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Kategorie: Gedichte

Einen Menschen wissen

Einen Menschen wissen

Einen Menschen wissen,der dich ganz versteht,der in Bitternissenimmer zu dir steht,der auch deine Schwächen liebtweil du bist sein;dann mag alles brechendu bist nie allein. (Paula Dehmel) Landläufig denkt man da an einen Lebensmenschen in seinem Leben, egal ob als FreundIn, PartnerIn. Man sucht oder auch nicht mehr im Außen. Was aber ist mit einem selbst? Ist man nicht diejenige Person, der man lebenslang verbunden ist? Wie steht’s also mit der Selbstliebe?

Sehnsuchtslied

Sehnsuchtslied

Leise schlägst in deinem Lied du einen Ton an – und dir ist, als fehlte noch etwas.Und du suchst verwirrt bei allen Tönen,ob sie dir nicht sagen können,wo’s zu finden, wo und wie und wann …Doch der eine ist zu blaßund zu lüstern ist der zweiteund der dritte ist so voll mit Weite – viel zu voll. Du suchst lange – Moll und Dur und Mollwerden lebend unter deinen Händen.Und dann schlägst du plötzlich eine Taste an,und – es kommt…

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Träume

Träume

Du mußt dich ganz deinen Träumen vertrauenUnd ihr heimlichstes Wesen erlernen,Wie sie sich hoch in den flutenden blauenFernen verlieren gleich wehenden Sternen.Und wenn sie in deine Nächte glänzenUnd Wunsch und Wille, Geschenk und GefahrLächelnd verknüpfen zu flüchtigen Kränzen,So nimm sie wie milde Blüten ins Haar.Und schenke dich ganz ihrem leuchtenden Spiele:In ihnen ist Wahrheit des ewigen Scheins,Schöne Schatten all deiner ZieleRinnen sie einst mit den Taten in Eins. (Stefan Zweig)

Spinnennetz

Spinnennetz

O sieh das Spinnennetz im Morgensonnenschein,Wie es vom Tau noch voll kristallner Tropfen hängt!Im leichten Winde wiegt es seiner Perlen Pracht,Die in den silbergrauen Maschen hier und dortSo flüchtig sich wie sanft und zierlich eingeschmiegt.Sieh, so ist alles Glück. So hängt es flüchtig sichIn unsrer Tage schwankendes Gespinst,Und es erschauert unter seiner köstlichen LastDes Majaschleiers weltdurchwallendes Geweb. (Christian Morgenstern)

Regen

Regen

Da draußen regnet es weit und breit.Es regnet graugraue Verlassenheit.Es plaudern tausend flüsternde Zungen.Es regnet tausend Erinnerungen.Der Regen Geschichten ums Fenster rauscht.Die Seele gern dem Regen lauscht. Der Regen hält dich im Haus gefangen.Die Seele ist hinter ihm hergegangen.Die Insichgekehrte ist still erwacht,Im Regen sie weiteste Wege macht.Du sitzt mit stummem Gesicht am Fenster,Empfängst den Besuch der Regengespenster. (Max Dauthendey)

Wir gehen am Meer

Wir gehen am Meer

Wir gehen am Meer im tiefen Sand,Die Schritte schwer und Hand in Hand.Das Meer geht ungeheuer mit,Wir werden kleiner mit jedem Schritt.Wir werden endlich winzig kleinUnd treten in eine Muschel ein.Hier wollen wir tief wie Perlen ruhn,Und werden stets schöner, wie die Perlen tun. (Max Dauthendey)

Ultra Violett

Ultra Violett

Ultra Violett,das Einsame, sprach zu mir:Noch lebe ich unsichtbar.Aber ihr könnt mich alle empfinden.Versucht es mich zu erkennen.Ich will euch neue Sonnen,Neue Welten geben. (Max Dauthendey)

Eins und alles

Eins und alles

Im Grenzenlosen sich zu finden,Wird gern der Einzelne verschwinden,Da löst sich aller Überdruß;Statt heißem Wünschen, wildem Wollen,Statt läst’gem Fordern, strengem SollenSich aufzugeben ist Genuß. Weltseele, komm‘ uns zu durchdringen!Dann mit dem Weltgeist selbst zu ringenWird unsrer Kräfte Hochberuf.Teilnehmend führen gute Geister,Gelinde leitend, höchste Meister,Zu dem, der alles schafft und schuf. Und umzuschaffen das Geschaffne,Damit sich’s nicht zum Starren waffne,Wirkt ewiges lebend’ges Tun.Und was nicht war, nun will es werdenZu reinen Sonnen, farbigen Erden,In keinem Falle darf es ruhn. Es soll sich regen, schaffend…

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Muscheln, Muscheln

Muscheln, Muscheln

Muscheln, Muscheln, blank und bunt, findet man als Kind. Muscheln, Muscheln, schlank und rund, darin rauscht der Wind. Darin singt das große Meer in Museen sieht man sie glimmern, auch in alten Hafenkneipen und in Kinderzimmern. Muscheln, Muscheln, rund und schlank, horch, was singt der Wind: Muscheln, Muscheln, bunt und blank, fand man einst als Kind! (Wolfgang Borchert)