Andrea Maria Schenkel, Bunker

Inzwischen wird Schenkel als ‚TANNÖD‚ – Autorin bezeichnet, zumindest auf dem Einband ihres dritten Romans ‚Bunker‘, nach ‚Kalteis‚ sicher ein notwendiger (?!) Verkaufsanreiz. Denn mir hat dieser Roman überhaupt nicht gefallen.
Die Angestellte eines Autohauses wird abends von einem Mann überfallen, entführt und in einer alten Mühle gefangengehalten, als der Täter merkt, dass die Angestellte den Schlüssel zum Tresor nicht hat. Wie in den ersten beiden Romanen wird abwechselnd aus der Ich-Perspektive des Opfers und Täters – gekennzeichnet durch verschiedene Schrifttypen – das Geschehen in der Mühle und nach einem Ausbruchsversuch der Entführten im Wald erzählt. Gegenwart und Vergangenheit der beiden scheinen etwas miteinander zu tun zu haben. Ob das auch tatsächlich der Fall ist, hat sich mir nicht wirklich erschlossen. Seitenlang wird beschrieben, wie die Entführte eine Fliege zu fangen versucht, dabei eine Milchpackung umwirft, woraufhin die Milch ausläuft, die sie dann mit spitzen Lippen vom Tisch trinkt.
Zwischendurch werden die beiden Erzählstränge auch noch durch die Schilderung des Erzählers unterbrochen, die sich auf die Einlieferung einer Person ins Krankenhaus bezieht. – In noch einem anderen Schrifttyp.
Manchmal gefallen mir Bücher insgesamt nicht wirklich gut, aber ich finde wenigsten Sätze, an denen ich hängen bleibe, die ich markiere, weil sie mir inhaltlich oder sprachlich auffallen. Doch hier: nichts. Ich habe das Buch extra noch einmal durchgeblättert, weil ich es nicht glauben konnte: Ich habe keine einzige Stelle angestrichen. Und mir lange überlegt, ob ich überhaupt eine Rezension schreiben soll.

Andrea Maria Schenkel, Bunker, Hamburg, 2009, 122 S. ISBN978-3-89401-586-2

Datum: 11. Dezember 2009
Themengebiet: Rezensionen Trackback: Trackback-URL
Feed zum Beitrag: RSS 2.0

2 Gedanken zu „Andrea Maria Schenkel, Bunker

  1. april

    Ich habe ‚Tannöd‘ und ‚Kalteis‘ gelesen. Besonders gefallen haben sie mir nicht, wegen der einfachen Sprache vielleicht, wegen der Düsternis, die sie verbreiten? Ich weiß es nicht, werde aber kein weiteres von ihr lesen, erst recht nicht nach deiner Rezension. Den Film werde ich mir auch nicht angucken.

    Antworten
  2. mona lisa Beitragsautor

    Düster, das hatte mir auch die Buchhändlerin gesagt, das war für mich nicht unbedingt das Kriterium, es nicht zu kaufen. Doch die Stroy kommt mir zu verworren, zu verschachtelt daher. Wenn dir schon die anderen nicht gefallen haben, dann spar dir das Geld.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.