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Kategorie: Rezensionen

Julia Schoch, Das Liebespaar des Jahrhunderts

Julia Schoch, Das Liebespaar des Jahrhunderts

„Im Grunde ist es ganz einfach: Ich verlasse dich.Drei Wörter, die jeder Mensch begreift. Es genügen drei Wörter, und alles ist getan. Man muss sie bloß aussprechen. Ich bin erstaunt, dass es so einfach ist. Und noch etwas erstaunt mich. Der Satz ist genauso kurz wie der, den ich am Anfang unserer Geschichte gesagt habe. Am Anfang habe ich zu dir gesagt: Ich liebe dich.Drei Wörter am Anfang, drei Wörter am Ende. Wie es aussieht, lässt sich das Wichtigste im…

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Jaqueline Kornmüller, Die Frau im Schrank

Jaqueline Kornmüller, Die Frau im Schrank

Der Roman beginnt mit der Beschreibung einer Höhle, die den Besucher mit einer „ersehnten Kälte“ empfängt, ein ersehntes Entkommen aus der Hitze, deren Bild sich der Ich-Erzählerin einbrennt, „wie etwas, das für mich irgendwann mal von Bedeutung werden könnte.“ Und ja, die Höhle bekommt Bedeutung als eine Art von „Liebesnest“, das sie und Du aufnimmt, die sich allmählich einander näher kommen, jeder mit seiner Geschichte. Die Ich-Erzählerin ist sich nicht mehr sicher, wann genau sie ihn, den sie nur Du…

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Matthias Brandt, Nein Sagen

Matthias Brandt, Nein Sagen

Matthias Brandt wurde gefragt, ob er sich vorstellen könne, dieses Jahr eine Rede in der Gedenkstätte Plötzensee, zum Jahrestag des Attentats auf Adolf Hitler zu halten, „in Erinnerung an jene Menschen, die den Mut hatten, Nein zu sagen, als Nein zu sagen, lebensgefährlich war.“ Nach anfänglicher Skepsis und Zweifel daran, ob er für diese Aufgabe der Richtige sei, begann er sich näher mit dem Thema des Widerstandes zu beschäftigen, auch, weil er spürte, dass dies eine Gelegenheit sein könnte, „seinen…

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Franziska zu Reventlow, Ellen

Franziska zu Reventlow, Ellen

Franziska zu Reventlow, bekannt als „Schwabinger Gräfin“, erzählt in diesem autobiografischen Roman von ihrem beschwerlichen Weg aus der Enge der bürgerlichen und in ihrem speziellen Fall adligen Welt in ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit, das Frauen damals mit zum Teil gewaltsamen Mitteln verwehrt wurde. Frauen waren laut Kerstin Decker „kostbare Heiratsware. Und diese so unversehrt wie nur möglich zu halten, sie denkbar fügsam einem künftigen Mann zu übergeben, oblag den Müttern.“ Schon früh merkt Ellen, das biografische alter ego der…

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Irvin D. Yalom mit Benjamin Yalom, Die Stunde des Herzens

Irvin D. Yalom mit Benjamin Yalom, Die Stunde des Herzens

Irvin D. Yalom ist mittlerweile über 90 Jahre alt, schreibt immer noch und gab zur Zeit der Entstehung dieses Buches auch noch einstündige Konsultationen, da er aufgrund seines immer stärker nachlassenden Gedächtnisses keine Langzeittherapien mehr geben kann und will, sich dennoch aber zutraut, Hilfestellung geben zu können. Eine Arbeit, die ihm Zeit seines Lebens am Herzen liegt, mit der er noch nicht aufhören kann. Ist es doch auch für ihn eine Verbindung zur Welt, zu Menschen, zumal diese Möglichkeiten sich…

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Pim van Lommel, Endloses Bewusstsein

Pim van Lommel, Endloses Bewusstsein

Aufgrund eigener Erfahrungen als Kardiologe mit PatientInnen, die einen Herzstillstand hatten und minutenlang ohne Bewusstsein waren, und ihren Erzählungen, was sie in der Zeit ihrer Bewusstlosigkeit mitbekommen hatten, beginnt er sich für das Phänomen der Nahtoderfahrungen zu interessieren, hört aufmerksam seinen PatientInnen zu, ja fragt sogar explizit nach ihren Erfahrungen während ihrer Bewusstlosigkeit und trifft auf PatientInnen, die erleichtert darüber sind, dass ihnen jemand zuhört und an ihren für sich selbst ja kaum oder gar nicht zu erklärenden Erlebnissen interessiert…

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Robert Hunger-Bühler, Die Blume im Mund

Robert Hunger-Bühler, Die Blume im Mund

Nutzlos nutzlos lieg ich dain der Mittagssonne nutzloswie dieses Haiku Darüber dass alles eine Bedeutung haben müsse, sinniert der Autor am Schluss dieses Bandes. „Das Belanglose, Nichtige, Törichte lernten wir nicht. In dieser überlauten Welt wimmelnder Bedeutungsjunkies, … wünsche ich mir oft, die Sprache möge verstummen, austrocknen.“ Und fügt dann noch eine Art „Gebrauchsanweisung“ bei:„Das Haiku möchte zweimal gesprochen werden, und in der Wiederholung wie ein Echo verklingen und verschwinden.“ So angeleitet geht’s dann ans Lesen bzw. Sprechen. Die Haikus…

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Natascha Wodin, Nachtgeschwister

Natascha Wodin, Nachtgeschwister

Die Ich-Erzählerin pendelt täglich zwischen ihrer als Untermieterin gemieteten winzigen Wohnung und der Hauptwohnung mir ihrem Ehemann Jakob. „Ich verstecke mich tiefer im Kragen meines Mantels, ich friere , und ich habe Angst davor gesehen zu werden. Man kennt sich in diesem Viertel, viele kennen hier Jakob und wissen, dass ich seine Frau bin, die zu werden ich einst nicht zu träumen wagte und die zu sein ich mich jetzt so schäme. Jeder, der an mir vorbeigeht, kann jemand sein,…

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Karl-Heinz Breier, Hannah Arendt im Gepäck

Karl-Heinz Breier, Hannah Arendt im Gepäck

Wenn wir (ver-) reisen, nutzen wir selbstverständlich Navigationssysteme, um uns zurechtzufinden und auch da anzukommen, wo wir hin möchten. Wir vertrauen modernen GPS Systemen, die sich ständig an veränderte Gegebenheiten anpassen. Was aber nutzen wir als „Ortungssystem für unsere Landkarte des Politischen“? Welche „Vergleichsportale des politischen Denkens“ nutzen wir, um uns in einer Republik zu orientieren, in der es keine Obrigkeit mehr gibt, die bestimmt, wie und wo es lang geht? In einer Republik zu leben, bedeutet nämlich, nicht einfach…

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Der mit dem Roboter tanzt

Der mit dem Roboter tanzt

Die Ruhrfestspiele mit dem diesjährigen Motto „Erschrecken und Erstaunen“ haben begonnen. Und das ist gut so, kommt doch die Welt der Künste und Künstler in diese Ruhrgebietsstadt mit ihren interessanten Aufführungsorten. Die Auftaktveranstaltung ist „Huang Yi & Kuka“. Der Taiwanesische Tänzer, Choreograf und Erfinder tanzt mit einem Industrieroboter auf der sonst leeren, nahezu schwarzen Bühne. Kuka kann man schon vor Beginn der Veranstaltung auf der Bühne betrachten und sich fragen, was einen da wohl erwartet. Huang Yi und Kuka beäugen…

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