Die Sonnenblume
Die Sonnenblume möchte dich begrüßen, dieweil sie sich so gern zur Sonne wendet. Nur steht zur Zeit sie noch zurückgewiesen; doch du erscheinst und sie ist gleich vollendet. (Johann Wolfgang Goethe)
Die Sonnenblume möchte dich begrüßen, dieweil sie sich so gern zur Sonne wendet. Nur steht zur Zeit sie noch zurückgewiesen; doch du erscheinst und sie ist gleich vollendet. (Johann Wolfgang Goethe)
(Und ja, es ist kein besonders scharfes Bild. Das ich sonst nie gepostet hätte. Hier steht’s sinnbildlich … ) Denk ich an Deutschland in der Nacht,Dann bin ich um den Schlaf gebracht,Ich kann nicht mehr die Augen schließen,Und meine heißen Tränen fließen. (Heinrich Heine, 1. Strophe seines Gedichtes „Nachtgedanken“) Diese Zeilen sind mir gestern angesichts der Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt am 6.9. 26 durch den Kopf geschossen.
Die Sonne ist gesunken,Der Donner schlief schon ein;Nur durch die fernen WolkenGeht noch der Blitze Schein. Es tropfet von den Zweigen –So schweigend steht die Nacht.Nagend in meinen GedankenVersunknes Leid erwacht. Du denkst, es ist verklungenDer alte böse Schmerz –Da zuckt sein WetterleuchtenNoch immer durch das Herz. (Heinrich Seidel)
Laue Sommernacht; am Himmel Stand kein Stern; im weite Walde Suchten wir uns tief im Dunkel, Und wir fanden uns. Fanden uns im weiten Walde In der Nacht, der sternenlosen, Hielten staunend uns im Arme In der dunklen Nacht. War nicht unser ganzes Leben So ein Tappen, so ein Suchen? Da: In seine Finsternisse, Liebe, fiel Dein Licht. (Otto Julius Bierbaum)
Ein graues Auge Ein schlaues Auge, Auf schelmische Launen Deuten die braunen, Des Auges Bläue Bedeutet Treue; Doch eines schwarzen Augs Gefunkel Ist stets wie Gottes Wege dunkel. ( Friedrich von Bodenstedt)
O meine müden Füße ihr müsst tanzenIn bunten Schuhen,Und möchtet lieber tief, tiefIm Boden ruhen. (Georg Büchner, 1.Strophe von: O meine müden Füße) Ich tanze ja wirklich gern. Doch manchmal heißt es einfach: Füße hochlegen, egal in welchem Zustand sie sind.
(Abendstimmung in Speckhorn) Graue Dämmerungen hängenüberm weiten Wiesenplan, –müd, mit rotgelaufnen Wangenkommt der Tag im Westen an. Atemlos dort sinkt er niederhinter Hängen goldumsäumt,seine lichtermatten Liderfallen mählich zu. – Er träumt. – Träumt manch sonnig Traumgebilde..Leis vom Himmel schwebt dahin,jetzt die Nacht und neigt sich milde,Sterne lächelnd über ihn… (Rainer Maria Rilke)
Nun hat den schimmernden Reigender leuchtende Tag vollbracht,blau-dunkele Schatten steigenempor aus traumstiller Nacht. … Tief waltet die heimliche Stilleund decket die Lande weit,als schirme ein heiliger Willedie Träume der Einsamkeit. Als hätte des Tages Endemein Grämen zur Ruhe gebracht.Ich halte die müden Händeund segne die stille Nacht. (Frieda Claudy) Mit einem Hauch von (modernem) Bullerbü.
(Installation in der Autobahnkirche Baden) Ich ließ meinen Engel lange nicht los,und er verarmte mir in den Armenund wurde klein, und ich wurde groß:und auf einmal war ich das Erbarmen,und er eine zitternde Bitte bloß. Da hab ich ihm seine Himmel gegeben, –und er ließ mir das Nahe, daraus er entschwand;er lernte das Schweben, ich lernte das Leben,und wir haben langsam einander erkannt… Seit mich mein Engel nicht mehr bewacht,kann er frei seine Flügel entfaltenund die Stille der Sterne durchspalten,…
Sowie des LichtesFunken sich heben,Sieh’, des GedichtesRhythmisches Schweben,Dass es dich weckeAus deinen Träumen …Zaudern und säumen?Nur das nicht!Richte und reckeAuf dich zum Licht! (Rainer Maria Rilke, 3. Strophe des Gedichts, Zum Licht)