Montag, 22. Dezember 2008 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (4)

Das Leben ändert sich schnell. Das Leben ändert sich in einem Augenblick. Man setzt sich zum Abendessen, und das Leben, das man kennt, hört auf. Die Frage des Selbstmitleids. Das sind die ersten Worte Joan Didions, die sie nach dem Tod ihres Mannes John aufgeschrieben hat. Danach herrscht für lange Zeit Sprachlosigkeit, weil für sie das Herausgerissenwerden aus einem ganz gewöhnlichen Alltag kaum zu glauben ist, lange für irreal gehalten wird und daher kaum in Worte, in Sprache zu fassen ist. Hinzu kommt, dass ihre Tochter zu der Zeit, als ihr Vater stirbt, auf einer Intensivstation liegt. Joan Didion kommt lange Zeit kaum dazu, den ...weiterlesen...


Dienstag, 16. Dezember 2008 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (8)

Oberinspektor Chen hat nie vorgehabt, Polizist zu werden, sondern will als Student eher literarisch Karriere machen. Doch im China der 80iger des letzten Jahrhunderts haben Studenten ihr Arbeitsplätze nicht frei wählen können. Sie sind ihnen zugewiesen worden. Chen hat zunächt die Diplomatenlaufbahn einschlagen sollen, doch die Überprüfung seines familiären Hintergrunds - einer seiner Onkel ist als Konterrevolutionär hingerichtet worden - ließ dies nicht zu. So ist er Polizist in Shanghai geworden und hat in den ersten Jahren ein Verhörhandbuch übersetzten und politische Berichte verfassen müssen. Zu Beginn des Kriminalromans ist Chen gerade - für alle überraschend - Leiter einer ...weiterlesen...


Dienstag, 9. Dezember 2008 | Kategorie: Allgemein | Kommentare (3)

Einmal mit einem Porsche über die Autobahn fahren, das habe ich mir schon als Kind gewünscht. Warum? Ich weiß es nicht. Gefragt habe ich immer wieder Leute mit Porsche, die ihre spontanen Zusagen allerdings nie wahrgemacht haben, weshalb auch immer. Heute morgen war es dann soweit. Der Nachbar hatte seine Garage offen, in der sein Porsche steht. Hat mich gewundert, weil der Wagen eine Saisonzulassung hat, die im Oktober des jeweiligen Jahres endet. Dann taucht ein nigelnagelneuer blauer Porsche auf (Mein Mann mochte blaue Porsche, ich würde mich immer für einen schwarzen entscheiden. Ich hoffe, ihr erkennt den Konj.II!!!). Zwei Männer ...weiterlesen...


Montag, 8. Dezember 2008 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (3)

Ich brauchte mal wieder ein Buch, das spannende Unterhaltung bietet. Die Buchhändlerin gab mir diesen Roman in die Hand. "Ein gut geschriebener Spionageroman." "Nee, das ist nicht's für mich." Ich mag keine Spionageromane, da ich bei meinem schlechten Namensgedächtnis irgendwann nicht mehr weiß, wer zu wem gehört bzw. wer gegen wen ist. Und das finde ich zu anstrengend. Doch sie ließ sich nicht beirren und begann, mir den Inhalt zu erzählen. Da ich ihr vertraue, habe ich mich überreden lassen. Der Roman beginnt mit einem Zitat von Marcel Proust. Den ersten Satz dieses Roman hätte ich vorgeschlagen, finde ihn allemal besser ...weiterlesen...


Freitag, 5. Dezember 2008 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (0)

Mein Interesse an Kalendern habe ich hier schon einige Male kundgetan. Aber alle Jahre wieder ist es ja auch soweit. Dieses Jahr habe ich den obligatorischen Kalender für meine Mutter bereits gekauft und auf der Suche nach diesem habe ich dann zwei weitere für mich gekauft. Zum einen den "Arche-Literaturkalender", den ich früher jedes Jahr hatte. Dieses Mal ist sein Motto "Beziehungen", mein Thema (nicht nur) in diesem Jahr. Ich muss mich "am Riemen reißen" - wie man hier sagt, um nicht schon alle Kalenderblätter zu lesen, denn dann ist die Überraschung ja weg. Also warte ich, bis ich am ...weiterlesen...


Freitag, 5. Dezember 2008 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (7)

Hat mir sein Roman "Der Alchimist" ganz gut gefallen, so mag ich diesen überhaupt nicht, auch wenn ich die Grundidee interessant fand. Eine junge Frau begeht Selbstmord, überlebt und wird in eine "Irrenanstalt" eingeliefert, wo man ihr sagt, sie habe nur noch wenige Tage zu leben, da ihr Herz aufgrund des Suizidversuches irreparabel geschädigt sein. Später stellt sich heraus, dass diese Information und ihre Herzattacken nur Teil einer "Therapie" waren, mit der der Anstaltsleiter versucht, für die seeliche Krankheit der "Verbitterung", eine Vergiftung der menschlichen Seele , eine wissenschaftlich fundierte Therapieform zu finden, um seinen Ruf als Wissenschaftler zu untermauern. Und ...weiterlesen...


Freitag, 28. November 2008 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (3)

Wer möchte nicht "einfacher und glücklicher leben" ?, so der Untertitel des nun auch als Taschenbuchs erschienen Bestsellers "simplify your life" mit witzigen Karikaturen, die das Geschriebene oft auf den Punkt bringen. Den Hinweis auf diesen Ratgeber hat mir eine Bekannte, eine Innenarchitektin, gegeben, die ich gebeten hatte, mit mir durch - nun allein - meine Wohnung zu gehen und mit mit "laut darüber nachzudenken", wie ich es schaffe, meinen Platz zu finden, obwohl es an Platz nicht gerde mangelt. Sie hatte sofort einige schnell und einfach umzusetzende Ideen, die ich dann auch erfolgreich und für mich zufriedenstellend realisiert habe. Einige ...weiterlesen...


Sonntag, 23. November 2008 | Kategorie: Allgemein, Alltägliches, Rezensionen | Kommentare (3)

Dachrinnen säubern, Blätter zusammenkehren, den Wasserhahn abdrehen, Oleander und Gartenstühle ins Winterquartier bringen, das waren Arbeiten, mit denen ich in der letzten Woche beschäftigt war. Ich mache es gerne, bin ich doch an der frischen Luft, bewege mich, sehe, was ich schaffe und kann dabei überlegen, was und wo ich demnächst Weihnachstdeko anbringen will. Dabei ist mir aufgefallen, dass mir ein Rotkehlchen Gesellschaft geleistet hat, ein sehr scheues, das immer wieder zur Seite hüpfte, wenn ich mich in seine Richtung bewegte, aber es blieb. Ich erinnere mich daran, dass ich bei meiner Gartenarbeit nahezu immer ein Rotkehlchen an meiner Seite ...weiterlesen...


Donnerstag, 20. November 2008 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (0)

Andere Zeiten e.V. in Hamburg hat ein kleines Bändchen herausgegeben mit (z.T bekannten) kleinen Geschichten, meist nur eine Seite lang, liebevoll illustriert von Güther Jakobs, die man gut abends vor dem Schlafengehen lesen kann. Die Botschaften, die diese Geschichten vermitteln, sind geprägt von Lebensweisheiten, Einsichten, die theoretisch fast jedem bekannt, in der Praxis aber oft so schwer umzusetzen sind. So findet man die bekannte Szene aus Michael Endes "Momo" mit Beppo dem Straßenkehrer, der eine in ihrer Länge nicht mehr zu überblickende Straße kehren soll und an dieser Aufgabe schier verzweifelt. Doch aufgeteilt in kleine, zu bewältigende Schritte, wird Beppo dieser ...weiterlesen...


Samstag, 15. November 2008 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (0)

Kommissar Van Veeteren hat es in diesem Fall mit dem spurlosen Verschwinden von zwei kleinen Mädchen aus einem Ferienlager zu tun. Eine Frau, die nicht erkannt werden will und deshalb am Telefon ihren Namen auch nicht nennt, zeigt das Verschwinden der Mädchen an. Kurz darauf werden die beiden Mädchen ermordet aufgefunden. Alle Hinweise deuten drauf hin, dass es sich um denselben Täter handelt. Van Veeteren begegnet im Verlauf seiner Ermittlungen dem Leiter dieses Ferienlagers, einem Sektenführer, vor dem offensichtlich nicht nur die Mädchen, sondern auch die Betreuerinnen Angst haben und deshalb schweigen. Die Mauer des Schweigens scheint unüberwindlich. Der Leser ist ...weiterlesen...