Freitag, 27. Juli 2007 | Kategorie: Allgemein | Kommentare (1)

Zu beobachten, wie Leute reagieren, deren gemietete Strandkörbe von anderen genutzt werden, die davon ausgehen, dass er herrenlos ist, ist schon spannend. Da gibt es die Netten, die Kiebigen, die Ironischen und die Unverschämten. Dieses Jahr habe ich zum ersten Mal beobachtet, dass jemand die Sachen, die in seinem Strandkorb lagen, nicht einfach nur zur Seite gelegt hat - sein gutes Recht - sondern sämliche Gegenstände mit wutverzerrtem Blick in den Sand geschmissen hat, begleitet von heftigen Flüchen. "Mal sehen, was passiert, wenn die unrechtmäßige Strandkorbnutzerin (eine Bekannte) zurückkommt." Diese verhielt sich ausgesprochen freundlich, hat sich für die "Belästigung" entschuldigt und für die ...weiterlesen...


Donnerstag, 26. Juli 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (1)

Merciers "Nachtzug nach Lissabon" habe ich mit Begeisterung gelesen und war neugierig auf seinen "Klavierstimmer". Dieser Roman ist die als Rückblick geschriebene Geschichte einer Familie aus der Perspektive der Zwillinge Patrice und Patricia, die ihre jeweils eigene Sicht auf ihre Eltern, die Familie, ihre Beziehung zueinander haben und diese in Heften dem anderen mitteilen wollen: "Jetzt, da alles vorbei ist, wollen wir aufschreiben, wie wir es erlebt haben. Wir werden den Erinnerungen allein gegenübertreten, ohne die Verführung durch die Gegenwart des anderen. Die Berichte sollen wahrhaftig sein, ganz gleich, wie groß der Schmerz sein mag beim Lesen. Das haben wir uns ...weiterlesen...


Donnerstag, 26. Juli 2007 | Kategorie: Allgemein | Kommentare (1)

George Tabori und Ulrich Mühe, zwei großartige, dem Theater bzw. dem Film verbundene Menschen, sind in den letzten Tagen verstorben. Es war zu erwarten - zwar aus unterschiedlichen Gründen (Alter, Krankheit) und dennoch: schade, ich werde sie vermissen. George Taboris "Warten auf Godot" habe ich noch bei den letzten Ruhrfestspielen sehen könne. Der Regisseur starb im biblischen Alter. Einen gut zu lesenden Nachruf "Das Leben , ein Tag" enthält die heutige Ausgabe der "ZEIT", S. 45. Ulrich Mühe, der "Lebensempfindliche" wie ihn der Tagesspiegel nennt, wurde nur 54 Jahre, vielleicht ein Anlass, die eigene Endlichkeit stärker ins Bewusstsein zu ...weiterlesen...


Mittwoch, 25. Juli 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (4)

"Liebesarten" ist ein Erzählband mit ungewöhnlichen Liebesgeschichten, die mancher gar nicht als solche bezeichnen würde, ähnlich wie die "Liebesgedichte" von Ulla Hahn, die liebevoll, zuweilen bissig, ironisch, genau hinschauen und zwar nicht immer nur auf die positiven Seiten. "Rote Schuhe" - ein Paar rote Schuhe auf einem Bügelbrett springen dem Leser ins Gesicht, Schuhe die die Protagonistin dieser gleichnamigen Erzählung ausgerechnet auf einer Beerdigung trägt - ist die Geschichte einer Beziehung, die gerade mal eine Nacht gedauert hat, aber lebenslang nachwirkt. "Manchmal, in den vielen Jahren, die den beiden Nächten folgten, der Nacht mit Konrad und der Nacht ohne ...weiterlesen...


Dienstag, 24. Juli 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (0)

Ein Roman, auf den ersten Blick erschreckend dick, kaum zu halten, aber mit einer faszinierend schönen Frau als Titelbild (ein Porträt der Gertrude, Lady Agnew of Lochnaw). Soll ich es kaufen? Da ich dieses Mal meine Büchertasche offensichtlich sehr nachlässig gepackt habe (viele bereits gelesene Bücher oder solche, die sich mit Sicherheit nicht als entspannende Ferienlektüre eignen), bin ich in die Inselbücherei gegangen und habe Ausschau gehalten. Da ich bisher gute Erfahrungen mit den Empfehlungen der Buchhändlerin gemacht habe, habe ich dann beim zweiten Anlauf, nach dem Lesen des ersten Satzes, das Buch gekauft: "Mein Leben begann wie ein Kriminalschmöker: Man wollte ...weiterlesen...


Donnerstag, 28. Juni 2007 | Kategorie: Allgemein | Kommentare (1)

Nein, nicht auf dem Jakobsweg mit Hape Kerkeling. Ich fühle mich mal wieder reif für (m)eine Insel. Ob ich dort die Möglichkeit und Lust habe zu schreiben, weiß noch nicht, hoffe aber, euch in absehbarer Zeit hier wieder in alter/ neuer Frische begrüßen zu können. weiterlesen...


Mittwoch, 27. Juni 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (0)

Das Spiel zum Buch - das ich mit Vergnügen gelesen habe - war ein Weihnachtsgeschenk. Da ich eigentlich ein Spielmuffel bin, lag es bis vor einiger Zeit unberührt im Schrank. Auf der Suche nach einer sinnvollen Beschäftigung für (Vertretungs-)Stunden - die sind nach den Zeugniskonferenzen, vor allem in fremden Klassen oder in Klassen, die man nach den Ferien nicht weiterführt, besonders begehrt - fiel mir dieses Spiel wieder ein. Nach genauerer Ansicht eignet es sich für Vertretungsstunden, auf jeden Fall im Fach Deutsch. Man kann damit spielerisch Wortübungen durchführen, Redewendungen überprüfen - jüngere Schüler mögen es, diese dann ...weiterlesen...


Mittwoch, 27. Juni 2007 | Kategorie: Allgemein | Kommentare (0)

Ein Blick aus dem Fenster bzw. der Sprung aus dem warmen Bett machen einem in diesen Tagen die Entscheidung nicht schwer: heißer Tee mit Zitrone und ein wenig Honig, das versüßt die Regentage - dazu ein Stapel Bücher. Da kann man dann so richtig seiner Lesesucht frönen: Auf der Postkarte hier sitzen sich zwei verschrobene Herren gegenüber. Der eine, vom Aussehen her ein fröhlicher Genussmensch, sagt zum andren ernst von einem Buch aufschauenden Asketen: Lesen? Das geht ein, zwei Jahre gut, dann bist du süchtig! Gefunden bei: Ludovica weiterlesen...


Dienstag, 26. Juni 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (8)

"Wir haben unseren Job an den Nägel gehängt, nicht unser Leben." Getreu nach diesem Motto hält Henning Scherf in seinem mit Uta von Schrenk geschriebenen Buch danach Aussschau, "Was im Alter möglich ist" - so der Untertitel. Er spricht - gut lesbar - verschiedene Aspekte des Ruhestandes an: neue Notwendigkeiten und Freiheiten, das Loslassen (althergebrachter Strukturen) und das Suchen nach neuen (Wohn-)Möglichkeiten. Alte Menschen sollten nicht isoliert wohnen, wie komfortabel und prächtig auch immer, sondern in dorfähnlichen Strukturen leben, die das Miteinander fördern: kleinere Einheiten in Städten, in denen Menschen wohnen, miteinander leben, voneinander lernen und gebraucht werden. Seine Horrorvision ...weiterlesen...


Samstag, 23. Juni 2007 | Kategorie: Rezensionen | Kommentare (0)

Dieser mit dem finnischen Krimipreis ausgezeichnete und verfilmte Kriminalroman eines Juristen, der sich inzwischen allerdings nur noch dem Schreiben widmet, passt thematisch haargenau zu dem gerade zu Ende gegangenen EU-Gipfel. Da gibt es Europa-Verfechter und erbitterte Europa-Gegner, die aus sehr unterschiedlichen - meist aber persönlichen, egoistischen Gründen handeln und vor Morden der grausamsten Art nicht zurückschrecken - auch dann nicht, wenn es eine unschuldige, psychisch Kranke betrifft, die nur zufällig zuviel weiß und weitere Morde verhindern möchte. Ein Europa-Kommissar nach dem anderen wird ermordet, Kommissare, die massive Vorwürfe gegen beitrittswillige Länder erst prüfen wollen, bevor sie die Beitritte ...weiterlesen...