Paulo Coelho, Veronika beschließt zu sterben

Hat mir sein Roman „Der Alchimist“ ganz gut gefallen, so mag ich diesen überhaupt nicht, auch wenn ich die Grundidee interessant fand.
Eine junge Frau begeht Selbstmord, überlebt und wird in eine „Irrenanstalt“ eingeliefert, wo man ihr sagt, sie habe nur noch wenige Tage zu leben, da ihr Herz aufgrund des Suizidversuches irreparabel geschädigt sein. Später stellt sich heraus, dass diese Information und ihre Herzattacken nur Teil einer „Therapie“ waren, mit der der Anstaltsleiter versucht, für die seeliche Krankheit der „Verbitterung“, eine Vergiftung der menschlichen Seele , eine wissenschaftlich fundierte Therapieform zu finden, um seinen Ruf als Wissenschaftler zu untermauern. Und siehe da, die Form der Behandlung wirkt, die junge Frau merkt, dass das Leben lebenswert ist und die meisten der Insassen nicht weniger verrückt sind als die Normalen draußen. Denn „Normalität (ist) nur eine Frage des Konsenses … . Oder besser gesagt, wenn viele Menschen glauben, daß etwas richtig ist, dann wird es richtig.“
Für diese Lebensweisheiten muss ich keinen Roman von 224 Seiten lesen. Mich hat dieser Roman einach nur gelangweilt, im Gegensatz zu Umberto Eco nicht „tief berührt“, wie man auf der Rückseite des Einbandes lesen kann.

Paulo Coelho, Veronika beschließt zu sterben, aus dem Brasilianischen von Maralde Meyer-Minnemann, Zürich 2000, 224. Seiten, ISBN 978 3 257 23305 6

Datum: 5. Dezember 2008
Themengebiet: Rezensionen Trackback: Trackback-URL
Feed zum Beitrag: RSS 2.0

7 Gedanken zu „Paulo Coelho, Veronika beschließt zu sterben

  1. Pingback: Und noch einmal Kalender | monalisablog | Literatur - Gedichte - Bücher - Zitate

  2. Menachem

    Hallo, stimme mit dir absolut überein. Einzig, was mir von ihm noch gefallen hatte, war:“Krieger des Lichts“, eine lose Sammlung von Lebensweisheiten, in der immer für jeden etwas dabei ist. Hört sich nach Männerbuch an, weiß nicht, vielleicht ist es eins.

    Antworten
  3. Menachem

    Weil es viel von Kriegern berichtet, dachte ich, die Metaphern sind leichter für Männer zu transportieren. Gute Frage und getroffen, wenn du damit auf einseitiges Denken von Männern hinzielts.

    Antworten
  4. april

    Ach, wie verschieden die Geschmäcker sind! Coelho ist sowieso nicht mein Fall, aber gerade dieses Buch hat mir gefallen, weil es viele für mich interessante Gedanken enthielt.

    Antworten
  5. Pingback: Wegkreuzungen | monalisablog | Literatur - Gedichte - Bücher - Zitate

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.