Kosmetik
O laß die Schminke ruhn;Wo Schönheit fehlt, ist Schmeicheln eitles Tun. (Shakespeare)
O laß die Schminke ruhn;Wo Schönheit fehlt, ist Schmeicheln eitles Tun. (Shakespeare)
Es schwebte eine SeifenblaseAus einem Fenster auf die Straße. „Ach nimm mich mit Dir“, bat die Spinne Und sprang von einer Regenrinne. Und weil die Spinne gar nicht schwer, Fuhr sie im Luftschiff übers Meer. Da nahte eine böse Mücke, Sie stach ins Luftschiff voller Tücke. Die Spinne mit dem Luftschiff sank Ins kalte Wasser und ertrank. (Joachim Ringelnatz)
Die neuen Regale fürs Arbeitszimmer – bestellt noch im letzten Jahr – sind fertig und sollen geliefert werden. D.h. die alten Regale müssen ausgeräumt, demontiert und weggeschafft, die Regalinhalte zwischengelagert werden. Vorprogrammiertes Chaos?! Zwischendurch mache ich mir immer wieder klar: Das ist nur das Chaos vor der neuen Ordnung! Was finde ich da nicht alles wieder, Dinge, deren Suche ich inzwischen aufgegeben habe, die ich mittlerweile auch gar nicht mehr brauche. Das kann dann definitiv weg, eine einfach zu fällende…
„Wenn wir Genies wollen, müssen wir uns mit ihrer Unbequemlichkeit abfinden, und das ist etwas, was die Welt nie tun wird. Sie wünscht sich Genies, will aber, daß sie sich genau wie der Durchschnitt benehmen.“ (George Moore)
Auf allen möglichen Kanälen sozialer Medien, in Rundfunk und Fernsehen etc. begegnet einem der Begriff „Dry January“. Gemeint ist damit eine – vor allem in Frankreich, Großbritannien und der Schweiz – verbreitete Kampagne, die dazu aufruft, im gesamten Januar, also vier Wochen lang als Krebs- und Alkoholprävention keinen Alkohol zu trinken. Christine Koschmieder bzw. die Ich-Erzählerin in ihrem (autobiografischen) Roman „DRY“ ist da am Ende weiter: Sie bezeichnet sich als (trockene) Alkoholikerin, die keinen Alkohol mehr trinken will, darf, wenn…
Wer sich nur nach außen wendet, ohne zu sich selbst zurückzukehren, der geht als Gespenst um, und hat er, was er da draußen sucht, erreicht, so zeigt es sich, dass, was er erreicht hat, der Tod ist. (Dschuang Dsi)
Wie hab ich das gefühlt was Abschied heißt.Wie weiß ichs noch: ein dunkles unverwundnesgrausames Etwas, das ein Schönverbundnesnoch einmal zeigt und hinhält und zerreißt. Wie war ich ohne Wehr, dem zuzuschauen,das, da es mich, mich rufend, gehen ließ,zurückblieb, so als wärens alle Frauenund dennoch klein und weiß und nichts als dies: Ein Winken, schon nicht mehr auf mich bezogen,ein leise Weiterwinkendes – , schon kaumerklärbar mehr: vielleicht ein Pflaumenbaum,von dem ein Kuckuck hastig abgeflogen. (Rainer Maria Rilke)
„Mein Weg zum Theater war verschlungen. Unvorhersehbar. holprig. Als Kind hasste ich es sogar, angesehen und vorgeführt zu werden.“ Wie kommt also das Kind eines Elternpaares, das ein Friseurgeschäft in der Provinz betreibt, zum Theater? Über Umwege. Auslöser ist Lotte, ein Mädchen mit grell-pinken Nägeln, die ihn an ein Chevrolet erinnert, das er einmal gesehen und bewundert hat. Eines Morgens sitzt sie einfach so auf seinem Lieblingsplatz auf dem Schulhof, mit einem kleinen, dünnen, gelben Heft im Schoß: „Alles an…
Gern gehe ich in Ausstellungen.Erlebe die Museen, die Ausstellungsobjekte, komme ins Staunen, ins Spüren. Merke, wie ich mehr oder weniger in Resonanz gehe bzw. komme, höre mir beim Denken zu angesichts der Gesehenen, Erlebten. Stelle mir dann auch vor, welches Bild ich für mich, mein Zuhause auswählen würde. Machmal gar nicht so einfach. Oft ist es aber auch das Museum selbst, das mich fasziniert, die Licht- und Schattenspiele, die Art der Hängung, die Bilderrahmen, und die kann ich dann auch…
Als Nichtraucherin bin ich dankbar, dass rauchfreie Zonen mittlerweile – fast überall – selbstverständlich sind.In den 80igern – nach der Geburt meines ersten Sohnes – habe ich mich im Kollegium für ein rauchfreies Lehrerzimmer eingesetzt, weil mir jedesmal übel wurde, wenn ich mich dort längere Zeit aufhalten musste. War das eine Konferenz! Laute, wütende Kommentare und Fragen, ob ich ihnen das Rauchen verbieten wolle. Nee, wollte ich nicht, ich wollte nur nicht mitrauchen müssen – ganz einfach. Zunächst sollten die…