Harry Rowohlt liest und erzählt

Soll ich oder soll ich nicht? Mein Versuch, jemanden mitzunehmen, scheiterte, doch dann sagte ich mir: nix wie hin – trotz angekündigten Schnees. Wer weiß, ob sich die Gelegenheit noch einmal bietet, Harry Rowohlt live zu erleben.
Und ich bin froh, mich aufgerafft zu haben. Völlig unbedarft und uninformiert habe in der Kaue in Gelsenkirchen gesessen und der Dinge geharrt, die da kamen.
Und Harry Rowohlt kam, in seinem typischen Outfit mit Mütze, Zweireiherjacke, bebeugt, mit einer Stofftasche an der Hand mit dem blauen Logo der „Lindenstraße“, legte los und war nicht mehr zu bremsen. Jedenfalls hatte er mehr Energien als viele Zuschauer, die dann vereinzelt vor Schluss aufbrachen – vielleicht aber auch nur, weil sie den letzten Bus noch kriegen wollten. Erst nach 23.00 hörte Harry Rowohlt auf, mit einer freiwilligen Zugabe, vor dem Klatschen der Zuschauer und dem „obligatorischen Verschwinden hinter dem Vorhang“.
Er las aus (un-)veröffentlichten eigenen Werken, aus Übersetzungen, erzählte von seinen Wurzeln im Ruhrgebiet, gespickt mit Witzen, nicht immer politisch korrekt, von Begegnungen mit Menschen (auf seinen Lesereisen), von Zuschriften, die ihn erreichen etc. Das, was er erzählte war schon interessant, doch wie er erzählte ist kaum zu beschreiben – ein Hochgenuss für Liebhaber von Sprachwitz, -ironie, Dialekten aller Arten. Ich habe mich schon lange nicht mehr so gut unterhalten und beinahe Tränen gelacht, vor allem wenn er sich  „auf die Schüppe“ nahm.
Danke für diesen Abend!

Datum: 5. März 2010
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2 Gedanken zu „Harry Rowohlt liest und erzählt

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