der Mann im Citymobile – Besuch bei der Post

Ich gehe nicht gern hin, aber manchmal lässt es sich nicht vermeiden. Schlange stehen wie immer. Doch immerhin sind 5 von 6 Schaltern geöffnet. Das habe ich echt noch nie gesehen. Dauern tut’s trotzdem. Vielleicht weil mal wieder jemand ein Konto eröffnen, den Stromanbieter wechseln soll oder was einem sonst noch alles so angeboten wird, wenn man nur schnell einen Brief aufgeben, etwas abholen  will.

Bald bin ich dran, also aufpassen, welcher Schalter als nächster frei wird.

Da fährt ein Mann, etwas älter als ich, mit seinem Citymobile direkt vor einen Schalter, kein Fragen, keine Bitte oder sonst ein Blickkontakt.
Genau der Schalter wird frei und ich bin dran.
Und das sage ich dann auch.

Der hat die Schlange nicht sehen können! — Wie das, die Leute stehen bis vorne zur Tür!
Aber er kann sich doch nicht anstellen! — Selbst wenn, fragen geht doch sicher!
Ich bin seit dreißig (!!!) Jahren nicht mehr in der Stadt gewesen. — ??? — Das ist mir egal!
Sie sind mir auch scheißegal! Der Tonfall wird immer lauter, heftiger. — Welches Porto brauche ich für diesen Brief?
Das können Sie dem Mann doch nicht antun! Vorwurfsvoller Blick der Schalterfrau! — Eine entsprechende Briefmarke, bitte.

Die bekomme ich dann auch und gehe, begleitet von stummen Blicken der Schlange-stehenden und dem aufgebrachten Schreien des Herrn im Citybobile.
Ich finde:
Fragen geht immer – auch wenn man mit dem Citymobil in der Stadt herumfahren muss. Das ist für mich kein Freibrief, sich alles herausnehmen zu können. Ich bin nicht seine Frau, die er herumkommandieren kann.

Datum: 9. Juli 2012
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