Dienstag, 9. Februar 2010 | Kategorie: Buch-Rezensionen | Kommentare (1)

Tabor Süden, eine der Kommissarfiguren  Friedrich Anis, ermittelt immer noch auf der Vermisstenstelle der Kripo, ist immer noch der Ausnahmepolizist, ein Schweiger, der lieber zuhört als Fragen zu stellen, der Zeugen mit seinem Schweigen oft unsicher macht, der während der Vernehmungen lieber steht und auch damit irritiert. Mir haben die Krimis allesamt gut gefallen. Der schwächste war für mich "Süden und das verkehrte Kind" , der Klappentext verrät sehr viel, die Ermittlungen machen die Beweggründe des Kindes wegzulaufen aber nicht wirklich deutlich. Am besten finde ich "Süden und der glückliche Winkel", eine Vermissung, die eigentlich gar keine ist. Denn der Vermisste befindet sich noch ...weiterlesen...


Samstag, 6. Februar 2010 | Kategorie: Buch-Rezensionen | Kommentare (2)

Gabriela hat mich in ihrem Kommentar zu Christian Bobins Biografie über Franziskus von Assisi auf die Darstellung Luise Rinsers in "Bruder Feuer" aufmerksam gemacht. Ich habe das Bändchen in meinem Regal stehen und es gelesen. Die 1975 entstandene Biografie ist nach Rinsers eigenen Angaben der Versuch einer "Verpopung der Geschichte des Franziskus von Assisi" vergleichbar mit den damaligen Versuchen von Musikern, Klassiker dem Geschmack des Publikums näher zu bringen. Ein Journalist soll in der "nüchternen Sprache eines skeptischen Zeitungsreporters" eine Reportage über Franz schreiben, dem als "Hexer", Verführer Minderjähriger der Prozess droht. Unlustig macht sich der Reporter auf den Weg ...weiterlesen...


Freitag, 5. Februar 2010 | Kategorie: Rezensionen (diverse) | Kommentare (2)

Der ständige Blick auf unseren Mangel verstellt uns den Blick auf unseren Reichtum. Text einer Karte aus: Pierre Franckh, Erfolgreich wünschen, 49 Karten zur Affirmation, AGMA Urania, einem Geburtstagsgeschenk. Nahezu jeden Tag ziehe ich eine solche Karte, stelle sie mir auf den Schreibtisch und lasse sie mir Impuls für den Tag sein. weiterlesen...


Samstag, 30. Januar 2010 | Kategorie: Buch-Rezensionen | Kommentare (5)

Dieses Buch ist eine Entdeckung. Es ist eine Biografie über Franz von Assisi, gleichzeitig eine originelle Geschichte der Entwicklung des christlichen Abendlandes, die letztlich kein wichtiges Thema, auslässt, dennoch gut lesbar, spannend und wunderbar naiv, fast mystisch geschrieben, wobei die benutzten Metaphern oft sehr direkt und derb sind. Bobin spricht zu Beginn von der Schönheit aller liebender Mütter:" Die Schönheit kommt von der Liebe, wie der Tag von der Sonne kommt, wie die Sonne von Gott kommt, wie Gott durch eine von ihren Niederkünften erschöpfte Frau ans Licht kommt." Franz lässt alles hinter sich, seine Eltern, die sich ihm widersetzen, seine Herkunft, seinen Status, vermeintliche Sicherheiten und ...weiterlesen...


Donnerstag, 28. Januar 2010 | Kategorie: Allgemein, Alltägliches | Kommentare (0)

Heute hatten wir Winteraprilwetter - alles dabei, wie im April, nur kälter: Sonne, Regen, Schnee und Gewitter. Zuerst habe ich gedacht, ich hätte mich geirrt. Doch dann hat es noch einige Male gedonnert, Blitze habe ich nicht gesehen. Die Stadt nahezu ausgestorben, die Bürgersteige rutschig. Nur gut, dass meine Autoreifen ein besseres Profil aufweisen, als meine Stiefel. Doch das hilft auf blankem Eis dann doch nicht. Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl, wenn die Bremsen nicht greifen, das Auto immer weiter auf die rote Ampel zurutscht und erst hinter der Haltelinie zum Stehen kommt.  Der Rückwärtsgang funktioniert, ich komme dann doch noch vor der Haltelinie zum Stehen. Dann ...weiterlesen...


Mittwoch, 27. Januar 2010 | Kategorie: Buch-Rezensionen | Kommentare (2)

Nein, sterben wird sie nicht, jedenfalls jetzt noch nicht. Da ist Helene Wesendahl sich sicher. Aber nichts ist mehr wie es vor ihrer Einweisung in eine Klinik gewesen ist, in die sie wegen einer Hirnblutung eingeliefert wurde. Mühsam versucht sie sich zu erinnern,  wer sie ist und was mit ihr passiert ist und gerät dabei an körperliche, seelische und sprachliche Grenzen.  Denken und Wahrnehmung scheinen zu funktionieren, doch ihre Sprache und ihr Erinnerungsvermögen hinken hinterher.  Dem Klinikpersonal ausgeliefert, versucht sie dennoch ihre Eigenständigkeit und Würde zu behalten, weigert sich bestimmte Therapien mitzumachen, weil sie den Eindruck hat, nicht wirklich wahrgenommen zu werden. "Wenn einer ...weiterlesen...


Samstag, 16. Januar 2010 | Kategorie: Buch-Rezensionen | Kommentare (9)

" 'Hattest du angenommen, ich würde mich in den verwandeln, in den mich meine Umgebung hier nur allzu gern verwandeln will? Begreif doch endlich: Alte Leute sind weder Bekloppte noch Säuglinge, die man füttern trockenlegen und mit 'Guck mal' im Kinderwagen spazierenfahren kann. Ich sehe soviel, Anne, was du anscheinend nicht siehst. Deine Welt aber interessiert mich immer weniger.' " Franz Maus, ehemaliger Journalist, muss ins "Haus Lebensabend", da er an Magenkrebs erkrankt, allein stehend ist und  nicht mehr allzu lange leben wird. Aus seiner Perspektive erfährt der Leser, wie Franz  bis zum Schluss seine Würde und Selbstständigkeit bewahrt, wie er das Verhalten des Personals, des Pfarrers und der Angehörigen als  unaufrichtig, verlogen und ...weiterlesen...


Donnerstag, 14. Januar 2010 | Kategorie: Buch-Rezensionen | Kommentare (2)

Die hochschwangere Julia trifft im Park auf die hochbetagte Klara, die in diesem Moment ihren Namen nicht mehr weiß. "Geben Sie mir einen Namen, irgend einen, den ich weitersagen und vergessen kann." Beide finden sich merk-würdig, fühlen sich dennoch von der anderen angezogen. Julia kommt die alte Frau sogar bekannt vor. Irgendwie, ein bisschen. Während Julia ihr Kind zur Welt bringt und versucht, in die Mutterrolle zu finden, verliebt sich Klara im Altenheim in einen ebenfalls dementen, aber charmanten Herrn.  Sie haben das Glück, dass nicht beide zur gleichen Zeit ihre Ausfälle haben und so füreinander sorgen und sogar kleinere Ausflüge zum See unternehmen ...weiterlesen...


Mittwoch, 13. Januar 2010 | Kategorie: Allgemein | Kommentare (0)

In der Verlängerung meiner Straße gibt es einen Bahnübergang, an dem kaum etwas normal ist. Nachdem in der Vergangenheit einige Bauern mehrfach mit ihren Treckeranhängern die Bahnschranken mitgenommen haben, weil die Straßenführung viel zu eng war, ist monatelang der Bahnübergang von Männern bedient worden, die mit flatternden rot-weißen Bändern den Übergang abgesperrt haben, oft so lange, dass in der Hitze Autofahrer eingeschlafen sind, die Anwohner die Autofahrer mit Getränken versorgt und ein Schwätzchen gehalten haben - bis, ja bis nach Kompetenzrangelein die Straße verbreitert war und die Schranken wieder automatisch bedient wurden. Seit einiger Zeit flattern die weiß-roten Bänder wieder, doch den Anwohnern schient es für einen Service viiiiiiel zu kalt zu sein, ...weiterlesen...


Mittwoch, 13. Januar 2010 | Kategorie: Buch-Rezensionen | Kommentare (2)

Dieser Roman setzt da ein, wo "Das verborgene Wort" aufhört. Er erzählt die Geschichte der Hilla Palm, die gegen den Willen der Eltern, mit Unterstützung von Autoritätspersonen wie dem Lehrer und Pfarrer des Dorfes, das Gymnasium besucht, mit dem Ziel, ein sehr gutes Abitur zu machen, um dann mit einem Stipendium studieren zu können, auch wenn sie damit den Traum ihrer Mutter vom Leben der Tochter platzen lässt. Diese hat für sie "den Traum einer Kinderschwester geträumt ..., den Traum mit einer Heirat mit einem staatse Kääl, Peter Bender, der jet an de Föß hätt." Aber Hilla will lernen, sich die Welt der Wörter, der Freiheit, des eigenen ...weiterlesen...