Einsamkeit

Einsamkeit

Einsamkeit Einsamkeit, ernsthafte Frau, Tratest einst still in mein Zimmer, Ach, und ich wollte dich nimmer, Grüßte dich finster und rauh. Nicktest nur milde dazu, Ließest dich doch nicht verjagen, Mußte dich eben ertragen, Sangest mich heimlich zur Ruh. Sieh, und nun weiß ich genau: Wolltest du heut von mir scheiden, Würde ich tief darunter leiden, Einsamkeit, ernsthafte Frau. (Anna Ritter)

Eine neue Welt

Eine neue Welt

Auch wenn vielerorts die Welt in Trümmern liegt, geht die Natur ihren vorgegebenen Weg, wo und wie es ihr möglich ist. Ob sie uns da Vorbild sein kann? Das zum Blühen bringen, was in unserer Wirkmacht steht? Ja es umgibt uns eine neue Welt! Der Schatten dieser immergrünen Bäume Wird schon erfreulich. Schon erquickt uns wieder Das Rauschen dieser Brunnen, schwankend wiegen Im Morgenwinde sich die jungen Zweige. Die Blumen von den Beeten schauen uns Mit ihren Kinderaugen freundlich an….

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Ein Schiff wird kommen …

Ein Schiff wird kommen …

„Ein Schiff wird kommen …“ an dieses Lied von Lale Andersen, der man auf Langeoog ein Denkmal gesetzt hat, allerdings in Anspielung auf ein anderes ihrer Lieder, nämlich: „Vor der Kaserne vor dem großen Tor …“, musste ich beim Anblick dieses Schiffes am Strand von Langeoog denken. Abends dann dieser Anblick eines Museumsschiffes im Sprühnebel: Ob jetzt „der eine“ mit dem einen oder dem anderen Schiff gekommen ist oder sie noch immer unter der Laterne steht und wartet, das entzieht…

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Abenddämmerung

Abenddämmerung

Am blassen MeeresstrandeSaß ich gedankenbekümmert und einsam.Die Sonne neigte sich tiefer, und warfGlührote Streifen auf das Wasser,Und die weißen, weiten Wellen,Von der Flut gedrängt,Schäumten und rauschten näher und näher – Ein seltsam Geräusch, ein Flüstern und Pfeifen,Ein Lachen und Murmeln, Seufzen und Sausen,Dazwischen ein wiegenliedheimliches Singen – Mir war, als hört ich verschollne Sagen,Uralte, liebliche Märchen,Die ich einst, als Knabe,Von Nachbarskindern vernahm,Wenn wir am Sommerabend,Auf den Treppensteinen der Haustür,Zum stillen Erzählen niederkauerten,Mit kleinen horchenden HerzenUnd neugierklugen Augen; – Während die…

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Weiße Wolken

Weiße Wolken

Weiße Wolken gehn im Blauen;als, ein Kind, im Gras ich lag,liebt‘ ich’s ihnen nachzuschauen,träumte einen schönen Tag. Weiße Wolken wandern immer,und ich freu, ein alter Mann,mich an ihrem lichten Schimmer,denk an meine Jugend dann. Weiße Wolken werden wandern,wenn ich lange nicht mehr bin;träumt ein Hügel unter andern,und sie ziehen oben hin. (Gustav Falke)

Barbara Bleisch, Warum wir unseren Eltern nichts schulden

Barbara Bleisch, Warum wir unseren Eltern nichts schulden

Dass Kinder ihren Eltern per se verpflichtet sind, ist eine immer noch weit verbreitete Ansicht, wie auch Eltern oft glauben, für ihre bereits erwachsenen Kinder noch zuständig zu sein und vieles besser zu wissen bzw. das Beste für ihre Kinder zu wollen und auch erreichen zu können. Dieses tradierte Denken nimmt die Philosophin Barbara Bleisch in ihrem Buch „Warum wir unseren Eltern nichts schulden“ unter die Lupe. Ihre Intention macht sie in ihrer Einleitung mit einem Russell-Zitat deutlich: „Die Philosophie…

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Rückblick

Rückblick

Ich sehe hinter dem Grau heute Blau,Und ich bin milder geworden. Ich bin nicht mehr der junge Radau Und wehe nicht mehr aus Norden. Es kommen die Jüngsten auch mal dahin, Wenn sie streng Zauderndes wagen Und fragen nach jedem »Wie ist …?« dann: »Wie bin …?« Und werden still Danke sagen. (Joachim Ringelnatz)