Berührung mit der Natur

Berührung mit der Natur

Man sollte doch glauben, daß die Berührung mit der Natur, diesem unmittelbaren Ausdruck der Schönheit und Güte, alles Böse im menschlichen Herzen verschwinden lassen müsse. (Leo Tolstoi) Schön, wenn dem so wäre🎈

Knospe

Knospe

Mein Herz ist eine Knospe, Die still verborgen keimt Und in dem Sturm des Winters Von schön’ren Lenzen träumt. Mein Herz ist eine Knospe, Durchwallt von süßem Duft Sie kann ja nicht erblühenIn eisig kalter Luft. Mein Herz ist eine Knospe, Und wenn es liebend bricht,Entfaltet sich die Blüthe Dem ew’gen Sonnenlicht. (Eduard Ferrand)

Haben wollen

Haben wollen

Ich schreite dahin. Vor mir ist Schönheit. Hinter mir ist Schönheit. Über mir ist Schönheit. Ringsum ist Schönheit. Meine Worte werden voll Schönheit sein. Ich werde ewig leben in Schönheit. Der Schönheit des Alls. (Indianische Weisheit) Über Schönheit haben sich schon viele Menschen Gedanken gemacht und darüber geschrieben, u.a. Gabriele von Arnim in „Der Trost der Schönheit“. Mir ist dadurch bewusst geworden, welchen Stellenwert „Schönheit“ für mich hat, auch wenn meine Empfindung von Schönheit oft gängigen Schönheitsbegriffen und oder Vorstellungen…

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Veränderung

Veränderung

Wo Schönheit ist, da ist auch Hässlichkeit. Wenn etwas richtig ist, ist etwas anderes falsch. Wissen und Unwissenheit hängen voneinander ab. Verblendung und Erleuchtung bedingen einander. So war es schon immer. Wie könnte es jetzt anders sein? Das eine loswerden, das andere halten wollen – das muss ein lächerliches Schauspiel abgeben. Auch wenn du sagst, alles sei wunderbar, du musst dich doch mit dem sich stets Wandelnden abgeben. (Daigu Ryôkan)

Robert Hunger-Bühler, Die Blume im Mund

Robert Hunger-Bühler, Die Blume im Mund

Nutzlos nutzlos lieg ich dain der Mittagssonne nutzloswie dieses Haiku Darüber dass alles eine Bedeutung haben müsse, sinniert der Autor am Schluss dieses Bandes. „Das Belanglose, Nichtige, Törichte lernten wir nicht. In dieser überlauten Welt wimmelnder Bedeutungsjunkies, … wünsche ich mir oft, die Sprache möge verstummen, austrocknen.“ Und fügt dann noch eine Art „Gebrauchsanweisung“ bei:„Das Haiku möchte zweimal gesprochen werden, und in der Wiederholung wie ein Echo verklingen und verschwinden.“ So angeleitet geht’s dann ans Lesen bzw. Sprechen. Die Haikus…

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Natascha Wodin, Nachtgeschwister

Natascha Wodin, Nachtgeschwister

Die Ich-Erzählerin pendelt täglich zwischen ihrer als Untermieterin gemieteten winzigen Wohnung und der Hauptwohnung mir ihrem Ehemann Jakob. „Ich verstecke mich tiefer im Kragen meines Mantels, ich friere , und ich habe Angst davor gesehen zu werden. Man kennt sich in diesem Viertel, viele kennen hier Jakob und wissen, dass ich seine Frau bin, die zu werden ich einst nicht zu träumen wagte und die zu sein ich mich jetzt so schäme. Jeder, der an mir vorbeigeht, kann jemand sein,…

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Mutter sein

Mutter sein

In unserem Literaturkreis haben wir diese Woche über Ben Lerners neuen Roman „Transkription“ gesprochen, in dem u.a. von Eltern gesprochen wird, die in große Not geraten, weil ihr Kind nichts essen will und sie mit ihren Methoden, gutem Zureden, nach Essenwünschen fragen … keinen Erfolg haben. Niemand weiß auch, warum das Mädchen nicht essen will. Spontan habe ich gesagt: Mir wird immer klarer, welch Glück ich mit meinen Söhnen hatte, was mir erspart geblieben ist. Daraufhin sagte eine Teilnehmerin zu…

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Karl-Heinz Breier, Hannah Arendt im Gepäck

Karl-Heinz Breier, Hannah Arendt im Gepäck

Wenn wir (ver-) reisen, nutzen wir selbstverständlich Navigationssysteme, um uns zurechtzufinden und auch da anzukommen, wo wir hin möchten. Wir vertrauen modernen GPS Systemen, die sich ständig an veränderte Gegebenheiten anpassen. Was aber nutzen wir als „Ortungssystem für unsere Landkarte des Politischen“? Welche „Vergleichsportale des politischen Denkens“ nutzen wir, um uns in einer Republik zu orientieren, in der es keine Obrigkeit mehr gibt, die bestimmt, wie und wo es lang geht? In einer Republik zu leben, bedeutet nämlich, nicht einfach…

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Der mit dem Roboter tanzt

Der mit dem Roboter tanzt

Die Ruhrfestspiele mit dem diesjährigen Motto „Erschrecken und Erstaunen“ haben begonnen. Und das ist gut so, kommt doch die Welt der Künste und Künstler in diese Ruhrgebietsstadt mit ihren interessanten Aufführungsorten. Die Auftaktveranstaltung ist „Huang Yi & Kuka“. Der Taiwanesische Tänzer, Choreograf und Erfinder tanzt mit einem Industrieroboter auf der sonst leeren, nahezu schwarzen Bühne. Kuka kann man schon vor Beginn der Veranstaltung auf der Bühne betrachten und sich fragen, was einen da wohl erwartet. Huang Yi und Kuka beäugen…

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Mayblümchen

Mayblümchen

Bei’m ersten Hauch der rauhen LüfteDie zarte Mayenblum‘ ersprießt,Und mit dem Balsam ihre DüfteSie den ersehnten May begrüßt.Im fleckenlosen Weiß, dem KleideDer Unschuld, hüllet sie sich ein,Und mahnet, nur der Unschuld FreudeIm May des Lebens sich weihn. (Charlotte de Latour)