Einfach mal nicht mitmachen

Einfach mal nicht mitmachen

Seit einige Jahren bekomme ich den Adventskalender „Der andere Advent“ geschenkt, mit dem ich jeden Morgen ein paar ruhige Momente erlebe: Texte, Gedichte, Sprüche lesen, die Bilder wirken lassen und schauen, was ich davon als Inspiration in meinen Tag mitnehmen möchte. Mal fühle ich mich mehr, mal weniger inspiriert. Gestern gab’s „hilfreiche Ratschläge“ von Matt Haig. Zwei davon haben mich angesprochen: „Wenn Menschen dich lieben, lass sie.“ – Also einfach annehmen, nicht nach dem Warum fragen. Und der Hinweis: „Nimm…

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Träume

Träume

Du mußt dich ganz deinen Träumen vertrauenUnd ihr heimlichstes Wesen erlernen,Wie sie sich hoch in den flutenden blauenFernen verlieren gleich wehenden Sternen.Und wenn sie in deine Nächte glänzenUnd Wunsch und Wille, Geschenk und GefahrLächelnd verknüpfen zu flüchtigen Kränzen,So nimm sie wie milde Blüten ins Haar.Und schenke dich ganz ihrem leuchtenden Spiele:In ihnen ist Wahrheit des ewigen Scheins,Schöne Schatten all deiner ZieleRinnen sie einst mit den Taten in Eins. (Stefan Zweig)

Ländliche Einsamkeit

Ländliche Einsamkeit

Ländliche Einsamkeit ziehet also ab von allem, was uns an den Menschen mißfällt, verändert oft die bittersten Empfindungen in freundliche Gefühle, gibt so manche hohe Begeisterung und so manche kleine Freude, die man in Städten nicht hat. (Johann Georg Zimmermann)

Spinnennetz

Spinnennetz

O sieh das Spinnennetz im Morgensonnenschein,Wie es vom Tau noch voll kristallner Tropfen hängt!Im leichten Winde wiegt es seiner Perlen Pracht,Die in den silbergrauen Maschen hier und dortSo flüchtig sich wie sanft und zierlich eingeschmiegt.Sieh, so ist alles Glück. So hängt es flüchtig sichIn unsrer Tage schwankendes Gespinst,Und es erschauert unter seiner köstlichen LastDes Majaschleiers weltdurchwallendes Geweb. (Christian Morgenstern)

Regen

Regen

Da draußen regnet es weit und breit.Es regnet graugraue Verlassenheit.Es plaudern tausend flüsternde Zungen.Es regnet tausend Erinnerungen.Der Regen Geschichten ums Fenster rauscht.Die Seele gern dem Regen lauscht. Der Regen hält dich im Haus gefangen.Die Seele ist hinter ihm hergegangen.Die Insichgekehrte ist still erwacht,Im Regen sie weiteste Wege macht.Du sitzt mit stummem Gesicht am Fenster,Empfängst den Besuch der Regengespenster. (Max Dauthendey)

Keiner zu Hause?

Keiner zu Hause?

„Haben Sie mal in seine Augen gesehen? Dahinter ist keiner zu Hause.“ (Satz aus dem Tatort am 22.11.21) Erinnert mich an den Satz von Karl Valentin: „Morgen gehe ich mich besuchen, hoffentlich bin ich zu Hause.“ (Karl Valentin) Ich gucke heute vorsichtshalber schon einmal nach :)

Wir gehen am Meer

Wir gehen am Meer

Wir gehen am Meer im tiefen Sand,Die Schritte schwer und Hand in Hand.Das Meer geht ungeheuer mit,Wir werden kleiner mit jedem Schritt.Wir werden endlich winzig kleinUnd treten in eine Muschel ein.Hier wollen wir tief wie Perlen ruhn,Und werden stets schöner, wie die Perlen tun. (Max Dauthendey)