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Kategorie: Gedichte

Winter

Winter

Wenn ungesehn und nun vorüber sind die BilderDer Jahreszeit, so kommt des Winters Dauer,Das Feld ist leer, die Ansicht scheinet milder,Und Stürme wehn umher und Regenschauer. Als wie ein Ruhetag, so ist des Jahres Ende,Wie einer Frage Ton, daß dieser sich vollende,Alsdann erscheint des Frühlings neues Werden,So glänzet die Natur mit ihrer Pracht auf Erden. (Friedrich Hölderlin)

Licht

Licht

In deine Flamme schau‘ ich, Kerzenlicht,die wie ein Schwert die Finsternis durchbohrt.Hab‘ Dank, du schonest auch den Schatten nicht,der meinen schlafgemiednen Sinn umflort. Ich nähre mich an deiner ruhigen Kraft,du Bild der Seele, die das Dunkel trenntund ihres Leibes erdenschweren Schaftgleich einer Fackel in den Raum verbrennt. (Christian Morgenstern)

Licht

Licht

Nein, ich vergesse dich nicht,was ich auch werde,liebliches zeitiges Licht,Erstling der Erde. Alles, was du versprachst,hat sie gehalten,seit du das Herz mir erbrachstohne Gewalten. Flüchtigste frühste Figur,die ich gewahrte:nur weil ich Stärke erfuhr,rühm ich das Zarte. (Rainer Maria Rilke)

Frost

Frost

Frost wie Lichtaus der Nacht geboren,um der Dinge Kern gefroren,hell und heller jede Schichtvor den Augen, wie Licht dringt in Kerzen,um das Dunkel der Herzen. (Konrad Weiß, 4. Strophe seines Gedichtes „Frost“)

Vorgefühl

Vorgefühl

Ich bin wie eine Fahne von Fernen umgeben.Ich ahne die Winde, die kommen, und muß sie leben,während die Dinge unten sich noch nicht rühren:die Türen schließen noch sanft, und in den Kaminen ist Stille;die Fenster zittern noch nicht, und der Staub ist noch schwer. Da weiß ich die Stürme schon und bin erregt wie das Meer.Und breite mich aus und falle in mich hineinund werfe mich ab und bin ganz alleinin dem großen Sturm. (Rainer Maria Rilke)

Wandernde Stille

Wandernde Stille

Wie die Stille übers weite Wasser hergewandert kommt -!während Tages letzte Rosenglut verglimmt, verschwimmt.Wie die Stille übers weite Wasser hergewandert kommt -!während schwärzlichen Gebirgen düsterroter Mond entflammt.Wie die Stille übers weite Wasser hergewandert kommt -!Zornig schreit im tiefen Wald ein Vogel – und verstummt.Wie die Stille übers weite Wasser hergewandert kommt -! (Christian Morgenstern)

Frühling im Herbst entdecken

Frühling im Herbst entdecken

Es liegt nicht nur an den warmen Temperaturen in diesem Herbst, der hier und da schon Pflanzen blühen lässt. Generell bilden Planzen und Bäume im Herbst ihre Knospen fürs Frühjahr. Hilde Domin hat das in einem ihrer Minigedichte so treffend formuliert: „Es knospt unter den Blättern. Das nennen sie Herbst.“ Mit wachen Augen entdeckt man sie überall. Seit ich das bewusst wahrnehme, ist für mich die “dunkle Jahreszeit“ gar nicht mehr so dunkel, obschon es früh dunkel wird. Licht ist…

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Regen

Regen

Da draußen regnet es weit und breit.Es regnet graugraue Verlassenheit.Es plaudern tausend flüsternde Zungen.Es regnet tausend Erinnerungen.Der Regen Geschichten ums Fenster rauscht.Die Seele gern dem Regen lauscht. Der Regen hält dich im Haus gefangen.Die Seele ist hinter ihm hergegangen.Die Insichgekehrte ist still erwacht,Im Regen sie weiteste Wege macht.Du sitzt mit stummem Gesicht am Fenster,Empfängst den Besuch der Regengespenster. (Max Dauthendey)