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Kategorie: Buch-Rezensionen

Johannes Anyuru, Sie werden in den Tränen ihrer Mütter ertrinken

Johannes Anyuru, Sie werden in den Tränen ihrer Mütter ertrinken

Johannes Anyuru wurde in Schweden für diesen Roman, der monatelang auf der schwedischen Bestsellerliste gestanden hat, und u.a. mit dem Per-Olov-Enquist-Preis ausgezeichnet. Die Filmrechte sind bereits verkauft. Es ist ein höchst komplexer, manchmal auch nicht ganz einfach zu verstehender Roman, in dem es zwei verschiedene Ich-Erzähler gibt, die nicht immer sofort auseinanderzuhalten sind. Da ist auf der einen Seite eine junge Frau, deren wirkliche Identität bis zum Schluss des Romans nicht wirklich klar ist, die mit ihrem Mann Amin und…

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Edem Awumey, Die schmutzigen Füße

Edem Awumey, Die schmutzigen Füße

„Schmutzige Füße“ ist nach „Nächtliche Erklärungen“ der zweite auf Deutsch erschienene Roman von Edem Awumey, in Togo geboren, der aber seit 2009 in Vieux-Hull bei Ottawa lebt und schreibt. Der Roman ist im Weidle Verlag erschienen und vom Verleger Stefan Weidle aus dem Französischen übersetzt worden. Als „schmutzige Füße“ werden Askia, seine Mutter und sein später verschwundener Vater bezeichnet, letztendlich aber alle Menschen, die sich meist zunächst auf Wanderschaft auf der Suche nach einem besseren Zuhause befinden, später dann auf…

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Julia Strachey, Heiteres Wetter zur Hochzeit

Julia Strachey, Heiteres Wetter zur Hochzeit

„Heiteres Wetter“ erschien 1932 zum ersten Mal in der Hogarth Press bei Leonard und Virginia Woolf und erzählt von den wenigen Stunden vor der Hochzeit zwischen der dreiundzwanzigjährigen Dolly Thatcham und dem acht Jahre älteren Owen Bigham, während der die Gäste im Haus der Witwe Thatcham eintreffen und die Braut eingekleidet werden soll. Dolly sitzt vor dem Spiegel in ihrem Zimmer, ihr Gesicht blass wie eine „phosphoreszierende Orchidee“:„Fünf oder sechs Minuten lang verharrte die blasse und leuchtende Orchidee reglos im…

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Hannah Lühmann, Auszeit

Hannah Lühmann, Auszeit

„Der Tag, an dem ich in die Klinik fuhr, um mein Kind abzutreiben, war ein Dienstag, es war noch Frühling. Durch die schmutzigen Scheiben meiner Wohnzimmerfenster fiel das zarte Licht eines beginnenden Frühsommers, aus dem Hof drang das Geschrei Basketball spielender Jungs zu mir nach oben. Ich empfand in diesen Momenten, bevor ich aufbrach, eine seltsame, friedliche Stille.“ So beginnt der Debütroman der Journalistin Hannah Lühmann. Sie erzählt von Henriette, einer Doktorandin, die ihr Leben eher unstrukturiert, plan- und lustlos…

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Malachy Tallack, Das Tal in der Mitte der Welt

Malachy Tallack, Das Tal in der Mitte der Welt

„Das Tal in der Mitte der Welt“ ist der Debütroman Malachy Tellacks – Schriftsteller, Singer-Songwriter und Journalist – und erzählt von einem kleinen, nur spärlich besiedelten Tal auf einer der Shetlandinseln. Die Anzahl der Tiere, vornehmlich Schafe, überwiegt die der Menschen bei weitem. David ist dort geboren und hat sein ganzes Leben da verbracht, später mit seiner Frau Mary und den mittlerweile erwachsenen Töchtern Kate und Emma. Kate lebt mit ihrer Familie in der Stadt. Emma war mit ihrem Freund…

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Claudia Gliemann, Papa Elefant. Sind wir bald da?

Claudia Gliemann, Papa Elefant. Sind wir bald da?

Bei uns hieß es: „Wann sind wir denn endlich da?“ Eine Frage, die sicher schon mehrere Elterngenerationen beantworten mussten, wenn ihre Sprösslinge sich unterwegs – wohin auch immer – langweilten, nicht mehr konnten oder wollten, egal ob zu Fuß oder mit dem Auto. Claudia Gliemann hat in ihrem Bilderbuch, illustriert von Ann Cathrin Raab, diese Frage zum Anlass genommen, ein Bilderbuch zu kreieren, in dem ein kleiner Elefant mit seinem Papa Elefant einen langen Weg vor sich hat. Es geht…

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Carola Kleinschmidt, Das Intervallprinzip

Carola Kleinschmidt, Das Intervallprinzip

Ziel des „Intervall-Prinzips“ von Carola Kleinschmidt ist, die „Kunst, den richtigen Rhythmus“ zu finden, zu erlernen und sinnhaft im eigenen Alltag umzusetzen. Ihr geht es dabei in erster Linie nicht darum den richtigen Rhythmus, sondern den zu einem passenden, dann also richtigen zu finden. In diesen Ratgeber fließen ihre Erkenntnisse als Biologin und Trainerin „für Themen rund um Stresskompetenz und Stressprävention“ ein. Die Kapitel sind verständlich geschrieben, klar gegliedert, übersichtlich, einzeln zu lesen, z.B. wenn einem schon klar ist, ob…

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günter abramowski, das ende ist neu

günter abramowski, das ende ist neu

„das ende ist neu“ ist ein weiterer Gedichtband des in Dortmund lebenden Lyrikers Günter Abramowski. Formal bleibt er seiner Art, Gedichte zu schreiben treu, benutzt durchgängig Kleinschreibung, keine Satzzeichen, allerdings auch in diesem Band sogenannte ET-Zeichen statt eines ausgeschriebenen „und“, Zeilenumbrüche hemmen auch weiterhin – gewollt oder nicht – den Lesefluss. Man hält inne, beginnt noch einmal, um nach dem Zeilensinn oder gar nach dem Sinn des Ganzen zu suchen, da er auch weiterhin sehr assoziativ schreibt, mit Versatzstücken, Formulierungen…

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Tom Saller, Wenn Martha tanzt

Tom Saller, Wenn Martha tanzt

„Wenn Martha tanzt“ ist das spannende Portrait einer ungewöhnlichen Frau, die 1900 als Tochter des Kapellmeisters Otto Wetzlaff und seiner Frau Elfriede in Türnow, einem kleinen Dorf in Pommern geboren wird und dort auch aufwächst. Das Haus der Wetzlaffs ist ein offenes, lebendiges, in dem von Otto stets wechselnde junge Männer als Musiker ausgebildet werden. Die einzigen Konstanten neben ihren Eltern sind Wolfgang, der Klavierspieler, der in Marthas Erinnerung immer schon da war, und ihr verstorbener Bruder Heinz, von dem…

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Kazuo Ishiguro, Was vom Tage übrig blieb. Illustriert von Janna Klävers

Kazuo Ishiguro, Was vom Tage übrig blieb. Illustriert von Janna Klävers

Der mit dem Booker Prize ausgezeichnete Roman des britisch-japanischen Nobelpreisträgers ist bei der Büchergilde Gutenberg in einer illustrierten Ausgabe erschienen, die dem bekanntesten Werk Kazuo Ishiguro eine optische Note verleiht. Bilder spiegeln das glanzvolle Anwesen Mr. Farradays auf Darlington Hall wider mit seiner Ausstattung, den Bewohnern und dem Personal, hauptsächlich repräsentiert von Steven, dem Butler, und Miss Kenton, der Haushälterin. Der Roman ist aus der Ich-Perspektive des Butlers erzählt und stellt insgesamt einen erinnernden Rückblick auf seine Arbeit auf Darlington…

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