Wetterleuchten

Wetterleuchten

Die Sonne ist gesunken,Der Donner schlief schon ein;Nur durch die fernen WolkenGeht noch der Blitze Schein. Es tropfet von den Zweigen –So schweigend steht die Nacht.Nagend in meinen GedankenVersunknes Leid erwacht. Du denkst, es ist verklungenDer alte böse Schmerz –Da zuckt sein WetterleuchtenNoch immer durch das Herz. (Heinrich Seidel)

Die Insel

Die Insel

Nordsee Die nächste Flut verwischt den Weg im Watt,und alles wird auf allen Seiten gleich;die kleine Insel draußen aber hatdie Augen zu; verwirrend kreist der Deich um ihre Wohner, die in einen Schlafgeboren werden, drin sie viele Weltenverwechseln, schweigend; denn sie reden selten,und jeder Satz ist wie ein Epitaph für etwas Angeschwemmtes, Unbekanntes,das unerklärt zu ihnen kommt und bleibt.Und so ist alles was ihr Blick beschreibtvon Kindheit an: nicht auf sie Angewandtes,zu Großes, Rücksichtsloses, Hergesandtes,das ihre Einsamkeit noch übertreibt.      II…

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Laue Sommernacht

Laue Sommernacht

Laue Sommernacht; am Himmel Stand kein Stern; im weite Walde Suchten wir uns tief im Dunkel, Und wir fanden uns. Fanden uns im weiten Walde In der Nacht, der sternenlosen, Hielten staunend uns im Arme In der dunklen Nacht. War nicht unser ganzes Leben So ein Tappen, so ein Suchen? Da: In seine Finsternisse, Liebe, fiel Dein Licht. (Otto Julius Bierbaum)

Krause Haare …

Krause Haare …

“Krause Haare, krauser Sinn, mitten steckt der Teufel drin.“ Wie oft habe ich das hören müssen, allerdings in westfälisch veränderter Form des „Düwels“. Mittlerweile bin sehr froh um diese so pflegeleichten krausen Haare. Waschen,„krunschen“ und fertig. Ich brauche nicht einmal einen Föhn – den habe ich nur für Gäste. Das mit dem „Düwel“ mögen andere beurteilen.

Franziska zu Reventlow, Ellen

Franziska zu Reventlow, Ellen

Franziska zu Reventlow, bekannt als „Schwabinger Gräfin“, erzählt in diesem autobiografischen Roman von ihrem beschwerlichen Weg aus der Enge der bürgerlichen und in ihrem speziellen Fall adligen Welt in ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit, das Frauen damals mit zum Teil gewaltsamen Mitteln verwehrt wurde. Frauen waren laut Kerstin Decker „kostbare Heiratsware. Und diese so unversehrt wie nur möglich zu halten, sie denkbar fügsam einem künftigen Mann zu übergeben, oblag den Müttern.“ Schon früh merkt Ellen, das biografische alter ego der…

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Augen

Augen

Ein graues Auge Ein schlaues Auge, Auf schelmische Launen Deuten die braunen, Des Auges Bläue Bedeutet Treue; Doch eines schwarzen Augs Gefunkel Ist stets wie Gottes Wege dunkel. ( Friedrich von Bodenstedt)

Müde Füße

Müde Füße

O meine müden Füße ihr müsst tanzenIn bunten Schuhen,Und möchtet lieber tief, tiefIm Boden ruhen. (Georg Büchner, 1.Strophe von: O meine müden Füße) Ich tanze ja wirklich gern. Doch manchmal heißt es einfach: Füße hochlegen, egal in welchem Zustand sie sind.

Stimmungsbild

Stimmungsbild

(Abendstimmung in Speckhorn) Graue Dämmerungen hängenüberm weiten Wiesenplan, –müd, mit rotgelaufnen Wangenkommt der Tag im Westen an. Atemlos dort sinkt er niederhinter Hängen goldumsäumt,seine lichtermatten Liderfallen mählich zu. – Er träumt. – Träumt manch sonnig Traumgebilde..Leis vom Himmel schwebt dahin,jetzt die Nacht und neigt sich milde,Sterne lächelnd über ihn… (Rainer Maria Rilke)

Bollenhüte

Bollenhüte

Das, was unsereins als typisch für die Schwarzwaldregion ansieht, steht eigentlich nur für drei Dörfer im Schwarzwald, also einem recht kleinen Gebiet. Bisher kannte ich nur die Hüte mit den roten Bommeln. Doch in Wolfach habe ich bei einer Veranstaltung auch die mit den schwarzen gesehen: Die roten tragen junge Frauen nach ihrer Konfirmation, die schwarzen die verheirateten Frauen. Alte Frauen und sehr junge Mädchen tragen nur die schwarze, seidene Haube ohne Hut. Ab wann man als Frau (wieder) hutlos…

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