Erinnerungen
Erinnerungenzu neuen Gegenwarten machenist wenig sinnvoll. (© mona lisa)
Erinnerungenzu neuen Gegenwarten machenist wenig sinnvoll. (© mona lisa)
Lichter Nebel zartumhüllte sanft meinen Baum ließ ihn dann glitzern. (©mona lisa)
Ariane ist eine äußerst attraktive, intelligente junge Frau, die sich wenig bis gar nicht darum schert, wie man sich als junge Frau zu verhalten hat. Sie hat ihren eigenen Kopf, eigene Vorstellungen vom Leben und von Gerechtigkeit – auch zwischen den Geschlechtern. Gelernt hat sie dies von ihrer Tante Warwara Petrowna, bei der sie zeitweilig aufwächst und dort große Freiheiten genießt. Warwara Petrowna „hatte hinsichtlich der Liebe einen männlichen Standpunkt. Sie nahm sich einen Geliebten, wenn sie das Bedürfnis dazu…
Alles still! Es tanzt den ReigenMondenstrahl in Wald und Flur,Und darüber thront das SchweigenUnd der Winterhimmel nur: Alles still! Vergeblich lauschetMan der Krähe heisrem Schrei.Keiner Fichte Wipfel rauschet,Und kein Bächlein summt vorbei. Alles still! Die DorfeshüttenSind wie Gräber anzusehn,Die, von Schnee bedeckt, inmittenEines weiten Friedhofs stehn. Alles still! Nichts hör ich klopfenAls mein Herze durch die Nacht –Heiße Tränen niedertropfenAuf die kalte Winterpracht. (Theodor Fontane)
Schnee, zärtliches Grüssender Engel,schwebe, sinke –breit alles in Schweigenund Vergessenheit!Gibt es noch Böses,wo Schnee liegt?Verhüllt, verfernt er nichtalles zu Nahe und Hartemit seiner beschwichtigendenWeichheit, und dämpft selbstdie Schritte des Lautestenin Leise?Schnee, zärtliches Grüssender Engel,den Menschen, den Tieren! –Weisseste Feierder Abgeschiedenheit. (Francisca Stoecklin)
Manchmal kommt die Überraschung erst am Ende des Tages wie das Licht am Ende des Tunnels.Tadele den Tag also nie vor dem Abend – wenn Tadeln überhaupt sinnvoll ist.
Hope is the thing with feathersThat perches in the soul,And sings the tune without the words,And never stops at all, (Emily Dickinson)
Ich bin der Regen, und ich geh’barfuß einher von Land zu Land.In meinen Haaren spielt der Windmit seiner schlanken, braunen Hand. Mein dünnes Kleid aus Spinngeweb’ist grauer als das graue Weh.Ich bin allein. Nur hie und daspiel’ ich mit einem kranken Reh. Ich halte Schnüre in der Hand,und es sind auf ihnen aufgereihtalle die Tränen, welche jeein blasser Mädchenmund geweint. Sie alle habe ich geraubtbei schlanken Mädchen, spät bei Nacht,wenn mit der Sehnsucht Hand in Handsie bang auf langem Weg…
„ERSTE PERSON SINGULAR“ ist der gerade erschienene Band mit neun Erzählungen Murakamis, übersetzt von Ursula Gräfe. Gemeinsam haben die Erzählungen, dass es in allen um mehr oder weniger lange zurückliegende Ereignisse und Begegnungen des jeweiligen Ich-Erzählers geht, die alle – wie Autor Haruki Murakami auch – bereits in die Jahre gekommen sind, einem Lebensabschnitt, in dem das Erinnern einen offensichtlich größeren Raum einnimmt. „Das Seltsame am Älterwerden ist für mich nicht, dass ich selbst alt geworden bin und mich unvermittelt…