Ein Tag auf einem NAW

Zahlen, Abkürzungen sind Alltag im Rettungsdienst: KTW, RTW, NAW. Nach einer Besichtigung der Feuerwehrleitstelle nun die Fahrt auf einem NAW an, einem Notarztwagen:

Alarm: Pieper piept, gibt die wichtigsten Infos an.
Treppe oder Stange?
Ich nehme lieber die Treppe, bin bestimmt schneller, als an der Stange erst den Schiss zu überwinden, komme gleichzeitig mit dem Notarzt unten an.
Rechnung ist aufgegangen.
Nach dem Anlegen der Gurte geht’s los:

Blaulicht auf dem Hinweg, zügige Fahrt durch den Stadtverkehr, Martinshorn, wenn die rote Ampel immer näher kommt.
Teilweise chaotisches Verhalten der anderen Autofahrer, die nicht wissen, wohin  sie ausweichen sollen. – Gibt’s dafür nicht Regeln?
Der Fahrzeugführer hat auch darin Routine, dann benutzt er halt die Gegenfahrbahn – aber immer erst, nachdem er gescheckt hat, dass die  die Kreuzung frei ist und alle anderen stehen.

Stets steht schon der RTW vor der angegebenen Adresse, kurze Infos und dann – in aller geboten Ruhe – wird der Notarzt aktiv.
Meist sind die Angehörigen stärker aus der Fassung als die Betroffenen, vor allem dann, wenn’s sich um Kinder handelt.
Was ist passiert, wie, wodurch, warum, welche Medikamente, welche Vorbelastungen, welche Allergien …?
Einweisung:  ja, nein?
Wenn ja, wohin?
Übergabe im Krankenhaus.
Rückweg ohne Blaulicht, schon während der Fahrt: Formalitäten …
Ergänzung der gebrauchten Medikamente
Anschluss an’s Stromnetz nicht vergessen

Warten.
Wie lange?
Bis zum nächsten Alarm!
Zum Teil kommt der schon während der Rückfahrt, dann geht’s weiter mit Blaulicht – dieses Mal in eine Fußgängerzone.

Wieder warten.
Und wieder los: Hausbrand
Doch dieses Mal: Fehlalarm
Also Rückfahrt. Unterwegs erfahren wir per Funk von einem Verkehrsunfall mit zig Verletzten.
Werden wir gerufen? Ein Hubschrauber wird angefordert.
Wir werden nicht gebraucht – ich glaube, ich bin nicht wirklich unglücklich darüber.

Meine letzte Fahrt: Sturz einer älteren Frau in einer Einrichtung für betreutes Wohnen.
Ihr Mann hatte den Notarzt angefordert.

Betreut – kann nicht sein, so wie diese Wohnung aussieht.
Muss das Ordnungsamt informiert werden?
Nein, Zustand noch nicht schlimm genug.
Wie schlimm muss schlimm sein?

War ich froh, dem Rat der Ärztin gefolgt zu sein:
Ich habe Gummihandschuhe getragen.
Ein Mundschutz bzw. Riechfläschchen wären zusätzlich sinnvoll gewesen.

Das Auto vor der Tür allerdings war picobello!
Man muss im Leben eben Prioritäten setzen!

Die Ruhe, mit der die Einsatzkräfte ihre Arbeit gemacht und mit den Beteiligten gesprochen haben, hat mich am meisten beeindruckt. Und ich bin froh zu wissen, dass viele Kräfte einsatzbereit sind, wenn ein Notfall eintritt.

Datum: 25. Juni 2012
Themengebiet: Allgemein Trackback: Trackback-URL
Feed zum Beitrag: RSS 2.0

Ein Kommentar

  1. Wildgans | Dienstag, 26. Juni 2012 18:26
    1

    Wieso machst Du das?
    Gruß von Sonja

Kommentar abgeben