Johan Theorin, Öland

„Öland“ ist der erste Krimi des Schweden Johan Theorin. Die Romanhandlung beginnt mit dem Ausflug des sechsjährigen Jens in die neblige Welt außerhalb des großelterlichen Gartens, „ein Sieg für ihn“, denn er überwindet zum ersten Mal in seinem Leben die Steinmauer, kehrt aber nie wieder zurück trotz intensiver Suche. Auch eine Leiche wird nicht gefunden und zwanzig Jahre nach seinem Verschwinden hat Julia, seine Mutter, immer noch nicht Fuß in ihrem neunen Leben gefasst. Alkohol und Tabletten scheinen ihre einzigen „Freunde“ zu sein. Zeitweilig glaubt sie sogar, ihr Sohn lebe noch.
Widerwillig folgt sie der Aufforderung ihres Vaters, ihn auf Öland zu besuchen, da er glaubt neue Erkenntnisse über das damalige Verschwinden seines Enkels zu haben. Zudem hat ihm jemand anonym eine Kindersandale zugeschickt. Julia fährt dennoch und  erlebt erneut die Faszination der Landschaft, in der sie aufgewachsen ist, und überlegt später sogar, ob sie nicht wieder hierher zurückkehren soll. In zwei ineinander verwickelten Handlungssträngen erfährt der Leser nach und nach, was sich damals ereignet hat und was es mit dem Gerücht auf sich hat, dass Nils Kant der Mörder des kleinen Jens sei, obschon bereits Jahre vor Jens Verschwinden die Leiche Kants aus Übersee überführt und auf dem heimischen Friedhof bestattet worden ist.
Der Krimi kommt in ruhigem, unaufgeregtem Ton daher, zahlreiche Beschreibungen der Landschaft zu verschiedenen Jahreszeiten mit den unterschiedlichsten  Wetterverhältnissen schaffen eine Atmophäre, die das Unheimliche und Grausame der Ereignisse steigert. Obwohl der Leser schon relativ früh eine Ahnung von der Auflösung des Falles bekommt,  ist der Krimi spannend bis zum recht unerwarteten Ende. Auf jeden Fall: lesenswert!

Johan Theorin, Öland, Kriminalroman, Aus dem Schwedischen von Kerstin Schöps, München 2009, 445 S. , ISBN 978-3-492-25368-0

Datum: 3. August 2009
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2 Gedanken zu „Johan Theorin, Öland

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