Abendliches Stelldichein

Abendliches Stelldichein

Tagsüber höre ich sie nur fliegen und im Nest arbeiten, das sich, leider nicht einsehbar, unter der Holzdecke meiner Terrasse befindet. Es ist ein ständiges Hin und Her, Ein und Aus.

Doch sobald ich Licht anmache, kann ich dort nicht mehr sitzen. Sie stürzen sich auf sämtliche Lichtquellen. Meine offene kleine Kerzenfeuerschale mag ich nicht mehr benutzen, denn das hätte sicher ein Massensterben zur Folge. Dafür möchte ich nicht verantwortlich sein.

Habe ich Licht im Schlafzimmer an, fliegen sie ungebremst vor die Scheibe. Bisher haben sie es aber alle überlebt. Bin mal gespannt, wie lange das Nest bewohnt bleibt.

Das einzige, was mich ein wenig ärgert, ist die Tatsache, dass das Nest nicht zu sehen, also auch nicht zu bewundern ist. Seit Jahren gibt es hier Hornissen und noch nie habe ich ein Nest gesehen. Jetzt ist es in greifbarer, aber nicht in sichtbarer Nähe.

Aber ganz ehrlich, wenn ich Hornisse wäre, hätte ich auch diesen Platz gewählt. Ideal, weil uneinnehmbar.

6 Gedanken zu „Abendliches Stelldichein

  1. Ein Hornissennest hatte ich noch nie in der Nähe.
    Du scheinst es als spannendes Studienobjekt zu sehen.
    Mir würde fast ein wenig bange. Ein Hornissenstich tut doch sicher höllisch weh…

    Lieben Abendgruss,
    Brigitte

  2. Sie sind ja ganz friedlich –
    ja, ich beobachte sie gern, ebenso die vielen Wespen, die sich von den vielen Holzpaneelen etc. das Material für ihre Nester holen. Spannend, wie emsig sie sind.
    Die Fotos habe ich hinter der Scheibe gemacht ;)
    Herzliche Abendgrüße

  3. Wow. Du bist aber mutig. Da hätte ich schon Mores!! Deine Terrasse ist ein Beobachtungsposten geworden und keine friedliche Leseoase mehr?!! Sie haben den Platz sicher gewählt, weil sie wussten, dass du sie nicht vertreiben wirst?!
    liebe Grüße von Ellen

    1. Die Leseoase schließt bei Einbruch der Dunkelheit ;),
      dann nämlich, wenn ich Licht anmachen müsste.
      Doch dann würden sich zu den Hornissen auch sicher noch die Motten gesellen.
      Soviel Besucher würden mich dann sicher ein wenig überfordern.
      Vertreiben geht nicht, sie stehen unter Naturschutz und dürfen nur da entfernt werden, wo sie gefährlich werden können.
      Noch geht es.
      Herzliche Grüße

  4. das verborgene nest würde mich auch reizen. einmal einen solchen bau in natura zu sehen! aber sie werden schon wissen, warum.
    faszinierende gäste hast du da!
    dann gib weiter gut acht.
    lieber gruß
    Sylvia

    1. Ja, muss ich wohl,
      heute Nacht waren zwei im Schlafzimmer und flogen in der Morgendämmerung gegen die Scheibe –
      Wir haben es alle unbeschadet überstanden
      Drinnen mag ich sie nicht bewundern :(
      Liebe Grüße

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