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Kategorie: Gedichte

Auf die Reise

Auf die Reise

Um Mitternacht, auf pfadlos weitem Meer, Wann alle Lichter längst im Schiff erloschen, Wann auch am Himmel nirgends glänzt ein Stern, Dann glüht ein Lämpchen noch auf dem Verdeck, Ein Docht, vor Windesungestüm verwahrt, Und hält dem Steuermann die Nadel hell, Die ihm untrüglich seine Richtung weist. Ja! wenn wir’s hüten, führt durch jedes Dunkel Ein Licht uns, stille brennend in der Brust. (Ludwig Uhland)

Winternacht

Winternacht

Es wächst viel Brot in der Winternacht,weil unter dem Schnee frisch grünet Saat,erst wenn im Lenze die Sonne lacht,spürst du, was Gutes der Winter tat. Und deucht die Welt dir öd‘ und leer,und sind die Tage dir rauh und schwer:Sei still und habe des Wandels acht:Es wächst viel Brot in der Winternacht. (Friedrich Wilhelm Weber)

Holzstapel

Holzstapel

In einer tief verschneiten, von der Sonne beschienenen Winterlandschaft spazieren zu gehen, ist ein wundersames Erlebnis: Feinster Schnee“staub“, der von den Bäumen rieselt und glitzert, Schneekristalle, die wie Diamanten in der Sonne funkeln, Unberührtheit auf der einen Seite, und dann auch Pferde, die auf einer Koppel miteinander durch den Schnee galoppieren und sich offensichtlich des Lebens erfreuen, sowie viele weitere Spuren des Lebens im Schnee: Sie zeugen in aller Stille von denen, die vor mir schon da waren, von ihrer…

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Schnee

Schnee

Schnee, zärtliches Grüßender Engel,schwebe, sinke –breit alles in Schweigenund Vergessenheit!Gibt es noch Böses,wo Schnee liegt?Verhüllt, verfernt er nichtalles zu Nahe und Hartemit seiner beschwichtigendenWeichheit, und dämpft selbstdie Schritte des Lautestenin Leise?Schnee, zärtliches Grüßender Engel,den Menschen, den Tieren! –Weißeste Feierder Abgeschiedenheit. (Francisca Stoecklin)

Kapellenloser Glaube

Kapellenloser Glaube

Es gibt so wunderweiße Nächte,drin alle Dinge Silber sind.Da schimmert mancher Stern so lind,als ob er fromme Hirten brächtezu einem neuen Jesuskind. Weit wie mit dichtem Diamantenstaubebestreut, erscheinen Flur und Flut,und in die Herzen, traumgemut,steigt ein kapellenloser Glaube,der leise seine Wunder tut. (Rainer Maria Rilke)

Winter

Winter

Jetzt hat der rote Briefkasteneine weiße Mütze auf, schief und verwegen.Mancher hat bei Glatteisplötzlich gelegen,der sonst so standhaft war.Aber der Schnee hat leisund wunderbargeblinkt auf den Tannenbäumen.Was wohl jetzt die Schmetterlinge träumen? (Wolfgang Borchert) Leider kein Schnee, sondern Nieselregen auf gefrorenen Boden. Entstanden ist eine nahezu unsichtbare Eisglasur.Folge: zahlreichen Autounfälle und Stürze. Auch meine Standhaftigkeit ist gestern ins Rutschen geraten – auf dem Weg zur Mülltonne, die heute geleert werden sollen. Ich habe das Glatteis einfach nicht gesehen. Meine „Schutzengel“…

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„Mehr Licht“?

„Mehr Licht“?

„Mehr Licht. mehr Licht!“ Die Finsternis läßt mich nur zagend vorwärts gehn; ich schreite langsam, ungewiß und bleib oft ängstlich tastend stehn. (Karl May, erste Strophe seines Gedichts, „Mehr Licht“) In einer Großstadt wie Hamburg taucht dieser Wunsch erst gar nicht auf. Im Gegenteil, da schwirren einem eher Begriffe wie Elektrosmog oder Lichtverschmutzung durch den Kopf.