Montag, 2. September 2019 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (4)

Der Roman der Norwegerin Helga Flatland - 2017 ausgezeichnet mit dem Preis der norwegischen Buchhändler und gerade auf Deutsch erschienen - beginnt mit einem gemeinsamen Flug über die Alpen nach Italien. In der Familien-Hütte in Italien soll mit allen der 70. Geburtstag Sverres, gefeiert werden. Alle, das sind: Papa, Mama, und ihre drei erwachsenen Kinder, Liv, Ellen und Håkon, z.T. mit Partnern, und die Enkelkinder Agnar und Hedda. Alles scheint wie immer: "Mein Blick geht zu Papa, er sitzt am Tischende, und mir wird schlagartig bewußt, daß wir uns genauso hingesetzt haben wie bei Mama und Papa zu Hause. ...weiterlesen...


Donnerstag, 29. August 2019 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Protagonist des Romans ist T. Singer, ein 34jähriger Bibliothekar, der zu Beginn der Romanhandlung dabei ist, in der Kleinstadt Notodden eine neue Stelle anzunehmen. Seinen konkreten Vornamen erfährt man nicht. Der Erzähler nennt ihn meist nur bei seinem Nachnamen. Zum Schluss dieses Roman fragt man sich als Leser, was man nun genau von diesem Singer weiß. Das Erste, was man von Singer erfährt ist, dass er unter "einer speziellen Form von Schamgefühl" leidet, das ihn "überall ereilen konnte, auf einer Straße, in einem geschlossenen Raum, auf dem Bahnsteig eines Bahnhofs, und er war stets allein, wenn es geschah, häufig jedoch ...weiterlesen...


Dienstag, 27. August 2019 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Ich habe hier schon einige Bücher von John Strelecky vorgestellt, von denen ich bisher auch überzeugt war. Dieser Band mit dem Untertitel " Eine Wiederbegegnung mit dem eigenen Selbst" trägt, ist allerdings eher ein zweiter bzw. dritter Aufguss seiner bisherigen Bücher über das "Café am Rande der Welt" und "Wiedersehen im Café am Rande der Welt". Aufgüsse mögen bei grünem Tee empfehlenswert sein, bei Büchern überzeugen sie mich nicht, obschon die Illustrationen von Root Leeb der eher mageren Geschichte einen feinen "Anstrich" geben und die Ausgabe damit zu einem Hingucker machen. Der Ich-Erzähler ist auf dem Rückweg von der Beerdigung seines ...weiterlesen...


Sonntag, 25. August 2019 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (2)

Schon lange habe ich keine mehr so packenden, hinreißenden und berührenden Roman gelesen. Was heißt gelesen? Eher verschlungen, neudeutsch würde man von einem "pageturner" sprechen. Delia Owens ist ein Roman gelungen, der inhaltlich spannend und mitreißend erzählt ist, der dem Leser zahlreiche Möglichkeiten bietet, sich mit Kya, der Protagonistin - von allen nur abwertend das "Marschmädchen" genannt - zu identifizieren und mit ihr die noch unberührte Natur des Marschlandes von North Carolina zu erkunden. Freunde im üblichen Sinne des Wortes hat sie keine, bis auf Jumpin' und seine Frau Mabel, als Farbige zu der Zeit Außenseiter wie Kya, die ...weiterlesen...


Samstag, 17. August 2019 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (3)

Jörg Berger, Psychologe und Psychotherapeut in eigener Praxis, und Monika Bylitza, Kommunnikationstrainerin und Coach, haben ein gut lesbares, verständliches und klar strukturiertes Buch über "Stachlige Persönlichkeiten im Business" geschaffen. In der Einleitung erhält man als Leser zunächst einen Überblick über die später im Buch detailliert besprochenen Persönlichkeiten: Grenzüberschreiter, Blender, Energieräuber, Einschüchterer, Abwerter, Vermeider und Rächer, illustriert mit kleinformatigen Bildern der jeweiligen Persönlichkeiten von Thees Carstens. Dann werden im Folgenden die jeweiligen Persönlichkeiten in in sich abgeschlossenen Kapiteln vorgestellt. Jeder kann sich demnach zunächst mit der Persönlichkeit beschäftigen, die ihn am meisten herausfordert. Man muss das Buch also nicht zwingend in chronologischer Reihenfolge ...weiterlesen...


Donnerstag, 15. August 2019 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

"Seit viel zu langer Zeit versuche ich, Philips Geschichte zu verstehen. Ich will das Geheimnis lüften, das in ihr verborgen ist. Ein ums andere Mal bin ich gescheitert und konnte das Rätsel jener Bilder nicht entschlüsseln, die mich heimsuchen, Bilder der Grausamkeit und der Komik, wie in jeder Erzählung, in der das Begehren auf den Tod trifft. Ich weiß alles, und ich begreife nichts." So beginnt der Roman von Lukas Bärfuss, dem diesjährigen Preisträger des Georg-Büchner-Preises, der ihm am 2. November in Darmstadt verliehen wird. Es könnte der Beginn eines Krimis sein. Könnte, ist es aber nicht. Mit der Auflösung ...weiterlesen...


Montag, 12. August 2019 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Fotos, Rezensionen | Kommentare (0)

Der Untertitel ist verheißungsvoll: "Sex, der Frauen und Männer wirklich glücklich macht." Aha. Wer will das nicht. Wer jetzt aber glaubt, eine einfache Anleitung mit vielleicht anregenden Bildern, in den Händen zu halten, wird sicher bitter enttäuscht werden. Denn zunächst räumen die beiden AutorInnen lang und breit damit auf, was genau Slow Sex nicht ist. Mag vielleicht notwendig sein, war für mich aber eher zu langatmig und letztendlich auch langweilig. Ich will ja auch nicht in einem Geschäft lang und breit erzählt bekommen, was nicht da ist, sonder ob ich das, was ich suche, auch bekommen kann. Man/frau muss sich ...weiterlesen...


Donnerstag, 1. August 2019 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (4)

Mit diesem Band ist dem Kunstanstifter Verlag ein wunderbares Buch gelungen. Die leicht surreale Kurzgeschichte von Marie Luise Kaschnitz ist auf beeindruckende, stilistisch gelungene und zum Text passende Weise von Karen Minden illustriert worden. Das Ergebnis ist pures Lesevergnügen für Augen, Herz und Verstand. Bisher hat die namenlose Ich-Erzählerin gedacht, ihr Mann habe sie liebevoll seinen "Eisbären" genannt, weil sie sich am Eisbärgehege im Zoo zum ersten Mal getroffen haben. © Karen Minden Es war bisher also ein Kosename für sie. Doch eines Nachts dann kommt es zu einem folgenschweren, entlarvenden Gespräch zwischen ihr und ihrem Mann über ihr gemeinsames Leben, ...weiterlesen...


Montag, 29. Juli 2019 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Noch als Erwachsenen verfolgen B. Sucher Ereignisse seiner Kindheit im Traum:"Mein Vater erscheint in meinem Kinderzimmer mit der Peitsche und brüllt: Lass diesen Judenscheiß. Großvater Oswald wollte, dass du Protestant bist. Ich prügele dich windelweich, wenn du nicht sofort aus der jüdischen Gemeinde austrittst und dich nochmals konfirmieren lässt, damals hast du geschummelt, ich weiß es genau! Kein Glaubensbekenntnis gesprochen! Du bist Christ. Meine Mutter eilt dazu: Du bist Jude! Mein Vater kommt näher. Er schlägt zu. Ich will fliehen. Ich will schreien. Doch meine Füße kleben am Boden, wie angeleimt; kein Ton bricht aus mir hervor. Mamsi umarmt mich." Die ...weiterlesen...


Sonntag, 21. Juli 2019 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen | Kommentare (0)

Ob der Titel an den berühmten Film Ingmar Bergmanns "Szenen einer Ehe" anknüpfen will, weiß ich nicht. Doch sowohl der Film als auch der Roman befassen sich mit dem Scheitern einer Ehe. Dass es die Geschichte des Scheiterns ist, darüber wird der Leser nicht im Unklaren gelassen. Ziemlich zu Beginn erfährt man:"Diejenige, die mit mir zusammen war, gibt es nicht mehr. Denjenigen, der mit ihr zusammen war, auch nicht. Einst gab es uns, wir lebten zusammen, und jetzt ist dieses Leben vorbei, und sie hat schon vergessen, wer wir waren. Sie ist außer Reichweite dessen, was geschah, und ich bin ...weiterlesen...