Claude Anet, Ariane. Liebe am Nachmittag

Claude Anet, Ariane. Liebe am Nachmittag

Ariane ist eine äußerst attraktive, intelligente junge Frau, die sich wenig bis gar nicht darum schert, wie man sich als junge Frau zu verhalten hat. Sie hat ihren eigenen Kopf, eigene Vorstellungen vom Leben und von Gerechtigkeit – auch zwischen den Geschlechtern. Gelernt hat sie dies von ihrer Tante Warwara Petrowna, bei der sie zeitweilig aufwächst und dort große Freiheiten genießt. Warwara Petrowna „hatte hinsichtlich der Liebe einen männlichen Standpunkt. Sie nahm sich einen Geliebten, wenn sie das Bedürfnis dazu…

Weiterlesen Weiterlesen

Alles still

Alles still

Alles still! Es tanzt den ReigenMondenstrahl in Wald und Flur,Und darüber thront das SchweigenUnd der Winterhimmel nur: Alles still! Vergeblich lauschetMan der Krähe heisrem Schrei.Keiner Fichte Wipfel rauschet,Und kein Bächlein summt vorbei. Alles still! Die DorfeshüttenSind wie Gräber anzusehn,Die, von Schnee bedeckt, inmittenEines weiten Friedhofs stehn. Alles still! Nichts hör ich klopfenAls mein Herze durch die Nacht –Heiße Tränen niedertropfenAuf die kalte Winterpracht. (Theodor Fontane)

Schnee

Schnee

Schnee, zärtliches Grüssender Engel,schwebe, sinke –breit alles in Schweigenund Vergessenheit!Gibt es noch Böses,wo Schnee liegt?Verhüllt, verfernt er nichtalles zu Nahe und Hartemit seiner beschwichtigendenWeichheit, und dämpft selbstdie Schritte des Lautestenin Leise?Schnee, zärtliches Grüssender Engel,den Menschen, den Tieren! –Weisseste Feierder Abgeschiedenheit. (Francisca Stoecklin)

Ich bin der Regen

Ich bin der Regen

Ich bin der Regen, und ich geh’barfuß einher von Land zu Land.In meinen Haaren spielt der Windmit seiner schlanken, braunen Hand. Mein dünnes Kleid aus Spinngeweb’ist grauer als das graue Weh.Ich bin allein. Nur hie und daspiel’ ich mit einem kranken Reh. Ich halte Schnüre in der Hand,und es sind auf ihnen aufgereihtalle die Tränen, welche jeein blasser Mädchenmund geweint. Sie alle habe ich geraubtbei schlanken Mädchen, spät bei Nacht,wenn mit der Sehnsucht Hand in Handsie bang auf langem Weg…

Weiterlesen Weiterlesen

Haruki Murakami, ERSTE PERSON SINGULAR

Haruki Murakami, ERSTE PERSON SINGULAR

„ERSTE PERSON SINGULAR“ ist der gerade erschienene Band mit neun Erzählungen Murakamis, übersetzt von Ursula Gräfe. Gemeinsam haben die Erzählungen, dass es in allen um mehr oder weniger lange zurückliegende Ereignisse und Begegnungen des jeweiligen Ich-Erzählers geht, die alle – wie Autor Haruki Murakami auch – bereits in die Jahre gekommen sind, einem Lebensabschnitt, in dem das Erinnern einen offensichtlich größeren Raum einnimmt. „Das Seltsame am Älterwerden ist für mich nicht, dass ich selbst alt geworden bin und mich unvermittelt…

Weiterlesen Weiterlesen