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Kategorie: Buch-Rezensionen

Susanne Kerckhoff, Die verlorenen Stürme

Susanne Kerckhoff, Die verlorenen Stürme

Nach den im letzten Jahr erschienenen „Berliner Briefen“ ist nun im Verlag „Das kulturelle Gedächtnis“ der Roman „Verlorene Stürme“ von Susanne Kerckhoff erschienen, versehen mit einem Nachwort von Peter Graf. Marete Kartens ist eine mutterlos aufwachsende Gymnasiastin, die bei ihrem Vater, einem Schriftsteller, in gutbürgerlichen Verhältnissen lebt. Sie kennt seine Werke in- und auswendig, da sie es ist, die für ihn die Stücke auf der Maschine abschreibt. Auf der einen Seite ist sie ihm ganz nah: „Die Liebe zum Alleinsein,…

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Volker Kutscher, Mitte

Volker Kutscher, Mitte

„Mitte“ ist nach „Moabit“ der zweite Band – entstanden aus der sich wunderbar ergänzenden Zusammenarbeit zwischen dem Schriftsteller Volker Kutscher und der Illustratratorin Kat Menschik – der als Erzählung in Briefen thematisch anknüpft an die Kriminalromane um Charly und Gereon Rath. In „Moabit“ steht Charly im Mittelpunkt der Erzählung, in „Mitte“ ist es Fritze Thormann, der ehemalige Pflegesohn der beiden, der nach den Mordfällen in „Olympia“ untertauchen musste und jetzt als Friedrich Hutzke unter falschem Namen, mit falschem Pass, allein…

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Theodor Wolff, Die Schwimmerin

Theodor Wolff, Die Schwimmerin

„Die Schwimmerin“ – mit dem Untertitel „Roman aus der Gegenwart“ – erzählt die ungewöhnliche Freundschaft/ Liebesgeschichte zwischen Ulrich Faber und der sehr viel jüngeren Gerda Rohr, eine Beziehung zwischen sehr ungleichen Partnern. Er ist Bankier, lebt gesellschaftlich recht zurückgezogen in einem Hotel, sie ist in jeder Hinsicht ehrgeizig, will es zu etwas bringen, politisch aktiv und immer auf der Seite der Benachteiligten, Unterdrückten. Lange profitiert sie von seinen Erfahrungen, Beziehungen – so verschafft er ihr einen Sekretärinnenjob in einer Bank…

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Thomas Bernhard, Der Atem

Thomas Bernhard, Der Atem

„Der Atem“ ist eine kurze Novelle über den langen, krisenhaften Krankenhausaufenthalt des achtzehnjährigen Ich-Erzählers und seinen späteren Aufenthalt in einer Lungenheilanstalt. Eine Phase, in der lange nicht klar ist, ob er seine Lungenkrankheit überhaupt überleben wird. Sie ist im Residenz Verlag als Graphic Novel erschienen, gezeichnet von Lukas Kummer, einem 1988 in Innsbruck geborenen Illustrators, der in Kassel studiert hat. Lukas Kummer benutzt keine Farben, er bewegt sich in der Gestaltung der Geschichte ganz im Rahmen von Schwarz und Weiß…

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Chimamanda Ngozi Adichie, Trauer ist das Glück, geliebt zu haben

Chimamanda Ngozi Adichie, Trauer ist das Glück, geliebt zu haben

Während der Corona-Pandemie treffen sich die vielen, in unterschiedlichen Ländern und Kontinenten lebenden Familienmitglieder der Autorin zum sonntäglichen Zoom-Meeting. So auch am 7. Juni. Der Vater fühlt sich ein wenig unwohl, sagt allen, sie sollten sich keine Sorgen machen, er habe wahrscheinlich nur schlecht geschlafen. „Ka chi fo“, sagte er. „Gute Nacht.“ Es waren seine letzten Worte zu mir. Am 10. Juni war er nicht mehr da. Mein Bruder Chuks rief mich an, um es mir zu sagen, und ich…

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Maren Wurster, Papa stirbt, Mama auch

Maren Wurster, Papa stirbt, Mama auch

„Papa stirbt, Mama auch“ ist das Ergebnis eines autofiktiven Schreibprozesses, der für die Autorin einen „Zusammenhang, ein Bild, eine Wahrheit“ entstehen lässt, „die vorher nicht da waren.“ Sie empfindet diesen Prozess in Anlehnung an De Man als einen Prozess der „Selbstheilung, des Sich-selbst-Wiederherstellens.“ Der Vater der Ich-Erzählerin – inzwischen selbst Mutter, lebt allerdings mit dem Vater des Kindes nicht zusammen – liegt auf der Intensivstation eines Krankenhause, die demente Mutter muss in eine Betreuung, gegen sie sich allerdings vehement wehrt….

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J. Courtney Sullivan, Fremde Freundin

J. Courtney Sullivan, Fremde Freundin

„Fremde Freundin“ ist ein Roman über die Verbindung zwischen Elisabeth, einer erfolgreichen Autorin, die mit ihrem Mann Andrew und dem gemeinsamen Sohn Gil von New York in Andrews Heimatstadt auf dem Lande gezogen ist, und Sam, der Kunststudentin, die sich ihr Studium mit Jobs u.a. in der Mensa finanzieren muss. Elisabeth engagiert Sam als Babysitter, um Zeit für das Schreiben eines neuen Romans, eines neuen Buchs zu haben, von dem sie allerdings noch keine konkreten Vorstellungen hat. Elisabeth fällt es…

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Mieko Kawakami, Heaven

Mieko Kawakami, Heaven

Reicht es für eine Freundschaft, wenn die Gemeinsamkeit darin besteht, „Außenseiter und Opfer übler Mobbing-Attacken“ zu sein? Der namenlose schielende, vierzehn Jahre alte Ich-Erzähler lebt nahezu ohne Kontakte. In der Schule ist er Mobbingopfer übelster Art. Schon darüber zu lesen, geht an die Substanz, immer gepaart mit der Frage, warum tun sich Jugendliche so etwas nur an? Eine mögliche Antwort gibt einer der Täter: Weil er es kann und es Spaß macht. „Spontane Lust, die Lust, jemanden zu verprügeln oder…

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Claudia Gliemann, Ein Schlüssel für Mama

Claudia Gliemann, Ein Schlüssel für Mama

Nach „Papas Seele hat Schnupfen“ widmet sich Claudia Gliemann in diesem Kinderbuch einem Thema, das in ähnlicher Form sicher in vielen Familien zu beobachten (gewesen) ist: Arbeitslosigkeit aufgrund der Corona Pandemie und ihre seelischen Auswirkungen auf die Betroffenen und ihre Angehörigen. In dieser Familie ist es die Mutter, die als Cellistin viel unterwegs ist und auswärts ihre Auftritte hat, während sich der Vater als Hausmann um die beiden Kinder kümmert. Lethargisch sitzt sie auf dem Sofa und blickt nach draußen,…

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Nina Bouraoui, Geiseln

Nina Bouraoui, Geiseln

„Ich heiße Sylvie Meyer. Ich bin dreiundfünfzig Jahre alt. Ich bin Mutter zweier Kinder. Ich lebe seit einem Jahr von meinem Mann getrennt. Ich arbeite bei Cagex, einem Gummiunternehmen. Ich bin für die Produktionskontrolle zuständig. Ich bin nicht vorbestraft. Ich kenne keine Gewalt und habe nie Gewalt erfahren, keine Ohrfeigen, keine Schläge mit dem Gürtel, keine Beschimpfungen, nichts.“ So stellt sich die Ich-Erzählerin in „Geiseln“ vor. Was kann sie da schon von ihrem Leben erzählen? Doch bereits der Titel macht…

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