Blatteinsamkeit – zum 1. November

Blatteinsamkeit – zum 1. November

„Der Mensch ist erst dann reif, wenn er mit dem Tod zu rechnen beginnt, ihn ins Leben einkalkuliert und die Spanne Zeit, die uns gegeben ist, völlig greifbar ist. Wenn man das weiß, ist das Leben um uns und unser eigenes einer Kristallisation gleich geworden.“ (Zitat von Maria Lassnig, aus: Kirstin Breitenfellner, Maria malt, S. 443)

Kirstin Breitenfellner, Maria malt

Kirstin Breitenfellner, Maria malt

Auf der Grundlage zahlreicher Dokumente – Tagebücher, Briefe, Radio- und Fernsehsendungen, Zeitungsartikeln und Büchern über Maria Lassnig – hat Kirstin Breitenfellner einen lesenswerten, interessanten, sehr ausführlichen und nicht linear erzählten biografischen Roman über diese Künstlerin geschrieben, der aus wechselnden Perspektiven – personale und Ich-Perspektive – ein Verstehen, jedenfalls in Ansätzen, ermöglicht. Maria Lassnig ist als uneheliches Kind bei ihren Großeltern aufgewachsen und erst zu ihrer – nach Höherem – strebenden Mutter gekommen, als diese durch die Heirat mit einem selbstständigen…

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Welkes Blatt

Welkes Blatt

Auf der halbvergilbten Seiteliegt das dünne, gelbe Blatt,liegt es traurig, zart und mattwie ein Tränenblick ins Weite.Und der Stengel ist so biegsam zart,daß man fast des dünnen Kleides harrt,das diese Gestalt bekleiden soll. Und das Blatt ist wie ein Lied in Moll,weil es an den Herbst gemahnt,wie ein Kind, das traurig ahnt,daß es krank ist und bald sterben soll,ganz so süß und voll verhaltnem Weh.So ist auch der letzte Schnee … (Selma Meerbaum-Eisinger)

Welke Blätter

Welke Blätter

Plötzlich hallt mein Schritt nicht mehr,sondern rauschet leise, leise,wie die tränenvolle Weise,die ich sing‘, von Sehnsucht schwer.Unter meinen müden Beinen,die ich hebe wie im Traum,liegen tot und voll von WeinenBlätter von dem großen Baum. (Selma Meerbaum-Eisinger)

Herrenlos

Herrenlos

Abgestellt, verwüstet, ausgeschlachtet – solche Fahrradbilder findet man in Großstädten an vielen Straßen, die nicht zu den Prachtstraßen gehören. Ich habe keine Ahnung, wer sich letztendlich darum kümmert, sie repariert oder – wenn das nicht mehr geht – recycelt.

Aufkleber

Aufkleber

Beim Anblick dieses mit Aufklebern bedeckten Fensters ist mir das Gedicht von Ingeborg Bachmann „Reklame“ eingefallen. Wohin aber gehen wirohne sorge sei ohne sorgewenn es dunkel und wenn es kalt wird … Durchblick war kaum noch möglich. Auch eine Möglichkeit, Wirklichkeit, Realität auszublenden.

Ein Café

Ein Café

Ab und zu braucht der Mensch seine Ruh – Was eignet sich besser als ein gemütliches Café mit einem Sitzplatz in der Ecke, von dem aus man den Blick schweifen lassen kann: ins Innere oder nach Draußen, dem man gerade mit seiner Hektik entflohen ist. Ein Café wusste auch Kafka schon in seiner unnachahmlichen Art zu beschreiben. Nur das Fenster trenntzu der Stadtaußer seinen Gefühlenvon denen er sich wünschtsie sollten niemalshier draußen untergehen Tausend Gesichterbilden diese eine Fratzedie alles darstelltund…

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Wenn eine(r) eine Reise macht, dann …

Wenn eine(r) eine Reise macht, dann …

„Unser aller geschätzter Gesundheitsminister Karl Lauterbach empfiehlt mehrere kleine Mahlzeiten, über den Tag verteilt. Unser Bordrestaurant finden Sie … “ Auf der Hinfahrt gab‘s den Service im/ vom Bordrestaurant auch tatsächlich. Die Rückfahrt: GleisänderungZugänderung – Zugverspätung von mehr als 40 Minuten, schon bei Fahrtbeginnfreie Platzwahl, weil’s die reservierten Wagen und Plätze in diesem Zug nicht gibtAuf der Fahrt immer wieder diese Anzeigen-Hinweise: WLAN – funktioniert nicht Bordgastronomie – im Prinzip immer aber nicht in diesem Zug es gab nichts außer…

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