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Kategorie: Gedichte

Lebensmut

Lebensmut

Fröhlicher LebensmutBraust in dem raschen Blut;Sprudelnd und silberhellRauschet der Lebensquell.Doch eh‘ die Stunde flieht,Ehe der Geist verglüht,Schöpft aus der klaren FlutFröhlichen Lebensmut! … (Ludwig Rellstab)

Der Regenbogen

Der Regenbogen

Sonnengrün blinkt das GebüschUnd das Turmdach rot und frisch.Strahlen dingen, neu erweckte,Durch die blaue Regenschwärze,Wie wenn selig Lust mit SchmerzeOder Leid mit Lust sich neckte.Himmel, Herz und Erde ganzBaden sich im Irisglanz. (Karl Mayer)

Tod im Leben

Tod im Leben

Sieh, so ist Tod im Leben. Beides läuftso durcheinander, wie in einem Teppichdie Fäden laufen; und daraus entstehtfür einen, der vorübergeht, ein Bild.Wenn jemand stirbt, das nicht allein ist Tod.Tod ist, wenn einer lebt und es nicht weiß.Tod ist, wenn einer gar nicht sterben kann.Vieles ist Tod; man kann es nicht begraben.In uns ist täglich Sterben und Geburt,und wir sind rücksichtslos wie die Natur,die über beidem dauert, trauerlosund ohne Anteil. Leid und Freude sindnur Farben für den Fremden, der uns…

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Die Sonnenblumen

Die Sonnenblumen

Ihr goldenen Sonnenblumen,Innig zum Sterben geneigt,Ihr demutsvollen SchwesternIn solcher StilleEndet Helians JahrGebirgiger Kühle. Da erbleicht von KüssenDie trunkne Stirn ihmInmitten jener goldenenBlumen der SchwermutBestimmt den GeistDie schweigende Finsternis. (Georg Trakl)

Die Scharen von mächtigen Raben

Die Scharen von mächtigen Raben

Es fliegen im Abend tief über die ÄhrenDie Scharen von mächtigen Raben,Wie Geheimnisse lautlos, die sich begraben,Wie Gedanken, die sich im Zwielicht mehren. Und es hängen die Ähren zum Straßengraben,Als ob sie Sehnsucht nach Menschen haben.Es steht noch ein Mäher im Klee, im dunkeln;Du hörst nicht die Sense, du siehst nur ein Funkeln. Es huscht noch ein Vogel schnell in die Hecke,Die Feldwege schlängeln sich hinter Verstecke,Die Raben kreisen und machen Runden,Tauchen unter und sind in der Erde verschwunden. (Max…

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Vorübergehende Weltuntergangsstimmung

Vorübergehende Weltuntergangsstimmung

Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut, In allen Lüften hallt es wie Geschrei. Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.  Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen An Land, um dicke Dämme zu zerdrücken. Die meisten Menschen haben einen Schnupfen. Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.  (Jakob van Hoddis)

Sonne und Nebel

Sonne und Nebel

Die Morgensonne beutetDen Nebel reizend aus.Dort in der Ferne deutetSie auf Gebüsch und Haus.Doch neuer Nebel allerwärtsVerschlingt den holden Morgenscherz. (Karl Mayer)

Präsenz

Präsenz

Manchmal ist man in Abwesenheit stärker präsentals bei leibhaftiger Anwesenheit Dann nämlich können die anderen – ohne Hemmungen – redenohne Gefahr zu laufendass ihr Reden hinterfragt wird. (© mona lisa)

günter abramowski, das ende ist neu

günter abramowski, das ende ist neu

„das ende ist neu“ ist ein weiterer Gedichtband des in Dortmund lebenden Lyrikers Günter Abramowski. Formal bleibt er seiner Art, Gedichte zu schreiben treu, benutzt durchgängig Kleinschreibung, keine Satzzeichen, allerdings auch in diesem Band sogenannte ET-Zeichen statt eines ausgeschriebenen „und“, Zeilenumbrüche hemmen auch weiterhin – gewollt oder nicht – den Lesefluss. Man hält inne, beginnt noch einmal, um nach dem Zeilensinn oder gar nach dem Sinn des Ganzen zu suchen, da er auch weiterhin sehr assoziativ schreibt, mit Versatzstücken, Formulierungen…

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