Das Graue überwinden

Das Graue überwinden

Nur ein Lied färbt die Grauseele bunterIch setze mich hin untern nächstbesten BuschUnd sing’s Blau mir vom Himmel herunter;Nur ein Lied färbt die Grauseele bunter.Aus dem Grautag, in welchen die Sorge öd weint,Wird ein Blautag, sobald nur ein Lied hell erscheint;Die verstockteste Wolke wird munter.Wo ein Liebeslied rot wie die Sonne aufgeht,Jede Wange frohleuchtend voll Herzblut dasteht.So ein Rot geht dann schwer mehr herunter. (M. Dauthenday)

Lebt wohl

Lebt wohl

Lebt wohl, es kann nicht anders sein!Spannt flatternd eure Segel aus,Laßt mich in meinem Schloß allein,Im öden geisterhaften Haus.Lebt wohl und nehmt mein Herz mit euchUnd meinen letzten Sonnenstrahl;Er scheide, scheide nur sogleich,Denn scheiden muß er doch einmal. Laßt mich an meines Seees Bord,Mich schaukelnd mit der Wellen Strich,Allein mit meinem Zauberwort,Dem Alpengeist und meinem Ich. Verlassen, aber einsam nicht,Erschüttert, aber nicht zerdrückt,Solange noch das heil’ge LichtAuf mich mit Liebesaugen blickt. Solange mir der frische WaldAus jedem Blatt Gesänge rauscht,Aus…

Weiterlesen Weiterlesen

Der Abend

Der Abend

Der Abend ist mein Buch. Ihm prangendie Deckel purpurn in Damast;ich löse seine goldnen Spangenmit kühlen Händen, ohne Hast. Und lese seine erste Seite, beglückt durch den vertrauten Ton, –und lese leiser seine zweite,und seine dritte träum ich schon. (Rainer Maria Rilke)

Faszination Zug

Faszination Zug

Zum morgendlichen Walken und Talken gehört es, Züge zu gucken, die in unterschiedlichen Längen durch die im Moment noch dunkle Landschaft fahren, unterschiedlich lang, mal einfach, mal „Doppeldecker“, unterschiedlich beleuchtet, noch „alt“, eher warmlichtig, oder neu mit eher kalter LED Beleuchtung, in unterschiedlicher Anordnung. Mal kündigt das Läuten der Schranke beim Schließen den oder die folgenden Züge an, mal können wir sie sehen, dann wieder hören. Das Raten, von welcher Seite der Zug kommt, ob es ein Güter- oder ein…

Weiterlesen Weiterlesen