Samstag, 10. März 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (1)

Ich mag Menschen, die in der Lage sind, "einen Sachverhalt, eine Situation, Begebenheit oder Geschichte so auf den Punkt zu bringen, dass eine extreme Verdichtung zustandekommt". Und so beschreibt Lutz Kliche, Übersetzer Galeanos, dessen Sprachgewaltigkeit, der Geschwätzigkeit fremd war: "Hohle Phrasen, falsches Pathos waren ihm stets ein Gräuel." Es entstanden wunderbare, poetische Miniaturen mit großer, subtiler Faszination, die dem Leser Essenz pur bieten und ihn auffordern, Einzelheiten der jeweiligen Geschichte selbst zu fantasieren. "Geschichtenjäger" ist eine feine, erst nach dem Tod des Autors im Jahre 2015 erschienene Geschichtensammlung mit den großen Themen des Autors, jetzt in deutscher Übersetzung herausgegeben. "Was ...weiterlesen...


Freitag, 9. März 2018 | Kategorie: Fotos, Zitate | Kommentare (2)

Deutlichkeit ist eine gehörige Verteilung von Licht und Schatten. (Johann Georg Hamann) weiterlesen...


Donnerstag, 8. März 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (4)

"Gegen drei Uhr in der Früh erwachte Fräulein Hedy aus einem herrlichen Traum und verlor den Verstand." Mit diesem schlichten Satz beginnt ein höchst amüsanter, rasanter, facettenreicher, bis zur letzten Seite spannender Roman. Zu lesen als eine amüsante Komödie, wenngleich er viele tragische Momente und Lebensereignisse erzählt, die Fräulein Hedy dennoch nicht davon abgehalten haben, nach ihrer Façon zu leben, zum Entsetzen ihrer einzigen, in Münster lebenden Tochter Hannah. Sie versucht mit allen Mitteln von ihrer Mutter den Vorsitz ihrer Stiftung zu übernehmen. In einem Prozess will sie deren Unzurechnungsfähigkeit feststellen lassen, nachdem die 88 Jahre alte Hedy von Pyritz in ...weiterlesen...


Mittwoch, 7. März 2018 | Kategorie: Aufgelesen, Fotos | Kommentare (6)

Die leicht neblige Landschaft heute morgen - wie mit einem Weichzeichner gestaltet - hat mir den folgenden Text eines gerade erschienen wundervollen Bandes von Eduardo Galeano in Erinnerung gerufen: ICH WOLLTE, ICH WILL, ICH WÜRDE GERN In Schönheit möge ich schreiten. Schönheit möge vor mir sein und Schönheit hinter mir und unter mir und über mir und rings um mich her möge Schönheit sein einen ganzen Weg der Schönheit entlang der in Schönheit enden möge. (aus dem Gesang der Nacht des Navajo-Volkes, nachzulesen in: Eduardo Galeano, Geschichtenjäger, Peter Hammer Verlag, Wuppertal 2018) weiterlesen...


Dienstag, 6. März 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (4)

Tod bedeutet gar nichts. Ich bin nur nach nebenan verschwunden. Ich bin ich und du bist du. Was immer wir füreinander waren, das sind wir noch. Nenne mich bei dem alten vertrauten Namen. Sprich von mir, wie du es immer getan hast. Ändere nicht deinen Tonfall. Zwinge Dich nicht zu aufgesetzter Feierlichkeit oder Traurigkeit. Lache weiterhin über die kleinen Scherze, an denen wir gemeinsam Spaß hatten. Spiele, lächle, denke an mich, bete für mich. Lass meinen Namen weiterhin so geläufig sein, wie er immer war. Sprich ihn unbekümmert aus, ohne die Spur eines Schattens. Das Leben bedeutet all das, was es bisher bedeutete. Es ist genauso wie immer. Es geht uneingeschränkt und ununterbrochen weiter. Ist der Tod nicht nur ein ...weiterlesen...


Montag, 5. März 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (2)

Das Gütersloher Verlagshaus will mit seinen Büchern die "Vision einer neuen Welt" entstehen lassen, so das Motto des Verlages und in jedem Buch zu lesen. Prem Rawat, Redner und Friedensbotschafter, ausgezeichnet mit zahlreichen Friedenspreisen, bringt in diesem Büchlein seine Lebensweisheiten und Erkenntnisse in kleinen Geschichten, meist Fabeln, zum Ausdruck, einfach und fein illustriert von der japanischen Künstlerin Aya Shiroi. Sie könnten Anlass sein, darüber nachzudenken, welchen Stellenwert denn in meinem Leben "Dankbarkeit", "Frieden" ... haben, und was ich dafür tue, um glücklich zu sein. Man wird nahezu alle seiner Sätze bejahen können: Berührt zu werden, Dankbarkeit und Lebenlust zu verspüren, diese ...weiterlesen...


Sonntag, 4. März 2018 | Kategorie: Allgemein, Fotos | Kommentare (3)

Tauwetter, Eisschmelze Wiedereröffnung der Eisdiele lichter Himmel Sonnenschein und: viele, viele Kraniche in ihrer typischen Formation hoch oben am wolkenlosen Himmel begleitet von ihren Rufen für mich jedes Jahr Grund zum Jubeln heute gekrönt von einem leise vorbeiflatternden Schmetterling weiterlesen...


Samstag, 3. März 2018 | Kategorie: Fotos, Gedichte | Kommentare (2)

Wunderliches Wort: die Zeit vertreiben! Sie zu halten, wäre das Problem. Denn, wen ängstigts nicht: wo ist ein Bleiben, wo ein endlich Sein in alledem? - Sieh, der Tag verlangsamt sich, entgegen jenem Raum, der ihn nach Abend nimmt: Aufstehn wurde Stehn, und Stehn wird Legen, und das willig Liegende verschwimmt - Berge ruhn, von Sternen überprächtigt; - aber auch in ihnen flimmert Zeit. Ach, in meinem wilden Herzen nächtigt obdachlos die Unvergänglichkeit. (Rainer Maria Rilke, Aus dem Nachlaß des Grafen C. W.) weiterlesen...


Freitag, 2. März 2018 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (2)

"Der Tod so kalt" wie auch der neue Krimi "Das Böse, es bleibt" sind in Südtirol angesiedelt. Beide sind sie spannend von der ersten bis zur letzten Seite. 1. "Süße Lissy, kleine Lissy." 2. Zweimal Klopfen und die Worte "Knusper, knusper,knäuschen, wer knuspert an meinem Häuschen?" Marlene, zweiundzwanzig Jahre alt, gut einen Meter sechzig groß, melancholische blaue Augen, ein Leberfleck über den geschwungenen Lippen, zweifellos hübsch und zweifellos in Panik, betrachtete in dem metallenen Gehäuse des Tresors ihr Spiegelbild und schalt sich eine dumme Gans." Marlene flieht vor ihrem skrupellosen Ehemann, den sie nur Herrn Wegener nennt, und nimmt einen Samtbeutel, prall gefüllt mit Saphiren, ...weiterlesen...


Donnerstag, 1. März 2018 | Kategorie: Allgemein, Worte | Kommentare (2)

Sehnsuchtsvoll denke ich jedes Jahr an die Wichtelworte von Tomte Tummetott, die ich schon meinen Kindern vor zig Jahren vorgelesen, ins Ohr geraunt habe: „Viele Winter und viele Sommer sah ich kommen und geht, kehrten doch bald die Schwalben zurück, zöge doch bald der Sommer ins Land.“ „Aber noch liegen Hof und Wald in tiefem Schnee ... am Himmel funkeln die Sterne, es ist bitterkalt, auf dem einsamen alten Hof schlafen jetzt alle, alles außer einem....“ (aus: Astrid Lindgren, Tomte Tummetott) weiterlesen...