  ihres Buches "Funkstille. Wenn Menschen den Kontakt abbrechen" ist, weiß ich nicht. Näheres ist zu finden auf der entsprechen-den Seite des ZDF. weiterlesen...


Sonntag, 1. April 2012 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen, Rezensionen (diverse) | Kommentare (6)

Heute beschäftigt sich Andrea Lieblang in der Sendung "Lebenszeichen" mit dem Thema der Hochsensibilität. Die wenigsten Hochsensiblen werden ihre Sensibilität von Anfang an als Gabe oder gar als Gnade bezeichnen. Zu lange haben sie darunter gelitten, sind damit angeeckt, so viel anders zu sein als ihre Mitmenschen, ihre Andersartigkeit nicht erklären zu können, aber so oft dafür ausgelacht, ausgegrenzt zu werden: Mimose, Kräutchen-Rühr-mich nicht an, sind noch die freundlicheren Varianten, die man zu hören bekommt. Problem vieler Hochsensibler ist, die Fähigkeit zu erlangen, sich abzugrenzen, die eigenen Grenzen wahrzunehmen, zu setzen und zu wahren. Dabei kann der eigene Körper Indikator sein, wenn, ja wenn ...weiterlesen...