Dienstag, 15. Dezember 2009 10:13

"Sie lächelte. Länger als es nötig gewesen wäre. Stete Nahrung für die Fältchen." - Ein Satz  über Sonja Feyerabend, Kollegin von Tabor Süden, Kommissar in der Vermisstenstelle, der mit den Jahren "ganz schön angekörpert" hat - auch im Gesicht. Dieser Satz erinnert mich an die Bemerkung eines meiner damals noch kleinen Kinder : "Mama, haben Menschen, die keine Falten im Gesicht haben, nichts zu lachen?" weiterlesen...


Dienstag, 15. Dezember 2009 10:04

"Unsere Gesellschaft ist reich an Waren, aber arm an Wahrem." (Ernst Ferstl) weiterlesen...


Freitag, 11. Dezember 2009 9:25

Inzwischen wird Schenkel als 'TANNÖD' - Autorin bezeichnet, zumindest auf dem Einband ihres dritten Romans 'Bunker', nach 'Kalteis' sicher ein notwendiger (?!) Verkaufsanreiz. Denn mir hat dieser Roman überhaupt nicht gefallen. Die Angestellte eines Autohauses wird abends von einem Mann überfallen, entführt und in einer alten Mühle gefangengehalten, als der Täter merkt, dass die Angestellte den Schlüssel zum Tresor nicht hat. Wie in den ersten beiden Romanen wird abwechselnd aus der Ich-Perspektive des Opfers und Täters - gekennzeichnet durch verschiedene Schrifttypen - das Geschehen in der Mühle und nach einem Ausbruchsversuch der Entführten im Wald erzählt. Gegenwart und Vergangenheit der beiden ...weiterlesen...


Donnerstag, 10. Dezember 2009 21:55

"Es gibt nur zwei Arten zu leben. So, als wäre nichts ein Wunder. Oder so, als wäre alles eines. Ich glaube an letzteres." (Albert Einstein) weiterlesen...


Dienstag, 8. Dezember 2009 11:14

"Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur sein Schüler bleibt." (Friedrich Nietzsche) Aber: Welcher Lehrer, welcher Schüler ist davon wohl überzeugt? weiterlesen...


Samstag, 5. Dezember 2009 20:20

"Ich wende mich dem Panik-Berater zu, der mit Herrn Mannschott, dem Alkohol-Sekretär der Turbinenfabrik Schnellinger, über Fremdheit und Alkohol redet. Mannschott behauptet, die Leute trinken so lang, bis sie sich als Fremde fühlen. Nein, sagt Dr. Ostwald, die Leute fühlen sich vorher fremd, sie trinken so lange, bis sie sich als Fremde endlich bekannt vorkommen. Nein, sagt der Alkohol-Sekretär, die Fremdheit ist in jedem Falle resistent, die Leute trinken, damit ihnen die Empörung gegen die Fremdheit geläufig wird. Niemand kann sich daran gewöhnen, daß Empörung etwas Natürliches sein soll. Natürlich wäre nur ein nichtempörtes Leben, verstehen Sie?" (aus: Wilhelm Genazino, Die ...weiterlesen...


Freitag, 4. Dezember 2009 7:28

"Ich weiß nicht, ob wir immer erst einen Menschen verlieren müssen, um uns darüber klar zu werden, daß wir ihn geliebt haben, aber mir ging es so. Zu Lebzeiten hatte ich keine Zeit, darüber nachzudenken, ob ich Liebe für den Onkel empfand oder Dankbarkeit und Respekt. Doch als er dann tot war, durchdrang mich eine große Zuneigung für diesen Mann, der mir viele Jahre den Vater ersetzt hatte. Vielleicht ohne Begeisterung zu zeigen, was seinem Charakter auch nicht entsprochen hätte, wohl aber mit gutem Willen." (S. 55) (Maria Barbal, Wie ein Stein im Geröll, für Leseratten sicher ein geeignetes Weihnachtsgeschenk, es ...weiterlesen...


Freitag, 4. Dezember 2009 7:05

Auch in diesem Krimi deutet der Prolog das ganze menschliche Ausmaß einer Tragödie an, deren Opfer Silvia Klages gewesen ist und erneut sein wird: "In jener Nacht im Haus am See war sie nackt gewesen. Danach nur noch beim Duschen oder Baden zu Hause. Zwei Jahre später bat sie Roland zum ersten Mal wieder, zu ihr ins Bett zu kommen und sehr behutsam zu sein. Die Nacht war schwül, und ein Fenster stand offen. Es klirrte nicht, als der Mann einstieg." Der durch einen Unfall blind gewordene Kommissar Vogel ist wie vorher, nur eben blind. " ... ich akzeptiere die Wendung in meinem Leben und ...weiterlesen...


Donnerstag, 3. Dezember 2009 9:48

Man muss nie verzweifeln, wenn etwas verloren geht, ein Mensch oder eine Freude oder ein Glück; es kommt alles noch herrlicher wieder. Was abfallen muß, fällt ab; was zu uns gehört, bleibt bei uns, denn es geht alles nach Gesetzen vor sich, die größer als unsere Einsicht sind und  mit denen wir nur scheinbar im Widerspruch stehen. Man muß in sich selber leben und an das ganze Leben denken, an alle seine Milionen Möglichkeiten, Weiten und Zukünfte, denen gegenüber es nichts Vergangenes  und Verlorenes gibt.- (Brief von Rainer Maria Rilke an Friedrich Westhoff, Rom 29. April 1904) weiterlesen...


Dienstag, 1. Dezember 2009 23:21

Der Prolog nimmt vorweg, was Kommissar Jonas Vogel später im Krankenhaus erleben wird: "Schwarz. Schwarz. Schwarz. Schwarz. Schwarz. Zehn Sekunden. Schwarz. Schwarz. Schwarz. Schwarz. Schwarz. Zwanzig Sekunden. Wie lange schon? Schwarz. Soviel stand fest: es war schwarz, nicht grau, nicht schattenartig. Nicht irgendwie dunkel, irgendwie schraffiert von etwas hinter dem Dunkel. Nur schwarz . Und es blieb." Durch einen Unfall wird der Kommissar blind, unwiderbringlich, da sein Sehnerv durchtrennt  ist. Für seine labile Ehefrau , die sich zu sehr allein gelassen fühlt, eine noch größere Katastrophe als für Jonas Vogel. "Ich bin eine zerschmetterte Frau, dachte Esther Vogel, und du hast mich zerschmettert." Aber nicht sie, sondern ihr Mann ist blind geworden. Doch bis es zu dem Unfall kommt, ...weiterlesen...