Dienstag, 3. Oktober 2017 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (2)

Grammatische Deutschheit Neulich deutschten auf deutsch vier deutsche Deutschlinge deutschend, Sich überdeutschend am Deutsch, welcher der deutscheste sei. Vier deutschnamig benannt: Deutsch, Deutscherig, Deutscherling, Deutschdich: Selbst so hatten zu deutsch sie sich die Namen gedeutscht. Jetzt wettdeutschten sie, deutschend in grammatikalischer Deutschheit, Deutscheren Komparativ, deutschesten Superlativ. "Ich bin deutscher als deutsch." "Ich deutscherer." "Deutschester bin ich." "Ich bin der Deutschereste oder der Deutschestere." Drauf durch Komparativ und Superlativ fortdeutschend, Deutschten sie auf bis zum - Deutschesteresteresten, Bis sie vor komparativistisch- und superlativistischer Deutschung Den Positiv von deutsch hatten vergessen zuletzt. (Friedrich Rückert) weiterlesen...


Montag, 2. Oktober 2017 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (4)

Noch ein wenig Melancholie zum Wochenstart mit einem Lied von Konstantin Wecker: Der Sommer geht vorbei, und all seine Lieder legen sich bis zum Mai zum Sterben nieder. Der Sommer geht vorüber, mit ihm ein Fetzen Leben, die Tage merklich trüber, das Herz schlägt leicht daneben. Der Sommer geht vorbei, und mit ihm stirbt mein Sehnen, die letzte Liebelei, die Lügen und die Tränen. Der Sommer geht dahin, die Frage wird zur Qual: Wer weiß, ob ich noch bin beim nächsten Mal? Der Sommer geht vorbei, doch dieses Sterben wird bald, wie nebenbei, ein Blühen werden. (Konstantin Wecker) weiterlesen...


Donnerstag, 28. September 2017 | Kategorie: Allgemein | Kommentare (4)

Nachlese Wahlschlappe Wanderungsbewegung Wählerwanderer Doppelspitze Parteiflügel Kümmererpartei Protestwähler Normalwähler Parteihochburg Federn lassen Herausforderung, Herausforderung, Herausforderung weiterlesen...


Mittwoch, 27. September 2017 | Kategorie: Aufgelesen, Worte | Kommentare (2)

Höhentief Dampfkönig weiterlesen...


Dienstag, 26. September 2017 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (3)

Letzte Rose, wie magst du So einsam hier blühn? Deine freundlichen Schwestern Sind längst, schon längst dahin. Keine Blüte haucht Balsam Mit labendem, labendem Duft, Keine Blätter mehr flattern In stürmischer Luft. Warum blühst du so traurig Im Garten allein? Sollst im Tod mit den Schwestern, Mit den Schwestern vereinigt sein. Drum pflück ich, o Rose, Vom Stamme, vom Stamme dich ab, Sollst ruhen mir am Herzen Und mit mir, ja mit mir im Grab. (aus der Oper "Martha"Friedrich von Flotow, Text von Friedrich Wilhelm Riese, hier auch zu hören:) weiterlesen...


Sonntag, 24. September 2017 | Kategorie: Allgemein | Kommentare (2)

Am Abend, wenn die Glocken Frieden läuten, Folg ich der Vögel wundervollen Flügen, Die lang geschart, gleich frommen Pilgerzügen, Entschwinden in den herbstlich klaren Weiten. Hinwandelnd durch den dämmervollen Garten Träum ich nach ihren helleren Geschicken Und fühl der Stunden Weiser kaum mehr rücken. So folg ich über Wolken ihren Fahrten. Da macht ein Hauch mich von Verfall erzittern. Die Amsel klagt in den entlaubten Zweigen. Es schwankt der rote Wein an rostigen Gittern, Indes wie blasser Kinder Todesreigen Um dunkle Brunnenränder, die verwittern, Im Wind sich fröstelnd blaue Astern neigen. (Georg Trakl) weiterlesen...


Samstag, 23. September 2017 | Kategorie: Denk-Würdiges, Fotos, Zitate | Kommentare (2)

"Über jeder Tür stand ein Mohammed zugeschriebener Spruch. Der Gläubige in der Moschee ist wie ein Fisch im Wasser. Ein Heuchler in der Moschee ist wie ein Vogel im Käfig. Seit dem 7. Jahrhundert schmückte man überall in der Welt des Islam Gebäude mit Worten - sie wurden in Tünche geschrieben, in Stein gemeißelt, mit Farbpigmenten in Fliesen gebrannt, in Holz geschnitzt, und es hieß, es sei die größte Sammlung von Inschriften, die eine Zivilisation je hervorgebracht hat." (aus: Nadeem Aslam, Die goldene Legende, DVA, München 2017, S. 402) weiterlesen...


Freitag, 22. September 2017 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (3)

Resedaduft entschwebt im braunen Grün, Geflimmer schauert auf den schönen Weiher, Die Weiden stehn gehüllt in weiße Schleier Darinnen Falter irre Kreise ziehn. Verlassen sonnt sich die Terrasse dort, Goldfische glitzern tief im Wasserspiegel, Bisweilen schwimmen Wolken übern Hügel, Und langsam gehn die Fremden wieder fort. Die Lauben scheinen hell, da junge Frau'n Am frühen Morgen hier vorbeigegangen, Ihr Lachen blieb an kleinen Blättern hangen, In goldenen Dünsten tanzt ein trunkener Faun. (Georg Trakl) weiterlesen...


Donnerstag, 21. September 2017 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (3)

Der elfjährige Lennard Grabbe wird vermisst. An einem Regentag im November ist er nach der Schule nicht nach Hause gekommen. Nun ist seine Leiche gefunden worden. Jakob Franck, pensionierter Kommissar, übernimmt die Aufgabe, die Eltern des Jungen zu benachrichtigen. Schon während seiner Dienstzeit - auch in Fällen, in denen er nicht unmittelbar als Ermittler beteiligt war - war er zur Erleichterung seiner Kollegen derjenige, der den Angehörigen die Nachricht vom Tod überbracht hat. "Aus der Spiegelung der Eingangstür schaute ihr eine abblätternde Frau entgegen. Je länger sie hinsah, desto stärker wurde ihre Verwunderung darüber, dass sie noch da war, nach ...weiterlesen...


Mittwoch, 20. September 2017 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (7)

Des Vogels Aug verschleiert sich; er sinkt in Schlaf auf seinem Baum. Der Wald verwandelt sich in Traum und wird so tief und feierlich. Der Mond, der stille, steigt empor: Die kleine Kehle zwitschert matt. Im ganzen Walde schwingt kein Blatt. Fern läutet, fern, der Sterne Chor. (Christian Morgenstern) weiterlesen...