Imre Kertesz, Liquiditation

 

Ein Schriftsteller begeht Selbstmord, hinterlässt das Theaterstück „Liquidation“ über seinen Tod, das die Umstände seines Todes, die Reaktion seiner Freunde, zum Gegenstand hat, wobei der Begriff „Freunde“ nicht wirklich zutrifft, denn der Schriftsteller würde seine Mitmenschen nicht als Freunde bezeichnen, er hat keine Freunde. In dieser „Komödie in drei Akten“ macht er eine Andeutung über ein Romanmanuskript. Die Suche des Verlagslektors Keserü nach diesem Romanmanuskript ist der „rote Faden“ der Romanhandlung, der eigentlich keine lineare Handlung hat, schwer zu lesen ist, da nicht immer eindeutig ist, welche Erzählebene man gerade betritt, denn die erzählte Geschichte ist nicht nur die Lebensgeschichte des Schriftstellers B., der in Auschwitz zur Welt gekommen ist, sondern gleichzeitig die des Verlegers Keserü, dessen Leben auffällige Parallelen zu dem des Schriftstellers aufweist.
Den Grund des Selbstmordes erfahren wir von B. nicht. Seine ehemalige Frau vermutet:“ ‚Er war ausgebrannt.‘ … Der Widerstand war weg, die ganze Welt lag offen vor ihm. Und er hatte es satt, sich neue Gefängnisse zu suchen.‘ “

Imre Kertesz, Liquidation, FFM 2003, 142 S., ISBN 3-518-41493-3 (gibt es inzwischen als TB)

Datum: 15. Februar 2008
Themengebiet: Rezensionen Trackback: Trackback-URL
Feed zum Beitrag: RSS 2.0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: