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Kategorie: Buch-Rezensionen

Annette Hess, Deutsches Haus

Annette Hess, Deutsches Haus

„Weißensee“, „Ku’damm 56“ und „Ku’damm 59“ sind bekannte Serien dieser Autorin, die mit „Deutsches Haus“ ihren ersten Roman geschrieben hat. Die Handlung spielt 1963/64 in Frankfurt zur Zeit des Auschwitz-Prozesses. Eva arbeitet als Dolmetscherin und ist jüngste Tochter der Wirtsleute Ludwig und Edith Bruhns, die das „Deutsche Haus“ führen. Sie steht kurz vor ihrer Verlobung mit Jürgen Schoormann, dem Sohn eines wohlhabenden Versandhandelskaufmanns. Für Eva wäre das ein – von den Eltern für sie sehr ersehnter – gesellschaftlicher Aufstieg. Dafür…

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Bernhard Schlink, Die Enkelin

Bernhard Schlink, Die Enkelin

Dieser Roman beginnt in der Gegenwart Kaspers, eines Berliner Buchhändlers, der eines Abends, als er spät von seiner Buchhandlung nach Hause kommt, Birgit, seine Frau, tot in der Badewanne findet. Ob es ein Unfall oder eher ein Suizid war, bleibt unklar. Bei der Sichtung des Nachlasses findet er in Birgits Unterlagen autobiografische Aufzeichnungen, Romanskizzen, die mit ihrer ersten Begegnung 1964, während eines FDJ Treffens in Ostberlin, zu dem auch Westberliner Zugang hatte, beginnen. Die beiden verlieben sich und werden ein…

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Daniela Krien, Der Brand

Daniela Krien, Der Brand

Rahel und Peter sind ein Ehepaar mittleren Alters. Sie ist Psychologin, er Literaturprofessor an der Dresdener Universität und wohnen in einer Altbauwohnung. Ihre Kinder Selma und Simon sind aus dem Haus, sie sind inzwischen zweifache Großeltern und haben die Silberne Hochzeit schon gefeiert. Der gemeinsame Urlaub in den Bergen steht bevor. Da erhält Rahel zwei bedeutsame Anrufe. Der Ferienwohnungsvermieter teilt ihr mit, das gebuchte Feriendomizil sei abgebrannt, sie könnten also dort nicht unterkommen. Eine Alternative lehnt Rahel ab. Während sie…

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Nina Dobrot/Sarah Knausenberger, Wenn ich Flügel hätte mit Collagen von Corinna Chaumeny und Elke Ehninger

Nina Dobrot/Sarah Knausenberger, Wenn ich Flügel hätte mit Collagen von Corinna Chaumeny und Elke Ehninger

Ja, was wäre, wenn ich Flügel hätte? Wer hat sich diese Frage – zumindest als Kind – nicht auch schon mal gestellt und ist ins Sinnieren, ins Träumen geraten? Dieses von Mara Burmester gestaltete Buch aus dem Kunstanst!fter Verlag ist eine Sammlung lyrischer Texte und Kurzprosa von Nina Dobrot und Sarah Knausenberger, ergänzt aus sehr eigen-willig und eigen-sinnig gestalteten Collagen von Corinna Chaumeny und Elke Ehninger, eingeteilt in die vier Kapitel: Nest, Abflug, Turbulenzen und Landung als natürliche Abfolge von…

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Daniel Levin, Milenas Versprechen

Daniel Levin, Milenas Versprechen

„Milenas Versprechen“ ist eine Art moderner Briefroman – allerdings als Mail-Korrespondenz – zwischen Rachel, einer in Tel Aviv wohnenden Musiktherapeutin, und Milena, die sich später als Thomas, Milenas Sohn entpuppt, der in den USA lebt, als Kriminologe arbeitet, aber aus der Schweiz stammt. Die Einführung übernimmt ein Erzähler, der dann jedoch nur noch Rachel und Thomas zu Wort kommen lässt. „Auf eine E-Mail war sie besonders gespannt.Vor etwa zwei Wochen hatte sie eine Nachricht von einer unbekannten Person erhalten. Der…

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Sally Rooney, Schöne Welt, wo bist du

Sally Rooney, Schöne Welt, wo bist du

Protagonisten dieses dritten Romans von Salley Rooney – nach „Gespräche mit Freunden“ und „Normale Menschen“ – sind die erst seit kurzem befreundeten Pärchen Alice und Felix, sie berühmte Schriftstellerin und Millionärin, er karg bezahlter Lagerarbeiter, und Eileen und Simon, sie Redakteurin eines Kulturmagazins, er Politikberater linker Parteien und im Gegensatz zu den anderen sehr gläubig. Gleichzeitig sind Alice und Eileen Freundinnen, die sich per Mail darüber austauschen, was sich in ihrem Leben gerade ereignet, womit sie sich beschäftigen, wie es…

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Tamar Tandaschwili, Als Medea Rache übte und die Liebe fand

Tamar Tandaschwili, Als Medea Rache übte und die Liebe fand

Medea Chimschiaschwili ist Leiterin der Abteilung für Schwerverbrechen, ausgestattet mir einer Logik, die einen „Stein spalten“ und einer Intuition, die „das Herz eines jeden Kriminellen durchschauen“ kann. Beides braucht sie bei ihren Ermittlungen. Meist geht es um „sexuelle Gewalt an Frauen – ein georgischer Nationalsport“. Tina, Journalistin und Schulfreundin unterstützt Medea auf journalistischem Weg mit Recherchen und Interviews. Sexuelle Gewalt, Gewalt gegen und Ausgrenzung von Transsexuellen, die von ihren Familien verstoßen werden, unterstützt durch die Ansichten der georgischen, katholischen Kirche…

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Eric-Emmanuel Schmitt, Madame Pylinska und das Geheimnis von Chopin

Eric-Emmanuel Schmitt, Madame Pylinska und das Geheimnis von Chopin

Eric-Emmanuel Schmitts gelingt es in seinen Büchern immer wieder, ernste Themen mit unglaublicher Leichtigkeit, Zartheit und menschlicher Wärme zu erzählen und damit zu berühren. Der Ich-Erzähler von „Madame Pylinska und das Geheimnis von Chopin“ heißt Eric wie der Autor. Inwieweit das Buch autobiografische Züge trägt, weiß ich nicht, muss ich auch nicht wissen, ist dennoch sehr naheliegend. Den Schiedmayer erlebt der neunjährige Eric als Eindringling, der sich „dauerhaft im Wohnzimmer aufhielt, schlafend, wach, meckernd, reglos, lästig. … Unsere Familie duldete…

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Nella Larsen, Seitenwechsel

Nella Larsen, Seitenwechsel

Die Originalausgabe dieses Romans erschien 1929 in New York unter dem Titel „Passing“. Die Verfilmung dieses Romans von Rebecca Hall ist demnächst auf Netflix zu sehen, mit Tessa Thompson, Ruth Negga und Alexander Skargård in den Hauptrollen. „Seitenwechsel“ erzählt von zwei hellhäutigen Frauen mit afroamerikanischen Wurzeln im New York der Zwanziger Jahres des letzen Jahrhunderts. Irene Redfield lebt mit ihrem dunkelhäutigen Mann und den beiden gemeinsamen Kindern in Harlem. Sie ist dort in der afroamerikanischen Gemeinde zu Hause. Die andere…

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Verena Stauffer, Geschlossene Gesellschaft

Verena Stauffer, Geschlossene Gesellschaft

In „Geschlossene Gesellschaft“ von Verena Stauffer schreibt eine Ich-Erzählerin, die zu Beginn des Lock-Downs eine neue Wohnung in Wien bezogen hat und so ziemlich auf sich selbst zurückgeworfen ist, in tagebuchartigen Einträgen von ihren merk-würdigen Erlebnisse in und mit der Außenwelt, der Natur, anderen Zeitgenossen, mit sich selbst und ihrer eigenen Innenwelt. Zeitraum ist der 7. November 2020 bis zum 28. Februar 2021. „Trotz allem, nichts Umwerfendes geschieht, betrachtet man ausschließlich das Leben innerhalb meiner vier Wände. Ich sitze in…

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