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Kategorie: Gedichte

Knospe

Knospe

Mein Herz ist eine Knospe, Die still verborgen keimt Und in dem Sturm des Winters Von schön’ren Lenzen träumt. Mein Herz ist eine Knospe, Durchwallt von süßem Duft Sie kann ja nicht erblühenIn eisig kalter Luft. Mein Herz ist eine Knospe, Und wenn es liebend bricht,Entfaltet sich die Blüthe Dem ew’gen Sonnenlicht. (Eduard Ferrand)

Veränderung

Veränderung

Wo Schönheit ist, da ist auch Hässlichkeit. Wenn etwas richtig ist, ist etwas anderes falsch. Wissen und Unwissenheit hängen voneinander ab. Verblendung und Erleuchtung bedingen einander. So war es schon immer. Wie könnte es jetzt anders sein? Das eine loswerden, das andere halten wollen – das muss ein lächerliches Schauspiel abgeben. Auch wenn du sagst, alles sei wunderbar, du musst dich doch mit dem sich stets Wandelnden abgeben. (Daigu Ryôkan)

Mayblümchen

Mayblümchen

Bei’m ersten Hauch der rauhen LüfteDie zarte Mayenblum‘ ersprießt,Und mit dem Balsam ihre DüfteSie den ersehnten May begrüßt.Im fleckenlosen Weiß, dem KleideDer Unschuld, hüllet sie sich ein,Und mahnet, nur der Unschuld FreudeIm May des Lebens sich weihn. (Charlotte de Latour)

Der Ästhet

Der Ästhet

(Geflecht kann ich nicht bieten ;) ) Wenn ich sitze, will ich nichtsitzen, wie mein Sitz-Fleisch möchte,sondern wie mein Sitz-Geist sich,säße er, den Stuhl sich flöchte. Der jedoch bedarf nicht viel,schätzt am Stuhl allein den Stil,überläßt den Zweck des Möbelsohne Grimm der Gier des Pöbels. (Christian Morgenstern)

Vergissmeinnicht

Vergissmeinnicht

Die kleinen schwachblauen VergissmeinnichtSind die Blumen vom wachsenden Vertrauen.Sie sehen dir offenherzig ins AngesichtWie Gedanken, die im Denken aufschauen; Gedanken, die Pläne ins Grüne bauen,Von denen der Mund nicht laut spricht;Gleich den Augen der stillen verschwiegenen Frauen,Die unter dem Maienhimmel auftauenUnd legen Geständnisse ab, die ihnen längst aus den Wimpern schauen. ( Max Dauthendey) Manchmal sind sie dann auch einfach weiß.

Lebensgenuss

Lebensgenuss

(Ein Hauch von „dolce vita“ in der Recklinghäuser Altstadt) »Wie man nur so leben mag? Du machst dir gar keinen guten Tag!« Ein guter Abend kommt heran, Wenn ich den ganzen Tag getan. Wenn man mich da- und dorthin zerrt Und wo ich nichts vermag, Bin von mir selbst nur abgesperrt, Da hab ich keinen Tag. Tut sich nun auf, was man bedarf Und was ich wohl vermag, Da greif ich ein, es geht so scharf, Da hab ich meinen…

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Der Auferstandene

Der Auferstandene

Er vermochte niemals bis zuletzt ihr zu weigern oder abzuneinen, dass sie ihrer Liebe sich berühme; und sie sank ans Kreuz in dem Kostüme eines Schmerzes, welches ganz besetzt war mit ihrer Liebe größten Steinen.  Aber da sie dann, um ihn zu salben, an das Grab kam, Tränen im Gesicht, war er auferstanden ihrethalben, dass er seliger ihr sage: Nicht –  Sie begriff es erst in ihrer Höhle, wie er ihr, gestärkt durch seinen Tod, endlich das Erleichternde der Öle und des Rührens Vorgefühl verbot,  um aus ihr die Liebende zu…

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Grüne Wiese

Grüne Wiese

Es färbte sich die Wiese grünUnd um die Hecken sah ich blühn,Tagtäglich sah ich neue Kräuter,Mild war die Luft, der Himmel heiter.Ich wusste nicht, wie mir geschah,Und wie das wurde, was ich sah. Und immer dunkler ward der WaldAuch bunter Sänger Aufenthalt,Es drang mir bald auf allen WegenIhr Klang in süßen Duft entgegen.Ich wusste nicht, wie mir geschah,Und wie das wurde, was ich sah. Es quoll und trieb nun überallMit Leben, Farben, Duft und Schall,Sie schienen gern sich zu vereinen,Dass…

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