Sonntag, 30. Juli 2017 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (5)

Deine Seele, die die meine liebet, Ist verwirkt mit ihr im Teppichtibet. Strahl in Strahl, verliebte Farben, Sterne, die sich himmellang umwarben. Unsere Füße ruhen auf der Kostbarkeit, Maschentausendabertausendweit. Süßer Lamasohn auf Moschuspflanzenthron, Wie lange küßt dein Mund den meinen wohl Und Wang die Wange buntgeknüpfte Zeiten schon? (Else Lasker-Schüler) weiterlesen...


Samstag, 29. Juli 2017 | Kategorie: Aufgelesen, Worte, Zitate | Kommentare (2)

"Sprache kann man nicht erfinden. Sie lebt davon, dass sie überliefert wird, von Generation zu Generation. Aber es kam wohl darauf an, die geläufigen Sätze zu waschen, die Buchstaben ins Wasser zu werfen, die Silben rein zu kratzen, die Wörter abzubürsten. Das ganze Gewört auf die Leine zu hängen, damit am Ende die alte Sprache und gerade nicht eine ungebrauchte neue das Alte und Gültige wieder sagen könne. Sie soll ja nicht Dichtung werden wollen, sondern Gebrauchssprache für Menschen, die als Fußgänger auf den Märkten unterwegs sind." Jörg Zink über seine Bemühungen, nach dem 2. Weltkrieg eine Sprache zu finden, mit ...weiterlesen...


Freitag, 28. Juli 2017 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (1)

"Ich staune manchmal, wie viel Mühe selbst nachdenkliche Menschen dafür aufwenden, an ihr Ende nicht zu denken. Weiß man nicht seit Kindertagen, dass es irgendwann eintreten wird? Was für eine Torheit zu meinen, es lasse sich besser leben, wenn man dieses Ende verdrängt! Was mich betrifft, so habe ich in meinen jungen Jahren mehr mit dem Tod zu tun gehabt, als für einen Zwanzigjährigen gut ist. Inzwischen ist er mir fast zu einem vertrauten Freund geworden. Niemals war er für mich das große Aus, der letzte Punkt, nie habe ich ihn anders gesehen als so, dass er der ist, der mir ...weiterlesen...


Donnerstag, 27. Juli 2017 | Kategorie: Gedichte | Kommentare (2)

Lied aus dem Spanischen Gestern liebt ich, Heute leid ich, Morgen sterb ich: Dennoch denk ich Heut und morgen Gern an gestern. (Gotthold Ephraim Lessing) weiterlesen...


Mittwoch, 26. Juli 2017 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (0)

Dieser schmale christlich religiös ausgerichtete Band gibt zunächst einen kurzen Überblick über die wesentlichen Lebensstationen Dietrich Bonhoeffers, seine Bedeutung für den Herausgebers Christian Hennecke und den Maler, Grafiker und Bildhauer Andreas Felger. Die ausgewählten Texte Dietrich Bonhoeffers, meist haben sie monologischen, gebetähnlichen Charakter, hat der Herausgeber mit eigenen Denkimpulsen ergänzt. Mit ihnen stellt er aktuelle Bezüge zur Lebenssituation heutiger Leser her. Die sich über zwei Seiten erstreckenden Texte wechseln sich jeweils mit ebenfalls doppelseitigen, sehr farbintensiven und farbfrohen, nicht gegenständlichen Aquarellen ab, die in diesem Band zum Teil das erste Mal veröffentlich werden. Herausgekommen ist ein Buch, das einen erahnen lässt, ...weiterlesen...


Dienstag, 25. Juli 2017 | Kategorie: Denk-Würdiges, Zitate | Kommentare (1)

Ein glänzender Stein am Wegrand. So klein - und so schön. Ich hob ihn auf! Er war so schön! Ich legte ihn wieder zurück und ging weiter." (Calvin O. John) weiterlesen...


Montag, 24. Juli 2017 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (0)

Achtung: Das Buch bitte nicht an passionierte Kreuzfahrtfahrer verschenken oder nur an solche, die über eine große Portion Humor und Selbstironie verfügen! Diese Erzählung ist alles andere als ein Lobpreis auf die immer beliebteren Kreuzfahrten, sondern eher ein Spiel mit den darüber kursierenden Klischees und Vorstellungen. Formal ist sie die ausführliche Mail-Antwort eines Schriftstellers an die Agentin der Reederei Arkadia Line, Frau Susanne Faber-Eschenbach, die ihn als Gastkünstler "zu einer zweiwöchigen Kreuzfahrt durch die Karibik in einer Außenkabine mit Balkon bei freier Verpflegung sowie freien Getränken an jeder Bar unter der Bedingung mehrerer Lesungen aus meinem Werk, jeweils zur Prime Time ...weiterlesen...


Sonntag, 23. Juli 2017 | Kategorie: Fotos, Zitate | Kommentare (0)

Wozu brauchen wir die Zeit? Damals, in den alten Tagen, brauchten wir sie nicht. Wir richteten uns nach Anfang und Untergang der Sonne. Wir mussten uns niemals beeilen. Wir brauchten nie auf die Uhr zu blicken. Wir mussten nicht zu einer bestimmten Zeit bei der Arbeit sein. Wir taten, was getan werden musste, wenn uns danach war. Aber wir achteten darauf, es zu tun, bevor der Tag zu Ende ging. Wir hatten mehr Zeit, denn der Tag war noch ganz. (Scott Eagle) weiterlesen...


Samstag, 22. Juli 2017 | Kategorie: Fotos, Zitate | Kommentare (0)

"Ich fragte: Wie lang währt das Leben einer Rosenblüte? Die Knospe hörte es und lächelte nur." (Mir, ein Sufi) weiterlesen...


Freitag, 21. Juli 2017 | Kategorie: Alltägliches, Fotos, Worte | Kommentare (0)

Die Zeit, die ist ein sonderbares Ding. Wenn man so hinlebt, ist sie rein gar nichts. Aber dann auf einmal, da spürt man nichts als sie: sie ist um uns herum, sie ist auch in uns drinnen. In den Gesichtern rieselt sie, im Spiegel da rieselt sie, in meinen Schläfen fließt sie. Und zwischen mir und dir da fließt sie wieder. Lautlos, wie eine Sanduhr. Oh Quin-quin! Manchmal hör' ich sie fließen unaufhaltsam. Manchmal steh' ich auf, mitten in der Nacht und lass' die Uhren alle stehen. (Die Marschallin aus dem Rosenkavalier, Libretto v. Hugo von Hofmannsthal) weiterlesen...