Friede


Die Bäume lauschen dem Regenbogen,
Tauquelle grünt in junge Stille,
Drei Lämmer weiden ihre Weiße,
Sanftbach schlürft Mädchen in sein Bad.

Rotsonne rollt sich abendnieder,
Flaumwolken ihr Traumfeuer sterben.
Dunkel über Flut und Flur.

Froschwanderer springt großen Auges,
Die graue Wiese hüpft leis mit.
Im tiefen Brunnen klingen meine Sterne.
Der Heimwehwind weht gute Nacht.

(Albert Ehrenstein, aus: Ein Rot, ein Grün, ein Grau vorbeigesendet, dtv klassik, München 1994, S. 169)

Datum: 31. Mai 2017
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2 Gedanken zu „Friede

  1. Quer

    Das ist ja zauberhaft. Mir gefällt die ungewöhnliche bildhafte Sprache: „Sanftbach schlürft Mädchen in sein Bad“ – sehr schön!

    Lieben Abendgruss,
    Brigitte

    Antworten
  2. mona lisa Beitragsautor

    Es ist überhaupt ein interessanter Gedichtband. Sein Untertitel:
    Farben in der deutschen Lyrik von der Romantik bis zur Gegenwart.

    Dir einen erholsamen Abend, vielleicht sogar draußen?

    Antworten

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