Ich will den Herbst

Ich will den Herbst

Ich will den Herbst! Ist es nicht, als wäre er das eigentlich Schaffende, schaffender denn der Frühling, der schon gleich ist, schaffender, wenn er kommt mit seinem Willen zur Verwandlung und das viel zu fertige, viel zu befriedigte, schließlich fast bürgerlich-behagliche Bild des Sommers zerstört? Dieser große herrliche Wind, der Himmel auf Himmel baut; in sein Land möchte ich gehen und auf seinen Wegen. Rilke aus einem Brief an Clara Rilke vom 12. August 1904

Todesstrafe

Todesstrafe

Übrigens ist die Häufigkeit der Hinrichtungen stets ein Zeichen der Schwäche oder Saumseligkeit innerhalb der Regierung. (Jean Jaques Rousseau) Was da gerade in den USA passiert ist, ist kaum in Worte zu fassen:Eine Frau überlebt zwei – normalerweise tödliche – Spritzen und wird in ein Krankenhaus eingeliefert:Sollen die Ärzte ihr Leben retten, damit sie anschließend wieder hingerichtet werden kann? Das ist doch an Absurdität nicht zu überbieten.

Herbst

Herbst

In welken Kronenwiegt sich … der Herbst. Purpurne Blätter schweben,schwanken … schaukeln,trägkreiseln,fallen. Nebel webt schon,Krähen krächzen. Stare sammeln sich… Drosseln … ziehen… Wildgänse wandern. Noch einmal,kühlblass, müdescheint die … Sonne. Am stillen See,auf der kleinen Brücke,über das alte, krumme, morschmoosige Balkengeländer gelehnt,unter den dunklen,riesigen, schlangenbunt sich verästelnden Platanen,versunken,einsam … lange,stehe ich,starre … und … träumein eingespiegeltes, seltsam fantastisches,wie unirdisches,märchenhaftes, zauberhaftesParadies! (Arno Holz)

Verzerrungen

Verzerrungen

Denn obwohl, oder vielmehr: gerade weil Macht das unvermeidliche Mittel und Machtstreben daher eine der treibenden Kräfte aller Politik ist, gibt es keine verderblichere Verzerrung der politischen Kraft, als das parvenümäßige Bramarbasieren mit Macht und die eitle Selbstbespiegelung in dem Gefühl der Macht, überhaupt jede Anbetung der Macht rein als solcher. (Max Weber)

Kakteen

Kakteen

Sie stehen jahrelang im Topf aus Ton,Verstockte in sich, selbstverliebte Käuze,In einer rätselhaft verbißnen FronDer Form: sind Kugel, Kegel, Kreuze, Sie gleichen Birnen, mißgebornen Köpfen,Sind Stein-Gespenster, Schlange, Hand:Verfeindet so dem Außen, daß in SchöpfenStacheln aufstehn um sie wie eine Wand, Dahinter sie verharrn, anarchisch, kündend,Prophet und Gott, ihr selbstbeseßnes Ich,Bis sie auf einmal stumm, in Blumen mündend,Sich ganz verschweigen, opfern, löschen sich. (Maria Luise Weissmann)

Vergangenheit

Vergangenheit

(Blick in meine Papiertonne) Ob wir’s erlitten, ob verschuldet Vergangnes ist nicht abgetan. Ob losgekämpft und ungeduldet, Es folgt im Stillen unsrer Bahn. Dem Überraschten naht es leise, Heut mit verklärender Gewalt, Und morgen tritt’s in unsre Kreise Verkehrt zu wilder Mißgestalt. (Otto Roquette) Manchmal ist „Schreddern“ eine Möglichkeit, sich von einem Teil der Vergangenheit zu verabschieden, immer dann, wenn die Aufbewahrungsfrist von 10 Jahren vorbei ist. Manches, kloppt man fröhlich „in die Tonne“, da fällt der Abschied leicht. Anderes…

Weiterlesen Weiterlesen

Schnürsenkel

Schnürsenkel

Schnürsenkel können einen Unterschied machen. Lange Zeit hatte ich keine Lust, die Schnürsenkel, die ich beim Kauf dieser Boots dazubekommen habe, zu wechseln. Ich dachte, es sei mir zu umständlich. Beim ersten Wechsel habe ich gemerkt, das ist überhaupt nicht der Fall. Also kombiniere ich: Grau mit Blau, mit einen leichten Grün. Eine Kombi mit Braun und Gelb ist auch möglich. Natürlich auch die Ton-in-Ton- Variante. Es macht Spaß, gute Laune und entspricht meinem Gefühl von Ästhetik. Auf der Suche…

Weiterlesen Weiterlesen