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Kategorie: Gedichte

Wetterleuchten

Wetterleuchten

Die Sonne ist gesunken,Der Donner schlief schon ein;Nur durch die fernen WolkenGeht noch der Blitze Schein. Es tropfet von den Zweigen –So schweigend steht die Nacht.Nagend in meinen GedankenVersunknes Leid erwacht. Du denkst, es ist verklungenDer alte böse Schmerz –Da zuckt sein WetterleuchtenNoch immer durch das Herz. (Heinrich Seidel)

Laue Sommernacht

Laue Sommernacht

Laue Sommernacht; am Himmel Stand kein Stern; im weite Walde Suchten wir uns tief im Dunkel, Und wir fanden uns. Fanden uns im weiten Walde In der Nacht, der sternenlosen, Hielten staunend uns im Arme In der dunklen Nacht. War nicht unser ganzes Leben So ein Tappen, so ein Suchen? Da: In seine Finsternisse, Liebe, fiel Dein Licht. (Otto Julius Bierbaum)

Augen

Augen

Ein graues Auge Ein schlaues Auge, Auf schelmische Launen Deuten die braunen, Des Auges Bläue Bedeutet Treue; Doch eines schwarzen Augs Gefunkel Ist stets wie Gottes Wege dunkel. ( Friedrich von Bodenstedt)

Müde Füße

Müde Füße

O meine müden Füße ihr müsst tanzenIn bunten Schuhen,Und möchtet lieber tief, tiefIm Boden ruhen. (Georg Büchner, 1.Strophe von: O meine müden Füße) Ich tanze ja wirklich gern. Doch manchmal heißt es einfach: Füße hochlegen, egal in welchem Zustand sie sind.

Stimmungsbild

Stimmungsbild

(Abendstimmung in Speckhorn) Graue Dämmerungen hängenüberm weiten Wiesenplan, –müd, mit rotgelaufnen Wangenkommt der Tag im Westen an. Atemlos dort sinkt er niederhinter Hängen goldumsäumt,seine lichtermatten Liderfallen mählich zu. – Er träumt. – Träumt manch sonnig Traumgebilde..Leis vom Himmel schwebt dahin,jetzt die Nacht und neigt sich milde,Sterne lächelnd über ihn… (Rainer Maria Rilke)

Abendspaziergang

Abendspaziergang

Nun hat den schimmernden Reigender leuchtende Tag vollbracht,blau-dunkele Schatten steigenempor aus traumstiller Nacht. … Tief waltet die heimliche Stilleund decket die Lande weit,als schirme ein heiliger Willedie Träume der Einsamkeit. Als hätte des Tages Endemein Grämen zur Ruhe gebracht.Ich halte die müden Händeund segne die stille Nacht. (Frieda Claudy) Mit einem Hauch von (modernem) Bullerbü.

Mein Engel

Mein Engel

(Installation in der Autobahnkirche Baden) Ich ließ meinen Engel lange nicht los,und er verarmte mir in den Armenund wurde klein, und ich wurde groß:und auf einmal war ich das Erbarmen,und er eine zitternde Bitte bloß. Da hab ich ihm seine Himmel gegeben, –und er ließ mir das Nahe, daraus er entschwand;er lernte das Schweben, ich lernte das Leben,und wir haben langsam einander erkannt… Seit mich mein Engel nicht mehr bewacht,kann er frei seine Flügel entfaltenund die Stille der Sterne durchspalten,…

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Zum Licht

Zum Licht

Sowie des LichtesFunken sich heben,Sieh’, des GedichtesRhythmisches Schweben,Dass es dich weckeAus deinen Träumen …Zaudern und säumen?Nur das nicht!Richte und reckeAuf dich zum Licht! (Rainer Maria Rilke, 3. Strophe des Gedichts, Zum Licht)

Kleine Glücke

Kleine Glücke

“Das Glück liegt auf der Straße.“ – heißt es. Manchmal steht es auch einfach da ;) Vielleicht eines der kleinen „Glücke“? So muß man leben! Die kleinen Freuden aufpicken, bis das große Glück kommt. Und wenn es nicht kommt, dann hat man wenigstens die „kleinen Glücke“ gehabt. (Theodor Fontane)

Ein grünes Blatt

Ein grünes Blatt

Ein Blatt aus sommerlichen Tagen,Ich nahm es so im Wandern mit,Auf dass es einst mir möge sagen,Wie laut die Nachtigall geschlagen,Wie grün der Wald, den ich durchschritt. (Theodor Storm)