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Kategorie: Gedichte

Vollmond

Vollmond

(Wer genau hinschaut, sieht, dass noch ein klein wenig fehlt) Leise schwimmt der Mond durch mein Blut …Schlummernde Töne sind die Augen des TagesWandelhin – taumelher – Ich kann deine Lippen nicht finden …Wo bist du, ferne StadtMit den segnenden Düften? Immer senken sich meine LiderÜber die Welt – alles schläft. (Else Lasker-Schüler)

Lauschen

Lauschen

Vor lauter Lauschen und Staunen sei still,du mein tieftiefes Leben;daß du weißt, was der Wind dir will,eh noch die Birken beben. Und wenn dir einmal das Schweigen sprach,laß deine Sinne besiegen.Jedem Hauche gib dich, gib nach,er wird dich lieben und wiegen. Und dann meine Seele sei weit, sei weit,daß dir das Leben gelinge,breite dich wie ein Feierkleidüber die sinnenden Dinge. (Rainer Maria Rilke) Stille, lauschen und wahrnehmen, was ist, vorbehaltlos, ohne Interpretation und Bewertung – eine Übung in Achtsamkeit, die…

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Stille

Stille

Wenn es nur einmal so ganz stille wäre.Wenn das Zufällige und Ungefähre Verstummte und das nachbarliche Lachen,wenn das Geräusch, das meine Sinne machen,mich nicht so sehr verhinderte im Wachen -: Dann könnte ich in einem tausendfachenGedanken bis an deinen Rand dich denkenund dich besitzen (nur ein Lächeln lang),um dich an alles Leben zu verschenkenwie einen Dank. (Rainer Maria Rilke) Ab und an ist es hier still. Dann brauche ich Stille im Außen und im Innen. Für mich heilsam und notwendig,um nicht…

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Längst fälliger Abschied von der Kindheit

Längst fälliger Abschied von der Kindheit

Ich brauche keine Mutterliebe mehr.Ich bin erwachsen und sorge für mich.Ich gebe mir die Aufmerksamkeit und Liebe, die ich brauche. Ich danke dir,dass du mich unter (Lebens-)Gefahr geboren,dass du mich nach deinen Kräften behütet und versorgt hast,dass ich lernen und studieren durfte – obwohl ich ein Mädchen war. Gewünscht hätte ich mir Anerkennung auch da,wo ich deinen Vorstellungen und Erwartungen nicht entspreche,weil ich anders bin als duoder vielleicht auch nur den Mut habe,anders zu leben,andere Wege zu gehen,als die,die du…

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Der Mohn

Der Mohn

Wie dort, gewiegt von Westen, Des Mohnes Blüte glänzt! Die Blume, die am besten Des Traumgotts Schläfe kränzt; Bald purpurhell, als spiele Der Abendröte Schein, Bald weiß und bleich, als fiele Des Mondes Schimmer ein.  Zur Warnung hört ich sagen, Dass, der im Mohne schlief, Hinunter ward getragen In Träume schwer und tief; Dem Wachen selbst geblieben Sei irren Wahnes Spur, Die Nahen und die Lieben Hält‘ er für Schemen nur.  In meiner Tage Morgen, Da lag auch ich einmal, Von Blumen ganz verborgen, In einem schönen Tal. Sie dufteten so milde! Da ward, ich fühlt es kaum, Das Leben…

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Gewonnene Einsicht

Gewonnene Einsicht

Wähne nicht, daß in dem Weltgewühle,Je ein Herz so wie das Deine fühle,Daß ein andres folge Deiner Spur.Wähne nicht, in sehnendem Umschlingen,Andrer Herzen also durchzudringen,Daß sie mit dem Deinen eines nur. Einsam bist du, ob die bunte Menge,Lobend oder tadelnd Dich umdränge,Einsam in dem Kampf wie in der Ruh!Einsam, bei der Freunde Scheinerbarmen,Einsam selbst in Deines Liebsten Armen,Denn sie alle sind nur sie, nicht Du. Lerne drum, aus ihrem Kreis verschwinden,Dich in Deiner eigenen Brust zurechtzufinden,Lerne Du, Dein eigener Freund…

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Der Schmetterling ist in die Rose verliebt

Der Schmetterling ist in die Rose verliebt

Der Schmetterling ist in die Rose verliebt,Umflattert sie tausendmal,Ihn selber aber, goldig zart,Umflattert der liebende Sonnenstrahl. Jedoch, in wen ist die Rose verliebt?Das wüßt ich gar zu gern.Ist es die singende Nachtigall?Ist es der schweigende Abendstern? Ich weiß nicht, in wen die Rose verliebt;Ich aber lieb euch all:Rose, Schmetterling, Sonnenstrahl,Abendstern und Nachtigall. (Heinrich Heine)

Pfingstrose

Pfingstrose

Verhaucht sein stärkstes DüftenHat rings der bunte Flor,Und leiser in den LüftenErschallt der Vögel Chor. Des Frühlings reichstes PrangenFast ist es schon verblüht –Die zeitig aufgegangen,Die Rosen sind verblüht. Doch leuchtend will entfaltenPäonie ihre Pracht,Von hehren PfingstgewaltenIm tiefsten angefacht. Gleich einer späten Liebe,Die lang in sich geruht,Bricht sie mit mächtgem TriebeJetzt aus in Purpurglut. (Ferdinand von Saar)

Häutungen

Häutungen

Erlebnissedie unter die Haut gehenmachen dünnhäutig Aus der Haut fahrensich häuten Oderneue Wege findenmit Verletzungen umzugehen Sie transformierendaran wachsen ohne sich gleichein dickes Fell zuzulegen. (© mona lisa)

Das letzte Hemd

Das letzte Hemd

Das letzte Hemdhat keine Taschen mehr Das, was übrig bleibtsorgt oft für Streit Vielleicht hat derder gegangen ist,zu Lebzeitennicht mehrfür Frieden und Versöhnungsorgen können (© mona lisa)