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Kategorie: Rezensionen

Robert Hunger-Bühler, Die Blume im Mund

Robert Hunger-Bühler, Die Blume im Mund

Nutzlos nutzlos lieg ich dain der Mittagssonne nutzloswie dieses Haiku Darüber dass alles eine Bedeutung haben müsse, sinniert der Autor am Schluss dieses Bandes. „Das Belanglose, Nichtige, Törichte lernten wir nicht. In dieser überlauten Welt wimmelnder Bedeutungsjunkies, … wünsche ich mir oft, die Sprache möge verstummen, austrocknen.“ Und fügt dann noch eine Art „Gebrauchsanweisung“ bei:„Das Haiku möchte zweimal gesprochen werden, und in der Wiederholung wie ein Echo verklingen und verschwinden.“ So angeleitet geht’s dann ans Lesen bzw. Sprechen. Die Haikus…

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Natascha Wodin, Nachtgeschwister

Natascha Wodin, Nachtgeschwister

Die Ich-Erzählerin pendelt täglich zwischen ihrer als Untermieterin gemieteten winzigen Wohnung und der Hauptwohnung mir ihrem Ehemann Jakob. „Ich verstecke mich tiefer im Kragen meines Mantels, ich friere , und ich habe Angst davor gesehen zu werden. Man kennt sich in diesem Viertel, viele kennen hier Jakob und wissen, dass ich seine Frau bin, die zu werden ich einst nicht zu träumen wagte und die zu sein ich mich jetzt so schäme. Jeder, der an mir vorbeigeht, kann jemand sein,…

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Karl-Heinz Breier, Hannah Arendt im Gepäck

Karl-Heinz Breier, Hannah Arendt im Gepäck

Wenn wir (ver-) reisen, nutzen wir selbstverständlich Navigationssysteme, um uns zurechtzufinden und auch da anzukommen, wo wir hin möchten. Wir vertrauen modernen GPS Systemen, die sich ständig an veränderte Gegebenheiten anpassen. Was aber nutzen wir als „Ortungssystem für unsere Landkarte des Politischen“? Welche „Vergleichsportale des politischen Denkens“ nutzen wir, um uns in einer Republik zu orientieren, in der es keine Obrigkeit mehr gibt, die bestimmt, wie und wo es lang geht? In einer Republik zu leben, bedeutet nämlich, nicht einfach…

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Der mit dem Roboter tanzt

Der mit dem Roboter tanzt

Die Ruhrfestspiele mit dem diesjährigen Motto „Erschrecken und Erstaunen“ haben begonnen. Und das ist gut so, kommt doch die Welt der Künste und Künstler in diese Ruhrgebietsstadt mit ihren interessanten Aufführungsorten. Die Auftaktveranstaltung ist „Huang Yi & Kuka“. Der Taiwanesische Tänzer, Choreograf und Erfinder tanzt mit einem Industrieroboter auf der sonst leeren, nahezu schwarzen Bühne. Kuka kann man schon vor Beginn der Veranstaltung auf der Bühne betrachten und sich fragen, was einen da wohl erwartet. Huang Yi und Kuka beäugen…

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Natascha Wodin, Nastjas Tränen

Natascha Wodin, Nastjas Tränen

Über „Die späten Tage“ bin ich auf Natascha Wodin aufmerksam geworden, die ich bis dahin nicht kannte. Sie hat eine scheinbar leichte, eher traditionell anmutende Art zu schreiben, zu erzählen – auch über schwere und düstere Themen. Ihr scheint es eher um das zu gehen, worüber sie schreibt, wovon sie erzählen will. Und mir gefällt es, ab und an in (Lebens-)Geschichten einzutauchen, an fremden Schicksalen teilzuhaben, immer mit der, meiner Frage, was genau lässt Menschen (weiter-)leben, die für uns bisher…

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Gabriele von Arnim, Abschied leben

Gabriele von Arnim, Abschied leben

„Das Leben ist ein vorübergehender Zustand“ und „Trost der Schönheit“ haben mir sehr gut gefallen. Ich habe neue Aspekte der Betrachtung erkennen können und Impulse bekommen. Bei diesem bin ich mir ein wenig unsicher. Aber vielleicht denke, frage ich nur sehr ähnlich wie Gabriele von Arnim es in diesen zum Teil sehr persönlich gefärbten Tagebuchaufzeichnungen während eines ganzen Jahres macht. Dem Ganzen ist ein Zitat Rilkes vorangestellt:„Irgendwo blüht die Blume des Abschiedsund streut immerfort Blütenstaub den wir atmen, herüber;auch noch…

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Ulrike Edschmid, Die letzte Patientin

Ulrike Edschmid, Die letzte Patientin

„Sie war nicht die Tochter, die ihre Mutter sich wünschte, und würde es auch nie sein. Sie schaffte es nicht, einen Mann an sich zu binden, sie würde keine Kinder haben, keine Familie, und sie hatte keinen Beruf. Sie war nichts, nichts als eine Enttäuschung.“ Doch später macht sie das, was sie immer schon umgetrieben hat, zu ihrem Beruf. Sie begibt sich auf „eine Forschungsreise in ihr Inneres und zerlegt das, was ihr stets als Unglück den Blick versperrte, in…

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Birgit Birnbacher, Sie wollen uns erzählen

Birgit Birnbacher, Sie wollen uns erzählen

Birgit Birnbacher erzählt in diesem Roman von der alleinerziehenden Ann und ihrem Sohn Oz, ausgestattet mit der Diagnose ADHS. Beiden fällt es in in ihrer als „normal“ geltenden Umgebung schwer, klar zu kommen mit sich und den anderen. Eingebettet ist dieser Roman in eine Rahmenhandlung über ein Ereignis, das Oz in der Schule hatte. Es überschattet die freudige Nachricht über seinen erreichten Notendurchschnitt , da er von seiner Lehrerin einen Brief für seine Mutter mitbekommen hat. Oz wünscht sich eine…

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Barbara Bleisch, Warum wir unseren Eltern nichts schulden

Barbara Bleisch, Warum wir unseren Eltern nichts schulden

Dass Kinder ihren Eltern per se verpflichtet sind, ist eine immer noch weit verbreitete Ansicht, wie auch Eltern oft glauben, für ihre bereits erwachsenen Kinder noch zuständig zu sein und vieles besser zu wissen bzw. das Beste für ihre Kinder zu wollen und auch erreichen zu können. Dieses tradierte Denken nimmt die Philosophin Barbara Bleisch in ihrem Buch „Warum wir unseren Eltern nichts schulden“ unter die Lupe. Ihre Intention macht sie in ihrer Einleitung mit einem Russell-Zitat deutlich: „Die Philosophie…

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Molly Keane, Das gute Benehmen

Molly Keane, Das gute Benehmen

„Vornehm geht die Welt zugrunde.“ In meiner Kindheit und Jugend habe ich diesen Satz des Öfteren gehört. An ihn musste ich während und nach der Lektüre dieses Romans von Molly Kane immer mal wieder denken. Dieser Roman, den Molly Kane 1981 zum ersten Mal unter ihrem bürgerlichen Namen und nicht wie sonst unter einem Pseudonym veröffentlichte – da war sie schon 77 Jahre alt -, ist ein Abgesang auf die irische Familie St. Charles, die auf Temple Alice residiert, schon…

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