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Kategorie: Rezensionen

Franziska zu Reventlow, Ellen

Franziska zu Reventlow, Ellen

Franziska zu Reventlow, bekannt als „Schwabinger Gräfin“, erzählt in diesem autobiografischen Roman von ihrem beschwerlichen Weg aus der Enge der bürgerlichen und in ihrem speziellen Fall adligen Welt in ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit, das Frauen damals mit zum Teil gewaltsamen Mitteln verwehrt wurde. Frauen waren laut Kerstin Decker „kostbare Heiratsware. Und diese so unversehrt wie nur möglich zu halten, sie denkbar fügsam einem künftigen Mann zu übergeben, oblag den Müttern.“ Schon früh merkt Ellen, das biografische alter ego der…

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Irvin D. Yalom mit Benjamin Yalom, Die Stunde des Herzens

Irvin D. Yalom mit Benjamin Yalom, Die Stunde des Herzens

Irvin D. Yalom ist mittlerweile über 90 Jahre alt, schreibt immer noch und gab zur Zeit der Entstehung dieses Buches auch noch einstündige Konsultationen, da er aufgrund seines immer stärker nachlassenden Gedächtnisses keine Langzeittherapien mehr geben kann und will, sich dennoch aber zutraut, Hilfestellung geben zu können. Eine Arbeit, die ihm Zeit seines Lebens am Herzen liegt, mit der er noch nicht aufhören kann. Ist es doch auch für ihn eine Verbindung zur Welt, zu Menschen, zumal diese Möglichkeiten sich…

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Pim van Lommel, Endloses Bewusstsein

Pim van Lommel, Endloses Bewusstsein

Aufgrund eigener Erfahrungen als Kardiologe mit PatientInnen, die einen Herzstillstand hatten und minutenlang ohne Bewusstsein waren, und ihren Erzählungen, was sie in der Zeit ihrer Bewusstlosigkeit mitbekommen hatten, beginnt er sich für das Phänomen der Nahtoderfahrungen zu interessieren, hört aufmerksam seinen PatientInnen zu, ja fragt sogar explizit nach ihren Erfahrungen während ihrer Bewusstlosigkeit und trifft auf PatientInnen, die erleichtert darüber sind, dass ihnen jemand zuhört und an ihren für sich selbst ja kaum oder gar nicht zu erklärenden Erlebnissen interessiert…

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Robert Hunger-Bühler, Die Blume im Mund

Robert Hunger-Bühler, Die Blume im Mund

Nutzlos nutzlos lieg ich dain der Mittagssonne nutzloswie dieses Haiku Darüber dass alles eine Bedeutung haben müsse, sinniert der Autor am Schluss dieses Bandes. „Das Belanglose, Nichtige, Törichte lernten wir nicht. In dieser überlauten Welt wimmelnder Bedeutungsjunkies, … wünsche ich mir oft, die Sprache möge verstummen, austrocknen.“ Und fügt dann noch eine Art „Gebrauchsanweisung“ bei:„Das Haiku möchte zweimal gesprochen werden, und in der Wiederholung wie ein Echo verklingen und verschwinden.“ So angeleitet geht’s dann ans Lesen bzw. Sprechen. Die Haikus…

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Natascha Wodin, Nachtgeschwister

Natascha Wodin, Nachtgeschwister

Die Ich-Erzählerin pendelt täglich zwischen ihrer als Untermieterin gemieteten winzigen Wohnung und der Hauptwohnung mir ihrem Ehemann Jakob. „Ich verstecke mich tiefer im Kragen meines Mantels, ich friere , und ich habe Angst davor gesehen zu werden. Man kennt sich in diesem Viertel, viele kennen hier Jakob und wissen, dass ich seine Frau bin, die zu werden ich einst nicht zu träumen wagte und die zu sein ich mich jetzt so schäme. Jeder, der an mir vorbeigeht, kann jemand sein,…

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Karl-Heinz Breier, Hannah Arendt im Gepäck

Karl-Heinz Breier, Hannah Arendt im Gepäck

Wenn wir (ver-) reisen, nutzen wir selbstverständlich Navigationssysteme, um uns zurechtzufinden und auch da anzukommen, wo wir hin möchten. Wir vertrauen modernen GPS Systemen, die sich ständig an veränderte Gegebenheiten anpassen. Was aber nutzen wir als „Ortungssystem für unsere Landkarte des Politischen“? Welche „Vergleichsportale des politischen Denkens“ nutzen wir, um uns in einer Republik zu orientieren, in der es keine Obrigkeit mehr gibt, die bestimmt, wie und wo es lang geht? In einer Republik zu leben, bedeutet nämlich, nicht einfach…

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Der mit dem Roboter tanzt

Der mit dem Roboter tanzt

Die Ruhrfestspiele mit dem diesjährigen Motto „Erschrecken und Erstaunen“ haben begonnen. Und das ist gut so, kommt doch die Welt der Künste und Künstler in diese Ruhrgebietsstadt mit ihren interessanten Aufführungsorten. Die Auftaktveranstaltung ist „Huang Yi & Kuka“. Der Taiwanesische Tänzer, Choreograf und Erfinder tanzt mit einem Industrieroboter auf der sonst leeren, nahezu schwarzen Bühne. Kuka kann man schon vor Beginn der Veranstaltung auf der Bühne betrachten und sich fragen, was einen da wohl erwartet. Huang Yi und Kuka beäugen…

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Natascha Wodin, Nastjas Tränen

Natascha Wodin, Nastjas Tränen

Über „Die späten Tage“ bin ich auf Natascha Wodin aufmerksam geworden, die ich bis dahin nicht kannte. Sie hat eine scheinbar leichte, eher traditionell anmutende Art zu schreiben, zu erzählen – auch über schwere und düstere Themen. Ihr scheint es eher um das zu gehen, worüber sie schreibt, wovon sie erzählen will. Und mir gefällt es, ab und an in (Lebens-)Geschichten einzutauchen, an fremden Schicksalen teilzuhaben, immer mit der, meiner Frage, was genau lässt Menschen (weiter-)leben, die für uns bisher…

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Gabriele von Arnim, Abschied leben

Gabriele von Arnim, Abschied leben

„Das Leben ist ein vorübergehender Zustand“ und „Trost der Schönheit“ haben mir sehr gut gefallen. Ich habe neue Aspekte der Betrachtung erkennen können und Impulse bekommen. Bei diesem bin ich mir ein wenig unsicher. Aber vielleicht denke, frage ich nur sehr ähnlich wie Gabriele von Arnim es in diesen zum Teil sehr persönlich gefärbten Tagebuchaufzeichnungen während eines ganzen Jahres macht. Dem Ganzen ist ein Zitat Rilkes vorangestellt:„Irgendwo blüht die Blume des Abschiedsund streut immerfort Blütenstaub den wir atmen, herüber;auch noch…

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Ulrike Edschmid, Die letzte Patientin

Ulrike Edschmid, Die letzte Patientin

„Sie war nicht die Tochter, die ihre Mutter sich wünschte, und würde es auch nie sein. Sie schaffte es nicht, einen Mann an sich zu binden, sie würde keine Kinder haben, keine Familie, und sie hatte keinen Beruf. Sie war nichts, nichts als eine Enttäuschung.“ Doch später macht sie das, was sie immer schon umgetrieben hat, zu ihrem Beruf. Sie begibt sich auf „eine Forschungsreise in ihr Inneres und zerlegt das, was ihr stets als Unglück den Blick versperrte, in…

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