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Kategorie: Buch-Rezensionen

Ingrid A. Scherle, Raus aus dem Hamsterrad!

Ingrid A. Scherle, Raus aus dem Hamsterrad!

Wer möchte nicht gern aus seinem Hamsterrad raus und sucht – mehr oder weniger verzweifelt oder auch erfolglos – den Knopf zum Anhalten oder auch den Stab, den man dann zwischen die Speichen stecken kann, damit das Gerenne durchs Leben aufhört? Dieses „nur“ 71 Seiten umfassende Heft hat es in sich: Es ist eine Art „Gebrauchsanweisung für den Ausstieg aus dem Hamsterrad mit vielen praktischen Tipps und Übungen für Menschen mit und ohne Vorkenntnisse.“ So liest es sich direkt auf…

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SAID und Christina Röckl, Ar-Ar und Bobo

SAID und Christina Röckl, Ar-Ar und Bobo

„Ar-Ar und Bobo“ kann man als Gemeinschaftswerk von SAID und Christina Röckl ansehen, da Text und Bilder erst in Ergänzung von der gemeinsamen Suche AR-ARs, eines Esels, und Bobo, einer Krähe, erzählen. AR-AR will, nachdem er ein Buch gelesen hat – auch in der Hoffnung anschließend vielleicht fliegen zu können wie die besserwisserische und ein wenig arrogante bzw. von sich selbst sehr überzeugte Krähe Bobo – eine Frau für sich suchen. Doch die Krähe kontert diesen Wunsch mit dem Satz:…

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Helga Flatland, Zuunterst immer Wolle

Helga Flatland, Zuunterst immer Wolle

Mitten im Leben geschieht’s, daß der Tod kommtund am Menschen Maß nimmt. Diesen Besuch vergißt man, und das Leben geht weiter. Doch im stillen wird der Anzug genäht. Tomas Tranströmer Dieses Zitat ist dem zweiten Roman Helga Flatlands vorangestellt, der jetzt im März im Weidle Verlag erschienen ist, wieder aus der Perspektive der Beteiligten, hier beschränkt allerdings auf zwei Perspektiven, die Sigrids und die ihrer Mutter Anne. Sigrid ist Ärztin. Sie lebt mit ihren beiden Kindern Mia und Viljar und…

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Kerstin Ehmer, Der blonde Hund

Kerstin Ehmer, Der blonde Hund

Die Handlung des heute erscheinenden Kriminalromans „Der blonde Hund“ spielt im Berlin des aufkommenden Antisemitismus und Faschismus, konkret zwischen der Nacht vom 15. auf den 16. November und dem 1. Dezember. Es ist der dritte Roman der Autorin Kerstin Ehmer. Aus der eiskalten Spree wird eine männliche Leiche geborgen, es scheint ein Raubüberfall zu sein. Denn die Taschen sind leer, es findet sich keine Uhr, keine Börse, kein Ausweis. Auffällig ist nur der fast weiße Anzug der Leiche, sicher eine…

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Kenneth Moe, Rastlos

Kenneth Moe, Rastlos

„Es gibt nicht einmal irgendein Muster an der Zimmerdecke, das ich studieren oder in das ich mich selbst projizieren könnte. Nur Weiß. Nur Leisten, dort, wo Decke auf Wand trifft, und eine Leitung entlang der Leisten. Spinnweben in einer der Ecken. Wenn der Herzrhythmus steigt, wenn ich die Kontrolle über den Atem verliere und der Atem Wirbelwinde bildet und die Winde meine Gedanken einfangen und sie aus mir herausschleudern, hierhin und dorthin ins Zimmer, und ich nicht mehr unterscheiden kann,…

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Mely Kiyak, Frausein

Mely Kiyak, Frausein

„Ich wurde für ein Leben im Kollektiv erzogen. Für ein Leben mit familiären Beziehungen, wo man sich für den Fortbestand der Beziehungen wie in einem Tauschgeschäft auf ein Mindestmaß an Bedürfnissen reduzieren muss.“ „Es schaffen.“ ist Teil dieses Kollektivs, ein hoher, hochgehaltener, kaum hinterfragter Wert:„Immer soll man etwas schaffen. Und wenn man da ist, wo man hinsollte, was kommt dann?„ Und was ist das Ergebnis dieses „Schaffensprozesses“?„Überall traurige Frauen. Mit Traurigkeit zugedeckte Frauen, die mit ihren Männern herumreisen, die sich…

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Szczepan Twardoch, Demut

Szczepan Twardoch, Demut

Nach „Der Boxer“ ist „Demut“ der zweite Roman, den ich von Szczepan Twardoch gelesen habe. Er erzählt auf beeindruckende Weise vom Leben des Alois Pokora, der nicht immer so hieß. Der Roman beginnt, nachdem Alois im Ersten Weltkrieg schwer verwundet in einem Berliner Krankenhaus – nach Wochen ohne Bewusstsein – aufwacht; erzählt wird aus der Ich-Perspektive des Protagonisten. Und der erste Gedanke gilt „seiner“ Agnes: „An dein Gesicht denke ich, wenn am schwarzen Himmel, noch tief über dem Horizont, der…

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Imogen Crimp, Unser wirkliches Leben

Imogen Crimp, Unser wirkliches Leben

„Mir gefiel es, dass ich etwas konnte, wovor andere Leute zurückschreckten. Mir gefiel die Entdeckung, dass ich – die Lehrer oftmals bitten mussten, ihre Antwort zu wiederholen, weil ihre Stimme so leise war – einen Raum mit Klang füllen konnte.“ Die, die das von sich sagt, ist Laurie, eine junge Frau, die es trotz äußerer Widrigkeiten und trotz des Widerstandes ihrer Eltern geschafft hat, an einer kleinen Hochschule für darstellende Künste außerhalb Londons einen Studienplatz zu bekommen. Ihr wird sogar…

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Alan Bennett, Die souveräne Leserin

Alan Bennett, Die souveräne Leserin

Diese köstliche Lektüre von Alan Bennett liegt mir in der 21. (!) Auflage vor. Auf Deutsch in der Übersetzung von Ingo Herzke gibt es diesen Band bereits seit 2008 und ist eine Liebeserklärung an das Lesen, seine Wirkmächtigkeit und eine Hommage an die damit verknüpfte Literatur. Bennett erzählt, wie die Queen – mehr oder weniger durch Zufall – ans Lesen von Literatur kommt. Sie, die bisher nur informatorische Texte gelesen hat, bemerkt, wie sich ihr über die Lektüre von Literatur…

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Abbas Khider, Der Erinnerungsfälscher

Abbas Khider, Der Erinnerungsfälscher

„Der Erinnerungsfälscher“ erzählt in mosaikhaften Episoden von Said Al-Wahid, der auf dem Rückweg von einer Lesung die Nachricht erhält, seine Mutter sei sehr krank, er möge doch bitte in den Irak kommen, von seiner langen Flucht, dem Ankommen in Deutschland bis hin zur deutschen Staatsbürgerschaft und seinen Bemühungen, Schriftsteller zu werden. Dabei muss er sich immer wieder mit seinen Erinnerungen oder dem, was er für seine Erinnerungen hält, auseinandersetzen. Und er bemerkt, dass es ihm „gleichgültig geworden ist, wie die…

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