Der Nahuatl-Segen

Der Nahuatl-Segen

Ich befreie meine Eltern von dem Gefühl, dass sie mit mir versagt haben. Ich befreie meine Kinder von der Notwendigkeit, mich stolz machen zu müssen.Mögen sie ihre eigenen Wege nach Herzenslust gehen.Mögen sie ihrer Intuition folgen und so ihre Träume verwirklichen. Ich entbinde meinen Partner von der Verpflichtung, mich zu vervollständigen.Mir fehlt nichts, ich lerne die ganze Zeit mit allen Wesen. Ich danke meinen Großeltern und meinen Vorfahren, die auf die Welt gekommen sind, damit ich heute leben kann. Ich…

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Ein Tag mit Schnecken, nicht mit Schrecken

Ein Tag mit Schnecken, nicht mit Schrecken

Auffällig viele Schnecken auf den Bäumen am Wegesrand heute Morgen. Das habe ich so noch nie vorher beobachten können. Was die da wohl machen? Sich in Sicherheit bringen? Eine Babystube einrichten? Dabei weiß ich nicht einmal, wie sich Schnecken vermehren – bekomme ich aber noch heraus. Dann am Schreibtisch die Unterlagen für die Krankenkasse zusammenstellen, in den Umschlag stecken und eine passende Briefmarke suchen: Motiv passt! Muss allerdings noch um eine Marke ergänzt werden, da das Briefporto heute ein anderes…

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Lucia Jay von Seldeneck, Komm tanzen!

Lucia Jay von Seldeneck, Komm tanzen!

„Und als die Nacht vorbei war, ging es weiter, natürlich ging es weiter, irgendwie.“ So beginnt der Roman, der mit folgenden Sätzen endet:„Ich atme und betrete die Wohnung. Es wird gut, wir werden einen Weg finden, für jede von uns, zusammen. Es ist nicht zu spät.“ Dazwischen liegt eine einzige Nacht – von 18:30 bis „zum Ende der Nacht“, bis Sonnenaufgang des nächsten Tages – mit Ereignissen, die Veränderungen nach sich ziehen werden. Welche, das bleibt unklar, wie die obigen…

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Ein Lied

Ein Lied

Hinter meinen Augen stehen Wasser,die muss ich alle weinen. Immer möcht ich auffliegen,mit den Zugvögeln fort; bunt atmen mit den Windenin der großem Luft. O ich bin traurig…das Gesicht im Mond weiß es. Drum ist viel samtne Andachtund nahender Frühmorgen um mich. Als an deinen steinernen Herzenmeine Flügel brachen, fielen die Amseln wie Trauerrosenhoch von blauen Gebüsch. Alles verhaltene Gezwitscherwill wieder jubeln, und ich möchte auffliegenmit den Zugvögeln fort. (Else Lasker-Schüler)