Abendspaziergang

Abendspaziergang

Nun hat den schimmernden Reigender leuchtende Tag vollbracht,blau-dunkele Schatten steigenempor aus traumstiller Nacht. … Tief waltet die heimliche Stilleund decket die Lande weit,als schirme ein heiliger Willedie Träume der Einsamkeit. Als hätte des Tages Endemein Grämen zur Ruhe gebracht.Ich halte die müden Händeund segne die stille Nacht. (Frieda Claudy) Mit einem Hauch von (modernem) Bullerbü.

Mein Engel

Mein Engel

(Installation in der Autobahnkirche Baden) Ich ließ meinen Engel lange nicht los,und er verarmte mir in den Armenund wurde klein, und ich wurde groß:und auf einmal war ich das Erbarmen,und er eine zitternde Bitte bloß. Da hab ich ihm seine Himmel gegeben, –und er ließ mir das Nahe, daraus er entschwand;er lernte das Schweben, ich lernte das Leben,und wir haben langsam einander erkannt… Seit mich mein Engel nicht mehr bewacht,kann er frei seine Flügel entfaltenund die Stille der Sterne durchspalten,…

Weiterlesen Weiterlesen

Zum Licht

Zum Licht

Sowie des LichtesFunken sich heben,Sieh’, des GedichtesRhythmisches Schweben,Dass es dich weckeAus deinen Träumen …Zaudern und säumen?Nur das nicht!Richte und reckeAuf dich zum Licht! (Rainer Maria Rilke, 3. Strophe des Gedichts, Zum Licht)

Kleine Glücke

Kleine Glücke

“Das Glück liegt auf der Straße.“ – heißt es. Manchmal steht es auch einfach da ;) Vielleicht eines der kleinen „Glücke“? So muß man leben! Die kleinen Freuden aufpicken, bis das große Glück kommt. Und wenn es nicht kommt, dann hat man wenigstens die „kleinen Glücke“ gehabt. (Theodor Fontane)

Die Wichtigkeit von Präpositionen

Die Wichtigkeit von Präpositionen

Hermes, der Götterbote, zumindest aber sein Bodenpersonal, sind nicht so ganz fit, was deutsche Präpositionen betrifft. Um eine Fahrt bei der Hitze zum nächsten Hermes-Abholshop zu verhindern, denn manchmal höre ich die Klingel nicht oder bin nicht schnell genug an der Haustür, habe ich einen Ablageort angegeben:Hinter meiner Biotonne vor der linken Garage.Soweit so gut. Dann bekam ich die Mitteilung, das Päckchen sei zugestellt: am angegebenen Ablageort. Doch da war es nicht.Bin alle Biotonnen der Straße entlanggelaufen. Nichts. Der Nachbar,…

Weiterlesen Weiterlesen

Sehnsucht

Sehnsucht

Das ist mein Streit: Sehnsuchtgeweiht durch alle Tage schweifen. Dann, stark und breit, mit tausend Wurzelstreifen tief in’s Leben greifen und durch das Leid weit aus dem Leben reifen, weit aus der Zeit! (Rainer Maria Rilke)

Hitzefrei

Hitzefrei

Kirchen können in diesen Hitze-Tagen „coole“ Rückzugsorte sein, in denen zudem Stille herrscht. Ein wohltuender Kontrast zur Hetze und vielfach erhöhtem menshclichen Aggressionspotential bei diesen Temperaturen. Anschließend war ich in einem BioMarkt, gut temperiert und nahezu ohne KundInnen. „Die Rush Hour“ ist vorbei. Die meisten waren schon ganz früh hier. Sie wußten nicht, dass wir klimatisiert sind.“ In der Stadt gab es einige Läden mit handgeschriebenen Infotafel: Heute hitzefrei! Macht ja vielleicht auch Sinn. Wer will bei dem Wetter schon…

Weiterlesen Weiterlesen

Irvin D. Yalom mit Benjamin Yalom, Die Stunde des Herzens

Irvin D. Yalom mit Benjamin Yalom, Die Stunde des Herzens

Irvin D. Yalom ist mittlerweile über 90 Jahre alt, schreibt immer noch und gab zur Zeit der Entstehung dieses Buches auch noch einstündige Konsultationen, da er aufgrund seines immer stärker nachlassenden Gedächtnisses keine Langzeittherapien mehr geben kann und will, sich dennoch aber zutraut, Hilfestellung geben zu können. Eine Arbeit, die ihm Zeit seines Lebens am Herzen liegt, mit der er noch nicht aufhören kann. Ist es doch auch für ihn eine Verbindung zur Welt, zu Menschen, zumal diese Möglichkeiten sich…

Weiterlesen Weiterlesen

Sommerzauber

Sommerzauber

Gestern Abend habe ich auf der Terrasse sitzend seit Jahren mal wieder ein Glühwürmchen gesehen, ein einzelnes, einsames. Der von einer Freundin prophezeite Schwarm blieb aus. Mir hat bereits das eine genügt, mich verzaubern zu lassen. Fotografieren ging nicht. Aber ich habe ein Haiku gefunden: Glühwürmchen,kommt her, kommt!Ich bin wieder zuhause. (Taneda Santōka)

Ein grünes Blatt

Ein grünes Blatt

Ein Blatt aus sommerlichen Tagen,Ich nahm es so im Wandern mit,Auf dass es einst mir möge sagen,Wie laut die Nachtigall geschlagen,Wie grün der Wald, den ich durchschritt. (Theodor Storm)