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Kategorie: Rezensionen

Natascha Wodin, Nastjas Tränen

Natascha Wodin, Nastjas Tränen

Über „Die späten Tage“ bin ich auf Natascha Wodin aufmerksam geworden, die ich bis dahin nicht kannte. Sie hat eine scheinbar leichte, eher traditionell anmutende Art zu schreiben, zu erzählen – auch über schwere und düstere Themen. Ihr scheint es eher um das zu gehen, worüber sie schreibt, wovon sie erzählen will. Und mir gefällt es, ab und an in (Lebens-)Geschichten einzutauchen, an fremden Schicksalen teilzuhaben, immer mit der, meiner Frage, was genau lässt Menschen (weiter-)leben, die für uns bisher…

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Gabriele von Arnim, Abschied leben

Gabriele von Arnim, Abschied leben

„Das Leben ist ein vorübergehender Zustand“ und „Trost der Schönheit“ haben mir sehr gut gefallen. Ich habe neue Aspekte der Betrachtung erkennen können und Impulse bekommen. Bei diesem bin ich mir ein wenig unsicher. Aber vielleicht denke, frage ich nur sehr ähnlich wie Gabriele von Arnim es in diesen zum Teil sehr persönlich gefärbten Tagebuchaufzeichnungen während eines ganzen Jahres macht. Dem Ganzen ist ein Zitat Rilkes vorangestellt:„Irgendwo blüht die Blume des Abschiedsund streut immerfort Blütenstaub den wir atmen, herüber;auch noch…

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Ulrike Edschmid, Die letzte Patientin

Ulrike Edschmid, Die letzte Patientin

„Sie war nicht die Tochter, die ihre Mutter sich wünschte, und würde es auch nie sein. Sie schaffte es nicht, einen Mann an sich zu binden, sie würde keine Kinder haben, keine Familie, und sie hatte keinen Beruf. Sie war nichts, nichts als eine Enttäuschung.“ Doch später macht sie das, was sie immer schon umgetrieben hat, zu ihrem Beruf. Sie begibt sich auf „eine Forschungsreise in ihr Inneres und zerlegt das, was ihr stets als Unglück den Blick versperrte, in…

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Birgit Birnbacher, Sie wollen uns erzählen

Birgit Birnbacher, Sie wollen uns erzählen

Birgit Birnbacher erzählt in diesem Roman von der alleinerziehenden Ann und ihrem Sohn Oz, ausgestattet mit der Diagnose ADHS. Beiden fällt es in in ihrer als „normal“ geltenden Umgebung schwer, klar zu kommen mit sich und den anderen. Eingebettet ist dieser Roman in eine Rahmenhandlung über ein Ereignis, das Oz in der Schule hatte. Es überschattet die freudige Nachricht über seinen erreichten Notendurchschnitt , da er von seiner Lehrerin einen Brief für seine Mutter mitbekommen hat. Oz wünscht sich eine…

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Barbara Bleisch, Warum wir unseren Eltern nichts schulden

Barbara Bleisch, Warum wir unseren Eltern nichts schulden

Dass Kinder ihren Eltern per se verpflichtet sind, ist eine immer noch weit verbreitete Ansicht, wie auch Eltern oft glauben, für ihre bereits erwachsenen Kinder noch zuständig zu sein und vieles besser zu wissen bzw. das Beste für ihre Kinder zu wollen und auch erreichen zu können. Dieses tradierte Denken nimmt die Philosophin Barbara Bleisch in ihrem Buch „Warum wir unseren Eltern nichts schulden“ unter die Lupe. Ihre Intention macht sie in ihrer Einleitung mit einem Russell-Zitat deutlich: „Die Philosophie…

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Molly Keane, Das gute Benehmen

Molly Keane, Das gute Benehmen

„Vornehm geht die Welt zugrunde.“ In meiner Kindheit und Jugend habe ich diesen Satz des Öfteren gehört. An ihn musste ich während und nach der Lektüre dieses Romans von Molly Kane immer mal wieder denken. Dieser Roman, den Molly Kane 1981 zum ersten Mal unter ihrem bürgerlichen Namen und nicht wie sonst unter einem Pseudonym veröffentlichte – da war sie schon 77 Jahre alt -, ist ein Abgesang auf die irische Familie St. Charles, die auf Temple Alice residiert, schon…

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Monika Helfer (Text), Kat Menschik (Illustrationen), Wer bist du?

Monika Helfer (Text), Kat Menschik (Illustrationen), Wer bist du?

Und wieder ist ein Band in der Galiani-Reihe „Lieblingsbücher“ erschienen, in der Kat Menschik zeigt, wie durch ihre Illustrationen von ausgesuchten Texten lebender oder bereits verstorbener AutorInnen eine wunderbare, sich ergänzende Symbiose von Text und Illustration entstehen kann, die sich gegenseitig so ergänzen, dass etwas zauberhaft Neues entstehen kann. Dieses Mal ist es die Erzählung „Wer bist du?“ von Monika Helfer. „Diese Geschichte erzählte eine Frau und erlaubte mir, sie aufzuschreiben. Ich lasse sie hier sprechen …“ Und die Geschichte…

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Natascha Wodin, Die späten Tage

Natascha Wodin, Die späten Tage

„Mein Schreibtisch ist der einzige Ort, an dem ich mein Alter, meine Schmerzen, die Angst vergesse, obwohl ich darüber schreibe. Ich schreibe darüber, um nicht sang- und klanglos zu sterben.“ „Die späten Tage“ ist ein autobiografischer Text der Autorin, die als Kind russischer Zwangsarbeiter in Deutschland geboren wurde. Er erzählt z.T. in Rückblenden, vorwegnehmenden Gedanken über die Zukunft von ihrem (schriftstellerischen) Leben, ihrem Alltag mit ihrer späten Liebe zu Friedrich: „Mehrmals in der Nacht kommt Friedrich zu mir ins Zimmer…

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Ulrike Edschmid, Die Liebhaber meiner Mutter

Ulrike Edschmid, Die Liebhaber meiner Mutter

„Damals war er der Liebhaber von Claire gewesen. Ich weiß nicht, ob sie mit der Absicht, ihren Liebhaber an meine Mutter weiterzugeben, an jenem Winterabend gekommen war. Ich habe vergessen, meine Mutter danach zu fragen, und jetzt ist es zu spät.“ Die Ich-Erzählerin dieses kurzen Romans erzählt durchgehend lapidar, aber nicht simpel – die Un-Tiefen des Erzählten immer erahnbar – von den diversen Liebhabern ihrer Mutter, einer Kriegswitwe. Der Mann, Vater der Erzählerin, ist im Zweiten Weltkrieg gefallen, sie hat…

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Jon Fosse, Vaim

Jon Fosse, Vaim

„Vaim“ ist Jon Fosses – Literaturnobelpreisträger von 2023 – neuer Roman, der in drei Abschnitten – aus der Perspektive dreier männlicher Ich-Erzähler – von ungewöhnlich passiven, alleinstehenden, nicht mehr ganz jungen Männern – „ein Jungspund war ich absolut nicht mehr“ – erzählt, deren Leben von einem Moment zum anderen eine völlig neue (Aus-) Richtung bekommt, als Eline in ihr Leben tritt, eine Frau, die mehr oder weniger in Imperativen redet, denen man/Mann sich besser nicht widersetzt: Pack das Nötigste ein,…

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