Licht und Schatten

Licht und Schatten

Wenn sich der Aether erhebt, in hoher heiliger Klarheit,
Wenn sich ein fliessendes Gold über die Erde ergiesst,
Und vor dem stralenden Gott die Schatten leise zerrinnen,
Freut dich der blendende Glanz und das allmächtige Licht.
Aber bezaubernder, Freund, erscheint dir die liebliche Gegend,
Dich erfreut der Contrast und das gebrochene Licht –
Wenn die Wolke sich hebt, und wechselnd auf Thäler und Dörfchen,
Tannenwälder und Seen dunkle Schattirungen streut,
Oder der silberne Mond am Berge freundlich hervorsteigt,
Und der Schatten des Bergs tief in die Thäler sich senkt.
O! wie die Höhen sich dann in heiligen Schimmer verklären,
Wie das erfreuliche Licht heller der Schatten besäumt!
– Und doch klagtest du jüngst, dein trauriges Schicksal beweinend,
Wie des Lebens Gefild oft ach! so dunkel dir sey,
Wie auf der Stellen geliebtester dämmernd ein Schatten sich lagre,
Oft nach dem lieblichsten Tag schwarz dich umgebe die Nacht
Wechsel vergnügt dein Gemüth; es freuet der Wechsel uns alle,
Freue dich, Glücklicher doch, dass du nicht glücklicher bist.

(Sophie Mereau)

6 Gedanken zu „Licht und Schatten

  1. Welch tolles Foto von dir zum Thema und auch das etwas bemühte und leicht schwülstige Gedicht von Sophie Mereau (das in jene Zeit passt) ist die Lektüre wert.
    Frohen Gruss mit Sonnenbeteiligung,
    Brigitte

  2. ah! oh! das sind ja schöne schatten! heute ging ich an einer baustelle längs, da waren so rotweisse gitter und dazwischen die schatten. leider war ich zu faul, die kamera rauszupulen, schade:-)!
    lieber gruß
    Sylvia

  3. schön, wie hier das licht-schatten-spiel in szene gesetzt wird. und ja, so kann man den wechsel von hell und dunkel vielleicht ein bisschen schmackhafter machen, auch wenn nun das dunkel am vormarsch ist. ;)

    liebe grüße, andrea

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