Mechthild Borrmann, Wer das Schweigen bricht

In diesem (Kriminal-) Roman geht es in jeder Hinsicht um dunkle Zeiten, politisch und menschlich. Es geht um Vergessen, Verdrängen wollen, um Totschweigen und die Unmöglichkeit, wenn viele daran beteiligt sind.

Robert Lubisch löst den Haushalt seines Vaters, eines ehemals mächtigen Industriellen, nach dessen Tod auf, weil er das Haus verkaufen will. Es ist zwar sein Elternhaus, doch zu seinem Vater hat er nie wirklich eine herzliche Beziehung gehabt, zudem ist er beruflich einen anderen Weg gegangen als den, den sein Vater für ihn vorgesehen hatte.

Er findet den blutbefleckten SS-Ausweis eines ihm Unbekannten und das Bild einer schönen jungen Frau, die aber nicht seine Mutter ist. Während seiner Recherchen kommt er in Kontakt mit der Journalistin Rita Albers, die für ihn herausfinden will, wer der ehemalige SS-Mann und die Frau sind. Sie bringt in Erfahrung, dass der Unbekannte ein vor Jahren Vermisster ist, dessen Frau in Verdacht geraten ist, ihn ermordet zu haben. Doch ihr konnte nichts nachgewiesen werden. Dass das Suchverfahren nach sehr kurzer Zeit eingestellt worden ist, macht Rita Albers misstrauisch. Sie findet die ehemalige Ehefrau des verschwundenen, eine reiche auf Mallorca lebende Modefabrikantin, und setzt sich mit ihr telefonisch in Verbindung.

Am nächsten Tag ist Rita Albers tot.sie liegt ermordet in ihrer Wohnung, auf den Unterlagen ihrer Recherchen.

Es ist ein spannender Roman, der zeigt, wie unbewältigte Vergangenheit wirkt. Die Handlung erzählt berührend – auf zwei zeitlichen Handlungsebenen – von der Liebe und was sie auslösen kann, wenn sie nicht erwidert wird „In jenem Sommer formierte sich die verheerende Kraft zurückgewiesener Liebe.“,
nicht erwidert werden darf und was Menschen für die Liebe dennoch auf sich zu nehmen bereit sind:

„Wenn man jung ist, ahnt man nicht, dass Liebe auch bleibt, wenn der andere fort ist. Wie ein Phantomschmerz. Und dann ist dieser Schmerz wie ein Ring. Er hat kein Ende.“
Auf jeden Fall ein lesenswerter (Kriminal-) Roman!!

Mechthild Borrmann, Wer das Schweigen bricht, Bielefeld 2011, 224 S., ISBN 978-3-86532-231-9

Datum: 18. Oktober 2013
Themengebiet: Buch-Rezensionen, Rezensionen Trackback: Trackback-URL
Feed zum Beitrag: RSS 2.0

Ein Gedanke zu „Mechthild Borrmann, Wer das Schweigen bricht

  1. Pingback: Zeit für Trauer | monalisablog | Literatur – Gedichte – Bücher – Zitate

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.