Sonntag, 11. Juni 2017 | Kategorie: Rezensionen, Rezensionen (diverse), Zitate | Kommentare (2)

Ulrich Matthes liest regelmäßig bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen. Nicht immer habe ich die Möglichkeit, ihn zu hören, aber wenn, dann bin ich auf dem Hügel. Heute las er zunächst Kafkas Erzählung "Kinder auf der Landstraße" und anschließend dessen Brief an seinen Vater, der so beginnt: Liebster Vater, Du hast mich letzthin einmal gefragt, warum ich behaupte, ich hätte Furcht vor Dir. Ich wußte Dir, wie gewöhnlich, nichts zu antworten, zum Teil eben aus der Furcht, die ich vor Dir habe, zum Teil deshalb, weil zur Begründung dieser Furcht zu viele Einzelheiten gehören, als daß ich sie im Reden halbwegs zusammenhalten könnte. ...weiterlesen...


Samstag, 10. Juni 2017 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Jahrelang ohne Bewusstheit des eigenen Klangs ohne Einklang mit sich selbst Stattdessen Sehnsucht nach Resonanz und Harmonie im Kontakt mit anderen Einklang entsteht in Resonanz mit sich selbst und anderen (mona lisa) weiterlesen...


Freitag, 9. Juni 2017 | Kategorie: Allgemein | Kommentare (3)

"Alle großen Menschen mußten bis jetzt diesen Weg in die Tiefe gehen. So sind es Wanderer auf der Suche nach Gold. Diese Prinzip hat erstaunlicherweise die größten Beziehungen zur Sonne. So wie sie, versteckt hinter Wolken, so liegt auch das Gold vergraben in den tiefen Schächten dieser Erde. ... Ich wünsche allen Menschen, die ich gern habe, schwere Ereignisse, auf daß sie gezwungen werden, den Weg in ihre eigene Tiefe zu gehen." (aus: Margret Greiner, Charlotte Salomon, "Es ist mein ganzes Leben", Knaur Verlag München 2017) weiterlesen...


Freitag, 9. Juni 2017 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (3)

"Es ist mein ganzen Leben." Margret Greiner wählt diesen Satz zum Untertitel ihrer spannend geschriebenen, interessanten Biografie über Charlotte Salomon, die mit diesen Worten dem befreundeten französischen Arzt Dr. Moridis im Exil ihr gemaltes Lebenswerk in einem Koffer übergibt, verbunden mit der Bitte, es zu beschützen. Entstanden ist dieses Werk Charlotte Salomons als Aufarbeitung, als eine Art Therapie ihrer Lebensereignisse in Deutschland und im Exil, die sowohl in persönlicher als auch in gesellschaftlich politischer Hinsicht für Charlotte vielfach traumatisierend waren. Reden konnte und wollte sie darüber nicht, aber malen, das war ihr möglich. Wie besessen arbeitete sie nach dem Selbstmord ...weiterlesen...


Donnerstag, 8. Juni 2017 | Kategorie: Fotos, Zitate | Kommentare (4)

"Das war, wenn ich beim Tuschen saß. Die Farben, die ich dann mischte, färbten mich. Noch ehe ich sie an die Zeichnung legte, vermummten sie mich selber. Wenn sie noch feucht auf der Palette ineinanderschwammen, nahm ich sie so behutsam auf den Pinsel, als seien sie zerfließendes Gewölk." (Walter Benjamin, Berliner Kindheit um Neunzehnhundert, als Motto vorangestellt: Margret Greiner, Charlotte Salomon, "Es ist mein ganzes Leben", Knaus Verlag 2017) weiterlesen...


Mittwoch, 7. Juni 2017 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Wir sind die Treibenden. Aber den Schritt der Zeit, nehmt ihn als Kleinigkeit im immer Bleibenden. Alles das Eilende wird schon vorüber sein; denn das Verweilende erst weiht uns ein. Knaben, o werft den Mut nicht in die Schnelligkeit, nicht in den Flugversuch. Alles ist ausgeruht: Dunkel und Helligkeit, Blume und Buch. (Rainer Maria Rilke) weiterlesen...


Dienstag, 6. Juni 2017 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Der 1956 veröffentlichte "erotische Tagebuchroman-Klassiker Japans" - so heißt es auf dem Klappentext - liegt nun in einer Neuübersetzung im Cass Verlag vor. " 1. Januar - VON DIESEM JAHR AN WERDE ICH IN MEINEM TAGEBUCH FREIMÜTIG AUCH DAS ZUR SPRACHE BRINGEN, WAS AUFZUZEICHNEN ICH IMMER BEDENKEN HATTE UND IM EINZELNEN NICHT DARZULEGEN GEWAGT HABE - MEIN SEXUALLEBEN UND DIE BEZIEHUNG ZU MEINER FRAU." So beginnt der Roman, der einen Zeitraum von einem halben Jahr umfasst. Der Ich-Erzähler, ein Universitätsprofessor, der als einziger namenlos bleibt, hat Schwierigkeiten, das sexuelle Verlangen seiner viele jüngeren Frau Ikuku, die er in dieser Hinsicht als ...weiterlesen...


Montag, 5. Juni 2017 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Ich bin der Welt abhanden gekommen, Mit der ich sonst viele Zeit verdorben, Sie hat so lange nichts von mir vernommen, Sie mag wohl glauben, ich sei gestorben! Es ist mir auch gar nichts daran gelegen, Ob sie mich für gestorben hält, Ich kann auch gar nichts sagen dagegen, Denn wirklich bin ich gestorben der Welt. Ich bin gestorben dem Weltgetümmel, Und ruh' in einem stillen Gebiet! Ich leb' allein in meinem Himmel, In meinem Lieben, in meinem Lied! (Friedrich Rückert) Man kann sich's im Netz in einer Vertonung von Mahler anhören, den Interpreten möge man sich selbst wählen, daher gibt's keinen Link, nur den Hinweis) weiterlesen...


Sonntag, 4. Juni 2017 | Kategorie: Aufgelesen, Worte, Zitate | Kommentare (2)

Zu nah den Augen ist nicht besser als zu fern - dich selbst durchschaust du nicht und nicht den Weltenstern. (HARIRI, dem Roman Friedrich Torbergs, .. . und glauben, es wäre die Liebe vorangestelltes Motto) weiterlesen...


Sonntag, 4. Juni 2017 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (1)

Nach "Schüler Gerber" ist es der zweite Roman Friedrich Torbergs, der 1932 erschienen und nun im Milena Verlag neu aufgelegt worden ist. Es ist ein Roman in Form von Tagebucheintragungen, inneren Monologen und zum Teil auch Briefen von acht jungen Leuten, alle im Alter von etwa zwanzig Jahren, eine Art Clique, die sich - in wechselnder Zusammensetzung - in Kaffeehäusern oder auch im Schwimmbad trifft, manchmal auch gemeinsame Ausflüge macht. In diesen Beiträgen reflektieren die Einzelnen auf unterschiedlich tiefen Ebenen ihr eigenes Verhalten, ihre Gefühle, ihre Sicht auf Welt und ihre Art, mit den anderen aus der Gruppe umzugehen. Da ...weiterlesen...