Katrin Jonas, Die bewegte Frau

Katrin Jonas Thema, Aufgabe ist es, Frauen in verschiedenen Lebensbereichen dazu zu animieren, sich einfühlsam, intuitiv ihren Bedürfnissen zuzuwenden, sie wahrzunehmen und möglichst spielerisch und federleicht zu erfüllen.
In diesem Band geht es ums Bewegen. Der Untertitel macht bereits deutlich, was ihr dabei wichtig ist: „Vom Bewegen sollen zum Bewegen wollen“. Für sie ist Bewegung mehr als „Schwitzen, Selbstüberwindung und Sport“, das macht sie gleich zu Beginn ihres Buches deutlich.

Sie versucht die Leserinnen an ihre natürlichen Bewegungen in ihrer Kindheit zu erinnern, weist auf gesellschaftlich normativ bedingte Bewegungseinschränkungen hin, mit denen gerade Mädchen – offensichtlich immer noch – zu tun haben, denen sie sich anpassen sollen, müssen. Das führt aus ihrer Sicht zu einem „Verlust von Natürlichkeit und Feminität“. Sie propagiert einen Richtungswechsel und schlägt vor, sich einmal darüber klar zu werden, ob man – und das gilt nicht nur fürs Bewegen – sich FÜR oder GEGEN den Körper bewegt.

Für sie gibt es vier Bewegungstypinnen:
die Superaktivfrauen
die Extremfrauen
die Ich-würde-gern-Bewegerinnen
die Bewegungsmuffelinnen

Für alle hat sie spezielle „Federleichtispirationen“ , die den jeweiligen Frauen Anregungen geben sollen, zu freudvollen, spielerischen Bewegungen zu kommen, im Einklang mit ihrer jeweiligen Konstitution. Wichtig ist ihr vor allem, Bewegungen in den ganz normalen Alltag einzufügen, damit die zu überwindenden Schwellen nicht zu hoch werden, der „innere Schweinehund“ erst gar nicht zu Wort kommt, weil man sich bewegen will und nicht meint, sich bewegen zu müssen, aus einem wie auch immer gearteten „Um zu“.

„Überall schlummern Möglichkeiten, Bewegung in den Alltag zu schleusen und sich dabei wahrzunehmen. Ich versichere Ihnen eines: Sobald Sie diesem intuitiven und sich am Wohlgefühl orientierende Herangehen an Bewegung einen Platz in Ihrem Leben geben, werden Sie bemerken, dass es Ihr gesamtes Verständnis von ihrem Körper umkrempeln wird.“

Also krempele um, wer das Bedürfnis hat, sich mehr, anders, spielerischer, tänzerischer zu bewegen. Zahlreichen, inspirierende Anregungen zu allen möglichen Bewegungsarten, -formen gibt Katrin Jonas in diesem Band, so auch zum Tanzen:
Sie bewegen sich zur Musik, lassen immer mehr Hemmungen oder Spannungen los und werden plötzlich von der Musik bewegt. Und mit einem Mal „machen“ oder „produzieren“ Sie das Tanzen nicht mehr. Eine „innere Institution“, die Sie tanzen lässt, übernimmt die Bewegungen. Sie werden sozusagen getanzt. Und dabei kommen plötzlich Bewegungen zustande, die Sie nie und nimmer von sich erwartet hätten. … Sie benutzen Körperbereiche und setzen Muskelgruppen ein, von denen Sie nicht einmal wussten, dass sie benutzbar sind.“
Lassen Sie sich also animieren, sich von sich selbst zu überraschen. Vielleicht gibt es da noch eine Menge zu entdecken.

Katrin Jonas, Die bewegte Frau, Vom Bewegen sollen zum Bewegen wollen, innenwelt verlag, Köln 2020, ca.147 S., ISBN 978-3-947508-45-7

Datum: 4. Mai 2020
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2 Gedanken zu „Katrin Jonas, Die bewegte Frau

  1. Sonja

    Da werde ich mal etwas nachlesen wollen…obwohl ich mich grad im Schwerbratzigen so wohl fühle.
    In meinen federleichten Zeiten war es auch so, mit Wohlgefühl,aber anders. Die …zig Jahre Alter machen was mit einer…
    Danke für diese gewichtige Besprechung!
    Sonja

    Antworten

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