Mittwoch, 27. Januar 2010 | Kategorie: Buch-Rezensionen | Kommentare (2)

Nein, sterben wird sie nicht, jedenfalls jetzt noch nicht. Da ist Helene Wesendahl sich sicher. Aber nichts ist mehr wie es vor ihrer Einweisung in eine Klinik gewesen ist, in die sie wegen einer Hirnblutung eingeliefert wurde. Mühsam versucht sie sich zu erinnern,  wer sie ist und was mit ihr passiert ist und gerät dabei an körperliche, seelische und sprachliche Grenzen.  Denken und Wahrnehmung scheinen zu funktionieren, doch ihre Sprache und ihr Erinnerungsvermögen hinken hinterher.  Dem Klinikpersonal ausgeliefert, versucht sie dennoch ihre Eigenständigkeit und Würde zu behalten, weigert sich bestimmte Therapien mitzumachen, weil sie den Eindruck hat, nicht wirklich wahrgenommen zu werden. "Wenn einer ...weiterlesen...


Samstag, 16. Januar 2010 | Kategorie: Buch-Rezensionen | Kommentare (9)

" 'Hattest du angenommen, ich würde mich in den verwandeln, in den mich meine Umgebung hier nur allzu gern verwandeln will? Begreif doch endlich: Alte Leute sind weder Bekloppte noch Säuglinge, die man füttern trockenlegen und mit 'Guck mal' im Kinderwagen spazierenfahren kann. Ich sehe soviel, Anne, was du anscheinend nicht siehst. Deine Welt aber interessiert mich immer weniger.' " Franz Maus, ehemaliger Journalist, muss ins "Haus Lebensabend", da er an Magenkrebs erkrankt, allein stehend ist und  nicht mehr allzu lange leben wird. Aus seiner Perspektive erfährt der Leser, wie Franz  bis zum Schluss seine Würde und Selbstständigkeit bewahrt, wie er das Verhalten des Personals, des Pfarrers und der Angehörigen als  unaufrichtig, verlogen und ...weiterlesen...


Donnerstag, 14. Januar 2010 | Kategorie: Buch-Rezensionen | Kommentare (2)

Die hochschwangere Julia trifft im Park auf die hochbetagte Klara, die in diesem Moment ihren Namen nicht mehr weiß. "Geben Sie mir einen Namen, irgend einen, den ich weitersagen und vergessen kann." Beide finden sich merk-würdig, fühlen sich dennoch von der anderen angezogen. Julia kommt die alte Frau sogar bekannt vor. Irgendwie, ein bisschen. Während Julia ihr Kind zur Welt bringt und versucht, in die Mutterrolle zu finden, verliebt sich Klara im Altenheim in einen ebenfalls dementen, aber charmanten Herrn.  Sie haben das Glück, dass nicht beide zur gleichen Zeit ihre Ausfälle haben und so füreinander sorgen und sogar kleinere Ausflüge zum See unternehmen ...weiterlesen...


Mittwoch, 13. Januar 2010 | Kategorie: Allgemein | Kommentare (0)

In der Verlängerung meiner Straße gibt es einen Bahnübergang, an dem kaum etwas normal ist. Nachdem in der Vergangenheit einige Bauern mehrfach mit ihren Treckeranhängern die Bahnschranken mitgenommen haben, weil die Straßenführung viel zu eng war, ist monatelang der Bahnübergang von Männern bedient worden, die mit flatternden rot-weißen Bändern den Übergang abgesperrt haben, oft so lange, dass in der Hitze Autofahrer eingeschlafen sind, die Anwohner die Autofahrer mit Getränken versorgt und ein Schwätzchen gehalten haben - bis, ja bis nach Kompetenzrangelein die Straße verbreitert war und die Schranken wieder automatisch bedient wurden. Seit einiger Zeit flattern die weiß-roten Bänder wieder, doch den Anwohnern schient es für einen Service viiiiiiel zu kalt zu sein, ...weiterlesen...


Mittwoch, 13. Januar 2010 | Kategorie: Buch-Rezensionen | Kommentare (2)

Dieser Roman setzt da ein, wo "Das verborgene Wort" aufhört. Er erzählt die Geschichte der Hilla Palm, die gegen den Willen der Eltern, mit Unterstützung von Autoritätspersonen wie dem Lehrer und Pfarrer des Dorfes, das Gymnasium besucht, mit dem Ziel, ein sehr gutes Abitur zu machen, um dann mit einem Stipendium studieren zu können, auch wenn sie damit den Traum ihrer Mutter vom Leben der Tochter platzen lässt. Diese hat für sie "den Traum einer Kinderschwester geträumt ..., den Traum mit einer Heirat mit einem staatse Kääl, Peter Bender, der jet an de Föß hätt." Aber Hilla will lernen, sich die Welt der Wörter, der Freiheit, des eigenen ...weiterlesen...


Donnerstag, 7. Januar 2010 | Kategorie: Alltägliches | Kommentare (1)

"1 x täglich" ist nicht der Hinweis auf einem Medikamentenbeipackzettel, sondern der Aufdruck auf einer runden Dose mit besonderem Inhalt: 365 Sprüche für jeden Tag, gedruckt auf festen kleinen Kärtchen - es war das Werbegeschenk über das ich mich zum Abschluss des letzten Jahres wirklich gefreut habe. Seit dem 1.1.2010 hole ich mir jeden Morgen meinen "Spruch" des Tages aus der Dose. Manchmal vielleicht doch eine Art Medikament, zum Nachdenken, Innehalten, sich Freuen ... , hergestellt  mit Hilfe von behinderten Menschen in einer Einrichtung der Arbeiterwohlfahrt, vertrieben von  http://www.raumgestalt.net/ weiterlesen...


Sonntag, 27. Dezember 2009 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (0)

Tabor Süden arbeitet noch immer auf der Vermisstenstelle. Doch der Fall einer unbekannten, männlichen Leiche führt ihn bis nach Italien auf die Spur einer Frau, die seit etwas zehn Jahren als vermisst gilt und kurz davor steht, als verschollen "zu den Akten gelegt" zu werden. Tabor findet trotz anfänglich hartnäckigen Schweigens von Zeugen einen Zusammenhang der beiden Fälle heraus. Seiner Sturheit ist es zu verdanken, dass sie - zumindest in polizeilicher Hinsicht - als gelöst gelten können. Süden, der sich als "Untermieter seiner selbst" bezeichnet, bemüht sich während seiner Ermittlungen  "um gesellschaftlich konforme Wut", die in ihm nicht aufkommen will. Auf ...weiterlesen...


Mittwoch, 23. Dezember 2009 | Kategorie: Allgemein, Rezensionen | Kommentare (1)

Sylvain lebt mit seiner Schildkröte Gaby bei seiner Mutter. Das wäre nichts Erwähnenswertes, wenn Sylvian nicht bereits 36 Jahre alt wäre und seine Schildkröte um ihren Panzer beneidete: "Es erschien ihm praktisch, in seinem eigenen sicheren Bunker zu wohnen." Alle seine Versuche, sich sebstständig zu machen, scheitern am Widerstand der Mutter, die nichts unversucht lässt, ihn an sich zu binden. Freundinnen ekelt sie regelmäßig aus dem Haus, so dass Sylvain - aus ihrer Sicht - erneut keinen Grund hat auszuziehen. Wegen eines Sturzes der Mutter und des damit verbundenen Aufenthaltes im Krankenhaus sagt Sylvain seine  Reise nach Rumänien ab. Die ...weiterlesen...


Mittwoch, 23. Dezember 2009 | Kategorie: Alltägliches | Kommentare (0)

Schlaglöcher in den Straßen  - meist kein schöner Anblick. Wenn sich aber, von der Sonne beschienen, mindestens fünf Spatzen  in einem mit Schneewasser gefüllten Schlagloch badend tummeln - dann zaubern sie ein Lächeln aufs Gesicht - direkter Weg zum Glück. weiterlesen...


Sonntag, 20. Dezember 2009 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (0)

Tabor Süden ermittelt wieder. Gesucht wird Johann Farak, 41 Jahre alt, Sohn eines Ägypters, der offensichtlich aber nur von seiner Schwester vermisst wird. Alle im Zusammenhang mit dieser Vermissung Befragten wundern sich, dass überhaupt jemand Johann vermisst, den alle nur als Trinker, unbegabten Maler und endlosen Schwätzer bezeichnen, mit dem niemand mehr etwas zu tun haben will, der in zahllosen Kneipen Hausverbot hat. Die Angaben der Schwester stellen sich dann auch noch als falsch heraus, geben aber Einblick in den Abgrund ihrer Familie. Süden soll aufhören zu ermitteln, da es wichtigere Fälle gebe. Süden aber hat sich in den Fall ...weiterlesen...